Sony Alpha 7C und Sony Alpha 6600 im Duell (Teil 3)

Teil 3 von 3: Spiegellose Systemkameras von Sony im Messsucher-Design


Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Vergleichs der Sony Alpha 7C und der Sony Alpha 6600 unter anderem die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit verglichen haben, sehen wir uns jetzt die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit sowie die Schnittstellen an. Anschließend fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Funktionen und Features:
Moderne Kameras verfügen über eine Reihe von Funktionen und Features. Das gilt natürlich auch für die Kandidaten in unserem Vergleich. Dazu zählen unter anderem diverse Aufnahmemodi. Neben der Automatik sind jeweils die PSAM-Modi sowie neun Szenenprogramme mit an Bord. Daneben hat Sony mehrere Custom-Modi integriert. Diese erlauben das Abspeichern und Aufrufen von bestimmten Einstellungen. Der „S&Q“-Modus ist nur für Videoaufnahmen relevant, Einzelbilder in bestimmten Zeitabständen speichert die Intervallfunktion.

Der Verschluss arbeitet bei beiden Kameras auf Wunsch mechanisch oder elektronisch. Für den mechanischen Schlitzverschluss gibt Sony jeweils Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis 1/4.000 Sekunde an, noch längere Belichtungen sind mit dem Bulbmodus möglich. Ausgelegt sind die Verschlusskonstruktionen für 200.000 Auslösungen. Wer den mechanischen Verschluss schonen oder lautlos fotografieren möchte, entscheidet sich für den elektronischen Verschluss. Bei der Alpha 7C lässt sich damit 1/8.000 Sekunde erreichen, bei der Alpha 6600 „nur“ 1/4.000 Sekunde. Wie für die meisten Kameras gilt auch hier, dass es beim Einsatz des elektronischen Verschlusses zu Verzerrungen oder anderen Artefakten kommen kann.

Beide Kameras verfügen über einen elektronischen Verschluss:

Sony Alpha 6600.

Einen auf den ersten Blick nicht erkennbaren Unterschied gibt es bei den Speicherkartenslots. In beiden Fällen wurde zwar ein SD-Slot verbaut, die Anbindung unterscheidet sich jedoch. Bei der Alpha 7C nutzt Sony das UHS-II-Protokoll, bei der Alpha 6600 lediglich das UHS-I-Protokoll. Ersteres erlaubt Datenraten von theoretisch bis zu 312MB/s, UHS-I-Karten schaffen bis zu 104MB/s. Im Test mit der Alpha 7C haben wir Datenraten von bis zu 140MB/s erreicht, bei der Alpha 6600 nur 35MB/s. Besonders letztere Übertragungsgeschwindigkeit enttäuscht und ist selbst für UHS-I-Slots sehr langsam. Dadurch dauert das Schreiben der Fotos auf die SD-Karte bei der Alpha 6600 wesentlich länger als bei der Alpha 7C.

Die Sensorstabilisierung (hier am Beispiels der Alpha 7C) gehört zu den wichtigen Features:

Sony Alpha 7C.

Die Bildstabilisierung durch den Sensor ist als weiteres Feature zu nennen. Die als SteadyShot bezeichnete Funktion macht den Verzicht auf einen Stabilisator im Objektiv möglich, bei Fotos wie Videos sorgt der Stabilisator für schärfere und verwacklungsärmere Aufnahmen.

Unsere Wertung bei den Funktionen und Features: Unentschieden.

Videoaufnahme:
Auf die Videofunktionalitäten seiner Kameras hat Sony schon immer einen hohen Wert gelegt, bei unseren beiden Testkandidaten sieht das nicht anders aus. Die Spezifikationen fallen dabei praktisch identisch aus, die unterschiedlichen Sensorabmessungen spielen keine Rolle. 4K-Aufnahmen mit 3.840 x 2.160 Pixel halten beide DSLMs mit 24, 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde fest. Bei 24 und 25 Vollbildern pro Sekunde lesen die Kameras jeweils den kompletten Sensor im 16:9-Format aus, dank des Fullpixel-Sensor-Readouts entspricht der Bildwinkel der Videos dem Bildwinkel der Fotos. Des Weiteren verhindert diese Ausleseart das Entstehen eines Cropeffekts. Bei 30 Vollbildern pro Sekunde nutzen die Kameras dagegen nicht die gesamten Pixel, der 1,2-fache-Crop stört jedoch nicht weiter.

Video-Bildqualitätsvergleich bei 3.840 x 2.160 Pixel:

Die Bildqualität der 4K-Aufnahmen ist exzellent, das gilt im Besonderen für die Aufnahmen mit 24p und 25p. In Full-HD gibt es keinen Crop, die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut. Als Bildraten lassen sich hier die üblichen Werte zwischen 24 und 120 Vollbilder pro Sekunde wählen. Daneben steht jeweils eine „S&Q“-Funktion für die Aufnahme von Zeitraffer- und Zeitlupenvideos zur Verfügung. An Einstellungsmöglichkeiten hat Sony nicht gespart, zur Featureliste gehören die manuelle Fokussierung und Belichtung sowie die Wahl des Bildstils (auch HLG und S-Log2/3).

Auf Seiten des Tons sind die jeweils vorhanden Mikrofoneingänge sowie Kopfhörerausgänge (3,5mm Klinke) zu nennen. Des Weiteren ist das Einspeisen eines Tonsignals mit einem kompatiblen Mikrofon über den Zubehörschuh möglich. Die Alpha 7C unterstützt dabei sogar die digitale Übertragung. Die jeweils eingebauten Mikrofone arbeiten in Stereo.

Unsere Wertung bei der Videoaufnahme: Unentschieden

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Trotz der kompakten Kameragehäuse hat Sony bei beiden Testkandidaten einige Schnittstellen verbaut. Zur Tonaufnahme stehen jeweils die schon angesprochenen 3,5mm Mikrofoneingänge zur Verfügung, die Tonkontrolle lässt sich über 3,5mm Kopfhörerausgänge vornehmen. Daneben gibt es jeweils einen Micro-HDMI-Ausgang, dieser erlaubt die Ausgabe von Ton- und Bildsignalen zu externen Monitoren oder Rekordern.

Schnittstellen besitzen beide Systemkameras gleich viele:

Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Beim USB-Port der Alpha 7C hat sich Sony für USB Typ C entschieden, als Protokoll kommt USB 3.2 zum Einsatz. Die Alpha 6600 besitzt einen Micro-USB-Port mit 2.0-Protokoll. Beide USB-Ports erlauben das Aufladen des Akkus in der Kamera, Besitzer der Alpha 6600 können darüber zudem Fernbedienungen anschließen. Eine von Sony herausgegebene USB-C-Fernbedienung gibt es aktuell noch nicht. Drahtlos kann man die DSLM allerdings per Infrafrot oder WLAN bzw. Blueotooth (RMT-P1BT) steuern. Das geht mit der Alpha 6600 genauso. NFC nutzen beide Kameras zur schnelleren Verbindungsaufnahme. Das Aufstecken eines externen Mikrofons oder Blitzgerätes ist per Zubehörschuh möglich, auf eingebaute Blitzgeräte hat Sony verzichtet.

Unsere Wertung bei der Erweiterbarkeit und Schnittstellen: Unentschieden.

Die Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung sind fast identisch groß und schwer:

Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Unser Fazit:
Sony bietet mit der Alpha 7C eine neue spiegellose Systemkamera an, die sowohl den Vollformat- als auch den APS-C-Kameras aus dem eigenen Hause Konkurrenz macht. Die Alpha 7C ist trotz ihres Vollformatsensors kaum größer und schwerer als die Alpha 6600, selbst auf längeren Fototouren fällt sie daher nicht zur Last. Das Handling und den Bedienkomfort sehen wir auf einem Level mit dem APS-C-Modell, Tasten und Wählräder gibt es akzeptabel viele. Nicht ganz so viele wie bei den anderen Modellen der Alpha-7-Serie und auch keinen Joystick – damit kann man angesichts der Größen- und Gewichtsvorteile jedoch leben. Die Robustheit der Gehäuse bewegt sich dank hochwertigem Magnesium jeweils auf einem sehr hohen Level, die Abdichtungen halten Staub und Feuchtigkeit vom Inneren fern.

Größe Unterschiede gab es in unserem Vergleich nicht allzu viele, ein paar davon können abhängig von der Aufnahmesituation und den persönlichen Ansprüchen jedoch relevant sein. Zum einen gilt dies für die Bildqualität. Bei Tag liefern beide Modelle sehr gut aufgelöste Bilder, die 24 Megapixel auflösenden Dateien fallen sehr ähnlich auch. Bei Nacht und/oder höheren ISO-Werten kann die Alpha 7C den Vorteil des größeren Sensors natürlich ausspielen. Bis etwa ISO 3.200 ist der Vorteil noch klein, bei ISO 6.400 dann schon sichtbar und bei ISO 12.800 sehr deutlich. Wer oft mit sehr hohen Sensorempfindlichkeiten arbeiten möchte, sollte daher zur Sony Alpha 7C greifen.

Die Leistung beider DSLMs kann sich sehen lassen, die Alpha 7C liegt insgesamt leicht vorne:

Links sehen Sie die Sony Alpha 7C, rechts die Sony Alpha 6600.

Absetzen kann sich die Vollformat-DSLM auch bei der Serienaufnahme. Hier meinen wir allerdings nicht die Bildrate, denn diesbezüglich liegt sogar die Alpha 6600 mit 11,1 statt 9,8 Bildern pro Sekunde leicht in Führung. Besser schneidet die Alpha 7C bei den Aufnahmen in Folge ab. Bei JPEG-Dateien haben wir 226 statt 116 Fotos in Folge gemessen, bei RAW-Dateien 121 gegenüber 48 Bildern. Das kann, muss aber nicht von Relevanz sein. Des Weiteren punktet die Alpha 7C mit einem viel schneller arbeitenden Speicherkartenslot, das Modell der Alpha 6600 ist sehr langsam. Etwas besser gefällt uns bei der Sony Alpha 7C zudem das Display. Dessen dreh- und schwenkbare Lagerung macht die Bildkontrolle sehr komfortabel. Beim Sucher wendet sich das Blatt, der Sucher der Sony Alpha 6600 sorgt wegen des größeren Bildes für einen deutlich höheren Komfort. Der Sucher der Alpha 7C ist einfach zu klein.

In puncto Videoaufnahme liegen die spiegellosen Systemkameras wieder auf einem Level. Mit exzellenten 4K-Aufnahmen (24p bis 30p), sehr guten Full-HD-Aufnahmen (24p bis 120p) und vielen Bild- sowie Audio-Optionen macht man mit beiden DSLMs nichts falsch. Die Autofokussysteme arbeiten bei Fotos wie Videos sehr gut, selbst schnelle Motive lassen sich sicher einfangen.

Unser Testsieger:

Am Ende müssen zukünftige Kamerabesitzer abwägen, welche Kriterien für sie am wichtigsten sind. Dazu gehört sicherlich auch der Preis. Diesbezüglich lässt sich sagen: Zumindest aktuell (Januar 2021) bietet die Sony Alpha 6600 ein attraktiveres Gesamtpaket.

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

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Autor: dkamera.de Redaktion
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