Xiaomi Redmi Note 9 Pro Smartphone- und Kameratest (Teil 3)

Teil 3 von 3: Kamera-App, Benchmarks und das Redmi Note 9 Pro von Xiaomi in der Praxis

Im zweiten Teil unseres Tests des Xiaomi Redmi Note 9 Pro sind wir unter anderem auf die Bildqualität eingegangen. In diesem dritten Teil nehmen wir die Kamera-App mit ihren Funktionen sowie Einstellungsmöglichkeiten und die Leistung des Smartphones in der Praxis unter der Lupe. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Kamera-App:
Bei der Kamera-App setzt Xiaomi auf einen klassischen Aufbau. Das Livebild für die Bildkontrolle befindet sich wie üblich in der Mitte, rechts und links davon (beim waagerechten Halten des Smartphones) wurden zahlreiche Tasten platziert. Im Fotomodus sind auf der linken Seite verschiedene Bildstile („Lebendig“, „Gourmet“, „S/W“, …) die AI-Kamera sowie die HDR- und LED-Einstellung zu finden.

Der Aufbau der App ist klassisch:

Weitere Optionen erreichen Smartphone-Besitzer über die Taste mit drei Strichen. Hierüber kann man unter anderem einen Selbstauslöser aktivieren, das Bildformat verändern oder zur Makrokamera wechseln. Zudem werden hier die weiteren Einstellungen („Bildqualität“, „Ultraweitwinkelkorrektur“, …) erreicht. Das Aufnahmeprogramme lässt sich rechts vom Livebild per Slider bestimmen. Es stehen „Zeitlupe“, „Kurzvideo“, „Video“, „Foto“, „64M“, „Porträt“, „Nacht, „Panorama“ und „Pro“ zur Wahl. Gut zu wissen: Beim „64M“-Programm handelt es sich um einen gewöhnlichen Fotomodus, hier besitzen die Aufnahmen abweichend vom normalen Fotomodus allerdings 64 statt 16 Megapixel.

Für Fotos mit voller Auflösung wechselt man zum "64M"-Modus:

Noch weiter rechts sind der Fotoauslöser, die Taste zum Wechsel zwischen den Rückseitenkameras und der Frontkamera sowie die Taste zum Aufrufen des Wiedergabemodus zu finden. Fokussieren und Auslösen kann man wie gewohnt per Tippen auf das Livebild, die Wahl der „Brennweite“ erfolgt über die Tasten „0,6x“, „1x“ und „2x“. Mittels Zoomgesten lässt sich zudem mit bis zu 10-facher Vergrößerung zoomen. Das geht natürlich nur digital, schon die 2x-Kamera des Xiaomi Redmi Note 9 Pro arbeitet lediglich mit einer Ausschnittsvergrößerung. Mangels Telekamera geht dies nicht anders.

Im manuellen Modus lässt sich unter anderem die Belichtungszeit festlegen:

Auch der Weißabgleich ist bestimmbar:

Mit Ausnahme der Tiefenkamera lassen sich im manuellen Modus alle Kameras ansteuern:

Wer die wichtigsten Fotoeinstellungen nicht der App überlassen möchte, kann zum Pro-Modus wechseln. Dieser erlaubt die App die Wahl des Weißabgleichs (u. a. „Glühlampe“, „Sonne“ und manuelle Wahl der Farbtemperatur“), des Fokusabstandes (Angaben zwischen 1 und 100 ohne Einheit), der Belichtungszeit (1/4.000 Sekunde bis 30 Sekunden), der Sensorempfindlichkeit (ISO 100 bis ISO 3.200) und der Belichtungskorrektur (von minus vier bis plus vier Blendenwerte in Drittelstufen). Diese Angaben gelten jeweils für die Hauptkamera, bei der ebenso anwählbaren Ultraweitwinkel- und Makrokamera gibt es teilweise abweichende Einstellungsmöglichkeiten. Eigene Einstellungen lassen sich nicht nur bei Fotos vornehmen, das geht zusätzlich auch bei Videos. Videografen finden daher überdurchschnittliche viele Optionen vor.

Weitere App-Optionen:

Benchmarks und Praxis:
Als Smartphone der Mittelklasse ist das Xiaomi Redmi Note 9 Pro natürlich nicht mit einem Flaggschiff-Prozessor ausgerüstet. Stattdessen kommt ein Qualcomm Snapdragon 720G zum Einsatz. Dieser liefert für ein Mittelklasse-Gerät mehr als ausreichend viel Leistung, zusammen mit dem 6GB großen Arbeitsspeicher und der Speichererweiterungs-Option ist man auch in der Zukunft gut aufgestellt. Bei den CPU-Benchmarks Geekbench 5 und PCMark Work Performance haben wir ein Ergebnis von 563/1.671 (Single-Core/Multi-Core) bzw. 7.882 Punkten erhalten, beim GPU-Benchmark 3D Mark Sling Shot Extreme waren es 2.348 Punkte. Für ein günstiges Smartphone sind dies wie gesagt gute Werte. Der Speicher des Xiaomi Redmi Note 9 Pro erlaubt das Schreiben mit 170,6 MB/s, beim Lesen ergab sich ein Wert von 488,7 MB/s. Auch das ist ein ordentliches Ergebnis. In der Praxis hielten sich Wartezeit sehr in Grenzen, einzig bei 64 Megapixel auflösenden Fotos nimmt sich das Smartphone eine Gedenksekunde.

Unser Fazit:
Bei günstigen Smartphones sparen Hersteller oftmals an der bzw. den Kameras sowie der weiteren Ausstattung. Das Xiaomi Redmi Note 9 Pro kann mit Geräten der Premiumklasse natürlich nicht ganz mithalten, kostet aber auch nur einen Bruchteil davon. In der Praxis hat das Smartphone eine solide Leistung zu bieten, die Mittelklasse ist mittlerweile selbst für anspruchsvollere Smartphone-Nutzer interessant. Auf der Habenseite sind unter anderem ein hochwertiges Gehäuse, ein solides Display und eine mehr als ausreichend hohe Rechenleistung zu nennen.

Bonuspunkte bekommt das Gerät durch seine beiden SIM-Kartensteckplätze und den trotzdem nutzbaren microSD-Slot sowie den Kopfhörerausgang. Einen Fingerabdrucksensor zum Entsperren gibt es natürlich auch. Dieser befindet sich allerdings nicht im Display, sondern in der Power-Taste. Das ist nicht die modernste, aber doch eine ordentliche Lösung. Dem Durchschnittsnutzer sollte am Xiaomi Redmi Note 9 Pro praktisch nichts fehlen.

Die Hauptkamera liefert gute bis hervorragende Fotos, die anderen Kameras halten da nicht mit:

Was die Kameras anbelangt ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Hauptkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen gute bis sehr gute Ergebnisse, bei schlechten Lichtverhältnissen sogar (vergleichsweise) hervorragende und weit überdurchschnittliche Ergebnisse. Die Detailwiedergabe der Bilder mit voller Auflösung schwankt dagegen unerklärlicherweise deutlich, mit den „nur“ 16 Megapixel auflösenden Fotos kommen Fotografen jedoch meistens sehr gut aus. Die Ultraweitwinkelkamera liefert Bilder mit einer ordentlichen Detailwiedergabe, der Dynamikumfang ist aber gering. Bei schlechteren Lichtverhältnissen steigt das Bildrauschen zudem schnell an. Mit der Makrokamera kann man bei Tag ganz ansprechende Fotos aufnehmen. Makrofans, die keine riesigen Ausdrucke benötigen, kommen auf ihre Kosten.

Unsere Bewertung des Xiaomi Redmi Note 9 Pro:

Bei Videos müssen wir die oberhalb von 1080p30 fehlende Stabilisierung kritisieren, die Videos der Ultraweitwinkelkamera lassen zudem Details mangels 4K-Auflösung vermissen. Sowohl für Fotos und Videos gilt: Die Sättigung bewegt sich am oberen Limit, beim HDR-Effekt übertreibt das Smartphone unserer Meinung nach etwas. Einen guten Eindruck hinterlässt die App, Foto- und Videografen können viele Parameter beeinflussen.

Autor: dkamera.de Redaktion
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