Duell: Sony RX100 VII vs. Samsung Galaxy S22 Ultra (Teil 1)

Teil 1 von 3: Die Technik der Kompaktkamera und des Smartphones im Vergleich

Smartphones haben die Kameras der Kompaktklasse in den letzten Jahren nicht nur in arge Bedrängnis gebracht, die einfacheren Modelle wurden von ihnen fast vollständig verdrängt. Einfache Kameras lasen sich von den bekannten Herstellern daher praktisch gar nicht mehr erwerben. Der Grund dürfte bekannt sein: Höherklassige Smartphone besitzen mittlerweile einfach zu gute Foto- und Videofunktionen. Aber wie gut schneiden Smartphones im direkten Vergleich mit Kompaktkameras ab? Das haben wir nach 20219, als wir das Huawei P30 Pro gegen eine Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV antreten haben lassen, nun ein zweites Mal getestet. Dieses Mal duellieren sich das Samsung Galaxy S22 Ultra und die Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII.

Zu unseren jeweiligen Einzeltestberichten:
Testbericht der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII
Testbericht des Samsung Galaxy S22 Ultra

Des Weiteren verweisen wir an dieser Stelle auf die Gesamtübersicht aller bisher von uns getesteten Smartphones.

Die technischen Daten:
Bevor wir auf die Einsätze in der Praxis eingehen, wollen wir an dieser Stelle zunächst einmal die technischen Daten beider Geräte vergleichen. Damit meinen wir die Kamera-Ausstattung, alle weiteren Spezifikationen und Funktionen lassen sich wegen der unterschiedlichen Produktkategorien natürlich kaum bis gar nicht vergleichen.

Das optische Zoom nimmt ausgefahren wesentlich mehr Platz als die Optiken des 22 Ultra ein:

Die Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII nutzt zur Bildaufnahme einen Sensor der 1,0-Zoll-Klasse. Der verbaute Exmor RS-Chip ist 17,3 x 13,0mm groß und verfügt sowohl über rückwärtig belichtete Pixel (BSI) als auch einen zusätzlichen DRAM-Cache. Letzterer erlaubt das besonders schnelle Auslesen der Pixel, dadurch kann man unter anderem sehr hohe Bildraten erreichen. Die Auflösung des Sensors liegt bei 20 Megapixel. Als Objektiv verbaut Sony bei der RX100 VII ein 8,3-fach-Zoom mit 24 bis 200mm KB-Brennweite. Das stabilisierte Zeiss T*-Objektiv besitzt am Weitwinkelende eine Lichtstärke von F2,8 und am Teleende eine Lichtstärke von F4,5. Alle Funktionen der Kamera stehen bei allen Brennweiten zur Verfügung, Einschränkungen gibt es keine.

Weitwinkelstellung der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII (24mm KB-Brennweite):

Telestellung der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII (200mm KB-Brennweite):

Beim Samsung Galaxy S22 Ultra ist das anders. Zur Bildaufnahme wird kein optisches Zoom mit durchgehender Brennweite verwendet, stattdessen nutzt Samsung auf der Rückseite vier einzelne Kameras und Objektive. Eine Kamera ist für Ultraweitwinkelaufnahmen zuständig, eine für Weitwinkelbilder, eine für leichte Teleaufnahmen und eine für Teleaufnahmen. Diese lassen sich in der Kamera-App allesamt einzeln ansteuern, zudem ist auch das Zoomen möglich. In diesem Fall handelt es sich wegen der vier Festbrennweiten aber natürlich nicht um einen optischen Zoom, sondern um einen digitalen Zoom. Für den Nutzer ergibt sich dadurch im ersten Moment zwar kein extremer Unterschied, wie wir später noch genauer betrachten werden, wirkt sich diese Umsetzung aber entscheidend auf die Bildqualität aus.

Ultraweitwinkelobjektiv des Samsung Galaxy S22 Ultra (13mm KB-Brennweite):

Weitwinkelobjektiv des Samsung Galaxy S22 Ultra (23mm KB-Brennweite):

Die Kamera mit der kürzesten Brennweite hält beim Samsung Galaxy S22 Ultra Fotos mit dem Bildwinkel eines 13mm-Objektivs (KB-äquivalent) fest. Hier kommt ein 1/2,55-Zoll messender Sensor mit zwölf Megapixel zum Einsatz. Das Objektiv wird mit einer Lichtstärke von F2,2 angegeben. Bei der Weitwinkelkamera, die wir wegen des hauptsächlichen Einsatzes im Alltag als Hauptkamera bezeichnen, verbaut Samsung einen 1/1,33-Zoll-Sensor (mit rückwärtig belichteten Pixeln und zusätzlichem Cache) mit der gewaltigen Auflösung von 108 Megapixel.

Wer nicht die volle Auflösung benötigt, schaltet auf die 12-Megapixel-Option um. Hier nutzt Samsung die Nonacell-Technologie. Bei diesem Verfahren werden neun Pixel zu einem großen Bildpunkt zusammengeschaltet, das reduziert unter anderem das Bildrauschen. Das stabilisierte 23mm-Objektiv der Hauptkamera verfügt über eine Lichtstärke von F1,8.

3-fach Teleobjektiv des Samsung Galaxy S22 Ultra (70mm KB-Brennweite):

10-fach Teleobjektiv des Samsung Galaxy S22 Ultra (230mm KB-Brennweite):

Bei den Telekameras greift Samsung auf den gleichen Bildwandler zurück. Es sollte sich um ein 1/3,52-Zoll messendes Modell mit zehn Megapixel handeln. Die Objektive weichen aber natürlich voneinander ab. Das 3-fach-Teleobektiv der Kamera zeigt den Bildwinkel einer 70mm-Festbrennweite, die Lichtstärke liegt bei F2,4.

Die vier Objektive des Galaxy S22 Ultra decken Brennweiten von 13 bis 230mm ab:

Das 10-fach-Teleobjektiv deckt 230mm KB-Brennweite ab und verfügt über eine Blende von F4,9. Beide Teleobjektive sind wie das Objektiv der Hauptkamera stabilisiert. Als Besonderheit verwendet Samsung bei der zweiten Telekamera ein Objektiv mit Periskop-Bauweise, nur dadurch lässt sich ein 230mm-Objektiv (KB) überhaupt in einem nur 8,9mm flachen Smartphone umsetzen.

230mm KB-Brennweite lassen sich nur durch ein Periskop-Objektiv realisieren:

Rechnet man alle vier Objektive zusammen, erhält man ein 17,7-fach-Zoom. Die Blendenwerte variieren dabei zwischen F1,8 und F4,9. In der Realität ist dieses Vorgehen natürlich nicht ganz korrekt, vier Festbrennweiten können ein echtes Zoomobjektiv nie ersetzen. Das Vergleichen beider Kamerafunktionen wird dadurch aber erleichtert.

Beim genauen Vergleich der Daten fällt auf, dass die Sensoren und Objektive des S22 Ultra teilweise ähnlich groß wie bei der Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII ausfallen, teilweise aber auch wesentlich kleiner sind. Ersteres trifft für die Hauptkamera zu. Wobei die Zahlenwerte „1,0 Zoll“ und „1/1,33 Zoll“ den realen Unterschied doch etwas verzerren. Die Fläche des Sensors der RX100 VII ist knapp 68 Prozent größer als beim 1/1,33-Zoll-Chip des S22 Ultra. Im Vergleich zu den anderen Sensoren ist der Unterschied aber doch klein.

Die Sensoren im Größenvergleich:

Der Sensor der Ultraweitwinkelkamera besitzt in etwa nur 1/5 der Fläche, bei den Telekameras sind es rund 1/9 der Fläche. Rein technisch sollte die RX100 VII also bei den meisten Brennweiten spielend in der Lage sein, das S22 Ultra in puncto Bildqualität zu übertrumpfen. Zumindest bei Brennweiten von 24mm und darüber. Eine kürzere Brennweite besitzt das 8,3-fach-Zoom der RX100 VII schließlich nicht. Wer Fotos mit einem besonders großen Bildwinkel aufnehmen möchte, muss daher andere Kameras nutzen oder Panorama-Fotos erstellen. Letzteres ist bei statischen Motiven kein Problem, aber etwas aufwendiger als die Aufnahme eines Bildes.

Anders als die RX100 VII nutzt das S22 Ultra beim Chip eine besondere Struktur des Farbfilters:

Bei bewegten Motiven sind Besitzer des Samsung Galaxy S22 Ultra dann eindeutig im Vorteil. Hierzu sei allerdings gesagt, dass die Bildqualität der Ultraweitwinkelkamera unterhalb der Qualität der Hauptkamera liegt. Für die Telekameras gilt das ebenso. Für die Fokussierung greift Sony bei der RX100 VII auf die Kontrastmessung und Phasendetektion zurück, Samsung nutzt den Dual Pixel AF. Beim S22 Ultra ist das Scharfstellen damit im gesamten Bildbereich möglich, Besitzer der RX100 VII sind auf einen rund 2/3 abdeckenden Bereich im Zentrum beschränkt. In der Praxis ist der Unterschied allerdings gering, schließlich möchte man fast immer das Motiv im Zentrum scharfstellen.

Im zweiten Teil unseres Vergleichstests schauen wir uns die Bildqualität bei Fotos wie Videos näher an.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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