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Praxisbericht zur Sony Cyber-shot DSC-RX100 V

Äußerlich kann man die Kameras der RX100-Serie nur schwer voneinander unterscheiden. Seit der RX100 III fallen die Modelle optisch sogar identisch aus. Abgesehen vom nur messbaren Gewichtsunterschied lassen sich die Sony Cyber-shot DSC-RX100 III (Testbericht) , die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV (Testbericht) und die Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Datenblatt) daher nur an den unterschiedlichen Schriftzügen ausmachen. Abmessungen von 10,2 x 5,8 x 4,1cm machen die RX100 V für ein Modell der Kompaktklasse schon recht groß. In einer Hosentasche können die Besitzer sie daher nur schwer bzw. kaum mehr unterbringen.

Das Kameragehäuse aus Metall sowie Kunststoff besitzt größtenteils eine glatte Oberfläche:

Durch das nicht veränderte Kameragehäuse liegt die Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Produktbilder) leider genauso unsicher wie ihre Vorgängermodelle in der Hand. Dafür ist unter anderem die glatte Oberfläche aus Metall auf der Vorderseite verantwortlich. Diese fällt zwar sehr hochwertig aus, die Finger finden durch sie aber fast keinen Halt. Den Erwerb des optionalen AG-R2-Griffs von Sony würden wir daher dringend empfehlen. Damit lässt sich die Kompaktkamera wesentlich besser festhalten. Auf der Rückseite hat Sony eine gummierte Ablage für den Daumen positioniert, die nicht allzu groß, aber recht griffig ist.

Bedienen kann man die Kamera dank vieler Tasten und Einstellräder komfortabel, kleinere und flach im Gehäuse liegende Tasten sollten einen allerdings nicht stören. Dass eine Kompaktkamera mit vielen Bedienelementen große Tasten besitzt, darf jedoch kaum erwartet werden. Aus diesem Grund muss man die kleinen Abmessungen hinnehmen.

Bedienelemente sind einige vorhanden und müssen daher aber auch recht klein ausfallen:

Die Anzahl der Bedienelemente kann sich dagegen – wie erwähnt – sehen lassen. Mit dem Einstellring am Objektiv verändern Fotografen die Blende, oder es wird zum Beispiel manuell fokussiert. Beim manuellen Belichten wird das rückseitige Einstellrad zum Einstellen der Verschlusszeit verwendet, beide Belichtungsparameter lassen sich somit schnell anpassen. Der ISO-Wert ist in diesem Fall beispielsweise bequem über eine der vier Custom-/Fn-Tasten zu erreichen. Bei diesen stehen bis zu 53 Optionen zur Verfügung. Bis zu zwölf Parameter sind zudem über das Quickmenü, das per Fn-Taste aufgerufen wird, veränderbar. Die freie Konfigurierbarkeit ist zweifellos eine große Stärke der Kamera, jeder Fotograf oder Filmer kann die Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Beispielaufnahmen) an seine eigenen Bedürfnisse anpassen.

An Fotoprogrammen und Einstellungsmöglichkeiten mangelt es bei der RX100 V nicht:

Auch bei den Fotoprogrammen ist das Angebot riesig, wobei es zur RX100 IV keinen Unterschied gibt. Wer der Kamera alle Aufgaben überlassen möchte, entscheidet sich für eine der beiden Vollautomatiken („Intelligente Automatik“ sowie „Überlegene Automatik“) oder einen der 13 Szenenmodi („Landschaft“, „Nachtszene“, „Tiere“, …). Des Weiteren nimmt die Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Bildqualität) Panoramen auf und hat 13 kreative Bildeffekte („Pop-Farbe“, „HDR Gemälde“, „Illustration“, …) zu bieten. Manuelle Belichtungsmodi und Halbautomatiken kann man über die PSAM-Programme erreichen, mit den drei Speicherplätzen des Memory Recall-Modus ("MR") kann der Nutzer eigene Einstellungen abspeichern und schnell abrufen. Ebenfalls auf dem Programmwählrad zu finden ist der Videomodus, wobei Videos per Taste in fast allen Programmen gestartet werden können. Der HFR-Modus aktiviert die Highspeed-Funktion, die auch nur bei gewähltem HFR-Programm funktioniert.

Im Hauptmenü kann man zahlreiche Parameter anpassen:

Das Kameramenü der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Datenblatt) ist mit seinen sechs Untermenüs „Kameraeinstellungen“, „Benutzereinstellungen“, „Drahtlos“, „Applikation“, „Wiedergabe“ und „Einstellung“ schon bekannt. Es erlaubt sehr viele Konfigurationen, die Einstellungsvielfalt macht es aber etwas unübersichtlich. Da sich die wichtigsten Optionen allerdings im Quickmenü oder über eine der Fn-Tasten anpassen lassen, sehen wir dies nicht wirklich kritisch.

Bei den Fokusoptionen stehen diverse zur Wahl:

Die automatische Fokussierung erfolgt bei der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Geschwindigkeit) nicht nur mit der Kontrastmessung, als erste Kamera der RX100-Serie wird auch die Phasendetektion verwendet. Dafür hat Sony auf dem Sensor Phasendetektionspunkte untergebracht. In der Praxis machen sich diese durch ein schnelleres Scharfstellen bemerkbar, bei den AF-Optionen hat sich allerdings nichts geändert. Wie vom Vorgängermodell bekannt, wird die automatische Messfeldwahl („Breit“) unterstützt oder auf Wunsch ein mittiges Messfeld verwendet. Ebenso kann der Fotograf selbst eingreifen und die Position des Messfeldes sowie dessen Größe anpassen („Flexible Spot“). Mit der Option „Erweitert Flexible Spot“ lassen sich zusätzliche Bildbereiche hinzunehmen, wenn die Kamera mit dem Messfeld nicht wie gewünscht scharfstellen konnte. Das manuelle Fokussieren gelingt mit dem Objektivring recht komfortabel, mit der Displaylupe und dem Fokuspeaking (beides kann man abschalten) ist die Fokuskontrolle besonders einfach möglich. Die „Direkt-manuelle Fokussierung" der Kamera erlaubt ein Vorfokussieren per AF, danach arbeitet man händisch weiter. Makroaufnahmen unterstützt die Kamera ab 5cm Abstand, für gelegentliche Fotos von kleinen Objekten ist dies ausreichend.

Belichten lässt sich bei allen Kameras der RX100-Serie mit einem Zentralverschluss von 30 Sekunden (länger per Bulb) bis zu 1/2.000 Sekunde. Wie die RX100 IV verfügt allerdings auch die RX100 V über einen zusätzlichen elektronischen Verschluss. Dieser verkürzt die Belichtungszeit auf bis zu 1/32.000 Sekunde. Trotz der elektronischen Ausführung arbeitet der Verschluss laut Sony nahezu verzerrungsfrei, wir konnten im Test auch keine Verzerrungen feststellen. Bei Kunstlicht sorgt der elektronische Verschluss aber möglicherweise für Artefakte. Wer mit dem Zentralverschluss bei Offenblende und Sonnenschein fotografieren möchte, aktiviert bei Bedarf den zusätzlich vorhandenen ND-Filter (drei Blendenstufen). Des Weiteren kann dieser bei Langzeitbelichtungen ebenfalls hilfreich sein.

Die RX100 V erlaubt die Bildkontrolle nicht nur per Sucher, sondern auch per Display:

Mit ihrem integrierten elektronischen Sucher setzt sich die Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Technik) von vielen anderen Kompaktkameras ab. Wer den Sucher benötigt, klappt diesen aus dem Gehäuse heraus, bei Nichtgebrauch verschwindet er wieder spurlos im Gehäuse. Doch der Sucher punktet nicht nur mit seiner Bauweise, das Sucherbild kann sich für eine Kompaktkamera ohne Frage sehen lassen. Mit einem Vergrößerungsfaktor von 0,59 (auf KB umgerechnet) übertrifft er selbst manche Systemkameras, durch die hohe Auflösung von 2,36 Millionen Subpixel wird eine prima Darstellung garantiert. Pixel sind keine zu erkennen, Details werden sehr gut aufgelöst. Sony hat der RX100 V (wie auch den anderen RX100-Kameras mit Sucher) sogar einen Augensensor spendiert, das Umschalten vom LCD funktioniert daher automatisch. Einzig bei starkem Gegenlicht schwächelt der Sucher etwas, mangels Augenmuschel wird jenes kaum abgehalten.

Mit dem schwenkbaren LCD lässt sich in der Praxis sehr gut arbeiten:

Neben dem Sucher weiß das Display der Kompaktkamera zu gefallen. Dieses wurde nach oben (180 Grad) und unten (40 Grad) schwenkbar konstruiert, Selbstporträts sind beispielsweise möglich. Von der Seite ist das LCD dank großer Einblickwinkel sehr gut einzusehen, die hohe Auflösung von 1,23 Millionen Subpixel (RGBW) sorgt für eine scharfe Detailwiedergabe. Einzig ein Touchscreen fehlt uns, damit ließe sich der Bedienkomfort noch verbessern.

Die Videofeatures der Sony Cyber-shot DSC-RX100 V (Beispielaufnahmen) sind mit zwei Ausnahmen schon vom Vorgängermodell bekannt: Die Highspeed-Videoaufnahme kann jetzt mit der doppelten Aufnahmedauer erfolgen, bei der Qualitätspriorität sind daher rund vier Sekunden lange und bei der Aufnahmezeitpriorität acht Sekunden lange Videos möglich. Des Weiteren lassen sich Standbilder aus den Aufnahmen exportieren – die RX100 V hat somit eine „4K-Fotofunktion“ zu bieten.

Ansonsten gleicht die RX100 V der RX100 IV, wobei wir dies keineswegs kritisieren wollen. Die RX100 IV und die RX100 V haben trotz ihrer kompakten Abmessungen enorm viele Videofeatures zu bieten, wesentlich mehr, als man annehmen würde. Zum einen ist die Aufzeichnung in 4K-Auflösung mit 3.840 x 2.160 Pixeln möglich. Hier lassen sich – ganz ohne Cropeffekt und mit einer exzellenten Bildqualität – 24, 25 und 30 Vollbilder pro Sekunde speichern. Das Aufnahmedauerlimit liegt allerdings bei kurzen fünf Minuten. Dies macht die RX100 V nicht unbedingt zu einem Camcorder-Ersatz. Längere Aufnahmen sind in Full-HD mit 1.920 x 1.080 Pixeln möglich (bis zu 29 Minuten und 59 Sekunden). Neben 24, 25, 30, 50 und 60 Vollbildern sowie 50 und 60 Halbbildern pro Sekunde stehen dabei auch 100 und 120 Vollbilder pro Sekunde zur Wahl. Das erlaubt unter anderem Zeitlupenvideos mit besonders guter Bildqualität.

Die Zeitlupen-Features der Kompaktkamera gehen darüber aber sogar noch hinaus. Hierfür muss der Filmer allerdings zum HFR-Modus wechseln. Dieser erlaubt das Aufzeichnen von Videos mit 240/250, 480/500 oder 960/1.000 Bildern pro Sekunde (NTSC/PAL-Bildrate). Die damit erzielbaren Zeitlupeneffekte sind beeindruckend. Ganz ohne Einschränkungen kann man im HFR-Modus jedoch nicht arbeiten. Neben der bereits angesprochenen maximalen Aufnahmedauer muss man bei steigender Auflösung mit einer schlechteren Bildqualität leben. Bei 240/250 Bildern pro Sekunde werden 1.824 x 1.026 Pixel ausgelesen, bei 480/500 Bildern pro Sekunde sind es 1.676 x 566 Pixel und bei 960/1.000 Bildern pro Sekunde nur noch 1.136 x 384 Pixel. Diese Auflösungen gelten für die Qualitätspriorität, bei der Aufnahmezeitpriorität wird die Pixelmenge etwa halbiert. Für Videos mit einer guten Bildqualität sollten bei der Qualitätspriorität unserer Meinung nach 240/250 Bilder pro Sekunde nicht überschritten werden, akzeptable Ergebnisse sind bis zu 480/500 Bilder pro Sekunde zu erreichen. Wie bei Highspeed-Videos üblich, wird kein Ton aufgezeichnet. Während der Aufnahme kann man zudem weder zoomen noch andere Einstellungen vornehmen. Für Videoprofis hat die Digitalkamera noch die S-Log-Speicherung zu bieten, mit der der Dynamikumfang vergrößert wird. Grundsätzlich erwärmt sich die RX100 V bei Videos recht schnell, das kann man angesichts der exzellenten Aufnahmefeatures, die entsprechend viel Leistung kosten, jedoch nachvollziehen. Den Ton zeichnet die RX100 V in Stereo auf, externe Mikrofone lassen sich nicht anschließen. Der Videoautofokus stellt schnell und treffsicher scharf.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Kommentare

Hallo, wiedermal ein super Test!! ...

Hallo,

wiedermal ein super Test!! Mich würde noch interessieren ob bei der M5 auch die 4K Aufnahme stabilisiert ist!? Das ist bei der M4 ja leider nicht so :(

Gruß Manuel.

Genau diese Frage interessiert mich ...

Genau diese Frage interessiert mich auch brennend...

Dunkelt der Bildschirm immer noch ...

Dunkelt der Bildschirm immer noch ab wenn man 4K Aufnahmen macht. Weil dann kann man den Bildschirm nicht gebrauchen.

Zu euren Fragen: ja, wird ...

Zu euren Fragen:

ja, wird stabilisiert - allerdings nicht so gut wie z.B. FullHD, dass grandios stabilisiert wird. Aber immer noch weit besser als ohne stabilisierung in 4k.

und nein, da wird nix dunkler - jedenfalls ist es mir nicht aufgefallen, dass etwas dunkler wurde bei 4k.

Hallo. Mit welcher Software kann ...

Hallo. Mit welcher Software kann man heute (Mai 2017) die ARW Files der RX100V bearbeiten? Capture One für Sony? - Leider - nein. Wir möchten Ihnen die Gelegenheit geben,mit einem der besten Programme zur Bildbearbeitung zur arbeiten, das der Markt zu bieten hat: Capture One Express (for Sony).....und es ist für Sie kostenlos'' ???

Sicher eine geniale Kamera. Für ...

Sicher eine geniale Kamera. Für die Sensorgröße finde ich sie aber trotzdem zu teuer, bzw. das Preis-Leistungsverhalten nicht so gut.

Alle Modelle der RX100 haben ...

Alle Modelle der RX100 haben doch einen 1Zoll Bild-Sensor. In diesem Datenblatt steht aber:
Sensortyp und -größe: CMOS, 13,2x8,8mm
Das ergibt aber eine Diagonale von nur 15,8 mm und nicht von einem Zoll = 25,4 mm!
Offensichtlich stimmt hier etwas nicht !?

Hallo, die Angabe der Größe ...

Hallo,
die Angabe der Größe eines Bildwandler in Zoll beruht auf den früher verwendeten Bildröhren. Diese waren größer als der eigentliche Bildsensor, weshalb die Zollangabe einen größeren Sensor "verspricht", als es dieser in der Realität ist. 1,0 Zoll-Sensoren sind daher immer nur 13,2 x 8,8mm groß.

Für mich haben die Bilder ...

Für mich haben die Bilder der m5 im vgl. zur m4 alle einen olivgrünen Ton. Müssten die Bilder nicht gleich hell/weiß sein?

Hallo, bei Ihren Tests der ...

Hallo,
bei Ihren Tests der Bildqualität stimmt etwas nich mit dem Verhältnis ISO : Blende : Belichtungszeit ab ISO 1600.

Sie sollten generell die Herstellerwerte mit überprüfen. Zum einen stimmen die Blendenwerte nicht. Zum anderen kann man sich auf angegebene ISO-Werte nicht verlassen. Bei Fujifilm z.B. ist das Missverhältnis offensichtlich.

DSLR und Systemkameras sollten immer zusätzlich standardisiert mit guten Festbrennweiten getestet werden. Gerade Geschwindigkeit und Bildqualität kann man mit verschiedenen Objektiven nicht vergleichen.

Ansonsten ist Ihre Seite sehr hilfreich und gut gemacht.

Vielen Dank!
Olaf

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