Die GoPro HERO10 Black Actionkamera im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Im zweiten Teil haben wir uns unter anderem die Bedienung der GoPro HERO10 Black über das Display sowie per App angesehen. In diesem dritten und letzten Teil testen wir die Bildqualität bei Fotos und Videos. Zudem stellen wir Ihnen Beispielaufnahmen zur Verfügung und fassen alle Ergebnisse zusammen.

GoPro ist bei den Actionkameras zweifellos der Platzhirsch und die HERO10 Black das Spitzenmodell (360-Grad-Kameras ausgenommen). Das aus gutem Grund. Neben der ausgeklügelten Bedienung punkten die Actionkameras von GoPro seit langem auch mit einer sehr guten Bildqualität. Die HERO10 Black sollte dabei keine Ausnahme darstellen. Mit 5,3K-Auflösung wird das Vorgängermodell HERO9 Black zwar nicht übertroffen, die HERO10 Black erreicht wie schon öfters angesprochen aber höhere Bildraten. Wir überprüfen die Bildqualität der Actionkamera bei denen aus unserer Sicht wichtigsten Auflösungen und den dabei höchsten Bildraten. 5,3K, 4K und 2,7K. In 5,3K-Auflösung sind 60 Vollbilder pro Sekunde möglich, in 4K-Auflösung 120 Vollbilder pro Sekunde und in 2,7K-Auflösung 240 Vollbilder pro Sekunde.

Die mit Abstand meisten Details zeigen natürlich die 5,3K-Aufnahmen, 4K-Videos wirken aber immer noch recht detailreich und scharf. Letzteres ist jedoch auch auf das stärkere Nachschärfen bei 4K-Videos zurückzuführen, darauf verzichtet GoPro bei den 5,3K-Videos. Die 2,7K-Videos fallen deutlich ab und wirken im direkten Vergleich wenig ansprechend. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass wir stark vergrößerte Ausschnitte verwenden. Wer Videos auf einem Fernseher aus etwas weiterer Entfernung ansieht, wird den Unterschied nicht so stark merken. Angesichts des deutlichen Abstandes von 4K zu 2,7K würden wir trotzdem zu 4K-Aufnahmen raten. 120 Vollbilder pro Sekunde sind in den allermeisten Aufnahmesituationen sowieso ausreichend.

Als Nächstes schauen wir uns die Fotos der Actionkamera an. Die GoPro HERO10 Black speichert Bilder mit rund 23 Megapixel, das sollte für detailreiche Aufnahmen reichen. Selbstredend kann man nicht die Qualität einer Fotokamera erwarten, mittlere Smartphone-Qualität erscheint angesichts der verbauten Hardware als wahrscheinlich. So sieht es dann auch in der Praxis aus. Bei guten Lichtverhältnissen ergeben sich ordentliche Fotos, wenngleich die von kleinen Sensoren üblichen Artefakte (bedingt durch die Rauschreduzierung und Nachschärfung) sichtbar sind. Abseits von Ausgabegrößen oberhalb von DIN A4 stufen wir die Detailwiedergabe als völlig ausreichend ein. Nicht mehr ganz optimal ist der bei Standardaufnahmen recht geringe Dynamikumfang. Sobald helle und dunkle Stellen gleichzeitig im Bild vorhanden sind, müssen Kamerabesitzer teilweise deutlicheres „Ausbrennen“ in Kauf nehmen. Behelfen kann man sich mit HDR-Aufnahmen und RAW-Aufnahmen. Erstere benötigen allerdings längere Zeit, zudem sagen uns die Ergebnisse nicht in jedem Fall zu. Ab und zu übertreibt die Kamera den HDR-Effekt und die Fotos wirken künstlich oder helle Stellen werden sogar noch heller als normal wiedergegeben. RAW-Aufnahmen sind keine klassische Bastion von Actionkameras und konnten uns bislang nicht so oft überzeugen. Die RAW-Bilder der HERO10 Black liegen im GPR-Format vor und konnten von uns mit der aktuellsten Adobe Photoshop-Version (2021) problemlos geöffnet sowie bearbeitet werden. Im Vergleich zu den JPEG-Bildern ließen sich ein paar Details mehr hervorholen, zudem sind ordentliche Anpassungen der Helligkeit möglich. Wer Bilder mit der besten Qualität aufnehmen möchte, sollte daher zu den RAW-Dateien greifen.

Bei Nacht hat es der kleine Sensor deutlich schwerer, rauscharme Bilder zu produzieren. Natürlich greift die Actionkamera intern ein und reduziert das Bildrauschen, das sorgt jedoch auch für einen sichtbaren Detailverlust und ein ab höheren ISO-Werten verwaschenes Bild. Für eine Actionkamera stufen wir die Bildqualität bei wenig Licht trotzdem als sehr ordentlich ein. Allzu hohe Ansprüche sollten Fotografen freilich nicht haben. Behelfen kann man sich bei statischen Motiven mit dem Nachtfoto-Modus. Dieser erlaubt längere Belichtungszeiten und somit deutlich niedrigere ISO-Werte. Das macht wesentlich detailreichere Fotos möglich.

Die Abbildungsleistung des Objektivs ist bei Actionkameras – zumindest bei günstigeren Modellen – nicht immer optimal. Vor allem zu den Rändern hin nimmt die Schärfe ab oder werden verstärkt chromatische Aberrationen sichtbar. Bei den Modellen von GoPro war dies noch nie ein wirkliches Problem, trotzdem haben wir die Bilder genauer betrachtet. Hierzu lässt sich sagen: Die Optik der HERO10 Black lässt keinerlei Kritik zu. Die Bildschärfe überzeugt uns auch an den Rändern, der Abfall ist – wenn überhaupt vorhanden – minimal. Chromatische Aberrationen sind zudem praktisch nicht zu sehen. Bei starkem Gegenlicht lassen sich Flares nicht vollständig vermeiden, die Auswirkungen sind jedoch gering.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der GoPro HERO10 Black (alle Bilder entstanden, sofern nicht anders gekennzeichnet, mit weitem Bildfeld):

Zwei Aufnahmen im Standardmodus:

Links eine Standardaufnahme, rechts eine HDR-Aufnahme:

Links eine Standardaufnahme, rechts eine HDR-Aufnahme:

Links eine Standardaufnahme, rechts eine Nachtfoto-Aufnahme:

Links eine Standardaufnahme mit weitem Bildfeld, rechts mit linearem Bildfeld:

Links eine Standardaufnahme mit engem Bildfeld, rechts eine mit weitem Bildfeld:

JPEG+RAW-Aufnahmen:

Sofern nicht anders angegeben sind die Videos mit Standardoptionen und weitem Bildfeld aufgenommen worden:

Links ein Video mit 5.312 x 2.988 Pixel (60p), rechts ein Video mit 5.120 x 3.840 Pixel (30p):

Links ein Video mit 3.840 x 2.160 Pixel (120p), rechts ein Video mit 2.704 x 1.520 Pixel (240p):

Links ein Video mit 1.920 x 1.080 Pixel (240p), rechts 4K120p-Video mit Protune und fl. Farbe:

Zwei Videos in 4K60p: Links mit SuperView und rechts mit weitem Bildfeld:

Zwei Videos in 4K60p: Links mit linearem und rechts mit engem Bildfeld:

Links ein Video mit 5.312 x 2.988 Pixel (60p), rechts ein Video mit 3.840 x 2.160 Pixel (30p):

Unser Fazit:
Die GoPro HJERO10 Black stellt in der Klasse der Actionkameras das Flaggschiff dar. Das gilt sowohl wegen des Preises also auch wegen der weiteren Spezifikationen. Bei der HERO10 Black stechen vor allem die höheren Bildraten hervor. Mit 60 Vollbildern pro Sekunde in 5,3K-Auflösung und 120 Vollbildern pro Sekunde in 4K-Auflösung macht der Actionkamera niemand etwas vor. Zusätzlich zu den hohen Bildraten, die ansprechende Zeitlupeneffekte erlauben, kann die HERO10 Black mit einer sehr guten Bildqualität in 5,3K und 4K-Auflösung punkten. Natürlich sind wegen des kleinen Sensors keine Aufnahmen in Systemkamera-Qualität möglich, in Relation zu den Abmessungen und dem geringen Gewicht kann man sich jedoch keineswegs beklagen.

Als nicht optimal empfinden wir dagegen die kurze Akkulaufzeit bzw. das schnelle Überhitzen. Auf mehr als eine halbe Stunde am Stück kommt die Kamera selbst bei Temperaturen um 20 bis 25 Grad nur bei geringen Bildraten, bei höheren Bildraten glüht die HERO10 Black förmlich. Als Verteidigung sei gesagt: Rund 15 Megapixel bei 60 Vollbildern pro Sekunde oder acht Megapixel bei 120 Vollbildern pro Sekunde sind extreme Daten. Trotzdem wären längere Aufnahmezeiten wünschenswert. In jedem Fall gilt: ein zweiter Akku ist Pflicht.

Keinerlei Tadel lässt dagegen die Stabilisierung zu: Die Actionkamera liefert selbst beim Laufen stabile und dank Horizontkorrektur korrekt ausgerichtete Videos. Noch vor wenige Jahren waren derartige Aufnahmen mit einem hohen Aufwand verbunden oder gar unmöglich. Die Leistung der HERO10 Black empfinden wir daher als beachtlich.

Die Leistung der kompakten Actionkamera kann sich sehen lassen:

Eine besondere Stärke der Actionkameras von GoPro waren seit jeher die vielen Optionen. Die GoPro HERO10 Black stellt hier keine Ausnahme dar. Sehr viele Parameter lassen sich verändern, die Kamera ist dadurch optimal an die Aufnahme-Situationen anpassbar. Das gilt in puncto Auflösung, Bildrate, Bildstil oder Belichtung. Im Vergleich zu früheren Modellen ohne rückseitiges Display sind die Fortschritte enorm, im Vergleich zu den direkten Vorgängermodellen dagegen nur noch gering. Trotzdem gilt: Die GoPro HERO10 Black stellt das aktuell beste Gesamtpaket dar. Das vordere LCD hilft unter anderem bei Selbstporträts oder Vlogs, das rückseitige Panel macht die Bildkontrolle und Steuerung komfortabel. Eine Webcam und Streaming-Funktion fehlen nicht, das drahtlose Übertragen in die Cloud per App ist ebenfalls möglich. Damit wird die Actionkamera zu einem echten Multimedia-Talent. Dank des Zubehörs in Form der Media-Mods lässt sich die Kamera sogar noch erweitern und können die Aufnahmefähigkeiten verbessert werden.

Der dkamera.de Award zur GoPro HERO10 Black:

Autor: dkamera.de Redaktion
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