Einleitung
Die Kamera
Technik
Datenblatt
Geschwindigkeit
Bildqualität
Bildstabilisator
Abbildungsleistung
Farbwiedergabe
Beispielaufnahmen
Praxisbericht
Fazit
Neue Generationen der Alpha-7R-Kameras standen bei Sony in früheren Zeiten oftmals für größere Änderungen beim Design und der Bedienung. Bei der Alpha 7R VI (Datenblatt) hat Sony
verschiedene Überarbeitungen vorgenommen, das abgedichtete Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung hebt sich vom Vorgängermodell Alpha 7R V jedoch kaum ab.
Zumindest bei Tag lässt sich praktisch kein Unterschied erkennen. Bei Nacht bzw. wenig Licht, sieht dies schon etwas anders aus. Hier bekommt man die größte Verbesserung zu Gesicht: die beleuchteten Tasten. Insgesamt gibt es davon acht, sie alle liegen auf der Rückseite. Das kombinierte Einstellrad und Steuerkreuz muss leider ohne Beleuchtung auskommen, die anderen Tasten kann man dank Licht dagegen jederzeit sehr gut ablesen.
Grundsätzlich bedient sich die Alpha 7R VI wie ihr Vorgängermodell und die meisten anderen Vollformat-Kameras von Sony. Die Wahl des Fotoprogramms erfolgt via Einstellrad auf der rechten Oberseite, das Rad darunter dient zum Bestimmen des Aufnahmemodus (Foto, Video, S&Q). Vorhanden sind auch wieder vier Einstellräder.
Das mit dem Steuerkreuz kombinierte Rad haben wir bereits angesprochen, zwei Räder befinden sich auf der Oberseite (das rechte lässt sich wie das Programmwählrad sperren) und im Griff hat Sony ebenso ein Rad integriert. Den Griff selbst hat Sony minimal angepasst, diese Maßnahme soll sich positiv auf das Handling auswirken. Ohne direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell können wir allerdings keinen Unterschied feststellen.
Grundsätzlich liegt die Sony Alpha 7R VI (Produktbilder)
gut in der Hand und bietet den Fingern ausreichend Platz zum Zugreifen. Große gummierte Flächen verhindern zudem das Abrutschen. Der optional erhältliche Batteriegriff VG-C6 ist nicht unbedingt notwendig, er kann den Komfort bei großen Objektiven aber nochmals verbessern. Erwähnenswert sind bei der DSLM noch der Joystick zur schnellen Wahl des Fokusfeldes und die zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten der Tasten. Im Menü lässt sich nicht nur die Funktion der C-Tasten ändern, auch bei den meisten anderen Tasten sowie den Einstellrädern kann man die eigenen Wünsche umsetzen.
Im Vergleich zu den höherklassigen Alpha-1- oder Alpha-9-Modellen fehlen der Alpha 7R VI die Wählräder für den Serienbild- und Fokusmodus sowie die C5-Taste auf der Vorderseite. Grundsätzlich sind diese Funktionen bei der Alpha 7R VI zwar über Tasten erreichbar, zusätzliche Bedienelemente hätten der Kamera aber natürlich auch nicht geschadet. Insgesamt betrachtet ist die Bedienung der DSLM jedoch sehr überzeugend. Dies gilt auch im Verhältnis zu den kompakten Abmessungen, denn die Alpha 7R VI gehört mit 13,3 x 9,7 x 8,3cm nicht unbedingt zu den großen Kameras. Mit 711g fällt sie für eine Vollformatkamera zudem nicht besonders schwer aus. Wer sich eine größere Kamera wünscht, kann den bereits erwähnten Batteriegriff VG-C6 erwerben. Dieser bietet zudem Platz für einen zweiten Akku.
Apropos Akku: Als erste Kamera von Sony nutzt die Alpha 7R VI nicht den langjährig verwendeten NP-FZ100, sondern den NP-SA100. Dieser besitzt eine um 17 Prozent höhere Kapazität (2.670mAh) und erlaubt bis zu 710 Bilder nach CIPA-Messung. Neu ist außerdem die Möglichkeit, den „Health Status“ anzuzeigen. Aufgeladen wird der Akku in der DSLM wie üblich per USB-C, hier haben wir eine Ladeleistung von hohen 26 Watt gemessen. Im Test wusste der neue Akku zweifellos zu überzeugen, ein Backup-Akku wird allenfalls bei sehr langen Videoaufnahmen (deutlich über zwei Stunden) notwendig.
Das Menü der Sony Alpha 7R VI (Bildqualität)
entspricht Sonys aktuellem Standard. Die Menüpunkte verteilen sich auf sechs Obermenüs, zudem gibt es ein „Haupt-Menü“ und ein „Mein Menü“. Letzteres lässt sich frei mit Parametern bestücken, das „Haupt-Menü“ umfasst die wichtigsten Aufnahme-Optionen. Wegen der zahlreichen Optionen ist das Anlegen eines eigenen „Mein Menü“ zweifellos zu empfehlen, ansonsten kann die Suche nach einer bestimmten Option etwas länger dauern. Da sich bei der Alpha 7R VI viele Parameter schnell über Tasten oder auch das Fn-Menü verändern lassen, empfinden wir das umfangreiche Menü jedoch generell nicht als Hindernis.
Was die Fotoprogramme anbelangt, ist die Sony Alpha 7R VI recht klassisch ausgestattet. Neben einer Vollautomatik und den PSAM-Modi gibt es drei Customprogramme. Während das C1- und C2-Programm bekannt sind, ist die „*“-Option jedoch neu. Bei letzterem Programm lässt sich im Menü entscheiden, welcher der MR-Speicherplätze (1 bis 10) abgerufen wird. Dadurch können Foto- und Videografen schnell zwischen den Voreinstellungen wechseln. Glücklicherweise sind die Speicherplätze unterschiedlich benennbar, so dass man hier den Überblick behält. Zu den weiteren Aufnahme-Features der DSLM gehören die Intervallaufnahme, das Pixel Shift Multi Shooting (für die vierfache Bildauflösung), die HDR-Aufnahme und die Rauschminderungs-Aufnahme. Leider wird für die Bildberechnung der letzteren Modi Sonys „Imaging Edge“-Software benötigt. Kameraintern sind keine Berechnungen möglich.
Als Autofokussystem nutzt Sony bei der Alpha 7R VI (Geschwindigkeit)
einen Hybrid-AF. 759 Messfelder der Kamera arbeiten mit der Phasendetektion und können ab -6EV scharfstellen. Von der Alpha 1 II hat die Kamera die AF-Tracking-Optionen („Stable“, „Standard“ oder „Responsive“), die zusätzlichen Messfeldgrößen „XL“ sowie „XS“ und die konfigurierbaren Messfeldgrößen (C1 bis C3) übernommen. Die KI-Motiverkennung wurde zudem auf den neuesten Stand gebracht. Die 7R VI erkennt kleinere Motive daher noch besser. Mit an Bord sind auch die „Human Pose Estimation“, es werden Tiere aller Art (u. a. Hunde, Katzen, Vögel und Insekten) detektiert und lassen sich Autos, Züge und Flugzeuge verfolgen. Per Automatik-Funktion kann man sich die manuelle Wahl des Motivziels sparen, muss hier aber eventuell mit einer schlechteren Erkennungsleistung leben.
AF-Berechnungen führt die Alpha 7R VI bis zu 60-mal pro Sekunde durch, dieser Wert liegt sicherlich deutlich oberhalb des Vorgängermodells. Genaue Angaben zur Alpha 7R V macht Sony allerdings nicht. Die Messfeld-Optionen der Kamera fallen umfangreich aus („Breit“, „Feld“, „Mitte-Fix“, „Spot“, „Erweiterbarer Spot“, „Anpassung“ und „Tracking: Erweiterter Spot“), sie sind in ihrem Umfang allerdings schon von anderen Kameras bekannt. Wie für alle neueren Vollformat-DSLMs von Sony gilt zudem, dass man das Messfeld farblich konfigurieren kann.
Zur Steuerung der Belichtung ist die Sony Alpha 7R VI (Technik)
mit einem klassischen mechanischen Schlitzverschluss sowie einem elektronischen Verschluss (kürzeste Belichtungszeit jeweils 1/8.000 Sekunde) ausgerüstet. Ersterer lässt sich bis zu einer Bildrate von zehn Aufnahmen pro Sekunde nutzen, für alle höheren Bildraten ist der elektronische Verschluss zu aktivieren. Dieser arbeitet als Bonus natürlich komplett lautlos und das Bild im Sucher oder auf dem Display bleibt durchgängig zu sehen („Blackoutfree“). Die Nachteile des elektronischen Verschlusses halten sich bei der Sony Alpha 7R VI wegen des schnell auslesbaren Sensors in Grenzen. Der Rolling-Shutter-Effekt ist gering ausgeprägt, selbst schnellere Motive lassen sich daher ansprechend ablichten. Bei Kunstlicht trafen wir ebenso nur auf geringere Probleme („Banding“). Dies kann abhängig von den verwendeten Lampen jedoch auch anders sein.
Gegenüber der Alpha 7R V, die mit elektronischem Verschluss nur begrenzt sinnvoll einsetzbar war, ist der Vorsprung der Alpha 7R VI zweifellos riesig. Natürlich sollte man aber auch nicht erwarten, dass die DSLM das Niveau der Alpha 1 (II) erreicht. Gleich schneiden die 7R VI und die 7R V wieder bei der Belichtungsmessung ab. Sony gibt für die Alpha 7R VI die Messung über 1.200 Zonen an, als Messmodi werden die bekannten Optionen „Multi“, „Mitte“, „Spot“, „GesBildsDschn“ und „Highlight“ angeboten.
Zur Bildkontrolle stehen bei der Sony Alpha 7R VI (Datenblatt)
ein elektronischer Sucher und ein Display zur Verfügung. Beide kennt man im Grunde von der Sony Alpha 7R V, der Sucher ist aber dreimal heller und kann alle Farben des DCI-P3-Farbraums wiedergeben. Mit seiner 0,9-fachen Vergrößerung fällt er riesig aus und bildet Details durch 9,44 Millionen Subpixel extrem scharf ab. Für die maximale Qualität ist neben der Monitor-Anzeige-Qualität „hoch“ die Sucher-Bildfrequenz „Standard“ zu wählen. Hier erfolgt die Wiedergabe mit 60 statt 120 Vollbildern pro Sekunde. Wer sich ein jederzeit „butterweiches“ Sucherbild wünscht, wählt dagegen „hoch“. Dafür muss man mit einer leicht schlechteren Darstellung leben. Gut bekannt ist auch das 3,2 Zoll messende LCD mit 2,1 Millionen Subpixel. Es gibt Details sehr scharf wieder und erlaubt Eingaben per Touch. Durch seine dreh-, schwenk- und klappbare Aufhängung lässt es sich jederzeit optimal einsehen. Das gilt auch bei Aufnahmen vor der Kamera.

Videos sind mit den Kameras der Alpha-7R-Serie seit der Alpha 7R V mit bis zu 8K-Auflösung möglich. Die Sony Alpha 7R VI (Beispielaufnahmen)
schafft bei 7.680 x 4.320 Pixel 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde. In 4K-Auflösung lassen sich zudem 24 bis 120 Vollbilder pro Sekunde realisieren und bei Full-HD werden die gleichen Auflösungen angeboten. Dabei gibt es dank des schnell auslesbaren Bildwandlers und des leistungsfähigen Bildprozessors nur einen kleinen Crop. Diesen gibt Sony bei 8K-Auflösung mit 1,2-fach und bei 4K-Auflösung mit 1,1-fach an. Das Oversampling der kompletten Sensordaten kann man dabei allerdings nicht erwarten, Sony setzt auf eine Kombination aus Pixel-Binning und Oversampling. Gut zu wissen: Mit der Option „Blickwinkel Priorität“ erhält man einen etwas größeren Bildwinkel, muss jedoch auf die bestmögliche Rauschreduzierung verzichten.
Insgesamt betrachtet bewegt sich die Bildqualität der Sony Alpha 7R VI auf einem sehr hohen Niveau und fällt der Rolling-Shutter-Effekt sehr gering aus. Im Vergleich zur Sony Alpha 7R V, die bei schnelleren Schwenks stark stürzende Linien zeigt, ist der Vorteil enorm. Die Alpha 7R VI eignet sich daher – anders als die Alpha 7R V – auch sehr gut für Videoaufnahmen.
Mit an Bord sind bei Sonys neuester DSLM zudem jede Menge weitere Videofeatures. Dazu gehören natürlich die Speicherung mit hohen Bitraten, 10 Bit und 4:2:2-Farbsampling sowie flachen Bildstilen (u. a. S-Log3). LUTs werden ebenso unterstützt und selbstredend sind auch bekannte Funktionen wie das Auto-Framing oder die Focus-Breathing-Korrektur mit an Bord. Verbessert hat Sony des Weiteren die Tonaufnahme. Diese kann intern per 3,5mm Klinkenport oder via Zubehörschuh erfolgen, ist im Gegensatz zu den Vorgängermodellen jedoch mit bis zu 32-Bit-Float-Aufzeichnung möglich (dies setzt den XLR-A4-Adapter voraus). Der Autofokus wusste im Test mit einer sehr hohen Präzision zu gefallen, zum Überhitzen kam es bei 25 Grad Außentemperatur auch nach mehr als einer Stunde Recording nicht und mit einer Akkuladung lässt sich deutlich länger als zwei Stunden am Stück filmen. Wenn man an der Videofunktion der Alpha 7R VI etwas kritisieren wollte, dann sind der Verzicht auf Open Gate sowie die fehlende interne RAW-Aufnahme zu nennen. Diese Features sind bei vergleichbaren Kameras der Konkurrenz zu finden.
Thomas
Kniess
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