FujiFilm X-H2S und FujiFilm X-H1 im Vergleich

Die Unterschiede der beiden DSLM-Kameras mit X-Bajonett im Vergleich

Mehr als vier Jahre hat sich FujiFilm Zeit gelassen, um das Nachfolgemodell der X-H1 vorzustellen. Die Wurzeln der neuen X-H2S sind noch erkennbar, am Gehäuse sowie der verbauten Hardware hat FujiFilm aber doch einige signifikante Veränderungen vorgenommen. In diesem Vergleich schauen wir uns die wichtigsten Unterschiede beider Kameras genauer an.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der FujiFIlm X-H2S
Datenblatt der FujiFIlm X-H2S
Testbericht der FujiFIlm X-H1
Datenblatt der FujiFIlm X-H1

Unterschied 1: Der Sensor
Der bei einer Kamera verbaute Sensor entscheidet heutzutage nicht mehr nur über die Bildqualität, er ist für viel mehr verantwortlich. Das zeigt sich auch beim Vergleich dieser beiden Kameramodelle sehr gut. Bei der FujiFilm X-H1 kommt wegen des schon recht stattlichen Alters (etwas mehr als vier Jahre) ein X-Trans-CMOS-III-Sensor mit 24 Megapixel zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein APS-C-Modell mit klassischer, frontseitiger Belichtung. Als Besonderheit ist die von den meisten Sensoren abweichende Struktur des Farbfilters zu nennen. Dieser findet sich bei sehr vielen Kameras von FujiFilm. Bei der X-H2S greift FujiFilm auf einen brandneuen Bildwandler zurück. Der „X Trans CMOS 5 HS“ mit ebenfalls besonderer Farbfilterstruktur wird nicht nur rückseitig belichtet, er verfügt auch über einen zusätzlichen DRAM-Cache.

Der Aufbau des Sensors weicht bei der X-H2S deutlich vom Aufbau bei der X-H1 ab:

Dank diesem und der im Vergleich zu älteren Sensoren vierfachen Anzahl von A/D-Wandlern kann der Bildwandler wesentlich schneller ausgelesen werden. Das sorgt für eine Reihe von Vorteilen. Auf die Bildqualität sollte der neue Sensoraufbau allerdings keinen größeren Einfluss nehmen, die weiteren Daten (26 Megapixel, 23,5 x 15,6mm) weichen zudem kaum vom Sensor der X-H1 ab. Das gilt selbst für die ISO-Bereiche: Bei der X-H1 lassen sich minimal ISO 100 und maximal ISO 51.200 einstellen, bei der X-H2S sind es ISO 80 bis ISO 51.200. Verbessern konnte FujiFilm dagegen die Stabilisierungseinheit, mit bis zu sieben Blendenwerten kann die X-H2S Verwacklungen um 1,5 Blendenstufen besser ausgleichen als die X-H1.

Die Stabilisierungseinheit der X-H2S gleicht Verwacklungen um bis zu sieben Blendenstufen aus:

Unterschied 2: Die Serienbildfunktion
Der schnellere Sensor und der schnellere Bildprozessor der FujiFilm X-H2S erlauben deutlich höhere Bildraten. Bei voller Auflösung lassen sich mit der DSLM bis zu 40 Bilder pro Sekunde aufnehmen, das geht auch im RAW-Format. Die FujiFilm X-H1 kommt "nur" auf 14 Bilder pro Sekunde, selbst die neuere FujiFilm X-T4 schafft mit voller Auflösung maximal 20 Bilder pro Sekunde. Wichtig: Alle Werte gelten für den Einsatz des elektronischen Verschlusses. Wer mit dem mechanischen Schlitzverschluss arbeiten möchte, kann bis zu 15 Bilder pro Sekunde mit der FujiFilm X-H2S und bis zu elf Bilder pro Sekunde mit der X-H1 festhalten. Letztere schafft das allerdings nur mit dem optionalen Batteriegriff VPB-XH1. Ohne Griff erreicht sie maximal acht Bilder pro Sekunde.

Eine höhere Bildrate erlaubt bei bewegten Motiven eine höhere Ausbeute an guten Fotos. Ein sinnvoller Einsatz der Serienbildfunktion ist jedoch nur mit einem großen Pufferspeicher möglich. Bei der X-H2S hat FujiFilm diesen verdoppelt, dank ihm sollen 184 JPEG und 175 RAW-Fotos in Folge mit der höchsten Bildrate von 40 Fotos pro Sekunde aufgenommen werden können. Mit 15 Bildern pro Sekunde sind laut FujiFilm mehr als 1.000 JPEG- sowie 400 RAW-Fotos in Serie möglich – ohne dass die Kamera dabei langsamer wird. Bei der FujiFilm X-H1 haben wir 36 JPEG-Fotos am Stück und 23 RAW-Fotos in Folge bei der höchsten Bildrate gemessen, FujiFilm selbst gibt 40 JPEG und 27 RAW-Bilder an. Beim Einsatz des mechanischen Verschlusses sind es ohne Griff 80 JPEG- und 31- RAW-Fotos.

Unterschied 3: Der Autofokus
Moderne Kameras bringen nicht nur immer höher auflösende Sensoren und höhere Bildraten mit, auch die Autofokussysteme verbessern die Hersteller stetig. Bei der X-H2S hat FujFilm sein bisher bestes Autofokussystem integriert. Dieses erlaubt die Phasendetektion auf der kompletten Sensorfläche, hierfür stehen 2,16 Millionen Phasen-AF-Pixel zur Verfügung. Besitzer der X-H1 müssen mit der Phasendetektion auf 75 Prozent der Sensorhöhe und 50 Prozent der Sensorbreite auskommen. Messfelder hat die neue X-H2S 425 an der Zahl zu bieten, bei der X-H1 sind es nur 325. Lediglich 169 davon unterstützen die Phasendetektion.

Bei der X-H2S hat FujiFilm KI-Technologie und die Objekterkennung integriert:

Fokussieren kann die X-H2S aber nicht nur auf einer größeren Fläche, die DSLM besitzt auch einen neu entwickelten Autofokus. Die höhere Auslesegeschwindigkeit des Sensors erlaubt dreimal höhere Frequenzen bei der AF Berechnungen, ein neuer Algorithmus sorgt des Weiteren für eine bessere Berechnung von Objektbewegungen. Darüber hinaus spricht FujiFilm von einem präziseren Zonen-AF bei der Erfassung kleiner Objekte und einer zuverlässigeren Fokussierung bei Motiven mit geringerem Kontrast. On top kommt die neue Objekterkennung. Dank KI-gestützter Algorithmen und Deep Learning Technologie ist die X-H2S in der Lage Tiere, Vögel, Automobile, Fahrräder, Flugzeuge und Züge zu erkennen. Die Augen- und Gesichtserkennung ist natürlich ebenso mit an Bord.

Unterschied 4: Die Videoaufnahme
Einen deutlichen Schritt nach vorne macht bei der FujIFilm X-H2S auch die Videofunktion. Das liegt an zahlreichen Verbesserungen. Unter anderem erlaubt die X-H2S die Aufnahme von Videos mit der kompletten Sensorfläche (6.240 x 4.160 Pixel). Bei der "6,2K" genannten Aufnahme-Einstellung lassen sich 30 Bilder pro Sekunde festhalten. In 4K-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel oder 3.840 x 2.160 Pixel) sind bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde mit voller Sensorbreite speicherbar, mit 1,29-fachen Crop schafft die X-H2S sogar bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde. In Full-HD-Auflösung (2.048 x 1.080 Pixel oder 1.920 x 1.080 Pixel) lassen sich mit voller Sensorbreite bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde aufnehmen, mit 1,38-fachem Crop sind es bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde. Die FujjiFilm X-H1 schafft in 4K-Auflösung bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde und in Full-HD-Auflösung bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde. Höhere Bildraten oder Auflösungen unterstützt sie nicht. Daneben hat die X-H2S mehr Aufnahme-Optionen zu bieten: Neben klassischen Codecs unterstützt sie das Apple ProRes-Format und die Ausgabe von RAW-Videos über HDMI (in Apple ProRes RAW oder Blackmagic RAW). Einen besonders großen Dynamikumfang kann man mit dem neuen F-Log2-Profil erzielen, die X-H1 bietet lediglich F-Log. Besser schneidet die X-H2S zudem bei der intern speicherbaren Farbauflösung (4:2:2 vs 4:2:0) und der Tonkontrolle (3,5mm Klinkenausgang für Kopfhörer) ab. Videografen wird darüber hinaus der Fullsize-HDMI-Port erfreuen:

Die FujiFilm X-H2S ist mit einem Fullsize-HDMI-Port und einem Kopfhörerausgang ausgerüstet:

Weitere Vorteile hat die X-HS2 bei der digitalen Stabilisierung zu bieten, einen verbesserten Video-AF und die weichere Anpassung der Blende und des Fokus gibt es obendrauf. Aufnahmen können mit der X-H1 maximal 29 Minuten und 59 Sekunden am Stück lang sein, bei der X-H2S hängt die Dauer lediglich von der Speicherkapazität und der Stromversorgung ab. Dies wird auch erreicht, da das neue Gehäuse Wärme besser abführen kann und der optionale Zusatz-Lüfter ("FAN-001) die Aufnahme bei hohen Umgebungstemperaturen ermöglicht.

Beim Display und dem Sucher setzt FujiFilm unter anderem auf höher auflösende Modelle:

Unterschied 5: Sucher und Display
Die Bildkontrolle kann bei beiden spiegellosen Systemkamera über einen elektronischen Sucher oder ein Display erfolgen. Beim Sucher der neuen FujiFilm X-H2S handelt es sich um ein Modell mit 0,8-facher Vergrößerung und verbesserte Darstellung bei nicht mittiger Augenposition.

Das verbaute OLED-Panel löst 5,76 Millionen Subpixel auf und gibt bis zu 120 Bilder pro Sekunde wieder. Der Sucher X-H1 kann hier eindeutig nicht mithalten. Zum einen vergrößert er nur 0,75-fach, zum anderen kommt nur ein Panel mit 3,69 Millionen Subpixel und maximal 100 Bildern pro Sekunde zum Einsatz.

Die Oberseite der FujiFilm X-H2S:

Die Oberseite der FujiFilm X-H1:

Vorne liegt die X-H2S auch beim Display: Während bei der X-H1 ein Modell mit 1,04 Millionen Subpixel verwendet wird, besitzt die X-H2S ein Panel mit 1,62 Millionen Subpixel. Dieses lässt sich bei der X-H1 in drei Richtungen schwenken (90 Grad nach oben, 45 Grad nach unten, 60 Grad nach rechts), aber nicht drehen. Bei der X-H2S setzt FujiFilm dagegen auf eine dreh- und schwenkbare Lösung.

Die Rückseite der FujiFilm X-H2S:

Die Rückseite der FujiFilm X-H1:

Unterschied 6: Gehäuse und Bedienung
Trotz der höheren Leistung konnte FujiFilm das Gehäuse der X-H2S (13,6 x 9,3 x 8,5cm) etwas kleiner als bei der X-H1 (14,0 x 9,7 x 8,6cm) konstruieren. Am Gewicht ändert sich mit 660g gegenüber 673g dagegen weniger. Zu den Neuerungen gehört ein klassisches Programmwählrad mit den PSAM-Modi und sieben Custom-Programmen, auf der rechten Oberseite hat FujiFilm drei neue Direktwahltasten positioniert.

Optimiert wurden der Joystick, die Einstellräder und der Auslöser, der AF/MF-Schalter der X-H1 wurde bei der X-H2S in eine Taste mit gleicher Funktion umgewandelt. Darüber hinaus spricht FujiFilm von einer größeren Griffmulde und einer neuen Tastenausführung mit taktilem Feedback.

Daten lassen sich bei der X-H2S auf einer CFexpress Typ B- und einer SD-Karte abspeichern:

Weitere Unterschiede:
Zu den weiteren Unterschieden beider Kameras gehören die verbesserte Akkuleistung (580 statt 310 Bilder im normalen Betrieb), die Möglichkeit zur Aufnahme im HEIF-Dateiformat und der Einsatz von einer CFexpress Typ B- sowie einer SD-Karte statt von zwei SD-Karten. Mit einem schnelleren sowie neueren USB-C-Port steht zudem eine weitere, verbesserte Kabelschnittstelle zur Verfügung.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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