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Praxisbericht zur Canon EOS R

Canon setzt bei der EOS R (Datenblatt) auf ein neues, modernes Gehäusedesign. Dass es sich um eine Digitalkamera von Canon handelt, erkennt man trotzdem sofort. Das 13,6 x 9,8 x 8,4cm ausfallende Gehäuse wurde etwas größer als die Nikon Z 6 oder Sony Alpha 7 III konstruiert, das sorgt wie immer für Vor- und Nachteile.

Von Vorteil ist zweifellos der große Handgriff, der die EOS R sehr komfortabel in der Hand liegen lässt. Durch Gummierungen am Griff und auf der Rückseite können Fotografen die DSLM bequem festhalten. Einen zusätzlichen Batteriegriff, den Canon in Form des BG-E22 anbietet, erachten wir (zumindest bei normal großen Objektiven) nicht als notwendig.

Die Canon EOS R besitzt ein abgedichtetes Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung:

Das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung ist hochwertig verarbeitet, vor Staub und Spritzwasser schützende Abdichtungen fehlen selbstverständlich nicht. Dadurch hat man – wie bei den Semi-Profi-DSLRs von Canon – zu jederzeit das Gefühl, eine solide und robuste Digitalkamera zu verwenden. Das wird an einem Wechsel interessierte Fotografen sicherlich erfreuen.

Auf der rechten Oberseite der DSLM befindet sich ein Kontroll-LCD:

In puncto Bedienung weicht Canon von seinen letzten Kameramodellen dagegen ab. Es gibt zwar noch ein gut ablesbares Kontroll-LCD auf der Oberseite, die von vielen Modellen bekannten Direktwahltasten aber nicht mehr. Dafür finden sich auf der Oberseite nun unter anderem eine Taste zum Starten von Videos, eine M-Fn-Taste und eine Lock-Taste, mit der der Benutzer alle Bedienelemente auf der Rückseite sperren kann.

Ein "echtes" Programmwählrad gibt es bei der EOS R nicht mehr, der "Fv"-Modus ist ebenso neu:

Ganz neue Wege geht der japanische Hersteller auch beim Programmwählrad. Dieses ist nicht in der von vielen Kameras bekannten Form vorhanden, sondern dessen Funktion wird per Einstellrad mit mittiger Taste und dem bereits erwähnten Kontrolldisplay realisiert. Der Druck auf die mittige Mode-Taste ruft bei der Canon EOS R (Produktbilder) die Programmwahl auf, per Einstellrad wird das Fotoprogramm bestimmt. Die Kontrolle erfolgt über das Schulterdisplay oder den Sucher bzw. das rückseitige LCD. Diese Vorgehensweise dürfte den meisten Fotografen zunächst sehr ungewohnt vorkommen, daran gewöhnt man sich jedoch schnell. Das Angebot an Fotoprogrammen fällt mit einer Vollautomatik, den PSAM-Modi, einem extra Modus für Bulb-Aufnahmen und drei Customprogrammen fast klassisch aus. Der „Fv“-Modus, auch als „Flexible Automatik“ bezeichnet, ist dagegen neu. Er erlaubt das Verändern der Belichtungszeit, Blende, Belichtungskorrektur und ISO-Empfindlichkeit – ausgehend von den vorgeschlagenen Werten der Automatik. Wir haben bei unseren Tests keinen großartigen Mehrwert erkennen können, bei anderen Fotografen kann dies jedoch zweifellos anders sein.

Die Multifunktions-Touchbar: vielseitig einsetzbar, aber ungewohnt zu bedienen:

Neu ist auch die Multifunktions-Touchbar, von Canon „M-Fn-Leiste“ genannt. Anders als man zunächst denken könnte, handelt es sich dabei nicht um eine Wippe oder Taste. Die Oberfläche gibt nämlich – da Eingaben allein per Touch erfolgen – keinerlei Feedback. Wir würden eine haptische Rückmeldung, wie sie eine Taste liefert, jedenfalls bevorzugen. Die Multifunktions-Touchbar ist ein vielfältig einsetzbares Bedienelement, das auf jeden Fall einige detaillierte Erläuterungen benötigt. Das Handbuch sollte vor dem ersten Einsatz daher griffbereit liegen.

Grundsätzlich sind Eingaben auf zwei verschiedene Arten möglich. Ist die sogenannte Sicherheitssperre aktiviert, muss die Touchbar zum Freischalten ein paar Sekunden lang gedrückt gehalten werden. Erst danach lassen sich Eingaben vornehmen. Wozu sollte man eine Sperre wollen, könnten Sie sich jetzt fragen? Ohne Sperre, diese Option gibt es eben auch, kann bereits das kleinste Wischen über die Bar für ungewollte Eingaben sorgen. In der Praxis würden wir daher immer die Sperre nutzen.

Die Multifunktions-Touchbar unterstützt verschiedene Funktionen:

Die aus unserer Sicht wichtigste Funktion fehlt der Touchbar der Canon EOS R (Technik ) leider: die Einsatzmöglichkeit als Joystick. Auf diesen dürften die meisten Besitzer höherklassiger Kameras nicht verzichten wollen, schließlich handelt es sich dabei aus unserer Sicht um den komfortabelsten und schnellsten Weg, das AF-Messfeld zu verschieben. Dieses Feature fehlt der Touchbar unverständlicherweise. Canon setzt dagegen fast vollständig auf das Bewegen des AF-Messfeldes per Touch, das geht sogar beim Blick durch den Sucher. Dies stellt angesichts der tadellos funktionierenden Touchoberfläche sicherlich eine gangbare Lösung, sie wird aber nicht jeden Fotografen zufriedenstellen. Als Alternative lässt sich das Messfeld nach dem Drücken der AF-Messfeld-Taste immerhin mit dem rückseitigen Steuerkreuz oder den Einstellrädern anpassen.

Die Rückseite der spiegellosen Systemkamera mit Tasten und Steuerkreuz:

Aber noch einmal zurück zum Touchscreen, darauf hat Canon ein besonderes Augenmerk gelegt. Es funktioniert in allen Menüs, die Touchelemente sind in der Regel groß genug und grundsätzlich wurde die Steuerung intuitiv gelöst. Wer von einem Touchscreens nichts hält, wird mit der Canon EOS R (Farbwiedergabe) dagegen vermutlich nicht so viel Freude haben. Dafür wurden zu viele Funktionen von Tasten auf die Touchsteuerung (per Display oder Touchbar ausgelagert) ausgelagert. Ein Teil der wichtigsten Optionen (ISO, Serienbildmodus, Weißabgleich, …) sind zwar über die zwölf Fn-Tasten der DSLM zu erreichen, nur etwa die Hälfte würden wir jedoch anders als von Canon vorgesehen belegen.

Einige der Bedienelemente lassen sich mit unterschiedlichen Parametern frei belegen:

Ansprechen sollte man bei der EOS R die Option „Wahlrad-Funktionseinstellungen“. Diese erlaubt das Anpassen verschiedener Parameter: Sensorempfindlichkeit, Auslösemodus, Autofokusmodus, Weißabgleich und Blitzbelichtungskorrektur. Wer sich daran gewöhnt hat, diese Funktion zu nutzen, kann auf einen Teil der aus unserer Sicht fehlenden Direktwahltasten besser verzichten. Weitere Parameter lassen sich über das Quickmenü der DSLM anpassen. Beim Hauptmenü folgt Canon dem seit vielen Jahren bekannten Design, ein "MY Menu" für wichtige Optionen gibt es natürlich auch.

Diese AF-Messfeldmodi stehen bei der Canon EOS R zur Wahl:

Das Autofokussystem der Canon EOS R (Geschwindigkeit) basiert auf dem Dual Pixel CMOS-AF, diese Technologie verbaut Canon bei den meisten seiner Systemkameras schon länger. Dank zweier Photodioden pro Pixel ist die Phasenvergleichsmessung ohne zusätzlichen AF-Sensor möglich, der Fokusbereich fällt mit 100 Prozent in der Vertikalen und 88 Prozent in der Horizontalen sehr groß aus. Egal, ob sich das Motiv in der Mitte oder deutlich außerhalb des Zentrums befindet, die EOS R stellt immer treffsicher scharf. Der User kann dabei aus 5.655 AF-Positionen wählen. Zu den Fokusfeld-Optionen der DSLM gehören ein Einzelfeld, zwei AF-Bereichserweiterungen, ein Zonen-AF und zwei große Messfeldzonen (einmal horizontal und einmal vertikal). Daneben hat die DSLM die Gesichts- und Augenerkennung zu bieten und verfolgt Motive bei der automatischen Messfeldwahl selbstständig.

Apropos verfolgen: Abseits der automatischen Messfeldwahl mit Verfolgungs-AF wird für sich bewegende Motive der Servo-AF verwendet. Er erlaubt unter anderem die Konfiguration der AI-Servo-Reaktion, der Nachführgeschwindigkeit und der AF-Feld-Nachführung. Diese Optionen kennt man von Spiegelreflexkameras von Canon. Besitzer von DSLRs müssen allerdings auf das Peaking verzichten, das sich bei der EOS R zusätzlich im Sucher nutzen lässt. Beim manuellen fokussieren sind DSLM-User einfach im Vorteil.

Ein Teil der Autofokuseinstellungen der spiegellosen Systemkamera:

Gut zu wissen: Canon gibt die Empfindlichkeit des AF-Systems der EOS R mit -6 EV an. Ein Wert, den bislang keine andere Kamera erreicht. Als Testobjektiv wird allerdings das sehr lichtstarke Canon RF 50mm F1.2L genannt. In unserem Praxistest konnte die Kamera auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen noch scharfstellen, die Fokussierungszeit verlängert sich dann aber zum Teil deutlich. Wer die Kamera mit einem Telekonverter kombiniert, soll laut Canon selbst bei F11 noch treffsicher scharfstellen können. Bei DSLRs ist spätestens bei F8 Schluss.

Als Verschluss kommt bei der Canon EOS R (Datenblatt) ein herkömmlicher Schlitzverschluss zum Einsatz. Dieser wird mit Verschlusszeiten zwischen 30 Sekunden und 1/8.000 Sekunde angegeben, was der üblichen Bandbreite der höherklassigen Kameras entspricht. Mit dem Bulbmodus lässt sich die Belichtungszeit natürlich noch verlängern. Für die völlig geräuschlose Aufnahme kann man sich bei der EOS R für einen sogenannten leisen Auslöser entscheiden. Dabei wird ein elektronischer Verschluss genutzt. Die Verschlusszeit wird durch den Einsatz des leisen Auslösers nicht eingeschränkt, der Serienbildmodus lässt sich allerdings nicht mehr nutzen. Das ist schade.

Der OLED-Sucher ist groß, scharf und gut einzusehen:

Als Sucher setzt Canon auf ein OLED-Modell mit 3,69 Millionen Subpixel. Die Wiedergabequalität fällt sehr hoch aus, der Vergrößerungsfaktor von 0,76 sorgt für ein sehr großes Sucherbild. Auch Brillenträger können ihn gut einsehen. Der Sucher gehört zu den besten Modellen am Markt und ist sehr angenehm einzusehen. Ein Augensensor aktiviert den Sucher automatisch, sobald sich das Auge diesem nähert. Das Drücken einer Taste entfällt somit. Kommen wir zum Display und dessen Besonderheit: Eine dreh- sowie schwenkbare Konstruktion war bislang noch bei keiner spiegellosen Systemkamera mit einem Sensor in Vollformatgröße zu finden.

Die schwenkbare Lagerung des LCDs stellt ein Novum im Markt der Vollformat-DSLMs dar:

Die Canon EOS R (Technik) ist das erste Modell, was vor allem Videografen erfreut. Diese können sich bei Aufnahmen vor der Kamera selbst sehen und beispielsweise den Bildausschnitt kontrollieren. Fotografen profitieren von der Drehbarkeit des Displays natürlich ebenso. Abseits der Aufhängung punktet das 3,2 Zoll große LCD mit einer exzellenten Wiedergabe. Feine Details werden durch 2,1 Millionen Subpixel exzellent wiedergegeben, große Einblickwinkel gestatten das schräge Betrachten. Selbstredend fehlt beim LCD auch eine Touchoberfläche nicht, diese erkennt Eingaben sehr präzise.

Videos kann die Canon EOS R (Beispielaufnahmen) natürlich auch aufnehmen, das funktioniert in diversen Auflösungen und Bildraten. In 4K (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24, 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde, in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) mit den üblichen 24 bis 60 Vollbildern pro Sekunde und in HD (1.280 x 720 Pixel) mit 100 oder 120 Vollbildern pro Sekunde (wird auf 25 bis 30 Bilder pro Sekunde für die Zeitlupenausgabe heruntergerechnet). Bei den meisten Auflösungen und Bildraten lässt sich zwischen der All-I- und IPB-Kompression wählen, teilweise wird zudem die IPB-Light-Kompression mit einer noch geringeren Bitrate angeboten.

Ein Teil der Video-Optionen der EOS R:

Bei der Videoaufnahme lassen sich zahlreiche Aufnahmeoptionen (manuelle Belichtung und Fokussierung, Weißabgleich, Bildstil, …) anpassen, der Tonpegel ist natürlich ebenso wählbar. Daneben kann man einen Timecode einstellen und das Bild auch über HDMI ausgeben. Letzteres funktioniert sogar in 10Bit.

Der Crop-Effekt bei 4K-Videos ist enorm:

Leider ist bei der EOS R aber nicht alles Gold was glänzt: Damit meinen wir vor allem den starken Crop bei 4K-Aufnahmen. Dieser entsteht, da die EOS R lediglich einen 3.840 x 2.160 Pixel großen Bereich des Sensors in der Bildmitte ausliest. Der Cropfaktor liegt daher bei rund 1,75, Weitwinkelaufnahmen sind lediglich mit einem Ultraweitwinkelojektiv möglich. Für Ultraweitwinkelvideos gibt es gar keine Optik – zumindest nicht regulär. Hier bleibt nur der „Trick“, zu EF-S-Objektiven zu greifen. Diese besitzen wesentlich kürzere Brennweiten. Für uns stellt die genannte Lösung aber keine wirklich gute dar, bei Fotos lässt sich dann schließlich nur noch im APS-C-Modus arbeiten. Der ständige Wechsel zwischen einem RF- /EF-Objektiv und einem EF-S-Objektive ist zumindest in der Praxis keine Lösung.

Die Bildqualität der 4K-Videos sagt uns immer zu, wenngleich andere Kameras noch etwas detailreichere Aufnahmen liefern. In Full-HD muss man keinen Crop hinnehmen, in HD auch nicht. Die Zeitlupen-Videos in HD wissen nicht wirklich zu gefallen. HD-Aufnahmen überzeugen heutzutage wohl keinen mehr. Pluspunkte sammelt die Kamera bei Videos durch ihren treffsicheren Dual Pixel CMOS-AF, die Anschlüsse für ein Mikrofon und einen Kopfhörer sowie den gut arbeitenden digitalen Bildstabilisator. Dieser sorgt allerdings nochmals für einen stärkeren Cropeffekt, sodass dessen Einsatz gut überlegt sein will. Ebenso nicht optimal: 4K-Videos lassen sich nur im Videomodus starten.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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