Sony Alpha 7R VI Fazit

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Das Fazit zur Sony Alpha 7R VI

Während das Gehäuse der Sony Alpha 7R VI (Datenblatt) praktisch nicht vom Gehäuse der Sony Alpha 7R V (Testbericht) zu unterscheiden ist, hat Sony im Inneren der aktuellsten spiegellosen Systemkamera neue Technik verbaut. Dazu gehört auch der brandneue Vollformat-Bildwandler mit 66,5 Megapixel, ein Exmor-RS-Modell. Konkret handelt es sich dabei um einen mehrschichtigen Bildwandler. Im Gegensatz zu den Stacked-CMOS-Sensoren der Alpha-1- oder Alpha-9-Kameras verfügt dieser jedoch über keinen zusätzlichen DRAM-Cache. Dadurch sind nicht ganz so schnelle Auslesezeiten wie bei den eben genannten Modellen zu erreichen. Im Vergleich mit der Alpha 7R V fällt der Rolling-Shutter-Effekt bei der Alpha 7R VI trotzdem wesentlich geringer aus. Für weitere Vorteile soll der neue Sensor beim Dynamikumfang sorgen. Diesen gibt Sony mit bis zu 16 Blendenstufen an. Dass Sony schnelle Bildwandler ohne Nachteile bei der Dynamik bauen kann, hat unter anderem schon die Sony Alpha 7V (Testbericht) gezeigt.

Zum Bildrauschen äußert sich Sony bei der Alpha 7R VI nicht, unser Bildqualitätsvergleich ergibt ein Level auf dem Niveau des Vorgängermodells (bzw. bei hohen ISO-Stufen sogar einen Tick darüber). Von ISO 50 bis ISO 1.600 ist ein Bildrauschen kaum zu sehen, bei ISO 3.200 kann man es erstmals etwas besser erkennen. Echte Einschränkungen ergeben sich dadurch aber noch nicht. Bei ISO 6.400 fällt es dann stärker auf, die Rauschreduzierung der Kamera muss bei den JPEG-Bildern nun sichtbar eingreifen. Wirklich deutlich geht es mit der Bildqualität bei ISO 12.800 abwärts, hier werden feine Details nicht mehr gut wiedergegeben. Für kleinere Bildgrößen reicht diese Sensorempfindlichkeit noch aus, spätestens bei ISO 25.600 ist jedoch Schluss.

Wenig Licht bereitet der Sony Alpha 7R VI keine Probleme, bis ISO 1.600 bleibt die Detailwiedergabe sehr hoch. Ab ISO 3.200 muss man dann ein etwas stärkeres Rauschen in Kauf nehmen, grundsätzlich bleiben die Bilder allerdings nutzbar. Bei ISO 6.400 sinkt die Qualität stärker ab und bei ISO 12.800 müssen Fotografen mit einem deutlichen Detailverlust leben. Die maximalen ISO-Stufen (regulär bis ISO 32.000 und erweitert bis ISO 102.400) können Fotografen eindeutig nicht ausnutzen. Das dürfte bei einer Kamera mit dieser Auflösung aber auch niemand erwartet haben.

In puncto Detailwiedergabe überzeugt die Sony Alpha 7R VI auf ganzer Linie, ihre Aufnahmen gehören unterhalb der Mittelformatliga zur Crème de la Crème. Mit der hohen Pixelzahl geht aber natürlich auch eine große Datenmenge einher. Während JPEG-Fotos circa 30 bis 50MB pro Bild einnehmen, muss man für RAWs rund doppelt so viel Speicherplatz einplanen. Verlustfrei komprimierte Dateien nehmen als Beispiel rund 90MB ein.

Die Sony Alpha 7R VI erlaubt trotz hoher Auflösung sehr hohe Bildraten:

Früher galt bei Kameras, dass sich Sensoren mit hoher Auflösung deutlich negativ auf die Bildrate niederschlagen. Selbstverständlich sind geringer aufgelöste Sensoren in dieser Hinsicht auch heute noch im Vorteil, hohe Bildraten erreichen aber auch Modelle mit vielen Pixeln. Trotz 66,5 Megapixel schafft die Sony Alpha 7R VI (Geschwindigkeit) sportliche 30 Bilder pro Sekunde. Diese Bildrate wird sowohl bei voller Auflösung als auch im RAW-Format erzielt. Sofern eine schnelle CFexpress Typ-A-Speicherkarte zum Einsatz kommt, hält die DSLM die höchste Geschwindigkeit zum Teil sogar für einen vergleichsweise langen Zeitraum aufrecht. Bei JPEG-Dateien ergaben sich im Labor 234 Fotos, bevor die Bildrate auf 15,4 Aufnahmen pro Sekunde absank. Bei komprimierten RAW-Dateien sind noch 165 Aufnahmen am Stück möglich, bei HQ-komprimierten RAWs 73 Bilder und bei verlustfrei komprimierten RAWs 69 Fotos. Letztere Bildfolge ist dann nicht mehr gerade lang, zudem sinkt die Geschwindigkeit nach der schnellen Serie auf bis zu 6,2 Bilder pro Sekunde ab. Wer richtig viele Bilder am Stück bei hoher Bildrate benötigt, sollte sich daher für JPEGs oder komprimierte RAWs entscheiden. Gleiches gilt natürlich auch für den Einsatz einer SD-Karte. Hier muss man bis auf JPEG-Dateien zwar nicht mit kürzeren Aufnahmeserien auskommen, nach der schnellen Bildserie fällt die Bildrate aber deutlich stärker ab.

Mit der Pre-Capture-Funktion lassen sich kurze Momente optimal einfangen:

Darüber hinaus gilt es zu erwähnen, dass das Abspeichern von Bildern beim Einsatz einer SD-Karte rund dreimal länger als bei einer CFexpress Typ-A-Karte dauert (bei vollem Pufferspeicher circa 34 statt zehn Sekunden). Wir würden daher den Einsatz einer CFexpress-Karte empfehlen, wenn des Öfteren längere Bildserien und hohe Bildraten benötigt werden. Oder man nutzt die Pre-Capture-Aufnahme. Hier wird ein Zeitraum von bis zu einer Sekunde im Pufferspeicher gehalten und nach dem Drücken des Auslösers auf die Speicherkarte abgelegt. Für das Aufnehmen kurzer Situationen ist die Funktion Gold wert.

Das Autofokussystem der Sony Alpha 7R VI lässt sich beim Scharfstellen mit 0,16 Sekunden nicht lange Zeit, die Auslöseverzögerung liegt bei durchschnittlichen 0,05 Sekunden. Für den Kamerastart muss man nur 1,04 Sekunden einplanen, das erste Bild ist nach 1,14 Sekunden im Kasten. Lange Wartezeiten ergeben sich somit nie.

Beim Test der Farbwiedergabe bewegt sich die Alpha 7R VI auf einem durchschnittlichen Niveau. Die Aufnahmen sind auch weder zu stark optimiert noch wirken sie zu flach.

Zur Bildstabilisierung nutzt die Sony Alpha 7R VI den beweglichen Sensor. Er kann Bewegungen in fünf Achsen ausgleichen und in der Spitze Verwacklungen um bis zu 8,5 Blendenwerte ausgleichen. Dieser Wert gilt allerdings nur für das Zentrum, am Rand sinkt die maximale Stabilisierungsleistung auf bis zu sieben Blendenstufen ab. Wie üblich handelt es sich dabei um die bestmöglichen Ergebnisse, in der Praxis muss man mit weniger auskommen. Bei unserem Praxistest kamen wir beim Einsatz des Sony FE 24-70mm F2,8 GM und einer Brennweite von 70mm im Durchschnitt auf eine Kompensationsleistung von soliden drei bis vier Blendenwerten.

Die Sony Alpha 7R VI verbindet eine hohe Auflösung mit einer hohen Bildrate:

Unser Fazit:
Bei der Alpha 7R VI (Praxis) hat Sony die Auflösung im Vergleich zum Vorgängermodell nur moderat erhöht, die Leistung der DSLM wurde allerdings trotzdem in gleich mehrfacher Hinsicht signifikant gesteigert. Während die hohe Sensorauflösung bei früheren Modellen der Alpha-7R-Serie für Einschränkungen sorgte, gehören diese Kompromisse bei der Alpha 7R VI der Vergangenheit an. Kurz gesagt arbeitet die DSLM genauso schnell – oder sogar schneller – als die meisten anderen Kameras von Sony und bringt auch exzellente Videofähigkeiten mit. Dies ist aufgrund des neuen Gespanns aus einem Exmor-RS-Sensor und dem Bionz-XR2-Prozessor möglich. Der Bildwandler lässt sich dank mehrschichtigem Aufbau besonders schnell auslesen, der neue Bildprozessor kann die hohen Datenmengen richtig schnell verarbeiten. Mit 30 Bildern pro Sekunde (egal ob JPEG oder RAW) schließt die Alpha 7R VI zur Sony Alpha 1 (II) auf, ein großer Pufferspeicher und eine schnelle Speicherkartenanbindung erlauben vergleichsweise lange Aufnahmeserien. Damit das Abspeichern der Bilder dann nicht allzu lange dauert, sollte eine schnelle CFexpress Typ-A-Karte zum Einsatz kommen. „Datenmüll“ lässt sich zudem mit der Pre-Capture-Funktion wirksam reduzieren.

Bei Videos macht die DSLM ebenso eine sehr gute Figur, die Bedienung ist sehr komfortabel:

Sehr vorteilhaft wirkt sich der neue Sensor außerdem auf die Videofunktion aus: Die DSLM filmt nicht nur in 8K-Auflösung (bis zu 30p), sondern schafft in 4K-Auflösung sogar bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde. Hier ist zwar auf das Oversampling der kompletten Sensordaten zu verzichten, einen geringen Crop gibt es durch hochwertiges Pixel-Binning aber trotzdem. Wer Videos – auch in professioneller Qualität – aufzeichnen möchte, kann dies mit der Alpha 7R VI problemlos. Videos lassen sich mit einer hervorragenden Bildqualität, hohen Datenraten und flachen Bildprofilen speichern. Daneben gibt es einige hilfreiche Features (Focus-Breathing-Korrektur, Auto-Framing, …) und viele Optionen zur Tonaufzeichnung.

Die Bildqualität bleibt bei der Sony Alpha 7R VI aber auch bei Fotos nicht auf der Strecke. Die Aufnahmen sind detailreich, besitzen einen großen Dynamikumfang und rauschen bei gewöhnlichen Sensorempfindlichkeiten kaum. Bis ISO 1.600 lässt sich ohne und bis ISO 6.400 mit recht geringen Einschränkungen fotografieren. Der Autofokus der DSLM hat auch beim Verfolgen von schnellen Motiven keine Probleme und der Stacked-Sensor ermöglicht den Einsatz des elektronischen Verschlusses ohne größere Nachteile. In beiden Punkten erreicht die Alpha 7R VI zwar nicht das Level der Alpha-1- oder Alpha-9-Modelle, schneidet aber immer noch sehr gut ab. Einen deutlichen Boost hat Sony der DSLM in puncto Akkulaufzeit spendiert. Diese war bei früheren Alpha-7R-Kameras zwar keineswegs schlecht, der neue NP-SA100-Akku sorgt allerdings nochmals für längere Einsatzzeiten.

Der sehr scharfe Sucher und das vielseitig nutzbare Display runden die Ausstattung ab:

Auf dem gewohnt exzellenten Niveau bewegen sich bei der Sony Alpha 7R VI (Technik) das Gehäuse, der Sucher und das Display. Ersteres besteht aus einer soliden Magnesiumlegierung und ist natürlich abgedichtet, die Bedienung kennt man von den Vorgängermodellen. Als Neuerung hat Sony der Kamera eine rückseitige Tastenbeleuchtung spendiert. Damit lässt sich bei Dunkelheit noch komfortabler arbeiten. Punkten kann die Alpha 7R V auch mit einem ansprechenden Handling und den zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten der Tasten. Der OLED-Sucher der DSLM ist riesig und mit 9,44 Millionen Subpixeln extrem hoch aufgelöst, das scharfe LCD mit 2,1 Millionen Subpixeln lässt sich zur optimalen Bildkontrolle drehen, schwenken und klappen.

Für wen ist die Sony Alpha 7R VI nun die perfekte Kamera? Für alle, die weder auf eine hohe Sensorauflösung, noch sehr schnelle Bildraten und eine erstklassige Videofunktion verzichten möchten. Praktisch ist sie damit als kleine Sony Alpha 1 (II) einzustufen. Deren Level erreicht sie zwar nicht ganz, sie kostet aber auch deutlich weniger.

Pro&Contra zur Sony Alpha 7R VI

  • Hervorragende Bildqualität und Detailwiedergabe bis ISO 3.200
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 6.400
  • ISO 12.800 sind mit Abstrichen verwendbar
  • Sehr hochwertiges und robustes Magnesiumgehäuse
  • Die Kamera ist gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt
  • Die Kamera liegt sehr gut in der Hand
  • Sehr großer und besonders scharfer elektronischer Sucher (0,9-fach, 9,44 Millionen Subpixel)
  • Flüssiges Sucherbild durch 120 Bilder pro Sekunde (dann aber mit etwas geringerer Schärfe)
  • Hochauflösendes dreh-, schwenk- und klappbares LCD mit 2,1 Millionen Subpixel
  • Sehr schneller und präziser Autofokus mit 759 Phasen-AF- und 425 Kontrast-AF-Messfeldern
  • Autofokus mit umfangreicher Motiverkennung und -verfolgung
  • Sehr hohe Bildrate im Serienbildmodus (im Labor: bis zu 30,0 Bilder/Sek.)
  • Kürzeste Belichtungszeit 1/8.000 Sek. mit mechanischem und elektronischem Verschluss
  • Direkter Zugriff über Tasten und Wahlräder auf sehr viele Optionen
  • Viele Tasten und Einstellräder lassen sich umfangreich individualisieren
  • Einige Tasten sind beleuchtbar
  • Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten im Kameramenü vorhanden
  • Zubehörschuh für ein Blitzgerät vorhanden
  • 8K-Videoaufnahme mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde (4320p30)
  • 4K-Videoaufnahme mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde (2160p120)
  • Full-HD-Videoaufnahme mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde (1080p120)
  • Exzellente Video-Bildqualität (siehe dazu unsere Beispielvideos)
  • Zahlreiche professionelle Video-Optionen vorhanden
  • Volle manuelle Kontrolle im Videomodus
  • Anschluss für ein externes Mikrofon vorhanden (3,5mm)
  • Kopfhörerausgang vorhanden (3,5mm)
  • USB 3.2-Schnittstelle für schnelle Datenübertragung
  • Zwei schnelle CFexpress/SD-Kartenslots (u. a. für ein kamerainternes Backup) vorhanden
  • Kompatibel zu allen getesteten Speicherkarten bis 512GB
  • Zur 256GB SDXC-Speicherkarte Lexar Professional 600x Speed (UHS-I, Class 10) kompatibel
  • Zur 64GB SDXC-Karte Lexar Professional 2.000x (300MB/Sek) UHS-II Class 10 kompatibel
  • Pixel Shift Aufnahmen und weitere Features nur nach Bildbearbeitung am Computer nutzbar

Testurteil

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