Vergleich: Canon EOS R5, Sony Alpha 7R IV & Nikon Z 7II (Teil 3)

Teil 3 von 3: Spiegellose Systemkameras der Oberklasse mit Vollformatsensor


v.l.n.r.: Canon EOS R5, Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Vergleichstests der Canon EOS R5, Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II unter anderem die Möglichkeiten zur Bildkontrolle verglichen haben, gehen wir jetzt auf die Videofunktionen und die Schnittstellen ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Videoaufnahme:
Videos muss eine Kamera 2022 aufnehmen können, Videos sind für viele Personen fast genauso wichtig wie Fotos. An Videofeatures haben die Hersteller bei allen drei Kameras daher nicht gespart. Gleichwohl ergeben sich bereits auf den ersten Blick größere Unterschiede. Das umfangreichste Videopaket bringt die Canon EOS R5 mit. Sie kann Videos in allen aktuell gängigen Auflösungen aufzeichnen. Dazu gehört die 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel oder 8.192 x 4.320 Pixel), die 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel oder 4.096 x 2.160 Pixel) sowie die Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Bei 8K-Auflösung sind 24 bis 30 Vollbilder pro Sekunde wählbar, bei den anderen Auflösungen 24 bis 120 Vollbilder pro Sekunde. Ohne 8K-Auflösung müssen Besitzer der Nikon Z 7II auskommen. Hier lassen sich bei 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) und Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) jeweils 24 bis 120 Vollbilder pro Sekunde wählen. Die Sony Alpha 7R IV erlaubt Aufnahmen in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24 bis 30 Vollbildern pro Sekunde und Aufnahmen in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 24 bis 120 Vollbildern pro Sekunde.

Neben den meisten Auflösungen und Bildraten hat die EOS R5 auch die meisten Kompressionen zu bieten. Neben der klassischen IPB-Speicherung („normal“ sowie „light“) stehen auch die All-I-Kodierung und die RAW-Speicherung zur Verfügung. RAW-Videos kann die Nikon Z 7 II ebenfalls aufzeichnen, im Gegensatz zur EOS R5 allerdings nur extern über HDMI und nicht auf die Speicherkarte. Die Speicherung im Log-Format unterstützen alle drei Modelle, wegen der Ausgabe mit maximal 8-Bit fallen die Möglichkeiten zur Nachbearbeitung bei der Alpha 7R IV aber deutlich begrenzter als bei den beiden anderen Kameras (10-Bit) aus.

Zeitlupenvideos sind wegen der höheren Bildraten mit allen drei Kameras realisierbar, dabei kann man zwischen der Ausgabe mit der originalen Bildrate (bei der EOS R5 nur bis 60p) und einer verlangsamten Version wählen. Des Weiteren sind Zeitraffervideos aufnehmbar. Manuelle Einstellungen erlauben alle drei DSLMs, hier kann man neben der Belichtung und dem Fokus auch den Bildstil bestimmen. Zur Aufnahme werden die integrierten Stereomikrofone oder extern Mikrofone (angeschlossen via 3,5mm Kinkenanschluss) verwendet, zur Tonkontrolle gibt es einen Kopfhörerausgang. Den Tonpegel können Videografen jeweils anpassen.

Die Video-Bildqualität im Vergleich:

In puncto Bildqualität liegt die Canon EOS R5 meilenweit vorne, mit der vierfachen Auflösung sind selbstredend massiv bessere Ergebnisse möglich. Darüber hinaus eröffnet die RAW-Aufnahme große Bearbeitungsspielräume. Die 4K-Videos der Nikon Z 7II und der Sony Alpha 7R IV halten diesbezüglich nicht mit, bei der Z 7II stehen mit der RAW-Aufnahme über HDMI zusätzliche Optionen zur Verfügung. Die Sony Alpha 7R IV hat jedoch immer noch eine sehr ansprechende Qualität zu bieten, die Aufnahmen der Nikon Z 7II fallen im Vergleich etwas zurück. Da wir die Bildausschnitte für unseren Vergleich vergrößert haben, sind die Unterschiede bei der Betrachtung an einem Fernseher jedoch geringer.

Keine Unterschiede gibt es vom Autofokus und der Bildstabilisierung zu berichten, alle arbeiten sehr solide. Wer längere Aufnahmen mit der Canon EOS R5 vorhat, sollte die Überhitzung der Kamera bedenken. Diese tritt vor allem bei 8K-Aufnahmen auf, bei 4K und 60 bzw. 120 Vollbildern pro Sekunde ebenso. Besitzer der andere beiden Vergleichsmodelle müssen unserer Erfahrung nach kein Überhitzen fürchten, 8K-Videos oder 4K-Videos mit 120 Vollbildern pro Sekunde sind aber natürlich gar nicht erst möglich.

Unser Sieger bei der Videoaufnahme: Die Canon EOS R5.

Die Schnittstellen der Canon EOS R5:

Canon EOS R5.

Die Schnittstellen der Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II:

Links die Sony Alpha 7R IV, rechts die Nikon Z 7II.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Die Erweiterbarkeit gehört bei höherklassigen Systemkameras zu den wichtigen Features. Dadurch sind die Fähigkeiten deutlich erweiterbar. Wie bereits erwähnt, sind alle drei Modelle mit einem Mikrofoneingang und einem Kopfhörerausgang ausgerüstet. Darüber hinaus lassen sich für die Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II Audio-Interfaces erwerben, die man zum Einsatz von XLR-Mikrofonen verwenden kann. Die Verbindung mit einem Computer erfolgt über USB-C, die Ausgabe eines Video-Audios-Streams über HDMI. Einen eigenen Anschluss für die Fernbedienung besitzen alle drei Kameras, ein integriertes Blitzgerät ist bei keiner Kamera verbaut. Über den Blitzschuh lässt sich dieses aber aufstecken. Die Sony Alpha 7R IV kann Blitze zudem über ihren Blitzsynchronport ansprechen. Drahtlos kommunizieren alle drei DSLMs via WLAN und Bluetooth, die Alpha 7R IV bringt darüber hinaus NFC mit.

Unsere Sieger bei der Erweiterbarkeit und Schnittstellen: Die Sony Alpha 7R IV.

Unser Fazit:
Am Ende unseres Vergleichstests können wir zunächst folgendes Fazit ziehen: Alle drei Modelle bieten eine hohe Leistung und sind kaufenswert. Mit allen drei DSLMs erzielen Fotografen erstklassige Ergebnisse. Welches Modell für einen am besten geeignet ist, hängt vor allem vom eigenen Anforderungsprofil ab. Die aus unserer Sicht am universellsten einsetzbare Kamera ist die Canon EOS R5. Ihre Fähigkeiten sollten sowohl Foto- als auch Videografen rundum überzeugen. Das unter anderem wegen der 8K-Videoaufnahme, der Zeitlupenaufnahme in 4K mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde und den zahlreichen Video-Optionen. Die Nikon Z 7 II platziert sich bei Video-Features auf dem zweiten Platz. Mit 60 Vollbildern pro Sekunde in 4K und der Log-Aufnahme in 10-Bit über HDMI gibt es kaum etwas zu kritisieren. Die Sony Alpha 7R IV hält in puncto Video nicht ganz mit. 4K-Aufnahmen mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde mögen für viele Aufgaben ausreichend sein, die anderen beiden Kameras können aber eben mehr.

Alle drei DSLMs bieten eine sehr hohe Leistung:

v.l.n.r.: Canon EOS R5, Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II.

Stattdessen punktet die DSLM mit der besten Detailwiedergabe bei Fotos. Die höhere Auflösung des Sensors sorgt für sichtbar detailreichere Bilder, mit der Pixel-Shift-Funktion lässt sich der Vorsprung sogar noch einmal vergrößern. Das Bildrauschen fällt bei allen drei Modellen sehr gering aus, erst bei hohen ISO-Werten tritt dieses zum Vorschein. Unterhalb von ISO 1.600 ist es praktisch nicht zu sehen, bis ISO 3.200 tritt es kaum hervor. Ab ISO 6.400 muss die Rauschreduzierung dann eingreifen, die Bilder bleiben jedoch nutzbar. ISO 12.800 sind dann schon mit Einschränkungen verbunden, die Abweichungen der drei Kameras sind aber doch recht gering. Alle drei DSLMs gehören zu den Modellen mit der besten Bildqualität.

Die Gehäuse fallen robust aus und sorgen für einen hohen Bedienkomfort:

v.l.n.r.: Canon EOS R5, Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II.

Sehr überzeugend schneiden sie auch bei Serienaufnahmen ab. Mit 20 Bilder pro Sekunde liegt hier die EOS R5 vorne, beim Einsatz des mechanischen Verschlusses ergibt sich mit zwölf (EOS R5) zu zehn Bildern pro Sekunde (Alpha 7R IV und Z 7II) dann nur noch ein kleiner Unterschied. Weit in Front liegt die Kamera von Canon bei der Serienbildlänge, im RAW-Format kann sie in der Spitze mehr als doppelt so viele Bilder wie die Vergleichsmodelle speichern. Die Alpha 7R IV und die Z 7II erlauben aber immer noch rund sieben Sekunden „Dauerfeuer“ und sind damit ebenfalls für viele Aufnahmesituationen geeignet. Die Autofokussysteme der spiegellosen Kameras liegen recht nah zusammen und bringen alle wichtigen AF-Features (Gesichts- und Augenerkennung sowie diverse Messfeld- und AF-Optionen) mit, das beste Ergebnis erreichte bei bewegten Motiven die Sony Alpha 7R IV. Bei statischen Motiven waren dagegen die anderen beiden DSLMs etwas schneller. Bei wenig Licht stellt die EOS R5 am besten scharf.

Die Liste der Fotoprogramme fällt praktisch identisch aus, auch bei den Verschlüssen gibt es keine wesentlichen Unterschiede. Die Bildstabilisierung arbeitet bei der EOS R5 am besten, Bilder und Videos speichert diese zudem am schnellsten auf der Speicherkarte ab. Erweitern kann man alle drei Kameras hervorragend, aus der Ferne lassen sie sich auf mehrere Arten steuern

In puncto Bedienung hängt die Wertung immer von den Aufnahmebedingungen bzw. den Wünschen des Anwenders ab. Wir konzentrieren uns daher auf die harten Fakten. Alle drei Kameras sind mit einem Joystick zur schnellen Wahl des AF-Messfeldes ausgerüstet und bringen Einstellräder für die wichtigsten Aufnahme-Optionen mit. Tasten stehen jeweils ausreichend zur Verfügung, besonders umfangreich lassen sich diese allerdings nur bei der Canon EOS R5 und Sony Alpha 7R IV konfigurieren. Bei der Nikon Z 7II stehen deutlich weniger Optionen zur Wahl. Von Vorteil sind das Kontrolldisplay auf der rechten Oberseite der Kameras von Canon und Nikon, klassische Programmwählräder bieten die Alpha 7R IV und Z 7II. Die Verarbeitung unserer drei Testkameras fällt sehr hochwertig aus, Abdichtung und eine Magnesiumlegierung sorgen für eine hohe Robustheit. Das Handling gefällt uns dank großer und gummierter Griffe sehr gut. Bei der Bildkontrolle sehen wir die EOS R5 wegen des dreh- und schwenkbaren Displays und des besten Suchers vorne. Auf das größte Objektivangebot können zweifellos Besitzer der Alpha 7R IV zurückgreifen, gerade an preiswerten Modellen fehlt es hier anders als bei Nikon und Canon nicht.

Das beste Gesamtpaket der drei Systemkameras bietet die Canon EOS R5:

v.l.n.r.: Canon EOS R5, Sony Alpha 7R IV und Nikon Z 7II.

Am Ende unseres Vergleichstests können wir festhalten: Alle drei Kameras können uns überzeugen und sind sehr gute Werkzeuge für Fotografen. Wer einen Schwerpunkt auf Videos legt, sollte am besten zur Canon EOS R5 greifen. Diese bietet Videografen ein bis auf wenige Ausnahmen tolles Gesamtpaket. Die Nikon Z 7II hat für Videografen ebenso einiges zu bieten, hält mit der EOS R5 letztendlich aber nicht mit. Die Videofunktion der Sony Alpha 7R IV ist alles andere als schlecht, im direkten Vergleich fällt sie jedoch eindeutig hinter den anderen beiden Vergleichsmodellen zurück. Fotografen machen mit keiner der drei spiegellosen Systemkameras etwas falsch.

Unser Testsieger:

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

Autor: dkamera.de Redaktion
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