Vergleichstest Teil 2: Olympus PEN E-PL2 gegen Olympus XZ-1

Kompakte digitale Systemkamera gegen professionelle kompakte Digitalkamera

Im ersten Teil unseres Vergleichstests zwischen der Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) (Abbildung oben links) und der Olympus XZ-1 (Testbericht) wurden die beiden Kameramodelle kurz vorgestellt und Größe, Gewicht, Ausstattung und Bedienung angesprochen. Im heute folgenden zweiten Teil dieses Vergleichstests stehen die Leistungen der beiden Kameras im Einsatz im Vordergrund. Welche Geschwindigkeitswerte lassen sich mit den beiden Modellen erreichen, und welche Unterschiede zeigen die beiden Objektive. Im demnächst folgenden dritten Teil des Vergleichstests wird dann die Bildqualität insgesamt betrachtet und ein abschließendes Fazit gezogen.

Geschwindigkeit und Lautstärke (links: Olympus PEN E-PL2, rechts: Olympus XZ-1):

Bei der Schnelligkeit einer Kamera sind drei Werte entscheidend: Wie schnell ist die Digitalkamera einsatzbereit? Wie schnell ist das Motiv fokussiert? Wie schnell können Serienbildaufnahmen erfolgen? Beim ersten Punkt unterscheiden sich die beiden Modelle Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) und Olympus XZ-1 (Datenblatt) durch ihre Arbeitsweise. Bei der Olympus PEN E-PL2 muss der Nutzer die Kamera einschalten und das Kitobjektiv manuell "ausfahren". Bei der Olympus XZ-1 geschieht letzteres durch das Einschalten der Kamera automatisch. Wenn man sich an das manuelle "Ausfahren" des Objektivs gewöhnt hat, geht dieser Schritt Problemlos von der Hand. In diesem Fall liegt die Olympus PEN E-PL2 bei der Bereitschaft vorn und erreicht Werte von knapp über einer Sekunde. Die Olympus XZ-1 ist dagegen mit einer Bereitschaft im Bereich von über zwei Sekunden etwas gemütlicher.

Auch bei der Fokussierung hat die Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) die Nase vorn. Das neue Kitobjektiv Olympus M.Zuiko 14-42mm II zeigt eine hohe Geschwindigkeit und erreicht die Werte einer digitalen Spiegelreflexkamera beinahe. Die Olympus XZ-1 (Produktfotos) ist hierbei nur etwa halb so schnell. Unterschätzen sollte man sie deshalb allerdings nicht. Im Vergleich zu vielen Kompaktkameras ist die gebotene Leistung durchaus sehr ordentlich.

Bei der Serienbildgeschwindigkeit als dritten Punkt kann man von einem Unentschieden sprechen. Bei voller Auflösung und in bester Qualität erreicht die Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) drei Bilder pro Sekunde, die Olympus XZ-1 (Technik) hingegen kommt auf nur zwei Bilder pro Sekunde. Dafür bietet die Olympus XZ-1 allerdings zwei High-Speed-Modi, in denen bei reduzierter Auflösung und Qualität sieben bzw. 15 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet werden. Einen entsprechenden Modus kann die Olympus PEN E-PL2 hingegen leider nicht bieten.

Die Videofunktionen (Abbildungen: Olympus PEN E-PL2):

Betrachtet man die Lautstärke, gibt es abermals drei entscheidende Punkte, die vorrangig wichtig sind: die Fokussierungsgeräusche, die Zoombewegung- und die Auslösungslautstärke. Bei der Fokussierung arbeiten beide Kameras lautlos, sofern man die Signaltöne abgeschaltet hat. Lediglich die Blendeneinstellung kann bei besonders hellen Situationen wahrgenommen werden.

Bei der Zoombewegung und bei der Auslösung hingegen kommen die unterschiedlichen Auslegungen der beiden Kameramodelle zum tragen. So besitzt die Olympus XZ-1 (Datenblatt) einen motorischen Zoom, der zwar leise ausfällt, aber in ruhigen Situationen trotzdem hörbar ist. Die Zoomverstellung der Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) hingegen erfolgt rein manuell und deshalb beinahe lautlos.

Durch die Wechselobjektivfähigkeit ist die Olympus PEN E-PL2 dafür mit einem Schlitzverschluss vor dem Sensor ausgestattet. Dieser löst mit einem vergleichsweise lauten Geräusch aus. Die Olympus XZ-1 besitzt hingegen einen Zentralverschluss im Objektiv, der sich bei der Auslösung nur durch ein leichtes Klacken bemerkbar macht. Absolut lautlos ist in dieser Disziplin aber keine von den beiden Modellen, die Olympus XZ-1 ist einfach etwas unauffälliger.

Die Videofunktionen (Abbildungen: Olympus XZ-1):

Sowohl die Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) als auch die Olympus XZ-1 (Produktfotos) bietet einen 720p-HD-Videomodus mit 30 Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten. Beide Modelle erlauben eine optische Brennweitenänderung während der Videoaufzeichnung, und beide Modelle bieten auch eine Schärfenachführung. Bei den Einstellmöglichkeiten bietet die Olympus PEN E-PL2 mehr Auswahl, hier sind im Videomodus verschiedene Vorstellungen möglich, wahlweise kann auch direkt aus einem Programm heraus gefilmt werden. Die kompakte Olympus XZ-1 bietet hingegen nur die Möglichkeit, aus dem Programm heraus zu Filmen. Ein eigener Modus über das Wählrad steht nicht zur Verfügung. Bei den Leistungen während der Filmaufnahme ähneln sich beide Modelle sehr. Der nachgeführte Fokus ist jeweils sehr langsam und kaum geeignet für sich bewegende Motive. Für zwanglose Aufnahmen sind sie dementsprechend nur eingeschränkt nutzbar, hier bietet jeder Camcorder und auch einige andere Digitalkameras deutlich bessere Werte. Mit etwas Übung, einer manuellen Fokussierung und ohne Spiel mit der Brennweite können allerdings beide Modelle zumindest eine durchaus gute Bildqualität beim Filmen abliefern.

Die Objektive im Vergleich (Abbildungen: Olympus PEN E-PL2):

Das Objektiv einer Kamera ist schon immer ein entscheidendes Kriterium für die Bildqualität gewesen, auch wenn eine Betrachtung gerade bei den Digitalkameras oft zugunsten der Sensorleistung vernachlässigt wird. Die Olympus PEN E-PL2 (Datenblatt) kommt im Set mit dem neuentwickelten Objektiv "Olympus M.Zuiko 14-42mm F3,5-5,6 II". Dieses ersetzt im Olympus-Sortiment den Vorgänger, der nur durchschnittliche Leistungen abliefern konnte. Im Vergleich hierzu stellt das neue Objektiv eine deutliche Verbesserung dar. Die Abbildungsleistung ist schon bei offener Blende gut und kontrastreich. Durch die interne Korrektur der Verzeichnung bieten die Ecken eine etwas geringere Auflösung. Durch Abblenden um eine Stufe werden auch in diesem Bereich gute Werte erreicht. Der Brennweitenbereich entspricht umgerechnet auf das noch immer als Referenz verwendete Kleinbildformat 28 bis 84mm. Damit werden von Landschafts- bis Portraitaufnahmen viele Einsatzbereiche abgedeckt. Wie bei den einfachen Kitobjektiven üblich, ist die maximale Lichtstärke mit F3,5 in der Weitwinkel- und F5,6 in der Telestellung als schwach zu bezeichnen. Gerade in Innenräumen muss diese Schwäche durch eine höhere Empfindlichkeit ausgeglichen werden, um scharfe Aufnahmen zu erzielen. Vergleicht man das Olympus M.Zuiko 14-42mm F3,5-5,6 II Objektiv mit den Modellen anderer Hersteller im Bereich der Einsteiger-Spiegelreflexkameras oder den spiegellosen Systemkameras, so nimmt es dort aber einen Platz im Spitzenbereich ein. Wenn die geringe Lichtstärke nicht zum Problem wird, sind auch Vergrößerungen im Posterformat kein Problem. Ein Vorteil für die Olympus PEN E-PL2 ist natürlich die Fähigkeit, das Objektiv zu wechseln und so das für die jeweilige Situation passende System zusammenzustellen. Das Objektivsortiment für Micro-Four-Thirds ist durch verschiedene Hersteller mittlerweile recht umfangreich, so dass die Bandbreite vom Ultraweitwinkelbereich über lichtstarke Objektive mit fester Brennweite bis zu Supertelezooms reicht.

Links: Olympus PEN E-PL2, rechts: Olympus XZ-1:

Die Olympus XZ-1 (Testbericht) besitzt hingegen ein fest verbautes Objektiv, mit einer physikalischen Brennweite von 6 bis 24mm. Dies entspricht einem kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 28 bis 112mm. Durch den etwas größeren Telebereich ist es flexibler Nutzbar, vor allem, wenn häufig Portraitaufnahmen erstellt werden sollen. Die maximale Lichtstärke liegt bei den beeindruckenden Werten von F1,8 in der Weitwinkelstellung und F2,5 in der maximalen Telestellung. Damit ist das Objektiv im Weitwinkel um zwei Blenden, im Tele sogar um zweieinhalb Blenden lichtstärker als das Kitobjektiv der Olympus PEN E-PL2. Trotz dieser hohen Lichtstärke sind die Abbildungsleistungen sehr gut. Das Objektiv zeigt zwar eine leichte Auflösungsschwäche in den Bildecken bei offener Blende, kann aber ansonsten durch einen hohen Kontrast und eine gute Schärfe überzeugen. Das Auflösungsvermögen ist mehr als ausreichend für den Sensor und man kann ohne Zweifel festhalten, dass dieses Objektiv als Referenz im Bereich der Kompaktkameras gelten kann. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Die Olympus XZ-1 hat im dkamera Einzeltestbericht die sehr selten vergebene dkamera Sonderauszeichnung "Top Bildqualität" erhalten.

Im demnächst folgenden dritten Teil dieses Vergleichstests betrachten wird die Bildqualität der Kombination aus Sensor und Objektiv anhand von Bildbeispielen, die auch in voller Auflösung zur Verfügung stehen werden. Zudem ziehen wird ein abschließendes und zusammenfassendes Fazit. (sas)

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Kommentare

Schöner Vergleich der beiden Kameras! ...

Schöner Vergleich der beiden Kameras! Was mich aber noch interessieren würde ... Wie sieht es bei der XZ-1 und der PL2 mit der Freistellung des Motivs vom Hintergrund aus? Kann man hier die größere Unschärfe mit der XZ-1 (wegen der großen Blende von F1,8), oder der PL2 (etwas kleiner Blendenöffnung F3,5 aber größere phy. Brennweite und größerer Sensor) erreichen? Das wäre mir noch wichtig, da ich gerne Porträts fotografiere!!!

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