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Das Nikon Z-System in der Übersicht (Teil 1)

Teil 1 von 3: Das Z-Bajonett und die Kameras des spiegellosen Systems

Seit dem Sommer 2018 bietet Nikon ein neues Kamerasystem an, das Z-System. Dabei handelt es sich um Nikons erstes spiegelloses Vollformatsystem, Kameras wie Objektive verfügen über das neu konstruierte Z-Bajonett. Im folgenden Artikel schauen wir uns das aktuelle Angebot an Kameras sowie Objektiven an und gehen auf die Besonderheiten des Z-Systems ein.

Das Bajonett:
Beim Z-System von Nikon handelt es sich von Grund auf um eine Neuentwicklung. Nachdem der japanische Hersteller das bekannte F-Bajonett über einige Jahrzehnte bei seinen Kameras verbaut und somit besonders lange unterstützt hat, ist das Z-Bajonett ein Neuanfang. Bei der Entwicklung des Bajonetts standen die bestmögliche Bildqualität der Objektive und ein hohe (technisch optimal umsetzbare) Lichtstärke im Vordergrund.

Daher hat man sich für einen sehr großen Bajonett-Innendurchmesser von 55mm entschieden. Das sind 11mm mehr als beim F-Bajonett. Das Auflagemaß verkürzt sich durch den weggefallenen Spiegel von 46,5mm auf 16mm, durch das Heranrücken der Linsen an den Sensor lassen sich optische Probleme minimieren.

Der FTZ-Adapter übersetzt zwischen den "Welten": Rechts das F-Bajonett, links das Z-Bajonett:

Der Einsatz von F-Objektiven wird an Kameras mit Z-Bajonett durch den FTZ-Objektivadapter realisiert. Dabei handelt es um einen aktiven Adapter mit Elektronik, dieser „übersetzt“ und leitet die Informationen der F-Objektive an die Kamera weiter. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche. Der 7,0 x 8,0cm große und 135g schwere Objektivadapter besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist fast zu allen Objektiven mit F-Bajonett kompatibel. Die zum Adapter nicht kompatiblen Modelle hat Nikon auf einer eigenen Seite aufgelistet.

Beim Einsatz von F-Objektiven an Z-Kameras muss man nur wenige Dinge beachten:

Die Kompatibilität zum Adapter bedeutet allerdings nicht, dass sich die Objektive grundsätzlich ohne Einschränkungen verwenden lassen. Nicht in jedem Fall stehen alle Funktionen beim Einsatz von F-Objektiven an einer Kamera der Z-Serie zur Verfügung. Bei welchen Objektiven Einschränkungen hinzunehmen sind, zeigt die folgende Grafik.

Zum Nikon-FTZ-Adaptertest von dkamera.de

Kompatibilitäts-Übersicht verschiedener Nikon-Objektivstandards zum FTZ-Adapter:

Die Kameras:
Für das Z-Bajonett werden aktuell Kameras mit Sensoren in Vollformat- und APS-C-Größe angeboten. Nikon bezeichnet Erstere als FX- und Letztere als DX-Kameras. Die Vollformatmodell heißen Nikon Z 6 und Nikon Z 7. Beide basieren auf dem identischen Kameragehäuse aus einer Magnesiumlegierung, Abdichtungen sorgen für einen Schutz vor Staub und Spritzwasser. Während es rein optisch zwischen beiden Kameras abseits des Namenslogos keinen Unterschied gibt, kommen unterschiedliche Bildsensoren zum Einsatz. Das Modell der Z 6 löst 24,5 Megapixel auf, die Z 7 speichert Fotos mit 45,4 Megapixel. Beiden Sensoren ist die rückwärtige Belichtung gemein, des Weiteren wird durch deren bewegliche Lagerung die Bildstabilisierung realisiert. Der ISO-Bereich der Nikon Z 6 beginnt bei ISO 50 und endet bei ISO 204.800, bei der Z 7 lassen sich ISO 32 bis ISO 102.400 wählen (Angabe jeweils inklusive der ISO-Erweiterungen „Low“ und „High“).

Die Fokussierung erfolgt mittels eines Hybrid-AFs und spezieller Phasen-AF-Pixel auf dem Sensor. Diese decken einen Großteil des Bildwandlers ab. Da sie bei der Z 7 deutlich enger gestaffelt wurden, stehen beim Megapixel-Flaggschiff 493 Messfelder zur Verfügung, bei der Z 6 sind es nur 273 Messfelder.

Nikon bietet bislang zwei Z-Kameras mit Vollformatsensoren (FX) an:

Abseits der Sensor unterscheiden sich beide DSLMs auch bei der Serienbildrate: Die Nikon Z 6 schafft bis zu zwölf Bilder pro Sekunde, bei der Nikon Z 7 sind es bis zu neun Bilder pro Sekunde. Für die Bildverarbeitung verwenden beide Kameras einen EXPEED-Prozessor der sechsten Generation.
Die Videoaufnahme erlauben beide Kameramodelle mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel. Hier lassen sich 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde einstellen. Wer mit der Z 7 arbeitet, kann in 4K ohne Crop filmen, dafür werden allerdings nicht die Bildinformationen aller Pixel genutzt (Pixel-Binning). Bei der Z 6 sieht das anders aus. Dank des Full-Sensor-Readouts muss man nicht nur keinen Crop hinnehmen, sondern kann auch von einer besonders guten Bildqualität profitieren. In Full-HD besteht bei der Z 6 bis hinauf zu 120 Vollbildern pro Sekunde kein Crop, die Z 7 erlaubt diese Bildrate maximal im DX-Format (also mit Crop).

Beim Sucher, dem Display und der weiteren Technik im Inneren bewegen sich beide Kameras auf einem Level. Im elektronischen Sucher mit 0,8-facher Vergrößerung greift Nikon auf ein OLED-Panel mit 3,69 Millionen Subpixel zurück, das 3,2 Zoll messende LCD besitzt 2,1 Millionen Subpixel. Eingaben lassen sich auch per Touch vornehmen. Als Verschluss steht ein mechanischer Schlitzverschluss und ein elektronischer Verschluss zur Verfügung, beide arbeiten bis zu 1/8.000 Sekunde.

Die Datenspeicherung erfolgt mittels einer XQD-Karte, ein Kontroll-Display auf der Oberseite erlaubt das Ablesen der wichtigsten Einstellungen. Das Laden des Akkus ist per USB in der Kamera möglich, dafür müssen Modelle vom Typ „EN-EL15B“ zum Einsatz kommen. Akkus vom Typ „EN-EL15A“ lassen sich ebenso zur Stromversorgung der Kamera verwenden, deren Laden ist aber nur per externem Ladegerät möglich.

Die Nikon Z 50 – gleiches Bajonett, aber kleinerer Sensor (APS-C/DX):

Die erste und bislang einzige Z-Kamera mit einem APS-C-Sensor ist die Nikon Z 50. Ihr 23,5 x 15,7mm großer Bildwandler speichert Fotos mit 20,7 Megapixel, die ISO-Wahl kann zwischen ISO 100 und ISO 51.200 erfolgen. Im Gegensatz zur Z 6 und Z 7 muss auf die Sensorstabilisierung verzichtet werden. Serienaufnahmen unterstützt die DSLM bis zu elf pro Sekunde, für die Fokussierung ist ein Hybrid-AF mit 209 Phasen-AF-Feldern zuständig. Videos nimmt die Nikon Z 50 in 4K (max. 30p) oder Full-HD (max. 120p) auf, in beiden Fällen ist kein Cropeffekt hinzunehmen. Für die Tonaufnahme lässt sich das integrierte Stereomikrofon verwenden, ein externes Mikrofon kann man per 3,5mm Klinkeneingang anschließen. Ein Kopfhörerausgang fehlt dagegen.

Im Vergleich zu den Vollformatmodellen fehlt der Nikon Z 50 der bildstabilisierende Sensor:

Beim Kameragehäuse der Z 50 setzt Nikon auf eine Magnesiumlegierung, Abdichtungen schützen das Innere vor Staub und Spritzwasser. Im Gegensatz zur Nikon Z 6 und Z 7 gibt es keinen Joystick und kein Kontrolldisplay, für die Belichtung stehen jedoch zwei Einstellräder zur Verfügung. Manche der Einstellungen werden per Touchtasten auf dem Display vorgenommen.

Apropos Displays: Dieses misst 3,2 Zoll in der Diagonalen und löst 1,04 Millionen Subpixel auf. Der 0,68-fach vergrößernde Sucher besitzt ein OLED-Panel mit 2,36 Millionen Subpixel. Zur Datenspeicherung ist die Z 50 mit einem SD-Slot ausgestattet.

Im zweiten Teil unseren großen Übersicht gegen wir auf die Objektive ein.

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