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Canon EOS R und EOS RP im Vergleich (Teil 3)

Teil 3 von 3: Spiegellose Systemkameras mit Vollformatsensoren von Canon


Links sehen Sie die Canon EOS R, rechts die Canon EOS RP.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Tests der Canon EOS R und EOS RP unter anderem die Bildkontrolle und die Autofokussystem verglichen haben, gehen wir jetzt auf die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit sowie die Schnittstellen ein. Anschließend fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Funktionen und Features:
Auch wenn das Fotoprogramm bei beiden Kameras auf unterschiedliche Art und Weise gewechselt wird, die Fotoprogramme selbst unterscheiden sich fast nicht. Wie üblich gibt es einen Modus für die automatische Szenenwahl und die PSAM-Programme. Daneben hat Canon beide Kameras mit gleich drei Custommodi, einem Bulb- und einem dedizierten Videomodus (u. a. zum Starten von 4K-Videos notwendig) ausgestattet. Allein bei der EOS RP zu finden sind dagegen spezielle Szenenmodi. Diese richten sich an unerfahrene Fotografen, welche die EOS R vermutlich kaum kaufen werden. Das jeweils vorhandene Fv-Programm erlaubt die automatische und manuelle Belichtung in einem. Nur bei der EOS RP zu finden ist das Fokus-Bracketing. Das macht einem die Arbeit deutlich einfacher.

Die Belichtungsmessung unterstützen beide Kameras als Mehrfeld-, mittenbetonte, Selektiv- und Spotmessung. Während der Verschluss der EOS R Aufnahmen bis zu 1/8.000 Sekunde erlaubt, sind mit dem Verschluss der EOS RP nur 1/4.000 Sekunde möglich. Das macht die EOS R zu einem etwas variabler einsetzbaren Werkzeug. Wer lautlos fotografieren möchte, ist bei der EOS R ebenso im Vorteil. Deren elektronischer Verschluss lässt sich in allen Aufnahmemodi und beim Einsatz des Serienbildmodus nutzen. Besitzer der EOS RP sind auf die Einzelbildaufnahme und den Modus „Leiser Auslöser“ beschränkt. Das muss als klarer Nachteil bezeichnet werden.

Der Akku der Canon EOS R besitzt eine deutlich höhere Kapazität:

Links sehen Sie die Canon EOS R, rechts die Canon EOS RP.

Als Akku setzt Canon bei der EOS R auf das Modell LP-E6N mit einer Kapazität von 1.865mAh, die EOS RP ist mit dem wesentlich kleineren und daher auch schwächeren LP-E17 (1.040mAh) ausgestattet. Das macht sich bei der Laufzeit pro Akku deutlich bemerkbar. Während der Akku der EOS R für 370 Bilder reicht, sind es bei der EOS RP nur 250 Fotos. Diese Angaben entsprechen den offiziellen CIPA-Messungen, in der Realität können wir den Unterschied allerdings zweifellos bestätigen. Bei der EOS RP sehen wir einen Zusatzakku als ein Muss an, mit der EOS R kommt man pro Akkuladung wesentlich länger aus. Des Weiteren spricht für die EOS R das seitliche Speicherkartenfach. Dadurch kann der Fotograf die Speicherkarte wechseln, wenn die Kamera auf einem Stativ montiert ist.

Unser Sieger bei den Funktionen und Features: Die Canon EOS R.

Videoaufnahme:
Die Videoaufnahme kann mit beiden Kameras in 4K-, Full-HD- und HD-Auflösung erfolgen. Alle heutzutage wichtigen Bildraten werden also angeboten. Wer nicht nur auf die Auflösung schaut, wird aber schnell Unterschiede feststellen. Die Canon EOS R speichert Videos in 4K (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24, 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde, die EOS RP lediglich mit 24 und 25 Vollbildern pro Sekunde. Die höchste Bildrate fehlt bei der EOS RP somit. Doch damit nicht genug: In 4K lässt die Einsteiger-DSLM mit Vollformatsensor ein weiteres wichtiges Feature von Canon vermissen: den Dual Pixel CMOS-AF. Dieser ist bei Videoaufnahmen ein Garant für präzise und schnelle Schärfefahrten. Besitzer der EOS RP müssen in 4K mit der Kontrastmessung auskommen, diese arbeitet sowohl langsamer als auch weniger präzise. In Full-HD ergibt sich zwischen beiden Kameras kein Unterschied, hier kann der Benutzer alle herkömmlichen Bildraten zwischen 24 und 60 Vollbildern pro Sekunde einstellen. Den Dual Pixel CMOS-AF gibt es ebenfalls. In HD-Auflösung hat die EOS RP die gleichen Bildraten wie in Full-HD zu bieten, die EOS R erlaubt dagegen die Aufnahme mit 120 Vollbildern pro Sekunde. Dadurch speichert sie „echte“ Zeitlupenvideos. HD-Videos sind im Jahr 2019 allerdings nicht mehr aktuell, weshalb wir den Nutzen einer Zeitlupenfunktion in HD infrage stellen.

Videovergleich bei 3.840 x 2.160 Pixel:

Gut zu wissen: Während beide Kameras bei Full-HD-Videos praktisch den gleichen Bildausschnitt wie bei Fotos zeigen, sieht das in 4K-Auflösung anders aus. Die EOS R zeichnet Videos mit einem Crop von 1,75 auf, die EOS R mit 1,6. Der Brennweitenbereich des Objektivs verschiebt sich dadurch deutlich in Richtung Tele. Das ist in den meisten Situationen nicht von Vorteil. Die Bildqualität der 4K-Aufnahmen beider Kameramodelle fällt exzellent aus, die Full-HD-Aufnahmen sind sichtbar weicher. Sprich: Details werden nicht so gut aufgelöst.

Kaum Abstriche müssen Besitzer beider Kameras in puncto Videoeinstellungen hinnehmen. Bei Videos lässt sich manuell belichten und fokussieren, die Ausgabe ist über HDMI möglich und es stehen verschiedene Bitraten zur Wahl. Die EOS R speichert Videos mit ALL-I- und IPB-Kompression, die EOS RP mit IPB-Kompression. Die Tonaufnahme erfolgt mittels des jeweils integrierten Stereomikrofons, zudem kann man ein externes Mikrofon per 3,5mm-Klinke anschließen. Die Kontrolle ist per Kopfhörer (3,5mm) möglich.

Unser Sieger bei der Videoaufnahme: Die Canon EOS R.

Die Schnittstellen beider Kameras:

Links sehen Sie die Canon EOS R, rechts die Canon EOS RP.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Das Angebot an Schnittstellen fällt bei beiden Kameras fast identisch aus: Auf Seite der kabelgebundenen Schnittstellen stehen USB (Typ-C; 3.1-Übertragungsstandard bei der EOS R und 2.0 bei der EOS RP), Mini-HDMI, 2,5mm Klinke (für eine Fernbedienung) und zweimal 3,5mm Klinke (für ein Mikrofon und einen Kopfhörer) zur Verfügung. Blitzgeräte steuert man über den Blitzschuh an, die kabellose Steuerung und Datenübertragung erfolgt per WLAN und Bluetooth. Über NFC lässt sich zudem ein schnellerer Verbindungsaufbau zu einem Mobilgerät realisieren. Alle wichtigen Schnittstellen sind damit bei beiden Kameras zu finden.

Unser Sieger bei der Erweiterbarkeit und Schnittstellen: Die Canon EOS R.

Die RP besitzt ein kombiniertes Akku- und Speicherkartenfach, bei der R sind diese getrennt:

Unser Fazit:
Schon vor dem Vergleich Canon EOS R vs. Canon EOS RP war zu erwarten, dass die EOS R als Testsieger hervorgeht. Trotzdem ist es interessant zu wissen, wie weit sich die EOS R von der RP absetzen kann und wer die EOS R der EOS RP vorziehen sollte. Die EOS R ist die insgesamt besser ausgestattete Kamera, die sich in den Bewertungskriterien Bildqualität, Bildkontrolle und Video von der EOS RP absetzt. Für Ersteres zeichnet der 30 Megapixel auflösende CMOS-Sensor verantwortlich, der bei allen ISO-Stufen etwas besser aufgelöste Bilder und bei hohen Sensorempfindlichkeiten rauschärmere Fotos liefert. In puncto Bildkontrolle liegt die EOS R wegen ihres größeren und schärferen Suchers vorne, für das Display gilt das ebenfalls.

Das heißt jedoch nicht, der Sucher und das Display der EOS RP sind zur Bildkontrolle nicht geeignet. Auch damit kommt man gut aus. Wer sich beim Sucher und Display eine glasklare Darstellung wünscht, sollte allerdings zweifellos zur EOS R greifen. Die Videofunktion der EOS R setzt sich von der Videofunktion der EOS RP durch das Vorhandensein von 30 Vollbildern pro Sekunde in 4K und dem hier ebenfalls nutzbaren Dual Pixel CMOS-AF ab. Diese Features hat Canon bei der EOS RP weggelassen und die Kamerafunktionen damit deutlich beschnitten. Manuelle Optionen finden sich dagegen bei beiden Modellen, Anschlüsse gibt es jeweils reichlich.

Die EOS R ist insgesamt die bessere Kamera, aber auch deutlich teurer, größer und schwerer:

Links sehen Sie die Canon EOS R, rechts die Canon EOS RP.

Leichte Vorteile für die EOS R sehen wir auch beim Gehäuse (Magnesium statt Kunststoff mit Glasfasern), der kürzesten Belichtungszeit (1/8.000 statt 1/4.000 Sekunde) und der Serienaufnahme. Bei Letzterer liegt das aktuelle Spitzenmodell von Canon jedoch nur bei Aufnahmen ohne kontinuierlichen Autofokus deutlich vorne. Mit AF sinkt die Bildrate auf ein ähnliches Niveau (fünf vs. vier Bilder pro Sekunde) ab. Die Autofokussysteme beider Kameras sind identisch, die Fokussierungszeit und die Verfolgung von bewegten Motiven fallen daher gleich aus.

Unser Testsieger:

Bedienelement gibt es bei beiden Kameras praktisch gleich viele, die EOS R setzt sich nur mit ihrer Touchbar ab. Da wir sie aber als nicht ganz ausgereift empfinden – und einen Joystick in jedem Fall vorziehen würden – können wir deren Fehlen bei der EOS RP nicht wirklich bemängeln. Als einzigen deutlichen Vorteil sehen wir bei der EOS R dagegen das Kontrolldisplay. Dieses macht die stetige Kontrolle der wichtigsten Aufnahme-Einstellungen möglich. Dafür müssen Besitzer der DSLM auf ein „echtes“ Programmwählrad verzichten. An die Lösung der EOS R (Taste + Einstellrad) kann man sich aber zweifellos gewöhnen. Einen weiteren Pluspunkt vergeben wir für die EOS R wegen dem seitlichen Speicherkartenfach und größeren Akku, die EOS RP erhält einen für ihre Fokus-Bracketing-Funktion.

Kategorie: Spiegellose Systemkameras mit Vollformatsensoren von Canon

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

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