Die sechs wichtigsten Unterschiede der spiegellosen Systemkameras
Sechs Jahre nach der Vorstellung der Lumix DC-S1R hat Panasonic mit der Lumix DC-S1RII deren Nachfolgemodell angekündigt. Da es in dieser langen Zeit einige technologische Verbesserungen gegeben hat, fällt der Unterschied zwischen beiden spiegellosen Systemkameras entsprechend groß aus. In diesem Vergleich gehen wir auf die wichtigsten Unterschiede der beiden DSLMs ein.
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Ankündigung der Panasonic Lumix DC-S1RII
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-S1RII![]()
Testbericht der Panasonic Lumix DC-S1R![]()
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-S1R![]()
Unterschied 1: Der Bildwandler
Da zwischen der Vorstellung der Lumix DC-S1R und der Lumix DC-S1RII wie bereits erwähnt ein längerer Zeitraum vergangen ist, hat Panasonic bei der Lumix DC-S1R einen deutlich leistungsfähigeren Bildwandler verbaut. Dieser löst mit 44,2 Megapixel zwar etwas geringer als bei der Lumix DC-S1R (46,7 Megapixel) auf, wurde laut Panasonic aber neu entwickelt und sorgt bei höheren Sensorempfindlichkeiten für ein geringeres Bildrauschen. Bekannt sind die rückwärtige Belichtung (BSI), die zusätzlichen Phasendetektions-Pixel und auch der Sensorempfindlichkeitsbereich wurde erweitert. Die Basis-Empfindlichkeit liegt nun bei ISO 80, die höchste Empfindlichkeit bei ISO 51.200 (S1R: ISO 100 bis ISO 25.600). Daneben hat die S1RII ISO 40 als unteres Limit und ISO 102.400 als oberes Limit zu bieten, wenn mit den Erweiterungen gearbeitet wird. Die S1R schafft minimal ISO 50 und maximal ISO 51.200.
Unterschied 2: Bildstabilisator und High-Res-Aufnahme
Die Bildstabilisierung erfolgt bei der neuen Panasonic Lumix DC-S1RII genauso wie beim Vorgängermodell Lumix DC-S1R mit dem beweglich gelagerten Sensor als auch dem Objektiv. Mittels der Dual I.S-Technologie können beide Systeme auch zusammenarbeiten. Die Sensorstabilisierung der S1RII arbeitet deutlich effektiver als die Stabilisierung des Vorgängermodells, statt bis zu 6 Blendenstufen Kompensationsleistung lassen sich nun bis zu acht Blendenstufen erzielen. Dies macht Aufnahmen aus der Hand noch besser möglich: Apropos Aufnahmen aus der Hand: Dank der Handheld-High-Res-Funktion kann bei hochauflösenden Fotos auf ein Stativ verzichtet werden. Der High-Res-Modus lässt sich dadurch deutlich komfortabler nutzen.
Unterschied 3: Die Serienbildfunktion
Die Serienbildrate der Panasonic Lumix DC-S1R war schon bei der Vorstellung der DSLM mit maximal neun Bildern pro Sekunde nicht besonders hoch, mit kontinuierlichem Autofokus schafft die 2019 erschienene Kamera sogar nur sechs Bilder pro Sekunde. Dieses Manko hat Panasonic bei der Lumix DC-S1RII beseitigt: Bei voller Auflösung erreicht die neue DSLM 40 Bilder pro Sekunde mit elektronischem Verschluss und bis zu zehn Bilder pro Sekunde mit mechanischem Verschluss. Der kontinuierliche Autofokus steht bei bis zu 40 Bildern pro Sekunde zur Verfügung, bis zu neun Bilder pro Sekunde kann man 14-Bit speichern (ansonsten 12-Bit).
Unterschied 4: Der Autofokus
Ein großes Update hat bei der Panasonic Lumix DC-S1RII auch der Autofokus erhalten. Während das Vorgängermodell allein mit der Kontrastmessung und der Depth-from-Defocus-Technologie auskommen muss, verfügt die Panasonic Lumix DC-S1RII zusätzlich über die Phasendetektion. Das Phasendetektions-AF-System arbeitet mit 779 Messpunkten und kann bewegte Motive deutlich treffsicherer einfangen. Das Fokussieren wird zudem durch eine wesentlich bessere Motiverkennung erleichtert. Zusätzlich zur Mensch- und Tiererkennung der Lumix DC-S1R bringt die Lumix DC-S1RII auch noch die Erkennung von Autos, Motorrädern, Fahrrädern, Zügen und Flugzeugen mit. Darüber hinaus lässt sich bei Letzteren noch ein bestimmter Bereich wie beispielsweise der Helm oder der erste Wagen anvisieren.
Unterschied 5: Die Videoaufnahme
Dass die Panasonic Lumix DC-S1RII über verbesserte Technik verfügt, macht sich auch bei der Videoaufnahme bemerkbar. Die neue DSLM erlaubt dank dieser deutlich höhere Auflösungen und Bildraten als das Vorgängermodell. Unterstützt werden unter anderem 8K-Videos mit 30 Vollbildern pro Sekunde. Nach einem noch dieses Jahr erfolgenden Firmware-Update soll zudem die 8,1K-Open-Gate-Videoaufnahme mit 30 Vollbildern pro Sekunde möglich sein. Im Vergleich dazu filmt die Panasonic Lumix DC-S1R maximal mit 5K-Auflösung (30p). In 4K-Auflösung erreicht die S1RII mit 120 Vollbildern pro Sekunde zudem die doppelte Bildrate der S1R. In Full-HD liegt dagegen die 2019 vorgestellte Kamera vorne und schafft mit 180 Vollbildern pro Sekunde eine höhere Bildrate als die S1RII (120 Vollbilder pro Sekunde). Die neue DSLM kann dann wieder mit der internen RAW- und ProRes-Aufnahme punkten und auch bei der Audioaufnahme (32-Bit-Float mit dem DMW-XLR2) schneidet sie besser ab. Wer lange Videos aufzeichnen möchte, kann dies durch den Lüfter mit der S1RII zudem deutlich besser.
Unterschied 6: Das Gehäuse
Die Gehäuse der ersten spiegellosen Vollformatmodelle von Panasonic gehören zu den größten am Markt, die nachfolgenden Modelle fallen alle kleiner aus. Dieser Trend lässt sich auch beim Vergleich der Panasonic Lumix DC-S1RII und der Panasonic Lumix DC-S1R erkennen. Die S1RII übernimmt größtenteils das Gehäuse der Anfang 2023 vorgestellten Lumix DC-S5II, bietet stellenweise aber noch ein paar Features mehr. Die S1RII fällt mit Abmessungen von 13,4 x 10,2 x 9,2cm ein gutes Stück kleiner als die 14,9 x 11,0 x 9,7cm große S1R aus. Auf der Waage macht sich dies natürlich ebenso bemerkbar, hier lassen sich mit der S1RII mehr als 200g einsparen (795g vs. 1.013g). Beim Material und der Robustheit muss man bei der neuen Kamera trotzdem keine Abstriche machen: Panasonic setzt jeweils auf eine Magnesiumlegierung, Abdichtungen (Staub und Spritzwasser) sowie die Frostbeständigkeit bis minus zehn Grad Celsius.
Deutliche Änderungen sind auf der Oberseite der neuen DSLM wahrzunehmen. Anstatt eines Kontroll-LCDs ist auf der rechten Seite nun das Programmwählrad zu finden. Den frei gewordenen Platz auf der linken Kameraschulter hat Panasonic für ein „zweistöckiges“ Bedienelement genutzt. Das obere Rad erlaubt die Wahl des Auslösemodus (Einzelbild, Serienbild, …), mit dem unteren Schalter wechselt man zwischen der Foto-, der Video- und der S&Q-Aufnahme. Der Einschalter verbleibt bei der S1RII auf der rechten Oberseite, er wurde (wie von anderen Kameras gewohnt) jetzt allerdings mit dem Programmwählrad kombiniert. Darüber hinaus findet sich auf der rechten Oberseite ein großer Videoauslöser. Den zweiten Videoauslöser hat Panasonic bei der neuen DSLM auf der Vorderseite platziert. Bei der S1R liegt hier ein Wählschalter.
Auf der Rückseite hat sich Panasonic bei der S1RII für eine weniger abweichende Gestaltung entschieden. Beide Kameras verfügen unter anderem über einen Joystick, ein kombiniertes Einstellrad und Steuerkreuz sowie eine AF-On-Taste. Zudem gibt es einen Lockschalter. Die Tasten der S1RII sind anders als bei der S1R allerdings nicht mehr beleuchtbar.
Weitere Unterschiede:
Zu den weiteren Neuerungen der Panasonic Lumix DC-S1RII gehören das nun schwenkbare Display, der manuell verschließbare Verschluss und die Möglichkeit zum Anschluss einer USB-SSD. Die S1R hat dafür einen Blitzsynchronport zu bieten. XQD-Karten kann man bei der S1RII nicht mehr verwenden, mit einem CFexpress- und einem SD-Slot (UHS-II) ändert sich effektiv aber nur wenig.
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