Vergleichstest Teil 2: Profikompaktkameras

Canon PowerShot G12 vs. Nikon Coolpix P7000


Die Abbildungen können durch Anklicken vergrößert werden.

Im ersten Teil dieses zweiteiligen Vergleichstests stand die Ausstattung der Modelle im Vordergrund. In diesem zweiten Teil hingegen geht es um die Leistungen und die Bildqualität der Canon PowerShot G12 (Testbericht) und der Nikon Coolpix P7000 (Testbericht). Dabei zeigten sich deutlichere Unterschiede, sowohl was die Bildqualität der beiden Modelle angeht, als auch was die Geschwindigkeit in der Nutzung betrifft. Welche Digitalkamera sich am Ende die Krone als Gesamtsieger aufsetzen darf hängt aber nicht zuletzt von den persönlichen Vorstellungen und Wünschen ab.

Links: Canon PowerShot G12, rechts: Nikon Coolpix P7000:

Für den praktischen Vergleich wurden beide Kamera-Modelle in der Standardeinstellung belassen, die Blende und ISO-Empfindlichkeit jeweils manuell vorgegeben und die Belichtung durch die Automatik der jeweiligen Digitalkamera gesteuert. Bei der Gegenüberstellung stammen die linken Bilder von der Canon PowerShot G12 und die rechten Bilder von der Nikon Coolpix P7000. Die jeweiligen Belichtungseinstellungen stehen in der Bildunterschrift, die Abbildungen können durch Anklicken vergrößert werden.

Bildqualität und Abbildungsleistungen:

Sowohl die Canon PowerShot G12 als auch die Nikon Coolpix P7000 wurden von uns bereits im Labor unter kontrollierten und vergleichbaren Bedingungen auf ihre Bildqualität getestet (siehe den dkamera Bildqualitätsvergleich). Dabei zeigt die Nikon Coolpix P7000 in der Standardeinstellung eine etwas weichere Abstimmung, die bei höheren Empfindlichkeiten etwas mehr Rauschen, aber auch geringfügig mehr Details zeigte als die Canon PowerShot G12. Bei niedrigeren Empfindlichkeiten hingegen, das zeigte sich auch im Praxisvergleich, ist die Detailzeichnung bei der Canon etwas höher.
Im praktischen Vergleich zeigte sich, dass die Canon PowerShot G12 bei gleichen Bedingungen etwas länger belichtet als die Nikon Coolpix P7000 und so die um bis zu eine Blende helleren Aufnahmen erzeugt. Dadurch reduziert sich der Spielraum in den Lichtern, zudem wird durch die längere Verschlusszeit die Verwacklungsgefahr erhöht. Im direkten Vergleich bei gleicher Empfindlichkeitseinstellung ergeben sich aber Vorteile beim Rauschniveau, das in den helleren Tiefen weniger deutlich zu Tage tritt. Da die Erhöhung der Empfindlichkeit in erster Linie der Reduktion der Verschlusszeit dient, um so noch scharfe Aufnahmen bei wenig Licht zu ermöglichen, ist diese Einstellung weniger praxistauglich.

Links: Canon PowerShot G12, rechts: Nikon Coolpix P7000:

Der Weißabgleich stellt die Kamerahersteller noch immer vor Probleme, auch wenn das durchschnittliche Niveau im Vergleich zur Vergangenheit schon deutlich besser geworden ist. Bei bedecktem Himmel und hohen Schattenanteilen zeigte die Canon PowerShot G12 eine Tendenz zu kühleren Bildern mit einem höheren Blauanteil. Die Nikon Coolpix P7000 hingegen präsentierte die etwas wärmeren, allerdings auch natürlicheren Farben.

Die Objektive beider Digitalkameras zeigen im Weitwinkel eine Verzeichnung, die bei Aufnahmen im Architekturbereich einer digitalen Korrektur bedürfen, um eine ansehnliche Bildqualität zu erhalten. Bei offener Blende ist das Objektiv der Canon PowerShot G12 im Weitwinkel an den Rändern etwas schlechter, die Nikon Coolpix P7000 zeigt hier eine höhere Auflösung. In der äußersten Telestellung hingegen zeigt bei offener Blende das Objektiv der Nikon Coolpix P7000 Schwächen, die durchaus auch bei Praxisaufnahmen unangenehm auffallen können. Allerdings bietet sie mit 200mm (KB-äquivalent) auch eine höhere Brennweite als die Canon mit maximal 140mm (KB-äquivalent).

Telestellung, 140mm (KB) bei der Canon, 200mm (KB) bei der Nikon, ISO 400, Blende F5,6

Telestellung 140mm (KB) Canon, 135mm (KB) Nikon, ISO 400, Blende F5,6
Belichtungszeit 1/100stel Sek. bei der Canon, 1/170stel Sek. bei der Nikon

Bei einer vergleichbaren Zoomeinstellung halten sich die Unterschiede an den Rändern hingegen in Grenzen. Auffällig ist allerdings, dass auch in der Unendlich-Einstellung die Nikon bei einer fest angewählten Brennweite von 28mm (KB) einen größeren Bildwinkel bietet als die Canon mit ihren maximal 28mm (KB).

Links: Canon PowerShot G12, rechts: Nikon Coolpix P7000:

Insgesamt hat die Nikon durch die etwas schwächeren Teleergebnisse also kein Nachteil bei den Abbildungsleistungen. Das Niveau an chromatischen Aberrationen ist bei beiden Modellen sehr ähnlich, durch die großzügigere Belichtung der Canon zeigt sich diese aber im direkten Vergleich deutlicher.

Eine objektive Einschätzung eines Siegers ist unter diesen Gesichtspunkten schwierig. Für die persönliche Einschätzung stehen in diesem Beitrag die Originalaufnahmen ohne Bearbeitung (abgesehen von der Umbenennung der Bilder) zur Verfügung.

Weitwinkelstellung 28mm (KB), ISO 100, F2,8, 1/125stel Sek. Canon, 1/160stel Sek. Nikon:

Geschwindigkeit:
Bei der Geschwindigkeit gibt es zunächst keine großen Unterschiede. Sowohl die Canon PowerShot G12 als auch die Nikon Coolpix P7000 sind in etwa zwei Sekunden einsatzbereit und liegen damit in einem guten Bereich, der auch für spontane Schnappschüsse noch tauglich ist. Auch bei der Fokussierung gibt es ein Kopf an Kopf rennen mit durchaus guten Werten. Bei schlechtem Licht lässt die Leistungsfähigkeit bei beiden Modellen nach, bei der Nikon kam es allerdings häufiger zu Fehlfokussierungen. Einen auffälligen Unterschied gibt es hingegen bei der Reaktionszeit der beiden Digitalkameras bei Einstellungen, Menüaufrufen oder der Umschaltung zwischen Aufnahme- und Wiedergabemodus. Während dies bei der Canon PowerShot G12 jeweils verzögerungsfrei möglich ist, geht es bei der Nikon Coolpix P7000 nicht ganz so flink. Problematisch wird es, wenn in schneller Folge Tasten gedrückt oder Einstellungen verändert werden sollen, beispielsweise wenn nach einer Belichtungskorrektur noch die Empfindlichkeit angepasst werden soll.

Weitwinkelstellung 28mm (KB), ISO 100, F2,8, 1/130stel Sek. Canon, 1/35stel Sek. Nikon:

Die Digitalkamera reagiert dann kurzzeitig gar nicht und arbeitet die gemachten Änderungen gemütlich nach und nach ab. So ist nicht direkt ersichtlich, ob ein Tastendruck angenommen wurde oder nicht. Gerade bei der Bedienung mit Handschuhen kann so schnell der Spaß vergehen. Auch die Verarbeitungszeit der gemachten Aufnahmen im RAW-Modus führt bei der Nikon zu einer Pause, in der kein weiterer Befehl angenommen wird und so keine Veränderung der Aufnahmeparameter möglich ist. Zwar können im Serienbildmodus mehrere Aufnahmen in schneller Folge erstellt werden, bei einer Unterbrechung der Serienbildfunktion ist eine erneute Aufnahme allerdings erst nach der gemächlichen Verarbeitung durch die Digitalkamera möglich. Ganz anders ist das Verhalten in diesen Punkten bei der Canon PowerShot G12, die gerade im direkten Vergleich positiv auffällt und kaum Verzögerungen bei der Bedienung aufweist. Im Bereich Geschwindigkeit ist die Canon PowerShot G12 eindeutig der Sieger.

Weitwinkelstellung 28mm (KB), ISO 100, F2,8, 1/20stel Sek. Canon, 1/30stel Sek. Nikon:

Fazit:
Beide Kameramodelle zeigen, dass es die perfekte digitale Kompaktkamera nicht gibt. Jede bietet spezielle Vorteile, wie etwa der größere Zoombereich oder die umfangreicheren Kontrollmöglichkeiten bei der Nachbetrachtung im Fall der Nikon Coolpix P7000, oder das Klapp- und Schwenkdisplay sowie die guten Geschwindigkeitswerte bei der Canon PowerShot G12. Auf der anderen Seite bieten auch beide Modelle genug Potential für zukünftige Verbesserungen, wie etwa die Belichtungssteuerung und der Weißabgleich der Canon oder die Geschwindigkeit der Nikon. Wenn die grundsätzlichen technischen Unterschiede keinen persönlichen Ausschlag für ein Modell geben, hat man als Kunde die Qual der Wahl.

Als Zünglein an der Waage punktet die Canon PowerShot G12 natürlich durch das dreh- und schwenkbare Kameradisplay - wobei die Nikon Coolpix P7000 mit einem etwas größeren 3,0 Zoll Display gegenüber 2,8 Zoll bei der G12 und einer höheren Auflösung von 920.000 Bildpunkten gegenüber 461.000 Bildpunkten wiederrum mehr oder weniger gut ausgleichen kann. Die Nikon Coolpix P7000 gewinnt dafür beim Vergleich der Videofunktionen, sie bietet ein 7x optisches Zoom und eine aktive Schärfenachführung während der Videoaufnahme - die Canon PowerShot G12 kann während der Videoaufnahme hingegen Ihr optisches 5x Zoom nicht nutzen und bietet außerdem keine aktive Schärfenachführung.

Wir hoffen mit diesem zweiteiligen Beitrag genügend Einblicke und eine gute Entscheidungsgrundlage für Interessenten dieser beiden Kameras vermittelt zu haben. (sas)

Links zum Artikel:

 
*Diese Links führen zu Amazon- oder anderen Online- Angeboten, keine Verfügbarkeitsgarantie, keine Garantie auf günstigsten Preis, Preise können variieren, Preise inkl. MwSt. / evtl. zzgl. Versandkosten, alle Angaben ohne Gewähr.

Kommentare

Ein sehr schöner Vergleich dieser ...

Ein sehr schöner Vergleich dieser beiden Kameras, aber leichter macht er eine Entscheidung nicht. Na mal sehen, werde beide Teile nochmal in Ruhe durchlesen und dann wählen. :-)

  • Keine HTML-Tags erlaubt
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • URLs und Email-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.
  • Kommentare werden erst nach Moderation freigeschaltet, wenn die Regeln befolgt wurden. Dies kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten um Ihr Verständnis.
  • Felder mit rotem Stern müssen korrekt ausgefüllt werden.
  • Bitte füllen Sie das CAPTCHA aus, dieses dient als Spam-Schutz. Lösen Sie einfach die im Bild angegebene mathematische Gleichung.
  • Mit dem Absenden dieses Formulars erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, dass die von Ihnen erhobenen und eingesendeten Daten für die Bearbeitung Ihrer Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit einer Nachricht an uns widerrufen werden. Weitere Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung.
captcha

Bitte lösen Sie die nebenstehende Rechenaufgabe.