Duell: Sony RX100 VII vs. Samsung Galaxy S22 Ultra (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Bildqualität der Kompaktkamera und des Smartphones im Vergleich

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichs die technischen Daten des Samsung Galaxy S22 Ultra und der Sony Cyber-shot RX100 VII ausführlich verglichen haben, gehen wir nun auf die Praxis ein. Dabei nehmen wir zuerst die Bildqualität der Fotos und danach die Qualität der Videos unter die Lupe.

Unser erster Vergleich geht auf Aufnahmen bei Tag ein. Hier haben wir uns beim Galaxy S22 Ultra für die 108-Megapixel-Option entschieden, diese liefert deutlich detailreichere Bilder als die 12-Megapixel-Option. Die RX100 VII von Sony speichert Bilder maximal mit 20 Megapixel. Rein mathematisch gesehen sollte das S22 Ultra also wesentlich mehr Details wiedergeben können.

Aufnahme bei Tag im Weitwinkelbereich:

Die Mathematik spielt hier aber nicht allein eine Rolle, eine weitere spielt die Physik. Die kleineren Abmessungen des Sensors des Samsung Galaxy S22 Ultra und die abweichende Farbfilterstruktur sorgen für eine Detailwiedergabe nur leicht über dem Level der RX100 VII. Das mag auf den ersten Blick etwas enttäuschend sein, effektiv ist es das für uns aber keinesfalls. Schließlich fällt das S22 Ultra deutlich flacher aus.

Ausdrucke sind mit beiden Modellen problemlos in kleiner Postergröße, also DIN A3, möglich, für digitale Aufgaben eignen sie sich ebenso sehr gut. Wichtig ist dabei noch zu erwähnen, dass die 12-Megapixel-Bilder des S22 Ultra in puncto Detailwiedergabe eindeutig nicht mithalten können. Wer keine größeren Ausdrucke plant, wird sich daran aber nicht stören. Zudem gilt: Die Bilder des S22 Ultra sind wesentlich stärker gesättigt und nachgeschärft. Die Aufnahmen der RX100 VII wirken im Vergleich daher flau, sie entsprechen aber deutlich mehr der Realität als die Bilder des Smartphones.

Aufnahme bei Nacht im Weitwinkelbereich:

Als Nächstes schauen wir uns die Qualität der Fotos bei wenig Licht an. Um den Vorteil der höheren Lichtstärke (F1,8 gegenüber F2,8) der Hauptkamera des S22 Ultra gegenüber der Optik der RX100 VII praktisch zu zeigen, haben wir beim Smartphone einen ISO-Wert von 800 verwendet und bei der RX100 VII einen ISO-Wert von 2.000. Dadurch konnten beide Bilder mit der identischen Belichtungszeit aufgenommen werden. Trotz der höheren Sensorempfindlichkeit ist die RX100 VII in der Lage, detailreichere Bilder zu speichern. Der größere Sensor zahlt sich wie erwartet bei wenig Licht besonders aus.

Aufnahme bei sehr schlechten Lichtverhältnissen mit der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII:

Aufnahme bei sehr schlechten Lichtverhältnissen mit dem Samsung Galaxy S22 Ultra:

Des Weiteren haben wir die Bildqualität beider Testkandidaten bei extrem schlechten Lichtverhältnissen verglichen. Beide Geräte haben für die Aufnahme von statischen Motiven spezielle Modi zu bieten. Beim Galaxy S22 Ultra handelt es sich um den Nachtmodus. Dieser kombiniert mehrere Bilder zu einem Foto mit weniger Bildrauschen. Bei der Sony RX100 VII steht die Multiframe-Rauschreduzierung zur Verfügung. Auch hier werden mehrere Bilder zusammengerechnet und dadurch das Rauschen minimiert. Natürlich kann man diese Modi auch bei weniger schlechten Lichtverhältnissen nutzen, der Abstand zu den herkömmlichen Bildern wird dabei aber deutlich kleiner. Die Aufnahmen entstanden wegen der Praxisnähe unseres Tests jeweils ohne Stativ, im Alltag dürften die wenigsten Nutzer eines Smartphones schließlich eines mitführen.

Das Bild des Samsung Galaxy S22 Ultra wirkt im direkten Vergleich deutlich heller, das Bildrauschen wird vom Smartphone zudem besser reduziert. Es ist beeindruckend, wie gut sich mit Smartphones heutzutage bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren lässt. Moderne Technik machts möglich.

Aufnahme der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII mit Blitzeinsatz:

Aufnahme des Samsung Galaxy S22 Ultra mit Blitzeinsatz:

Als Alternative zu längeren Belichtungszeiten lässt sich zudem ein Blitzlicht nutzen. Bei der RX100 VII ist ein „echter“ Blitz verbaut, beim S22 Ultra ein LED-Licht. Ersterer besitzt eine höhere Leistung, die LED funktioniert als Vorteil auch bei Videos.

Makroaufnahme der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII:

Makroaufnahme des Samsung Galaxy S22 Ultra:

Als Nächstes schauen wir uns die Makrofähigkeiten der beiden Testgeräte an. Die Sony Cyber-shot RX100 VII erreicht ihren maximalen Abbildungsmaßstab bei etwa  50mm (KB), hier kann man ab der Frontlinse gerechnet auf knapp 8cm an das Motiv herangehen. Beim Samsung Galaxy S22 Ultra können sich Fotografen dem Motiv mit der Hauptkamera ebenfalls auf rund 8cm nähern, stärkere Vergrößerung sind jedoch mit der Ultraweitwinkelkamera möglich. Diese besitzt zwar eine deutlich kürzere Brennweite, lässt aber Aufnahmeabstände von rund 2,5cm zu. Dadurch sind sehr starke Vergrößerungen möglich. Wegen der kurzen Entfernung zum Motiv treten jedoch oftmals stärkere Abschattung durch das Gehäuse auf, das ist bei vielen Bildern nicht optimal. Für das ein oder andere Makrobild sind die Ergebnisse beider Testgeräte jedenfalls völlig ausreichend, das S22 Ultra erlaubt sogar sehr starke Vergrößerungen.

Bokeh-Test der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII bei 70mm KB und F4:

Bokeh-Test des Samsung Galaxy S22 Ultra mit der 3-fach-Telekamera und künstlichem Bokeh:

Als weiteren Vergleichspunkt schauen wir uns das Bokeh an. Um hier praxisnah vorzugehen, haben wir eine klassische Porträtbrennweite von 70mm (KB) gewählt. Bei der Sony Cyber-shot RX100 VII steht hier eine Blende von F4 zur Verfügung, beim Galaxy S22 Ultra nutzen wir die 3-fach-Telekamera mit Blende F2,4. Wegen des deutlich kleineren Sensors des Smartphones fällt der Hintergrund beim Einsatz der RX100 VII der trotz der kleineren Blende unschärfer aus, das Bokeh wirkt zudem deutlich harmonischer. Zumindest sofern das S22 Ultra nicht zu Softwaretricks greift. Wie mittlerweile alle Smartphones unterstützt natürlich auch das Gerät von Samsung die Berechnung eines künstlichen Bokehs. Das lässt den Hintergrund auf Wunsch wesentlich unschärfer erscheinen und macht auch eine stärkere Unschärfe als bei der RX100 VII möglich. Wie gut das künstliche Bokeh aussieht, ist allerdings auch vom Motiv abhängig. Bei feinen Details funktioniert die Berechnung nicht immer fehlerfrei, meistens sind aber keine größeren Störungen sichtbar.

Die Videofunktion:
Neben Fotos sind Videos für viele Nutzer mittlerweile ebenso sehr wichtig. Das gilt für Besitzer von Smartphones und Kameras gleichermaßen. Was die Videoaufnahme anbelangt, kann sich das Samsung Galaxy S22 Ultra – zumindest rein von den technischen Daten her – von der Sony Cyber-shot RX100 VII absetzen. Mit allen Kameras sind Aufnahmen in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde möglich, mit der Hauptkamera lassen sich Videos sogar in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel, 24 Vollbilder pro Sekunde) speichern. Bis zu 960 Vollbilder pro Sekunde schafft letztere zudem bei Zeitlupenaufnahmen, hier ist die Auflösung allerdings auf HD (1.920 x 720 Pixel) begrenzt. Die Sony Cyber-shot RX100 VII nimmt Videos in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde auf, in Full-HD sind es bis zu 1.000 Vollbilder pro Sekunde.

Die technischen Daten geben gerade bei Videos aber nicht immer die Realität wieder. Die Pixelwerte kann man bei höheren Bildraten nur als Anhaltspunkt sehen, über die Qualität informieren sie nicht immer korrekt. Zunächst stellen wir die Qualität der Hauptkamera des Galaxy S22 Ultra und der RX100 VII gegenüber. Damit es sich um einen sinnvollen Praxistest handelt, greifen wir auf die 4K-Auflösung zurück und wählen hier jeweils die höchstmögliche Bildrate. 8K-Aufnahmen erscheinen uns in der Praxis mit dem S22 Ultra nicht sinnvoll. Zum einen lassen sie sich nativ nur auf sehr wenigen Geräten abspielen, zum anderen ergeben sich bei der Aufnahme mehrere Nachteile. Zwei davon sind der starke Crop und der starke Rolling-Shutter-Effekt. Da 8K-Aufnahmen des Weiteren nur mit der Hauptkamera möglich sind, muss man die Qualität vor dem Wechsel der Kamera (= effektiv der Brennweite) stetig umstellen. Das ist wenig praktikabel.

In 4K-Auflösung zeigt die Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII ihre Qualitäten. Dank eines Full-Sensor-Readouts erreicht sie eine für diese Auflösung überdurchschnittliche Detailwiedergabe. Das Samsung Galaxy S22 Ultra kann eindeutig nicht mithalten. Das liegt unserer Meinung nach aber nicht nur an der Bildaufzeichnung, sondern auch an der Kompression. Knappe 70Mbit/s scheinen für 4K60p etwas zu wenig zu sein, Details werden dadurch etwas verwaschen dargestellt. Für die allermeisten Zwecke sind jedoch auch die Videos des S22 Ultra sehr gut geeignet. Für das Smartphone spricht natürlich die doppelte Bildrate, damit lassen sich bewegte Motive deutlich flüssiger wiedergeben. Den größeren Dynamikumfang hat ebenso das S22 Ultra zu bieten.

Einzelbild aus einer Teleaufnahme (200mm KB) der Sony Cyber-shot RX100 VII:

Einzelbild aus einer Teleaufnahme (10x Telekamera, 230mm KB) des Samsung Galaxy S22 Ultra:

Bei der längsten Brennweite kann sich die RX100 VII ebenso deutlich absetzen. Hier nutzt das Galaxy S22 Ultra einen kleineren Sensor, das wirkt sich negativ auf die Bildqualität aus. Schlecht ist sie allerdings keineswegs, sondern für eine derart lange Brennweite zweifellos mehr als ausreichend. Des Weiteren gilt auch für die Telekamera, dass das Smartphone 60 Vollbilder pro Sekunde zu bieten hat.

In 8K-Auflösung schneidet das Smartphone in puncto Detailwiedergabe eindeutig besser ab. Die rechnerisch viermal höhere Auflösung sorgt für eine wesentlich bessere Detailzeichnung. 8K-Aufnahmen machen wie erwähnt jedoch auch Kompromisse nötig. In 4K-Auflösung müssen Besitzer des Smartphones diese Nachteile nicht in Kauf nehmen.

Einzelbild aus einer 4K-Aufnahme des Samsung Galaxy S22 Ultra:

Einzelbild aus einer 8K-Aufnahme des Samsung Galaxy S22 Ultra:

Freunde von Zeitlupenaufnahmen können bei beiden Geräten aus dem Vollen schöpfen. Zum einen steht jeweils eine normale Zeitlupenfunktion für Videos mit etwa 5-facher Zeitlupe zur Verfügung. Hier sinkt die Qualität nur geringfügig ab, die Aufnahmen der RX100 VII zeigen mehr Details. Des Weiteren gibt es einen Super Slow-Mo-Modus beim S22 Ultra und einen HFR-Modus beim. Das S22 Ultra gibt hier HD-Videos aus, die RX100 VII Full-HD-Videos.

Einzelbild aus einem Zeitlupenvideo der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII (960 Bilder/Sek.):

Einzelbild aus einem Zeitlupenvideo des Samsung Galaxy S22 Ultra (960 Bilder/Sek.):

Die Auflösung sagt wie bereits erwähnt über die Qualität aber nur bedingt etwas aus. Das liegt an der Ausleseart der Sensoren. Vom S22 Ultra sind diesbezüglich keine konkreten Daten bekannt, die RX100 VII liest bei 960/1.000 Vollbildern pro Sekunde nur noch 1.244 x 420 Pixel aus. Dadurch sinkt die Qualität gegenüber herkömmlichen Videos deutlich ab. Das gilt auch für das S22 Ultra. Dessen Zeitlupenaufnahmen wirken stark pixelig. Des Weiteren gilt es bei den Super-Zeitlupenfunktionen zu bedenken, dass sich damit immer nur kurze Zeiträume speichern lassen.

Im dritten Teil unseres Vergleichs gehen wir auf die Bedienung und das Gehäuse ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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