Die drei wichtigsten Unterschiede der spiegellosen Systemkameras
Panasonic hat mit der Lumix DC-GH7 ein neues Modell der zuletzt vor allem für Videoaufnahmen optimierten GH-Serie angekündigt. Die DSLM folgt auf die 2022 vorgestellte Panasonic Lumix DC-GH6 und stellt neben der Panasonic Lumix DC-G9II die Speerspitze in Panasonic Micro Four Thirds-Kameraportfolio dar. Wir stellen die wichtigsten Features der DSLM im folgenden Vergleich gegenüber und gehen im Detail auf die Unterschiede ein.
Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Panasonic Lumix DC-G7
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-GH7![]()
Testbericht der Panasonic Lumix DC-G9II
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-G9II![]()
Zur Bildaufnahme sind beide Kameramodelle in diesem Vergleich mit einem Sensor in Micro Four Thirds-Größe (17,3 x 13,0m) ausgestattet. Die Auflösung der Sensoren fällt mit 25 Megapixel (5.776 x 4.336 Pixel) identisch aus, ob es sich um die genau gleichen Bildwandler handelt, können wir jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Laut Panasonic wird bei der GH7 ein neuer BSI CMOS Sensor verwendet, die Angabe BSI fehlte bei der Lumix DC-G9II noch. Das Wort „neu“ lässt allerdings viel Interpretationsspielraum zu, eine kleine Änderung wäre dafür schon ausreichend. Gleich ist auf jeden Fall die Unterstützung für High-Resolution-Aufnahmen, beide DSLMs erlauben das Erstellen von Bildern mit bis zu 100 Megapixel.
Unterschied 1: Der Autofokus
Da die Bildwandler beider Kameras über zusätzliche Phasendetektionspixel verfügen, ist neben der Kontrasterkennung die Phasendetektion möglich. In puncto AF-Messfelder gibt es dabei keinen Unterschied (jeweils 779 Stück), am Algorithmus hat Panasonic allerdings Optimierungen vorgenommen. Die Lumix DC-GH7 ist anders als die Lumix DC-G9II daher in der Lage, neben Menschen, Tieren, Autos und Motorrädern auch Züge und Flugzeuge zu erkennen.
Als weitere Neuerung kann man sich zudem dafür entscheiden, auf welchen Teil des Fahr- oder Flugzeuges die Kamera scharfstellen soll. Bei Motorrädern stehen beispielsweise der Helm des Fahrers oder das gesamte Motorrad zur Wahl. Bei Flugzeugen das komplette Flugzeug oder das Cockpit. Da Panasonic neue Features zuletzt auch bei älteren Kameras implementiert hat, ist jedoch davon auszugehen, dass die neuen AF-Funktionen früher oder später auch bei der Lumix DC-G9II zu finden sein werden.
Unterschied 2: Video- und Audioaufnahme
Obwohl die Panasonic Lumix DC-G9II nicht das Video-Flaggschiff von Panasonic darstellt, verfügt sie über jede Menge Videofeatures. Beide DSLMs sind unter anderem in der Lage, 5,7K-Videos mit maximal 60 Vollbildern pro Sekunde oder auch 4K-Videos mit maximal 120 Vollbildern pro Sekunde aufzuzeichnen. Während die allermeisten Nutzer dadurch keine Unterschiede feststellen sollten, bietet die GH7 für Profi-Videografen doch mehrere Vorteile. Diese betreffen die längere Aufnahme durch die aktive Kühlung sowie vor allem die Optionen bei der Datenspeicherung.
Besitzer der Panasonic Lumix DC-G9II müssen wegen der beiden SD-Kartenslots bei geringer komprimierten Dateiformaten oder höheren Auflösungen zwangsweise eine per USB-Port angeschlossene SSD verwenden. Da die höchstmögliche Datenrate der Aufnahmen beim Verwenden einer SD-Karte bei 600Mbit/s liegt, ist man bei Apples ProRes-Format ohne SSD beispielsweise auf Full-HD-Aufnahmen beschränkt. Mit SSD sind dagegen 5,7K- oder 4K-Videos mit bis zu 1,6Gbit/s möglich. Bei der Panasonic Lumix DC-GH7 besteht ebenso die Option zum Verwenden einer USB-SSD, Videografen können jedoch auch eine CFexpress Typ B-Karte nutzen. Diese ermöglicht die interne Speicherung von Videos mit deutlich mehr als einem Gbit/s. Diese Datenraten treten beispielsweise beim Apple ProRes RAW HQ-Format auf. RAW-Aufnahmen ermöglicht die Panasonic Lumix DC-G9II generell nur bei der Ausgabe der Daten über HDMI, hierfür wird in jedem Fall ein externer Rekorder von Blackmagic Design oder Atomos benötigt.
Apropos externe Hardware: Mit dem neuen XLR-Adapter DMW-XLR2 ist die GH7 in der Lage, 32-Bit-Float-Aufnahmen zu speichern. Diese umfassen eine wesentlich größere Datenmenge und erlauben nachträgliche Lautstärkenänderungen ohne Einschränkungen. Das kann bei größeren Pegeländerungen von Vorteil sein sowie den Workflow grundsätzlich deutlich vereinfachen.
Unterschied 3: Gehäuse und Kühlung
Die videospezifischen Optimierung machen sich bei der Panasonic Lumix DC-GH7 sehr deutlich bemerkbar. Trotz sehr ähnlicher Hardware fällt die GH7 mit 13,8 x 10,0 x 10,0cm ein gutes Stück größer als die Lumix DC-G9II (13,4 x 10,2 x 9,0cm) aus und bringt auch knapp 150g mehr (805g vs. 685g) auf die Waage. Zurückzuführen sind die Abweichungen vor allem auf die unterschiedlichen Kühlsysteme. Die Panasonic Lumix DC-G9II wird wie fast alle spiegellosen Systemkameras passiv gefühlt, die Panasonic Lumix DC-GH7 dagegen aktiv durch einen Lüfter.
Dieser und das zusätzliche Kühlsystem befinden sich zwischen dem Sensor und der Rückseite der Kamera, die durchströmende Luft kühlt die Komponenten. Dadurch kann die GH7 selbst bei höheren Temperaturen und höheren Auflösungen bzw. Bildraten ohne Einschränkungen filmen. Für die Lumix DC-G9II gibt Panasonic offiziell 15 Minuten bei 4K120p oder 30 Minuten bei 4K60p (bei 23 Grad Umgebungstemperatur) an. Wer lange Videos aufzeichnen möchte oder bei hohen Temperaturen filmen will, profitiert von dem in mehreren Stufen steuerbaren Lüfter der GH7 also deutlich.
In puncto Bedienelemente sind beide Kameras ähnlich ausgestattet, jeweils vorhanden sind unter anderem Einstellräder auf der rechten sowie linken Gehäuseoberseite. Einen Lockschalter zum Sperren gibt es dagegen nur bei der DC-GH7 und auch nur dort sind eine frontseitig platzierte Rec-Taste sowie eine extra Taste für Mikrofoneinstellungen zu finden. Das vordere Einstellrad umlagert bei der G9II des Weiteren den Auslöser, bei der GH7 befindet sich dieses dahinter.
Weitere Unterschiede:
Zu den weiteren Unterschieden gehören die unterschiedlichen Displaykonstruktionen und die zusätzliche Blitzsynchronbuchse der GH7. Während man das Display der G9II drehen und schwenken kann, ist das LCD der GH7 zusätzlich auch noch klappbar. Dadurch lässt sich das Display bei eingestecktem HDMI- oder USB-Kabel wesentlich flexibler verwenden.
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