Testbericht des Nikon Filmdigitalisierungsadapters ES-2 (Teil 2)

Das Digitalisieren von Negativen mit der Nikon D780

Nachdem wir uns im ersten Teil des Tests des Filmdigitalisierungsadapters ES-2 von Nikon mit dem Adapter sowie dem grundsätzlichen Vorgehen beschäftigt haben, gehen wir im Folgenden auf die Digitalisierung mit der Nikon D780 ein. Diese setzt sich von den meisten Digitalkameras durch einen speziellen Modus zum Umwandeln von Negativen ab.

Bei Aufnahmen von Negativ- wie Positivfilmen lässt sich grundsätzlich der normale Aufnahmemodus verwenden, neben JPEG- sind auch RAW-Bilder möglich. Warum wir das erwähnen? Nikon hat der von uns zum Test verwendeten D780, wie übrigens auch der D850, einen speziellen Modus zum Umwandeln von Negativfilmen spendiert. Beide Kameras machen die Umkehr des Negativfilms daher sehr einfach. Sofern dieser Modus aktiviert wurde, lassen sich allerdings nur noch JPEG-Bilder speichern und kann man kaum mehr Einstellungen vornehmen. Trotzdem ist der Einsatz dieses Modus bei Negativfilmen durchaus zu empfehlen, er kann die Arbeit deutlich einfacher machen.

Die Funktion zur Umwandlung von Negativfilmen findet sich im "i"-Menü der Kamera:

Hier gibt es eine Option zur Umwandlung von Farbfilmen ...

... sowie zur Umwandlung von Schwarz-Weiß-Filmen:

Erreichen lässt sich der Modus für die Negativumwandlung über das „i“-Menü der Kamera, hier kann man zwischen der Schwarz-Weiß- und Farbumwandlung wählen. Als weitere Option wird das Anpassen der Helligkeit angeboten. Da helle Stellen bei JPEG-Fotos oftmals nicht mehr „gerettet“ werden können, bietet es sich in der Regel an, etwas unterzubelichten. Das Vorgehen ist bei Dias natürlich identisch, hier können sich Nutzer wegen der nicht notwendigem Umkehrung jedoch auch für RAW-Bilder entscheiden. Dies würden wir in jedem Fall machen, beim Bearbeiten stehen einem dadurch wesentlich mehr Möglichkeiten offen.

Als einziger Parameter steht das Anpassen der Helligkeit zur Verfügung:

Unsere Tipps:
Bei der Aufnahme würden wir uns für einen in etwa mittleren Blendenwert entscheiden, mit etwa F8 sollte man gut fahren. Damit lässt sich nicht nur die Qualität des Objektivs maximieren, die erhöhte Schärfentiefe hilft, dass der komplette Bildbereich auch bei nicht ganz plan liegendem Film scharf aufgenommen wird. Probleme hatten wir bei unserem Praxistest damit aber nicht.

Vor dem Einlegen würden wir das Filmmaterial säubern, zumindest das Entfernen von Staub ist in jedem Fall sinnvoll. Hierfür haben wir zu einem Blasebalg gegriffen. Damit kann man auf das nachträgliche Entfernen von Staub in der Bildbearbeitung praktisch verzichten. Gegen Kratzer hilft dieses Vorgehen natürlich nicht. Wer stark verkratzte Dias besitzt, sollte über den Einsatz eines Scanners mit ICE-Verfahren (Image Correction and Enhancement) nachdenken. Diese Technik erlaubt das automatische Entfernen von Kratzern sowie Staub.

Vor dem Abfotografieren sollte man die Dias oder Filme vorsichtig reinigen:

Das Berühren des eigentlichen Filmmaterials ist grundsätzlich zu vermeiden, es sollte mit den Fingern nur an den Perforationslöchern angefasst werden. Alternativ bietet sich der Einsatz von Baumwollhandschuhen an.

Auch wenn das Abfotografieren von Dias mit dem Filmdigitalisierungsadapters ES-2 vergleichsweise schnell geht, ist grundsätzlich ein möglichst „perfektes Arbeiten“ zu empfehlen. Die digitalisierten Bilder lassen sich danach schließlich unendlich lange nutzen. Eine passende Belichtung sollte zu den minimalen Ansprüchen gehören.

Da das Filmmaterial teilweise von den weiteren „Daten“, beispielsweise beim Öffnen von Diarahmen, getrennt wird, sollten alle Aufnahmen mit den wichtigsten Informationen versehen werden. Diese lassen sich im Dateinamen oder einer Excel-Tabelle abspeichern. Des Weiteren ist es möglich, Informationen in den Exif-Daten zu hinterlegen.

Die Detailwiedergabe kann gerade bei älteren Negativen nicht besonders gut sein, das liegt am Film und nicht an der Kamera. Die 24 Megapixel der Nikon D780 reichen auf alle Fälle vollkommen aus. Neben der Aufnahme des umgewandelten Negativs würden wir stets ein RAW-Bild ohne Umwandlung speichern. Dieses lässt sich nachträglich – sofern Bedarf besteht – umfangreich bearbeiten. Die D780 selbst bietet in diesem Fall wie erwähnt leider praktisch keine Optionen. Das ist gerade bei der Farbwiedergabe nicht optimal, teilweise wurden in unserem Test Rot- und Grüntöne zu stark gesättigt wiedergegeben.

Beispielhafte Ergebnisse (nachträgliches Zuschneiden mit Photoshop):

Unser Fazit:
Der Einsatz des Nikon Filmdigitalisierungsadapters ES-2 konnte uns in der Praxis überzeugen. Dabei handelt es sich um eine einfache und zugleich schnelle Lösung. Wer schon einmal Dias oder Negative mit einem Scanner in hoher Qualität eingescannt hat weiß, dass dieser Vorgang lange dauert. In dieser Zeit kann man ein Vielfaches an Bildern abfotografieren.

Die Nikon D780 ist zum Abfotografieren von Dias oder Negativfilmen sehr gut geeignet:

Die Qualität der Aufnahmen (Schärfe und Kontrast) weiß sowohl bei Dias als auch bei Negativen zu gefallen, das letztendliche Ergebnis ist aber natürlich auch vom verwendeten Filmmaterial abhängig. Nachträgliche Korrekturen sind zumindest bei Negativen, die mit der D780 umgewandelt wurden, wegen des JPEG-Formats nur noch geringfügig möglich. Grundsätzlich finden wir es zudem schade, dass man bei diesem Prozess fast keine Parameter beeinflussen kann. Hier wären weitere Optionen sehr sinnvoll. Das gilt im Besonderen, da die Farben bei manchen abfotografierten Negativen zu stark gesättigt waren. Dies muss man nachträglich per Bildverarbeitung korrigieren.

Autor: dkamera.de Redaktion
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