Sony Alpha 7C und Sony Alpha 6600 im Duell (Teil 2)

Teil 2 von 3: Spiegellose Systemkameras von Sony im Messsucher-Design


Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Sony Alpha 7C und Sony Alpha 6600 die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, prüfen wir nun unter anderem das Objektivangebot, die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit.

Objektivangebot:
Das Objektivangebot fällt auf den ersten Blick gleich groß aus, schließlich nutzen beide Kameras das identische Bajonett. Objektive lassen sich daher sowohl an der Sony Alpha 7C als auch an der Alpha 6600 nutzen. Was in der Theorie funktioniert, muss in der Praxis allerdings nicht immer sinnvoll sein. Das liegt an den unterschiedlichen Sensorgrößen. Der Bildwandler der Alpha 6600 gehört wie bereits angesprochen zur APS-C-Klasse, der Sensor der Alpha 7C zur Vollformatklasse.

Vollformatobjektive sind an beiden Kameras ohne technische Einschränkungen nutzbar, aufgrund des bei APS-C-Kameras hinzuzurechnenden Cropfaktors "verschiebt" sich bei der Alpha 6600 allerdings der Brennweitenbereich. Ein 24-70mm-Objektiv wird daher zu einem Modell mit kleinbildäquivalenten 36 bis 105mm. Der Einsatz von APS-C-Objektiven ist an der Sony Alpha 7C grundsätzlich möglich, hier ist aber der Cropmodus zu aktivieren. Effektiv wird die DSLM dadurch zu einer APS-C-Kamera. Das stellt natürlich kein "Problem" dar, die Vorteile des großen Sensors fallen jedoch weg und die originale Bildauflösung steht ebenso nicht mehr zur Verfügung.

An beiden DSLMs lassen sich die gleichen Objektive verwenden, es gibt aber etwas zu beachten:

Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Letztendlich zählt für uns das Angebot an sinnvoll einsetzbaren Objektiven. Hier sehen wir die Alpha 7C vorne, Vollformatobjektive mit passendem Brennweitenbereich gibt es deutlich mehr als APS-C-Modelle. Dies könnte man jedoch auch anders sehen. Ohne Einschränkungen nutzbare Modelle stehen schließlich für die Alpha 6600 zur Verfügung.

Unser Sieger beim Objektivangebot: Die Sony Alpha 7C.

Bildkontrolle:
Zur Bildkontrolle sind beide spiegellosen Systemkameras mit einem Sucher und einem Display ausgerüstet. Anders als bei den bisherigen Vollformatkameras von Sony befindet sich der Sucher in der linken oberen Ecke und nicht mehr in der optischen Achse. Die Alpha 7C ist damit die erste Kamera von Sony, die die Konstruktion der APS-C-Modelle nutzt. Beide Sucher liegen somit an der gleichen Stelle. Ebenso gleich hoch ist die Auflösung der verbauten OLED-Panels. Sie beträgt 2,36 Millionen Subpixel. Die Wiedergabe erfolgt mit 60 oder 120 Bildern pro Sekunde (bei etwas schlechterer Detailwiedergabe). 2,36 Millionen Subpixel entsprechen der durchschnittlich anzutreffenden Auflösung, die Sucherbilder sind ausreichend scharf. Schon länger kennt man aber noch deutlich schärfere Modelle.

Die Displays messen jeweils 3,0 Zoll, die Aufhängung ist jedoch unterschiedlich:

Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Einen durchaus signifikanten Unterschied gibt es von der Vergrößerung zu berichten. Das Modell der Alpha 7C vergrößert 0,59-fach, bei der Alpha 6600 liegt der kleinbildäquivalente Wert bei 0,7-fach. Wer durch den Sucher der Alpha 66000 blickt, bekommt daher ein signifikant größeres Sucherbild zu sehen. Die Suchervergrößerung der 7C fällt für eine Systemkamera klein aus, im Vergleich zu Kameras mit Vollformatsensoren sogar sehr klein. Zur Kontrolle des Bildausschnitts reicht natürlich auch der Sucher der 7C vollkommen aus, das Überprüfen der Schärfe wird aber schon schwierig. Wir empfinden den Sucher der Vollformat-DSLM als deutlich zu klein, mehr als einen Notbehelf stellt er nicht da. Den Sucher der Alpha 6600 stufen wir dagegen als solide ein. Warum sich Sony bei der Alpha 7C für einen derart kleinen Sucher entschieden hat, ist uns nicht bekannt. Vermutlich haben Platzprobleme wegen des kleinen Gehäuses dafür gesorgt.

Keine Kompromisse sind dagegen beim Display bzw. dessen Konstruktion einzugehen. Sony hat sich für ein in praktisch alle Richtungen dreh- und schwenkbares Modell entschieden. Dies erlaubt die Bildkontrolle sowohl den Personen vor als auch hinter der Kamera. Die Alpha 6600 ist dagegen mit einem lediglich schwenkbaren Modell ausgerüstet. Die genauen Winkel: 74 Grad nach unten und 180 Grad nach oben. Auch das Display der Alpha 6600 erlaubt also die Bildkontrolle vor der Kamera. Vlogger oder Freunde von Selbstporträts sind daher nicht eingeschränkt. Zumindest sofern kein externes Mikrofon im Zubehörschuh montiert wurde. Dann können Besitzer der Alpha 6600 vom LCD nämlich nicht mehr viel sehen. Die Auflösung der LCD-Panels liegt jeweils bei 921.600 Subpixel, das Seitenverhältnis weicht mit 3:2 (Alpha 7C) vs. 16:9 (Alpha 6600) dagegen voneinander ab. Gleich ist wieder die vorhandene Touchoberfläche, in den Menüs funktioniert diese leider nicht.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Sony Alpha 6600.

Bei den Gehäusen setzt Sony auf eine solide Magnesiumlegierung:

Geschwindigkeit:
Die Arbeitsgeschwindigkeit einer Kamera sollte möglichst hoch sein, nur dann lassen sich die gewünschten Fotos zuverlässig aufnehmen. Bei Sport- und Actionaufnahmen ist unter anderem die Bildrate von Bedeutung. Mehr Bilder pro Sekunde resultieren in einer größeren Auswahl an Fotos. Der richtige Moment wird dadurch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eingefangen. Die Sony Alpha 7C schafft in der Spitze 9,8 Bilder pro Sekunde, diese Geschwindigkeit kann sie bei JPEG- sowie RAW-Fotos erreichen. Bei der Sony Alpha 6600 haben wir mit 11,1 Bildern pro Sekunde sogar noch eine höhere Bildrate gemessen. Auch für die APS-C-Kamera gilt: Die Bildrate ist vom Dateiformat unabhängig. Anders sieht es bei der Länge der Aufnahmeserie aus. Diese hängt sowohl von der Größe des Pufferspeichers als auch der Übertragungsgeschwindigkeit zur Speicherkarte ab. Die Sony Alpha 7C ermöglicht 226 Bilder am Stück, bevor sie langsamer wird, bei RAW-Dateien sind es immer noch 121 Bilder. Besitzer der Sony Alpha 6600 müssen mit 116 JPEG- und 48 RAW-Fotos auskommen. Das ist nicht unbedingt wenig, die Alpha 7C liegt aber klar vorne. Nach der schnellsten Serie liegt die 7C ebenfalls vorne, bei RAW-Aufnahmen sogar sehr deutlich (5,3 vs. 1,7 Bilder pro Sekunde).

Die Einschaltzeit gehört bei beiden DSLMs nicht zu den besten, mit 2,8 Sekunden (Alpha 7C) und 2,51 Sekunden (Alpha 6600) werden nur mäßige Ergebnisse erzielt. Bei der ersten Bildaufnahme nach dem Einschalten sieht es besser aus. Bei der Alpha 7C haben wir hier 1,73 Sekunden gemessen, bei der Alpha 6600 sind es lediglich 0,82 Sekunden.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Sony Alpha 7C.

Die Fokusfeld-Verteilung bei der Sony Alpha 7C:

Die Fokusfeld-Verteilung bei der Sony Alpha 6600:

Autofokus:
Bei den Autofokussystemen nutzt Sony die identische Technik. Es kommt ein Hybrid-AF mit einer Kombination aus Phasendetektion und Kontrastmessung zum Einsatz. Auf dem Sensor der Alpha 7C wurden zu diesem Zweck 693 AF-Punkte mit einer 93 prozentigen Abdeckung des Sensors untergebracht, auf dem Chip der Alpha 6600 sind 425 AF-Punkte mit 84 prozentiger Abdeckung zu finden. Des Weiteren verfügen beide DSLMs über 425 Kontrast-Messfelder. Zu den nutzbaren AF-Technologien gehören das Echtzeit-Tracking und der Echtzeit-Augenautofokus, diese Features stammen ursprünglich vom Flaggschiff Sony Alpha 9. Der Augen-AF funktioniert bei Fotos wie Videos und bei Menschen wie Tieren.

Die Fokusfeldmodi fallen bei beiden Kameras identisch aus:

Die Autofokus-Optionen fallen in puncto Messfeldgrößen („Breit“, „Feld“, „Mitte“, „Flexible Spot“ „Erweitert Flexible Spot“ und „Tracking Erweitert Flexible Spot“) und Fokusmethoden („AF-S“, „AF-C“, „AF-A“, „DMF“ und „MF“) identisch aus, einen Touch-AF gibt es ebenfalls bei beiden Kameras. In der Praxis arbeiten beide DSLMs bei statischen wie bewegten Motiven sehr präzise und zuverlässig, ein großer Unterschied lässt sich bei der Tracking-Leistung nicht feststellen.

Unsere Wertung beim Autofokus: Unentschieden.

Zu den Beispielaufnahmen des Testsiegers:

Im dritten Teil des Vergleichs der Sony Alpha 7C und Sony Alpha 6600 kümmern wir uns um spezielle Features, die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit. Ebenso ziehen wir ein Fazit.

Links zum Artikel:

 
Autor: dkamera.de Redaktion
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Kommentare

Ich weiß, dass die A7C ...

Ich weiß, dass die A7C nicht darauf ausgelegt ist, sie mit dem Sucher zu verwenden. Für mich wäre das aber ein Ausschlusskriterium. Ich selbst nutze die A6000, da sie sehr klein und leicht ist und damit für Outdoor-Aktivitäten super geeignet ist. Aber bei einer Vollformat-Kamera, die (für mich) professionell zum Einsatz kommt, hätte ich gerne einen Sucher, mit dem die Arbeit auch Spaß macht In dem Fall bin ich aber vermutlich auch nicht die Zielgruppe für die A7C

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