Samsung Galaxy S22 Ultra Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Samsung Galaxy S22 Ultra auf die technischen Daten, das Handling sowie die Verarbeitung eingegangen sind, schauen wir uns im zweiten Teil nun die Kameras des Smartphones an. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Während Smartphones früher nur mit einer oder zwei Kameras ausgestattet waren, sind drei oder mehr Modelle heute alltäglich. Ganz besonders trifft das natürlich für höherklassige Geräte zu. Das Samsung Galaxy S22 Ultra ist auf der Rückseite mit vier Kameras ausgerüstet, alle decken unterschiedliche Brennweiten ab. Das Objektiv der Ultraweitwinkelkamera des Smartphones verfügt über eine Brennweite von 13mm (KB-äquivalent) und eine Lichtstärke von F2,2. Der Sensor gehört zur 1/2,55-Zoll-Klasse und löst zwölf Megapixel auf.

Die Hauptkamera des Samsung Galaxy S22 Ultra ist wie üblich mit dem größten Sensor ausgestattet, es handelt sich um einen 1/1,33-Zoll-Chip. Dieser speichert Fotos mit 108 Megapixel. Durch die Nonacell-Technologie (9:1 Pixel-Binning), die neun Pixel zu einem großen Bildpunkt zusammenlegt, sind zudem Aufnahmen mit zwölf Megapixel möglich. Die einzelnen Bildpunkte messen in diesem Fall 2,4µm. Beim Objektiv handelt es sich um eine 23mm-Festbrennweite mit Blende F1,8 und optischer Stabilisierung. Letztere ist auch bei den beiden Teleobjektiven des Smartphones zu finden.

Die Sensoren im Größenvergleich:

Das 3-fach-Teleobjektiv bietet eine KB-Brennweite von 70mm, die Lichtstärke liegt bei F2,4. Bei der zweiten Telekamera handelt es sich effektiv um ein 10-fach-Zoom mit 230mm KB-Brennweite und einer Blende von F4,9. Die Sensoren beider Telekameras sollten zur 1/3,52-Zoll-Klase gehören und lösen jeweils zehn Megapixel auf. Damit Samsung ein Objektiv mit einer derart langen Brennweite realisieren konnte, kommt beim 10-fach-Teleobjektiv die von anderen Smartphones bekannte Periskop-Bauweise zum Einsatz. Hier wird das Licht durch einen Spiegel in das um 90 Grad gedrehte Objektiv umgelenkt.

Die Kameras im Zoomvergleich (Ultraweitwinkel, Weitwinkel und 3x-Tele sowie 10x-Tele:

Die Kameradaten des Samsung Galaxy S22 Ultra wirken zweifellos beeindruckend. Ein riesiger Sensor, ein Objektiv mit sehr kurzer Brennweite und eines mit sehr langer Brennweite. Beste Voraussetzungen also für ein ansprechendes Fotografie-Erlebnis. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Zunächst schauen wir uns die Hauptkamera näher an. Der riesige Sensor mit der besonders hohen Auflösung von 108 Megapixel erlaubt für ein Smartphone sehr detailreiche Bilder. Ob man 108 Megapixel in der Praxis benötigt, steht auf einem anderen Blatt. Die 12-Megapixel-Option dürfte in den allermeisten Fällen die bessere Wahl darstellen. Das liegt unter anderem an den wesentlich kleineren Dateien (circa 5MB vs 16MB) sowie an der höheren Arbeitsgeschwindigkeit. Dass Samsung die Option zur Aufnahme mit voller Auflösung – anders als Google beim Pixel 6 (Pro) – anbietet, halten wir jedoch für sehr sinnvoll. Dadurch kann sich jeder frei entscheiden. Wer die höhere Auflösung wählt, sollte in jedem Fall die Detailoptimierung aktivieren. Ansonsten wirken die Bilder stark verwaschen. Selbst hier zeigen die Bilder am linken Rand aber eine sichtbare Unschärfe, das Objektiv unseres Testgerätes scheint nicht optimal zentriert zu sein.

Die Aufnahmen des Galaxy S22 Ultra zeigen den für Smartphones bekannten Look. Zum einen wird das Bildrauschen reduziert, zum anderen stärker nachgeschärft. Dazu kommen eine erhöhte Sättigung, ein hoher Kontrast und ein abhängig vom Motiv teilweise starker HDR-Effekt. Das muss man mögen. Bei vielen Smartphone-Fotografen ist dieser Look allerdings gefragt. Abmildern kann man ihn, wenn man zum Pro-Modus greift. Hier verzichtet Samsung auf zu starke Eingriffe. Die Bilder wirken im direkten Vergleich daher etwas flau. Behelfen kann man sich mit den zusätzlichen Bildstiloptionen sowie den RAW-Dateien (die das S22 Ultra im DNG-Format abspeichert). Diese lassen sich mit sehr vielen Bildbearbeitungsprogrammen öffnen und bearbeiten. Im Vergleich zu anderen Smartphones stufen wir die Bildqualität der Hauptkamera bei Tag als sehr gut ein, Ausdrucke bis mindestens DIN A4 stellen kein Problem dar. Die Belichtung stimmte bei fast allen Aufnahmen, eine Korrektur war nicht notwendig.

Die Ultraweitwinkelkamera eignet sich mit ihrem großen Bildwinkel für allerlei Aufnahmen in der Stadt oder der Natur, mit zwölf Megapixel liegt die Auflösung auf einem durchschnittlichen Level. An der Detailwiedergabe lässt sich nichts kritisieren, der Bildlook entspricht dem der Hauptkamera. Die Farbabstimmung fällt zwar nicht völlig gleich aus, allzu groß sind die Unterschiede aber nicht. Qualitativ gibt es natürlich einen Unterschied zur Hauptkamera, bei Tag lässt sich die Ultraweitwinkelkamera aber nahezu ohne Abstriche verwenden.

Links das 10-fach-Teleobjektiv, daneben die Haupt- und die Ultraweitwinkelkamera:

Die beiden Telekameras nutzen unseren Informationen nach den gleichen Sensoren. Dieser besitzt nur in etwa ein Fünftel der Sensorfläche des Bildwandlers der Hauptkamera. Daraus resultieren kleinere Bildpunkte und wie üblich eine schlechtere Bildqualität. Diesen Kompromiss muss man bei einem Smartphone einfach eingehen. Mit zehn Megapixel liegt die Auflösung allerdings nur leicht unterhalb der Ultraweitwinkelkamera. Bei Tag sind die Unterschiede auf den ersten Blick daher recht gering. Die Qualität reicht für klassische Social-Media-Fotos problemlos aus, allzu starke Vergrößerungen sind aber nicht realisierbar. Die Möglichkeiten des digitalen Zoomens sind daher – anders als bei der Hauptkamera – begrenzt. Das muss man dank der vier Kameras bzw. Objektive allerdings auch nicht. Für fast jede Aufnahmesituation steht das passende Objektiv zur Verfügung. Einzig die Brennweitenlücke zwischen der Hauptkamera und der 3-fach-Telekamera fällt etwas groß aus, hier würde ich sich ein Objektiv mit rund 50mm sehr gut machen. Als Kritikpunkt wollen wir das aber nicht werten, die Kameraausstattung des Samsung Galaxy S22 Ultra ist wirklich gut.

Als besonders beeindruckend sind dabei die Zoommöglichkeiten des 10-fach-Zooms anzusehen. Mit 230mm KB-Brennweite sind stattliche Vergrößerungen möglich, selbst weiter entfernte Motive lassen sich ansprechen abbilden. Die Qualität liegt zwar eindeutig nicht auf dem Level der Hauptkamera, bei Tag lassen sich die Bilder aber sehr gut verwenden. Wer gerne „zoomt“, wird vom Samsung Galaxy S22 Ultra daher deutlich besser bedient als von vielen anderen Smartphones. Unser Tipp: Nutzen Sie nur die Basis-Brennweiten der Objektive und vermeiden sie das digitale Zoomen so gut wie möglich. Dass bei der maximalen Zoomstufe (100-fach) nur Pixelbrei aufgenommen wird, versteht sich von selbst.

Kritisch wird es beim Samsung Galaxy S22 Ultra erst, wenn weniger Licht zur Verfügung steht. Das gilt zumindest für die drei Sensoren abseits der Hauptkamera. Letztere liefert auch bei wenig Licht ansprechende Bilder. Bildrauschen lässt sich bei höheren Sensorempfindlichkeiten natürlich erkennen, der Kompromiss aus Details und Rauschen ist Samsung aber gelungen. Die Bildqualität der anderen Kameras fällt sichtbar ab, die Rauschreduzierung vernichtet viele Details.

Für Aufnahmen bei wenig Licht gibt es einen Nachtmodus:

Abhilfe schafft der Nachtmodus. Hier rechnet das Smartphone mehrere Bilder automatisch zusammen, alle Aufnahmen sind aus der Hand und ohne Stativ möglich. Bei statischen Motiven verbessert der Nachtmodus die Qualität der Fotos massiv. Das gilt für alle vier Kameras, ganz besonders aber für die Ultraweitwinkel- und die Telekameras. Damit lassen sich auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen ansprechende Bilder speichern. Abraten würden wir bei wenig Licht dagegen vom Pro-Modus. Hier verzichtet Samsung wie bereits erwähnt auf stärkere Nachbearbeitungen, das Qualität ist daher sichtbar schlechter als bei den herkömmlichen Aufnahmen. Letztendlich sind wir mit den Bildern des Galaxy S22 Ultra trotzdem nicht ganz zufrieden. Sie fallen zweifellos sehr gut aus, der Vergleich mit früheren Smartphones von Samsung lässt aber eine etwas schlechtere Detailwiedergabe zutage treten. Das dürfte an einer schlechteren Bildaufbereitung und teilweise den kleineren Sensoren liegen. Hier hat Samsung definitiv Potenzial liegen lassen.

Einzelbild aus einem 8K-Video:

Videos nehmen die Smartphones von Samsung schon länger mit sehr hohen Auflösungen auf. Das Galaxy S22 Ultra speichert 8K-Videos mit 7.680 x 4.320 Pixel (24p) mit der Hauptkamera, alle Kameras erlauben zudem Videos in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde. Die beste Qualität liefern natürlich die 8K-Aufnahmen, hier muss man allerdings mit einem deutlich kleineren Bildfeld sowie einem starken Rolling Shutter-Effekt leben. Da 8K-Videos von den meisten Nutzern sowieso nicht mit nativer Auflösung abgespielt werden können, würden wir uns in der Praxis immer für 4K-Videos entscheiden. Zum einen werden hier unabhängig von der Kamera flüssige 60 Vollbilder pro Sekunde angeboten, zum anderen fällt die Bildqualität sehr gut aus. Negativ ist uns das vorhandene Bildrauschen bei den Telekameras aufgefallen, das lässt sich sogar bei Tag erkennen. Geringe Bitraten lassen zudem Kompressionsartefakte entstehen. Das ginge eindeutig besser.

In Full-HD werden ähnliche Bildraten erreicht, die Qualität ist aber sichtbar schlechter. In der Praxis würden wir daher stets zur 4K-Auflösung mit 60 Vollbildern pro Sekunde greifen. Wer nicht die beste Qualität, sondern starke Zeitlupeneffekte benötigt, findet beim Galaxy S22 Ultra natürlich auch diese Optionen vor. Damit geht allerdings auch ein deutlicher Detailverlust einher. Vor allem bei der Super Slow-Mo-Option wirken die Videos stark pixelig.

Wesentlich mehr können uns wieder der Autofokus und die Stabilisierung des Samsung Galaxy S22 Ultra überzeugen. Diese arbeiten bei Fotos wie Videos sehr zuverlässig. Die wählbare Superstabi-Option reduziert Verwacklungen bei Videos besonders effizient.

Brennweitenvergleich (Utraweitwinkel, Hauptkamera und "3x-Tele" sowie "10x-Tele":

Links eine Aufnahme im normalen Modus, rechts im Porträtmodus:

Links eine Aufnahme im normalen Modus, rechts im Porträtmodus:

Links eine Aufnahme mit der 10x-Telekamera, rechts mit Einsatz des LED-Blitzes:

Links eine normale Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera, rechts im Nachtsichtmodus:

Links eine normale Aufnahme mit der Hauptkamera, rechts im Nachtsichtmodus:

Links eine normale Aufnahme mit der 3x-Telekamera, rechts im Nachtsichtmodus:

Links eine normale Aufnahme mit der 10x-Telekamera, rechts im Nachtsichtmodus:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Ultraweitwinkelkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der 3x-Telekamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der 10x-Telekamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

Zwei Videos mit der Hauptkamera: Links in 8K24p, rechts in 4K60p:

Zwei Videos in 4K60p: Links mit der UWW-Kamera, rechts mit der Hauptkamera:

Zwei Videos in 4K60p: Links mit der 3x-Telekamera, rechts mit der 10x-Telekamera:

Links eine Zeitlupenaufnahme in Full-HD, rechts in HD (Super Slow-Mo):

Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung des Samsung Galaxy S22 Ultra ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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Kommentare

Bei diesem sehr interessanten Test …

Bei diesem sehr interessanten Test fehlen leider die meisten Bilder in Teil 2 unten.
Wäre nett, wenn diese ergänzt werden.
Danke.

Vielen Dank für den Hinweis, …

Vielen Dank für den Hinweis, hier hatte sich das System "verschluckt", die Bilder sind nach wie vor vorhanden und jetzt auch wieder für jede(n) Besucher(in) sichtbar.

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