Sony RX100 IV und Panasonic TZ101 im Duell (Teil 2)

Teil 2 von 3: Premium-Kompaktkameras mit 1,0 Zoll Bildwandler und 4K-Videoaufnahme


Links sehen Sie die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV, rechts die Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Nachdem wir im ersten Teil des Vergleichstests der Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV und der Panasonic Lumix DMC-TZ101 auf die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität eingegangen sind, stehen nun unter anderem die Objektive, die Geschwindigkeit und die Bildkontrolle auf dem Prüfstand.

Objektive:
Während es beim Bildsensor kaum technische Unterschiede gibt, sind diese bei den Objektiven zweifellos vorhanden. Das Zeiss Sonnar T* der Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV (Testbericht) deckt einen 2,9x Zoombereich von 24 bis 70mm (KB-äquivalent) ab und besitzt eine hohe Lichtstärke von F1,8 bis F2,8. Während im Weitwinkel keine Einschränkungen bestehen, wird der Telebereich mit maximal 70mm deutlich schlechter abgedeckt. Das „Heranholen“ von weiter entfernten Motiven ist nicht möglich.

Die RX100 IV besitzt ein 2,9x Zoom, die TZ101 ein 10x Zoomobjektiv:

Links sehen Sie die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV, rechts die Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Bei der TZ101 ist dies durch das DC Leica Vario-Elmarit mit 25 bis 250mm Brennweite anders. Damit ist man – bezüglich der Brennweite – für viele Situationen gerüstet. Da die TZ101 allerdings auch noch recht kompakt und leicht ausfallen muss, konnte das Objektiv nur lichtschwach (F2,8 bis F5,9) konstruiert werden. Zum Vergleich: Ein Objektiv mit der Brennweite der TZ101 und einer Lichtstärke von F2,8 ist bei der deutlich größeren Sony Cyber-shot DSC-RX10 II (Testbericht) zu finden.

Gut zu wissen: Die Lichtstärke beider Kameras in diesem Test fällt recht schnell ab. Die RX100 IV erreicht ihre kleinste Blendenöffnung von F2,8 bereits bei weniger als 35mm, die TZ101 besitzt ab etwa 50mm nur noch eine Lichtstärke von F4,1. Im direkten Vergleich ist das Objektiv der RX100 IV natürlich deutlich lichtstärker, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen kann man damit gut fotografieren. Bei der TZ101 ist dies nur im Weitwinkelbereich möglich. F4 wird beispielsweise schon ab 46mm KB-Brennweite erreicht.

Bei der Bildqualität sehen wir die RX100 IV klar vorne: Deren Objektiv besitzt schärfere Bildränder, die insgesamt ein gutes Qualitätsniveau erreichen. Bei der TZ101 lässt sich dies nicht sagen. Besonders im Telebereich fällt die Schärfe außerhalb des Bildzentrums deutlich ab, teilweise wird dabei sogar ein kritisches Schärfeniveau erreicht. Abblenden hilft leider nur wenig weiter.

Unser Sieger beim Objektiv: Die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV.

Bildkontrolle:
Hochwertige Kompaktkameras verfügen heutzutage nicht mehr „nur“ über ein Display, in vielen Fällen ist auch ein elektronischer Sucher vorhanden. Diesen haben auch unsere beiden Vergleichskameras zu bieten. Hier gibt es allerdings größere Unterschiede, die sich bereits bei der Ausführung der Sucher erkennen lassen. Während der Sucher bei der Panasonic Lumix DMC-TZ101 (Testbericht) auf der Rückseite in der linken oberen Ecke schnell auszumachen ist, lässt sich dieser bei der RX100 IV auf den ersten Blick nicht erkennen. Der Grund dafür ist einleuchtend: Er wurde vollständig im Kameragehäuse untergebracht und muss vor dem Verwenden erst ausgeklappt werden. Dies wird über einen kleinen Finder-Schalter an der linken Kameraseite vorgenommen. Wer jenen nach unten schiebt, klappt den Sucher auf der Oberseite aus. Noch kann dieser allerdings nicht verwendet werden, dazu muss man zuerst einen Teil des Suchers nach hinten herausziehen. Erst jetzt ist der Sucher einsatzbereit. Wenn es schnell gehen muss, mag diese Lösung nicht die beste sein, in der Praxis sehen wir aber keine allzu großen Nachteile. Diese Konstruktion erlaubt zudem sehr kompakte Gehäuseabmessungen

Bevor der Sucher der RX100 IV verwendet werden kann, muss er ausgeklappt werden:

Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV.

Bei der TZ101 liegt der Sucher zu jeder Zeit erreichbar in der linken oberen Ecke des Gehäuses:

Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Weitere Unterschiede ergeben sich bei den Sucherbildern. Das OLED-Modell der Cyber-shot DSC-RX100 IV löst hohe 2,36 Millionen Subpixel auf und vergrößert 0,59x. Damit wird ein für Kompaktkameras sehr gutes Niveau erreicht. Selbst vor einigen Systemkameras muss sich der Sucher nicht verstecken. Der elektronische Sucher der TZ101 besitzt nicht nur ein wesentlich kleineres Sucherbild (0,46x Vergrößerung), auch die Auflösung ist deutlich geringer (1,17 Millionen Subpixel). In der Praxis weiß der Sucher der RX100 IV daher wesentlich besser zu gefallen. Dagegen gleich: Durch den jeweils vorhandenen Augensensor wird der Sucher automatisch bei der Annäherung aktiviert.

Der Sucher der RX100 IV ist insgesamt gesehen eine gute Alternative zum Display. Den Sucher der TZ101 sehen wir nur bei kritischen Lichtverhältnissen, also z. B. bei starker Sonneneinstrahlung, als Alternative zum LCD.

Das Display der RX100 IV lässt sich schwenken, das LCD der TZ101 ist fest verbaut:

Links sehen Sie die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV, rechts die Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Nun zu den Displays. Diese können mit einer hohen Auflösung punkten. Das 3,0 Zoll messende LCD der RX100 IV verfügt über 1,23 Millionen Subpixel (RGBW-Matrix), das ebenso 3,0 Zoll ausfallende LCD der TZ101 über 1,04 Millionen Subpixel (RGB). In der Praxis erreichen beide Displays ein sehr gutes Schärfenniveau. Die Einblickwinkel fallen jeweils groß aus, das Betrachten von der Seite ist daher kein Problem. Absetzen kann sich die RX100 IV von der TZ101 durch die schwenkbare Aufhängung des Displays. Nach unten lässt sich ihr LCD um 40 Grad schwenken, nach oben sind 180 Grad möglich. Ob bei Selbstporträts oder Aufnahmen in Bodennähe, mit dem Display der RX100 IV lässt sich flexibel arbeiten. Auf diesen Komfort muss bei der TZ101 verzichtet werden.

Über ihr Touchdisplay kann die TZ101 bedient werden:

Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Dafür besitzt das Display der TZ101 als Komfort-Funktion einen Touchscreen. Dieses macht unter anderem das Setzen des Fokuspunktes sehr einfach. Wer nicht aufpasst, verändert mit der Nase über die Touchfläche aber versehentlich den Fokuspunkt.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV.

Beide Kameras besitzen Gehäuse aus Metall:

Links sehen Sie die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV, rechts die Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Geschwindigkeit:
Ein hohe Arbeitsgeschwindigkeit wurde zu Beginn der Digitalfotografie fast nur von Systemkameras geboten. Mittlerweile haben Kompaktkameras diesbezüglich aber deutlich aufgeholt. Teilweise können einige Modelle sogar an besseren Systemkameras vorbeiziehen.

Die Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV (Testbericht) erreicht mit 16,5 Bildern pro Sekunde bei der JPEG-Aufnahme eine besonders hohe Bildrate, ein großer Pufferspeicher erlaubt dabei 45 Bilder in Serie. Danach muss man mit deutlich geringeren 2,1 Bildern pro Sekunde auskommen. Die TZ101 arbeitet bei JPEG-Aufnahmen etwas langsamer, mit 10,0 Bildern pro Sekunde ist aber auch deren Ergebnis sehr überzeugend. Die Länge der Bilderserie kann mit 82 Aufnahmen in Folge zudem als sehr überzeugend bezeichnet werden.

Wer sich für Bilder im RAW-Format entscheidet, hält mit der RX100 IV genau 8,7 Bilder pro Sekunde für 29 Bilder in Folge fest. Danach stellen 1,7 Bilder pro Sekunde das Maximum dar. Die TZ101 nimmt mit 9,4 Bildern pro Sekunde etwas mehr Fotos im gleichen Zeitraum auf, die Bildrate wird aber schon nach 14 Aufnahmen in Folge langsamer. Nachdem der Pufferspeicher gefüllt ist, liegt die TZ101 mit 1,8 Bildern pro Sekunde auf dem Niveau der RX100 IV.

Bei der gleichzeitigen Speicherung von JPEG+RAW-Bildern ist die TZ101 mit 9,4 Bildern pro Sekunde wieder etwas schneller als die RX100 IV mit 8,7 Bildern pro Sekunde. Auch hier überzeugt die RX100 IV aber mit einer längeren Aufnahmeserie (26 zu 12 Bilder in Folge). Mit 1,3 Bildern pro Sekunde ist die Bildrate bei gefülltem Pufferspeicher zudem höher als die Geschwindigkeit der TZ101 mit 0,8 Bildern pro Sekunde.

Blick in das Menü der Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV:

Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV.

Das Hauptmenü der Panasonic Lumix DMC-TZ101:

Panasonic Lumix DMC-TZ101.

Wieder in Front liegt die Panasonic Lumix DMC-TZ101 (Testbericht) bei der Fokussierungszeit. Mit 0,09 Sekunden stellt die Kompaktkamera blitzschnell scharf. Auch bei längeren Brennweiten ist das Ergebnis mit rund 0,20 Sekunden immer noch äußerst schnell. Die RX100 IV von Sony fokussiert mit 0,21 Sekunden langsamer, dieses Ergebnis ist jedoch noch immer als gut zu bewerten. Langsam ist die RX100 IV keinesfalls.

Ein effektiv gleiches Ergebnis ergibt sich bei der Einschaltzeit. Die TZ101 zeigt 1,98 Sekunden nach dem Kamerastart die vollständige Displayansicht, die RX100 IV benötigt dafür 2,01 Sekunden. Beide Werte sind akzeptabel bis gut, hier gibt es aber durchaus noch Luft nach oben. Die erste Bildaufnahme erfolgt bei der RX100 IV nach 2,12 Sekunden, bei der TZ101 haben wir 2,26 Sekunden gemessen. Auch hier gilt wieder: Beide Ergebnisse sind akzeptabel bis gut, aber keine Spitzenwerte.

Unsere Wertung bei der Geschwindigkeit: Unentschieden.

Im dritten und letzten Teil unseres Vergleichstests der Sony Cyber-shot DSC-RX100 IV und der Panasonic Lumix DMC-TZ101 gehen wir auf die Funktionen und Features, die Videoaufnahme sowie auch die Erweiterbarkeit ein.

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Kommentare

Super Vergleich, sehr ausführlich und …

Super Vergleich, sehr ausführlich und gut geschrieben :) Dankeschön! Es war aber auch eine schwere Entscheidung, haben halt beide ihre Vor und Nachteile.

Mein Freund hat die RX100III, …

Mein Freund hat die RX100III, ich seit 14.5.16 die TZ101. Fazit mehrer Tests und Vergleiche:
+ RX: kompakter, Bild etwas besser bei Top-Qualität beider, Klappdisplay
+ TZ: unvergleichbar größeres Zom, 4K+PostFoto-Funktionen
Beide phantastische Überall-dabei-Kameras. Jeder schwört durch unterschiedlichen Einsatz-Schwerpunkt auf seine. TZ in Originaltasche am Gürtel oder in Fahrrad-Fronttasche sofort einsatzbereit und klein genug.
Achtung! O-Tasche kann sich unabsichtlich durch Hängenbleiben der Magnetklappe öffnen -> Kamera durch Umhänggurt sichern!

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