Nikon Z 30 und Sony ZV-E10 im Duell (Teil 3)

Teil 3 von 3: Spiegellose APS-C-Kameras der Einsteigerklasse für Content Creator


Links sehen Sie die Nikon Z 30, rechts die Sony ZV-E10.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Vergleichstests der Nikon Z 30 und der Sony ZV-E10 unter anderem die Möglichkeiten zur Bildkontrolle verglichen haben, gehen wir jetzt auf bestimmte Features, die Videofunktionen und die Schnittstellen ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Funktionen und Features:
Funktionen sind bei Digitalkameras mittlerweile so viele zu finden, dass sich kaum einer über zu wenige beschweren dürfte. Selbst Einsteigermodelle in die DSLM-Klasse, wie wir sie in diesem Vergleich unter die Lupe nehmen, bringen diverse Features mit. Zu den Aufnahmeprogrammen gehören nicht nur eine klassische Vollautomatik und die PSAM-Modi, spezielle Programme zum Speichern und schnellen Abrufen gibt es ebenso. Während die Z 30 drei von den sogenannten User-Modi mitbringt, steht bei der ZV-E10 nur eines zur Verfügung („MR1“ genannt). Dafür hat die Kamera von Sony einen extra Modus für Panoramen zu bieten. Welche Programme für einen wichtiger sind, ist natürlich eine subjektive Entscheidung. Grundsätzlich bringen beide DSLMs alle wichtigen Modi mit. Zu den besonderen Aufnahmemodi gehören die Intervallaufnahme oder das Fokus-Bracketing. Während erstere beide DSLMs unterstützen, ist letztere nur mit der Z 30 möglich.

Eine Fokus-Bracketing-Funktion bringt nur die Nikon Z 30 mit:

Die Autofokussysteme beider Kameras arbeiten mit der Kontrastmessung und der Phasendetektion. Diese Methoden werden kombiniert und ergeben jeweils einen Hybrid-AF. Messfelder besitzt die Sony ZV-E10 425 an der Zahl, Besitzer der Z 30 müssen mit 209 Stück auskommen. Trotzdem ist bei der Z 30 mit 90 Prozent der Sensorfläche ein größerer Bereich als bei der ZV-E10 mit etwa 84 Prozent abgedeckt. In der Praxis sorgen die Unterschiede in den meisten Fällen für keine gravierenden Abweichungen, beim Verfolgen schneller Motive ist die ZV-E10 allerdings im Vorteil. Das Angebot an Messfeld-Optionen fällt stattlich aus, neben der automatischen Messfeldwahl stehen diverse kleine und große Messfelder zur Verfügung. Dank der Augen- und Gesichtserkennung ist das Scharfstellen bei Personen und Tieren besonders einfach.

Einen signifikanten Unterschied gibt es von den SD-Slots zu berichten. Auf den ersten Blick lässt sich dieser allerdings gar nicht feststellen, mit einem UHS-I-Slot ergibt sich rein technisch kein Unterschied. Dass die Spezifikationen nicht immer eine Rolle spielen, fällt beim Abspeichern von Bildern auf. Hierfür benötigt die Sony ZV-E10 deutlich länger als die Z 30. Das liegt an der sehr langsamen Datenübertragung der ZV-E10, ihr Slot kommt (trotz Einsatz einer sehr schnellen Speicherkarte) nur auf rund 35MB/s. Bei der Nikon Z 30 werden die Daten mit rund 70MB/s übertragen. Ihr Pufferspeicher lehrt sich daher wesentlich schneller.

Unser Sieger bei den Funktionen und Features: Die Nikon Z 30.

Videoaufnahme:
Bei Kameras mit einem Fokus auf Videos ist die Videofunktion natürlich besonders wichtig. Beide Kameras unterstützen Videoaufnahmen mit der klassischen 4K- und Full-HD-Auflösung. In 4K, also mit 3.840 x 2.160 Pixel, lassen sich jeweils 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde speichern. Wer sich für die Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixel entscheidet, kann 24, 25, 30, 50, 60, 100 und 120 Vollbilder pro Sekunde wählen. Somit werden alle gängigen Bildraten und Auflösungen angeboten – ohne dass beide Kameras mit besonderen Spezifikationen glänzen. Als Unterschied ist der teilweise unterschiedliche Bildausschnitt zu nennen. Während die Nikon Z 30 bei keiner Auflösung und Bildrate einen Crop zeigt, muss dieser bei der ZV-E10 mit 30 Vollbildern pro Sekunde in 4K hingenommen werden. Wer bei Fotos und Videos den gleichen Bildausschnitt nutzen möchte, sollte bei der ZV-E10 daher auf die 30p-Option verzichten. Bei 24 und 25 Vollbildern pro Sekunde liest die Kamera als "Bonus" dagegen den kompletten Sensor aus, durch Oversampling erhält man eine besonders gute Bildqualität. Die Tonaufzeichnung unterstützen beide Kameras mit ihrem integrierten Mikrofon in Stereo, dafür kommen besonders gute Mikrofone zum Einsatz.

Videovergleich bei 3.840 x 2.160 Pixel und 30 Vollbildern pro Sekunde:

Die Bildqualität der 4K-Videos fällt bei der ZV-E10 24/25 Vollbildern pro Sekunde höher aus, bei 30 Vollbildern pro Sekunde ist die Detailwiedergabe ähnlich. Damit die Tonqualität auch bei Wind gut ausfällt, lässt sich über den Zubehörschuh ein Windschutz montieren. Des Weiteren besteht jeweils die Option zum Anschluss eines externen Mikrofons über einen 3,5mm-Klinkeneingang. Bei der Kamera von Sony lassen sich kompatible Modelle zudem über den Zubehörschuh anschließen. Die Tonpegelung ist in den Kameramenüs in feinen Stufen möglich, die Tonkontrolle per Pegelanzeige. Wer den Ton "live" anhören möchte, hat dazu nur bei der Sony ZV-E10 via Kopfhörerausgang die Möglichkeit. Manuelle Belichtungsoptionen haben dagegen wieder beide Kameras zu bieten, alle relevanten Parameter sind veränderbar. Natürlich stehen auch passende Automatiken zur Wahl. Wer mit einem besonders flachen Bildstil filmen möchte, kann dies bei der ZV-E10, Hybrid Log Gamma (HLG) unterstützt die DSLM ebenfalls.

Dank Windschutz ist im Alltag eine deutlich bessere Tonqualität möglich:

Links sehen Sie die Nikon Z 30, rechts die Sony ZV-E10.

Der Autofokus beider Kameras arbeitet im Betrieb solide und bei statischen wie bewegten Motiven treffsicher. Mit der Gesichts- sowie Augenerkennung ist die optimale Fokussierung bei Vlogs sichergestellt. Als besonderes Feature bringt die Sony ZV-E10 eine „Produktpräsentations-Einstellung“ mit. Wird diese Option aktiviert, ändert sich die AF-Priorität von der Person auf das in die Kamera gehaltene Produkt. Dies macht Videoaufnahmen für Anfänger besonders ein.

Unser Sieger bei der Videoaufnahme: Die Sony ZV-E10.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Die Erweiterbarkeit von Digitalkameras hängt neben der Größe auch von der Preisklasse ab. Kompakte und günstige Modelle bringen daher im Regelfall weniger Schnittstellen als große und teure Kameras mit. Beide DSLMs in diesem Vergleich sind jeweils mit einem USB-C-Port zum Laden des Akkus sowie zum Anschluss an einen Computer ausgerüstet. Darüber hinaus bringen sie einen Micro-HDMI-Port, den bereits erwähnten 3,5mm-Klinkeneingang für Mikrofone und einen Zubehörschuh mit. Letzterer kann bei der ZV-E10 über zusätzliche Kontakte auch Zubehörprodukte abseits eines Blitzgerätes aufnehmen. Dazu zählen Mikrofone. Des Weiteren setzt sich die DSLM von Sony mit dem 3,5mm Mikrofonausgang ab. Die Fernsteuerung ist in beiden Fällen über WLAN und Bluetooth möglich, bei der ZV-E10 zudem über USB mittels eines Fernauslösers.

Unser Sieger bei der Erweiterbarkeit und den Schnittstellen: Die Sony ZV-E10.

Die Schnittstellen im Vergleich:

Links sehen Sie die Nikon Z 30, rechts die Sony ZV-E10.

Unser Fazit:
Nikon Z 30 oder Sony ZV-E10? Diese Frage dürften sich alle stellen, die auf der Suche nach einer günstigen Vlogger-Kamera sind oder allgemein eine günstige DSLM erwerben möchten. Im direkten Vergleich schneiden beide Systemkameras recht ähnlich ab, beim Konzept haben sich die Hersteller für fast gleiche Ansätze entschieden. Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf einen Sucher und die dreh- sowie schwenkbaren Displays. In diesen Punkten gibt es effektiv keinen Unterschied. Die Bedienung der Z 30 fällt mit dem Programmwählrad klassischer als bei der ZV-E10 aus, die DSLM von Nikon liegt zudem besser in der Hand und ist hochwertiger verarbeitet. Sony setzt dafür auch mehr spezielle Features, wie unter anderem die Produktpräsentations-Einstellung.

Beide Kameras bieten die meisten der heutzutage wichtigen Foto- und Videofunktionen:

Links sehen Sie die Nikon Z 30, rechts die Sony ZV-E10.

Keine Sorgen müssen sich Fotografen über die Bildqualität beider DSLMs machen. Sie speichern sehr detailreiche Fotos, Bildrauschen bekommt man erst ab ISO 6.400 deutlicher zu Gesicht. Insgesamt liegt die ZV-E10 dank ihrer höheren Auflösung leicht vorne. Bei den Objektiven wird die Sache schon schwieriger: Für die Nikon Z 30 lassen sich kaum optimal passende DX-Objektive erwerben, für die ZV-E10 ist das Angebot riesig. Zudem kann man bei der ZV-E10 viel Geld sparen, günstige Objektive gibt es für ihr E-Bajonett deutlich mehr. Besitzer der Z 30 gucken hier sprichwörtlich in die Röhre. Wer nur ein Objektiv erwerben möchte, fährt mit dem Kitobjektiv der Z 30 jedoch wesentlich besser. Das Nikkor Z DX 16-50mm F3,5-6,3 VR bildet nämlich deutlich schärfer als das Sony E PZ 16-50mm F3,5-5,6 OSS ab. Ein Bildstabilisator wurde bei beiden Modellen verbaut. Das ist wichtig, da beide Kameras leider ohne eigene „Verwacklungs-Reduzierung“ auskommen müssen.

Was die Arbeitsgeschwindigkeit anbelangt, liegt die Nikon Z 30 vorne: Beide Kameras halten zwar elf Bilder pro Sekunde fest, die Z 30 erlaubt aber längere Aufnahmeserien. Dazu kommen eine kürzere Einschaltzeit und eine wesentliche schnellere Übertragung der Daten auf die Speicherkarte. Bei Videos sehen wir die beiden Kameras fast durchgehend auf einem Level. Sie speichern beide Aufnahmen in 4K mit bis zu 30p und in Full-HD mit bis zu 120p. An manuellen Optionen mangelt es nicht und die internen Mikrofone liefern eine sehr ordentliche Tonqualität. Als Manko muss bei der Nikon Z 30 der fehlende Kopfhörerausgang genannt werden, bei der Sony ZV-E10 kann der Crop bei 4K30p stören.

Die Nikon Z 30 bietet das etwas bessere Gesamtpaket:

Links sehen Sie die Nikon Z 30, rechts die Sony ZV-E10.

Am Ende unseres Vergleichs sehen wir die Nikon Z 30 leicht vor der ZV-E10, wenn es um Fotos geht und die ZV-E10 leicht vor der Z 30, wenn es um Videos geht. Dazu tragen auch der spezielle Präsentationsmodus der Sony-Kameras und die einfache Montage eines Mikrofons (ohne Kabel) bei. Wer bei Videos mit lichtstarken Objektiven einen Look mit geringer Schärfentiefe erzielen möchte, sollte zur ZV-E10 greifen. Nur hier lässt sich dies ohne den Griff zu teuren Vollformatobjektiven realisieren.

Unser Testsieger:

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:
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Autor: dkamera.de Redaktion
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