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Vergleich: Sony Alpha 7R III, Panasonic S1R und Nikon Z 7 (Teil 2)

Teil 2 von 3: Spiegellose Megapixel-Flaggschiffe mit Vollformatsensor


v.l.n.r.: Sony Alpha 7R III, Panasonic Lumix DC-S1R und Nikon Z 7.

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Sony Alpha 7R III, Panasonic Lumix DC-S1R und Nikon Z 7 die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, prüfen wir nun das Objektivangebot, die Bildkontrolle, die Arbeitsgeschwindigkeit und die Autofokussysteme.

Objektivangebot:
Das Objektivangebot ist für ambitionierte Fotografen ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Kamera. Nur mit einer großen Objektiv-Auswahl lassen sich viele Aufgabengebiete abdecken. Ganz vorne liegt bei diesem Bewertungskriterium zweifellos die Alpha 7R III. Das E-Bajonett gibt es schon seit vielen Jahren, das Objektivangebot fällt daher sehr groß aus. Der offene Standard, der auch Herstellern abseits von Sony die Konstruktion von Objektiven erlaubt, stellt einen weiteren Pluspunkt dar.

Sony-E-Objektive lassen sich fast mit allen Brennweiten und Lichtstärken erwerben, nur wenige Objektivtypen fehlen. Notfalls kann man sich per Adapter behelfen und fehlende Modelle adaptieren. Beim zweiten und dritten Platz ist die Wahl schon schwieriger. Nikon bietet aktuell sehr wenige Objektive mit Z-Bajonett an, im Oktober 2019 waren es lediglich sieben Stück. Die Auswahl wird jedoch kontinuierlich erweitert. Zudem lassen sich Objektive mit F-Bajonett in der Regel ohne größere Einschränkungen an der Kamera verwenden (FTZ-Bajonettadapter notwendig). Das macht die DSLM vor allem für Umsteiger von einer DSLR interessant.

Das größte Objektivangebot ohne den Einsatz von Adaptern hat die Sony Alpha 7R III zu bieten:

v.l.n.r.: Sony Alpha 7R III, Panasonic Lumix DC-S1R und Nikon Z 7.

Die Panasonic Lumix DC-S1R nutzt das L-Bajonett. Aktuell gibt es bloß drei Objektive mit L-Bajonett von Panasonic zu kaufen, ergänzt wird das Angebot von Leica oder Sigma. Letztere beiden Hersteller bieten vor allem Festbrennweiten an, Zoomobjektive gibt es nur wenige. Auch an der S1R lassen sich für DSLRs gebaute Objektive nutzen, dabei sind allerdings Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Zukünftig sehen wir das L-Bajonett deutlich besser aufgestellt, Ende 2020 sollen mehr als 40 Objektive erhältlich sein. In der Praxis gilt aktuell: Welches Bajonett für einen mehr zu bieten hat, lässt sich erst nach einer detaillierten Prüfung des Objektivportfolios und der eigenen Wünsche herausfinden. Allgemeingültige Aussagen sind kaum möglich.

Unser Sieger beim Objektivangebot: Die Sony Alpha 7R III.

Die Bildkontrolle kann jeweils per Sucher und Display erfolgen:

v.l.n.r.: Sony Alpha 7R III, Panasonic Lumix DC-S1R und Nikon Z 7.

Bildkontrolle:
Während Spiegelreflexkameras mit einem optischen Sucher ausgestattet sind, besitzen die meisten spiegellosen Systemkameras einen elektronischen Sucher. So auch unsere drei Testmodelle. Dieser befindet sich jeweils in der optischen Achse, ein Augensensor aktiviert ihn automatisch. Das Modell mit der höchsten Auflösung verbaut Panasonic bei der Lumix DC-S1R. Das hier zum Einsatz kommende OLED-Panel besitzt 5,76 Millionen Subpixel, die Wiedergabe ist mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich. Die elektronischen Sucher der Sony Alpha 7R III und Nikon Z 7 besitzen jeweils 3,69 Millionen Subpixel. Während der Sucher der Sony-Kamera ebenfalls 120 Vollbilder pro Sekunde erreicht, schafft der Sucher der Z 7 nur 60 Bilder pro Sekunde.

Die maximale Bildqualität erhalten Nutzer der 7R III aber lediglich bei 60 Bildern pro Sekunde, mit doppelter Bildrate sinkt die reale Auflösung sichtbar ab. Die beste Wiedergabe liefert zweifellos der Sucher der S1R, Brillenträger können ihn allerdings nicht komplett einsehen. Dafür hat Panasonic kleinere Vergrößerungsstufen integriert. Ohne diese erreicht der Sucher eine 0,78-fache Vergrößerung. Den gleichen Wert gibt Sony für den Sucher der Alpha 7R III an, Nikon nennt für den Sucher der Z 7 sogar eine 0,8-fache Vergrößerung. Das zweitbeste Sucherbild erhält man bei der Z 7, die 7R III kommt hier nicht ganz mit. Trotzdem gilt für beide: Die Bildkontrolle ist sehr gut möglich.

Das Display der Lumix S1R lässt sich als einziges der drei LCDs in drei Richtungen schwenken:

Bei den Displays haben sich Sony und Nikon für eine nach oben und unten schwenkbare Konstruktion entschieden. Das LCD der S1R unterstützt diese Schwenkrichtungen ebenfalls, es lässt sich aber zusätzlich noch nach rechts kippen. Das kommt Fotografen bei Hochformataufnahmen entgegen. Videografen werden dagegen etwas enttäuscht sein, denn die Bildkontrolle ist nur für Personen hinter der Kamera möglich. Ebenso gilt: Bei Selbstporträts kann man den Bildausschnitt nicht kontrollieren. Als Displaydiagonale haben sich Nikon und Panasonic für 3,2 Zoll entschieden, das Panel der DSLM von Sony misst 3,0 Zoll. Auch bei der Auflösung liegt die 7R III auf dem letzten Platz, mit 1,44 Millionen Subpixel erreicht das Panel nicht die Auflösung der Konkurrenten (jeweils 2,1 Millionen Subpixel). Deutliche Unterschiede gibt es zudem beim Touchscreen: Touchoberflächen besitzen zwar alle drei Kameras, eine weitreichende Integration haben allerdings nur Nikon und Panasonic vorgenommen. Besitzer der Alpha-DSLM müssen mit rudimentären Features, wie dem Setzen des Fokuspunktes, auskommen.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Panasonic Lumix DC-S1R.

Toucheingaben sind bei allen drei Kameras möglich (hier am Beispiel der S1R):

Panasonic Lumix DC-S1R.

Geschwindigkeit:
Obwohl die Kameras in diesem Test sehr hochauflösende Bildwandler besitzen, muss auf eine hohe Bildrate nicht verzichtet werden. Schnelle Bildprozessoren machen es möglich. Die Sony Alpha 7R III erreicht mit zehn Aufnahmen pro Sekunde die höchste Bildrate in unserem Test, darauf folgt die Nikon Z 7 mit neun Bildern pro Sekunde. Die Panasonic Lumix S1R schafft ebenfalls neun Bilder pro Sekunde, das jedoch nur mit einmaliger Vorfokussierung. Besitzer der DSLMs von Sony und Nikon müssen keine Einschränkungen hinnehmen. Wer auch mit der S1R in den „Genuss“ der kontinuierlichen Fokussierung kommen möchte, kann maximal sechs Bilder pro Sekunde aufnehmen. Das ist ein deutlicher Unterschied. Die längste Aufnahmeserie mit voller Geschwindigkeit schafft die Alpha 7R III von Sony, mit 81 JPEG- oder RAW-Fotos in Folge erreicht sie ein sehr gutes Ergebnis. Die Nikon Z 7 wird schon nach 26 JPEG- oder 24 JPEG-Fotos langsamer. Bei der SR1 von Panasonic muss wieder unterschieden werden: Ohne Autofokus, also mit neun Bildern pro Sekunde, reicht der Pufferspeicher für 54 Bilder im JPEG-Format und 39 RAW-Dateien. Mit Autofokus, also maximal sechs Bildern pro Sekunde, gibt es bei JPEG-Fotos keine Grenze mehr. Wer RAW-Aufnahmen speichert, wird erst nach 86 Bildern ausgebremst. Diese Werte sind überzeugend, die geringe Bildrate ist es dagegen nicht.

Bei den Gehäusen setzten die Hersteller auf eine Magnesiumlegierung:

v.l.n.r.: Sony Alpha 7R III, Panasonic Lumix DC-S1R und Nikon Z 7.

Als Fokussierungszeit haben wir in unserem Testlabor sehr ähnliche Werte gemessen. Die DSLM von Panasonic stellt in 0,09 Sekunden, die Z 7 in 0,12 Sekunden und die 7R III in 0,16 Sekunden scharf. Diese Unterschiede sind in der Praxis kaum relevant. Zwischen einer super schnellen und einer sehr schnellen Fokussierungszeit lässt sich nur schwer unterscheiden. Es gilt daher: Alle drei Kameras stellen sehr  schnell scharf. Diese Aussage gilt jedoch allein für statische Motive. Bei bewegten Motiven sieht das etwas anders aus. Hier arbeitet die Kamera von Sony am besten, sie kann auch sehr schnelle Motive fast perfekt verfolgen. Die Nikon Z 7 hält diesbezüglich nicht ganz mit, die S1R ebenso nicht. Besonders Letztere muss sich bei schnellen Motiven geschlagen geben. Bei Sport- und Actionaufnahmen macht zweifellos die 7R III den besten Job.

In puncto Einschaltzeit liegt dagegen die Z 7 vorne, sie ist schon nach 1,04 Sekunden vollständig einsatzbereit. Die S1R folgt mit 1,24 Sekunden auf Platz zwei, die 7R III liegt mit 2,54 Sekunden etwas zurück.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Sony Alpha 7R III.

Die Verteilung der Messfelder bei der DSLM von Sony:

Sony Alpha 7R III.

Die Verteilung der Messfelder bei der DSLM von Nikon:

Nikon Z 7.

Autofokus:
Die Autofokussysteme aller drei Kameras nutzen einen Hybrid-AF. Während die Nikon Z 7 und die Sony Alpha 7R III die Phasendetektion und die Kontrastmessung kombinieren, verwendet Panasonic bei der Lumix S1R neben Letzterer die Depth-From-Defocus-Technologie, kurz DFD. Spezielle Phasen-AF-Pixel finden sich daher nur bei der 7R III und Z 7. Diese (399 Stück) decken bei der DSLM von Sony das erweiterte Bildzentrum ab, bei der  Nikon Z 7 sind sie (493 Stück) auf 90 Prozent der Sensorfläche zu finden. Besitzer der Alpha 7R III sind beim Fokussieren also etwas stärker eingeschränkt.

Außerhalb des Phasen-AF-Bereichs steht zwar noch die Kontrastmessung zur Verfügung, diese eignet sich jedoch allein für statische Motive. Das leistungsfähigste AF-System besitzt wie bereits im Bewertungspunkt „Geschwindigkeit“ erwähnt, trotzdem die Alpha 7R III. Sie fängt auch sehr schnelle Motive nahezu perfekt ein. AF-Optionen hat jede Kamera in unserem Test viele zu bieten. Dazu gehören unter anderem ein in der Größe konfigurierbares Einzelfeld, ein Messfeld mit automatischer Erweiterung oder die Messfeldwahl durch die Kamera. Wer vor allem Menschen fotografiert, kann sich bei allen drei Kameras über das Vorhandensein der Gesichts- und Augenerkennung freuen. Damit wird das Fokussieren einfacher.

Unsere Sieger beim Autofokus: Die Sony Alpha 7R III und Nikon Z 7.

Im dritten Teil des Vergleichs der Sony Alpha 7R III, Panasonic Lumix DC-S1R und Nikon Z 7 kümmern wir uns um spezielle Funktionen, die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit. Zudem ziehen wir ein Fazit.

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