Einleitung
Die Kamera
Technik
Datenblatt
Geschwindigkeit
Bildqualität
Bildstabilisator
Abbildungsleistung
Farbwiedergabe
Beispielaufnahmen
Praxisbericht
Fazit
Bei der Alpha 7 V (Datenblatt) setzt Sony
auf viele neue Hardware-Komponenten im Inneren, das Äußere der DSLM wurde allerdings quasi nicht verändert. Das kommt unter anderem Kamerabesitzern entgegen, die eines der Vorgängermodelle der Alpha 7 V oder eine andere Kamera der Alpha-7-Serie besitzen. Diese müssen sich nicht umstellen. Mit 13,0 x 9,6 x 7,2cm gehört die DSLM zu den mittelgroßen Systemkameras, das Gewicht fällt mit 695g nicht allzu hoch aus. Da der ergonomisch geformte und mit einer rutschhemmenden Oberfläche versehene Griff die Kamera sehr gut in der Hand liegen lässt, kann man auch größere Objektive mit einem hohen Komfort nutzen. Allen, die sich noch mehr Grifffläche wünschen, steht der Erwerb des Hochformatgriffs VG-C4EM offen. Dieser sorgt durch den zweiten Akku zudem für längere Einsatzzeiten.
Da Sony unter anderem einen sehr sparsamen Bildprozessor verbaut, kommt man mit der Kamera aber auch mit einem Akku sehr lange aus (CIPA-Angabe 750 Bilder). Als Material greift Sony bei der Alpha 7 V (Produktbilder)
auf die bewährte Magnesiumlegierung zurück. Diese ist bei allen Alpha-Kameras mit Vollformatchip zu finden. Für ein robustes Äußeres sorgen Abdichtungen an allen relevanten Stellen, der Schutz hält Staub und Spritzwasser vom Inneren fern.
Das Tastenlayout und die weiteren Bedienelemente der DSLM sind vom Vorgängermodell bekannt. Der Fotoauslöser wurde wie üblich mit dem Ein- und Ausschalter kombiniert und befindet sich an seinem angestammten Platz auf dem Griff. In jenen wurde zudem das vordere Einstellrad integriert. Zwei weitere Einstellräder liegen auf der rechten Oberseite, werden jedoch mit dem Daumen von der Rückseite aus bedient. Den Platz teilen sie sich mit der Record- und der C2-Taste sowie dem Programmwählrad. Letzteres ist wie bei fast allen neueren Vollformatkameras von Sony etwas erhöht angebracht, da sich hier auch der Wählschalter für den Aufnahmemodus befindet. Dadurch können Nutzer sehr schnell zwischen der Foto-, der Video- und der S&Q-Funktion wechseln.
Auf der Rückseite hält die Sony Alpha 7 V (Technik)
ebenso keine Überraschungen bereit. Rechts vom in der optischen Achse platzierten Sucher kann man via Tasten (C1, AF-ON, AEL) Einstellungen vornehmen, darunter befindet sich der Joystick. Noch etwas weiter unten wird per Fn-Taste das Quickmenü aufgerufen und sind Eingaben mittels kombiniertem Einstellrad und Steuerkreuz möglich.
Weitere Tasten erlauben das Aufrufen des Wiedergabemodus und das Löschen von Bildern. Wer das Menü aufrufen möchte, kann dies links vom Sucher. Hier hat Sony zudem die C3-Tasten positioniert. Frei belegbar sind bei der Alpha 7 V aber nicht nur die Custom-Tasten (C1 bis C4), auch auf die anderen Bedienelemente kann man Einfluss nehmen. Dafür bringt die DSLM ein eigenes Menü mit.
Apropos Menü: Das Menüdesign der Sony Alpha 7 V (Datenblatt)
entspricht den zuletzt vorgestellten Kameras von Sony und bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. Um einzelne Parameter schneller erreichen zu können, verfügt die Kamera über drei anpassbare Menüs. Das zusätzliche "Hauptmenü" stellt ein Schnellauswahlmenü dar und erlaubt das Verändern wichtiger Aufnahme-Optionen. Ähnliches gilt auch für das Quickmenü, das mittels der Fn-Taste aufgerufen wird. Seltener benötigte, aber immer noch relevante Einstellungen, lassen sich in das „Mein Menü“ verlagern. Dieses erlaubt das Anlegen von mehreren Seiten. Der Gang in das eigentliche Hauptmenü der Kamera ist im Alltag somit vergleichsweise selten notwendig.
Sehr viele Optionen hat die Sony Alpha 7 V (Bildqualität)
auch bei den Fotoprogrammen zu bieten. Neben den klassischen PSAM-Modi und einer Vollautomatik bringt die Kamera mehrere Custom-Programme mit (C1 bis C3 sind direkt erreichbar und M1 bis M4 über das Menü). Je Programm lassen sich bestimmte Einstellungen abspeichern und schnell wieder abrufen. Da dies für alle drei Aufnahmemodi (Foto, Video, S&Q) unabhängig voneinander gilt, stehen somit mehr als genug Speicherprogramme zur Verfügung. Gut zu wissen: Während die C-Speicherprogramme auf der Kamera abgelegt werden, sind die M-Speicherprogramme nur auf der Speicherkarte vorhanden. Auf diesem Weg lassen sich Einstellungen zudem von einer zur anderen Kamera übertragen.
Zu den besonderen Aufnahmeprogrammen der Kamera gehören die Intervallaufnahme und die Composite-RAW-Aufnahme. Letztere erlaubt das Vergrößern des Dynamikumfangs und das Reduzieren von Bildrauschen. Da hierfür die Imaging Edge Desktop-Software benötigt wird, hält sich der Komfort allerdings in Grenzen. Eine kamerainterne Umsetzung wäre deutlich sinnvoller.
Ein Update hat Sony bei der Alpha 7 V (Geschwindigkeit)
auch am Autofokus vorgenommen. Das gilt jedoch nicht für die Fokusmessfelder. Davon gibt es nach wie vor 759, sie decken 94 Prozent der Sensorfläche ab. Die AE/AF-Berechnungen hat Sony dagegen auf 60 pro Sekunde erhöht. Einen Sprung nach vorne macht des Weiteren die Motiverkennung. Dank der KI-Funktionen des Bionz-XR2-Prozessors erzielt die Kamera eine bessere Erkennung von Menschen (Human Pose) und kann neben Hunden, Katzen und Vögeln auch Insekten detektieren. Gleiches gilt zudem für Autos, Züge und Flugzeuge. Ist das zu verfolgende Motiv bereits vor der Aufnahme bekannt, lässt sich dieses der Kamera via Menü vorgeben. Alternativ dazu gibt eine „Auto“-Option: Hier versucht die Kamera, alle Motive automatisch zu erkennen.
In allen unseren Praxistests funktionierte das Autofokussystem der Sony Alpha 7 V praktisch fehlerfrei. Motive werden nicht nur schnell erkannt, sondern auch zielgerichtet verfolgt und dabei stets präzise im Fokus gehalten. Für eine Kamera von Sony ist dies natürlich nichts Neues, die hohe Leistungsfähigkeit des Autofokussystems kann sich für ein Modell unterhalb der Profiklasse aber zweifellos sehen lassen. Nicht gespart hat Sony auch an Optionen zur Messfeldsteuerung. Neben den bekannten Optionen „Breit“, „Zone“ und „Mitte“ stehen frei konfigurierbare Messfeldmodi (Spot XS bis XL und Custom) zur Verfügung. Ähnliche Optionen gibt es für das Tracking.
Für die Belichtung stehen bei der Sony Alpha 7 V der mechanische Verschluss und der lautlos arbeitende elektronische Verschluss zur Verfügung. Bei Ersterem kann man sich zudem entscheiden, ob der erste Vorhang mechanisch oder elektronisch ausgeführt wird. Für die Belichtungsmessung nutzt die Alpha 7 V wie schon viele Sony-Modelle ein Messsystem mit 1.200 Zonen. Neben der Mehrfeldmessung, der mittenbetonten Messung und der Spotmessung („Groß“ oder „Standard“) werden auch die Durchschnittsmessung sowie die Highlight-Messung angeboten. Die Anti-Flacker-Funktion der DSLM hilft dabei, bei Kunstlicht Bilder mit gleicher Helligkeit zu speichern.
Apropos Kunstlicht: Hier ist wie bei den allermeisten Kameras durchaus Vorsicht geboten, da abhängig von der Belichtungszeit sowie der Lichtquelle Banding-Artefakte auftreten können. Die Alpha 7 V hat diese Problematik durch ihren schnell auslesbaren Bildwandler allerdings besser im Griff als andere Modelle. Will man absolut sicher gehen, sollte man jedoch zum mechanischen Verschluss greifen. Gleiches gilt auch für das Ablichten von schnellen Motiven. Diese können in Extremsituationen Verzerrungen zeigen, wenn der elektronische Verschluss arbeitet. In der Praxis konnten wir jedoch nur wenige erkennen.
Zur Bildkontrolle bringt die Sony Alpha 7 V (Produktbilder)
wie die Vorgängermodelle einen elektronischen Sucher und ein Display mit. Während der Sucher mit 3,69 Millionen Subpixel, der 0,78-fachen Vergrößerung und 60 oder 120 Bildern pro Sekunde dem Modell der Alpha 7 IV entspricht, hat sich Sony beim Display für eine neue Konstruktion entschieden. Diese kennt man unter anderem von der Alpha 7R V. Das Panel lässt sich nicht nur drehen und schwenken, sondern zusätzlich auch klappen. Das bietet Fotografen und Videografen die größtmögliche Flexibilität. Beim 3,0 Zoll messenden Touch-LCD hat sich Sony zudem für eine weitere Neuerung entschieden und ein Modell mit 2,1 Millionen Subpixel verbaut. Dies sorgt für eine sehr scharfe Wiedergabe. Dank der hervorragenden Ausstattung gehört das LCD der Kamera zu den besten Modellen am Markt. Den Sucher stufen wir in die gehobene Mittelklasse ein, andere Kameras schneiden noch besser ab. Gut zu wissen: Für die maximale Wiedergabequalität sollte man die 60-Fps-Option nutzen, bei 120 Fps wird die Qualität doch sichtbar schlechter.

Einen großen Schritt nach vorne macht die Sony Alpha 7 V (Beispielaufnahmen)
auch bei der Videoaufnahme. 4K-Aufnahmen sind anders als beim Vorgängermodell nun auch mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde bei nahezu voller Sensorbreite möglich (praktisch kein Crop bei 60p mit der Option „Blickwinkel-Priorität“ und circa 1,2-facher Crop ohne). Hier bietet die Kamera durch das 7K-Oversampling eine hervorragende Videoqualität. Wer mit 100 oder 120 Vollbildern pro Sekunde filmen möchte, muss mit einem deutlichen Crop leben. Dieser entspricht ungefähr der APS-C-Option (abseits der Blickwinkel-Priorität circa 1,8-facher Crop). Hier sinkt die Bildqualität etwas ab, ist aber immer noch exzellent und für wirklich jede Aufnahmesituation mehr als ausreichend. Wer bei Videos grundsätzlich etwas mehr Brennweite benötigt, kann den APS-C-Crop auch manuell einstellen und mit allen üblichen Bildraten filmen. Die erwähnten 100 oder 120 Vollbilder pro Sekunde machen die Alpha 7 V optimal für die Aufnahme von Zeitlupen, die bis zu fünffache Verlangsamung reicht für klassische Situationen normalerweise völlig aus.
Noch stärkere Zeitlupen sind in Full-HD möglich. Mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde kann man zehnfache Zeitlupe erzeugen. Dadurch sind auch etwas schnellere Motive – mit einer noch ordentlichen Qualität – sehr gut einzufangen. Die S&Q-Funktion der DSLM macht Zeitlupen wie Zeitraffervideos besonders komfortabel und ist über den zusätzlichen Schalter sehr schnell zu aktivieren. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Option „Blickwinkel-Priorität“ den Crop nicht ohne Nachteile minimiert. Sofern die Option aktiviert wurde, findet nur eine eingeschränkte Rauschreduzierung statt. Die Unterschiede spielen bei normalen Sensorempfindlichkeiten jedoch keine Rolle.
Die weiteren Videofeatures der Sony Alpha 7 V (Datenblatt)
können sich ebenso sehen lassen. Unter anderem hat die Kamera ein größeres Angebot an Codecs, die 10-Bit-Aufnahme und das 4:2:2-Subsampling zu bieten. Darüber hinaus werden flache Bildprofile (S-Log, …) sowie der Cinelike-Bildstil unterstützt und stehen viele Aufnahmehilfen (Auto-Framing, Zebra, Fokus-Peaking, …) zur Verfügung. Die Focus-Breathing-Korrektur ist natürlich auch bei der Alpha 7 V vorhanden und mittels der aktiven Stabilisierung lassen sich noch ruhigere Aufnahmen erstellen. Die Tonaufnahme erfolgt bei der Sony Alpha 7 V mit dem integrierten Stereomikrofon oder einem Modell, das via 3,5mm Klinkenbuchse, Zubehörschuh oder XLR-Adapter mit der Kamera verbunden wird. Zur Tonkontrolle steht ein 3,5mm Klinkenausgang bereit und die Videoausgabe erfolgt mittels eines Standard-HDMI-Ports.
Wer die Kamera zum Streaming nutzen möchte, kann dies mit bis zu 4K30p (UVC/UAC via USB-C). Eine große Stärke der Kamera ist dank der sparsamen Hardware die lange Videoaufnahmezeit. Zum Überhitzen kam es im Test (bei 20 Grad Umgebungstemperatur und 4K60p) zu keiner Zeit und eine Akkuladung reichte für 124 Minuten. Das sind beachtliche Ergebnisse.
Das Videopaket der Sony Alpha 7 V fällt insgesamt betrachtet also stattlich aus und erlaubt in nahezu allen Aufnahmesituationen hervorragende Ergebnisse. Als Manko müssen Videografen auf die Open-Gate- und die RAW-Aufnahme sowie auf Auflösungen oberhalb von 4K verzichten. Damit dürfte die Kamera für die ein oder andere professionelle Produktion nicht infrage kommen. Für typische Nutzer spielt das aber effektiv keine Rolle. Trotzdem sei an dieser Stelle gesagt, dass die Konkurrenz an manchen Stellen doch ein wenig mehr zu bieten hat.
Thomas
Kniess
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