Canon PowerShot G7 X Mark II Praxisbericht

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Praxisbericht zur Canon PowerShot G7 X Mark II

Nachdem Canon im Herbst 2015 sein Angebot an Premium-Kompaktkameras um die Canon PowerShot G5 X (Testbericht) und die Canon PowerShot G9 X (Testbericht) erweitert hatte, wurde im Februar 2016 die zweite G7 X-Kamera vorgestellt. Die schlicht als G7 X Mark II bezeichnete Digitalkamera wurde im Vergleich zum Vorgängermodell in verschiedenen Punkten überarbeitet. Äußerlich sichtbar werden die Veränderungen unter anderem beim Gehäuse. Dessen Form ist etwas kantiger, der G7 X-Schriftzug auf der Vorderseite wurde von unten nach oben verlagert.

Das Kameragehäuse aus solidem Metall ist mit einem Handgriff auf der Vorderseite ausgestattet:

Nicht übersehen werden kann zudem der hinzugekommene Handgriff auf der Vorderseite. Dieser wurde – wie auch ein Teil der rechten Gehäuseseite – mit einer Gummierung überzogen. Die Canon PowerShot G7 X Mark II (Produktbilder) liegt dadurch sowohl deutlich sicherer als auch komfortabler in der Hand. Die ebenfalls gummierte Daumenablage auf der Rückseite trägt des Weiteren zum hohen Tragekomfort bei. Während das Handling bei der G7 X keinesfalls optimal war, macht Canon bei der G7 X Mark II alles richtig.

Gut zu gefallen weiß das Gehäuse auch durch den Einsatz von hochwertigem Metall. In dieser Hinsicht konnte aber bereits das Vorgängermodell nicht kritisiert werden. Das neue Gehäuse bringt darüber hinaus noch in einem weiteren Punkt eine Veränderung mit sich. Diese kann man allerdings kaum erkennen: Die G7 X Mark II nimmt mit 10,6 x 6,1 x 4,2cm statt 10,3 x 6,0 x 4,0cm (G7 X) etwas mehr Platz ein. Da schon die Vorgängerin kaum mehr in eine Hosentasche passt und eher für eine Jackentasche gedacht ist, sehen wir dies allerdings nicht problematisch. Der Größenunterschied ist wirklich nur gering. Ebenso klein ist die Differenz beim Gewicht: Die zusätzlichen 15g der G7 X Mark II (315g statt 300g) sind praktisch nicht zu spüren.

An Tasten und Einstellrädern mangelt es der PowerShot G7 X Mark II nicht:

Fast alles beim Altem bleibt bei der Bedienung: Die Tasten und Einstellräder sind an den gleichen Stellen zu finden, nur ein Bedienelement ist hinzugekommen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Schalter, der auf der Vorderseite links vom Objektiv liegt. Damit lässt sich entscheiden, ob der Objektivring pro Wert kurz einrastet oder nicht. Ansonsten bedienen sich die Canon PowerShot G7 X Mark II (Technik) und das Vorgängermodell sehr ähnlich. Die Tasten liegen bei der zweiten Generation allerdings fast plan im Gehäuse und sind auch minimal kleiner. Beim Drücken ist das ein kleiner Nachteil. Auch mit der G7 X Mark II werden Fotografen aber gut auskommen können.

Der Einstellring am Objektiv lässt sich mit sowie ohne Rasterungen betreiben:

Dass die Kompaktkamera nicht nur zum "Knipsen" mit einer der Automatiken gedacht ist, zeigt die größere Zahl an Tasten und Wählrädern. Mit dem erwähnten Objektivring kann die Blende oder alternativ die Verschlusszeit schneller verändert werden, im manuellen Modus dient das rückseitige Einstellrad zum Anpassen des zweiten Parameters. Wer mit dem Ring stattdessen lieber die Sensorempfindlichkeit oder die Brennweite anpassen möchte, kann dies dank der freien Konfiguration ebenso. Neun Optionen stehen dabei zur Wahl. Frei belegen lassen sich bei der Canon PowerShot G7 X Mark II (Datenblatt) darüber hinaus die beiden Tasten über dem kombinierten Einstellrad und Steuerkreuz auf der Rückseite. Darüber ist es standardmäßig möglich, die Ring-Funktion zu ändern und Videos zu starten. Alternativ kann man aber beispielsweise den Weißabgleich ändern oder die Belichtung speichern. 20 verschiedene Optionen sind vorhanden. Weitere Direktwahltasten hat das Steuerkreuz zu bieten: Über die mittlere Q-Taste wird beispielsweise das Quickmenü der Kompaktkamera aufgerufen. Hierüber können Fotografen weitere Parameter besonders schnell erreichen.

Auf der Oberseite sind über Einstellräder die Programmwahl und die Belichtungskorrektur möglich:

Die Belichtung kann man bei der Canon PowerShot G7 X Mark II (Bildqualität) komfortabel mit dem Einstellrad auf der Oberseite korrigieren. Dieses liegt unter dem Programmwählrad und macht eine Korrektur um +/- drei Blendenwerte möglich. Das Programmwählrad selbst erlaubt die Wahl zwischen acht Fotoprogrammen und dem Videomodus. Zu den Fotoprogrammen gehören die PSAM-Modi, ein Customprogramm für eigene Einstellungen, zwei Automatiken („Auto“ und „Hybrid-Auto“) sowie die Szenen- bzw. Filterwahl („SCN“). Von der Hybrid-Automatik werden neben Fotos auch kurze Videos aufgenommen, über die SCN-Option kann man aus einem von 15 Szenenprogrammen („Porträt“, „Feuerwerk“, …) und Filtereffekten („Ölgemälde Effekt“, „Spielzeugkamera Effekt“, …) wählen.

Das Hauptmenü der Canon PowerShot G7 X Mark II wurde nicht vom Vorgängermodell, sondern von den zuletzt vorgestellten Systemkameras übernommen. Es besitzt die drei Hauptreiter „Aufnahme“, „Einstellungen“ sowie „MyMenu“. Unter Letzterem lässt sich ein eigenes Menü zusammenstellen. Die dort zusammengefassten Parameter sind besonders schnell erreichbar. Dies macht das Suchen im recht umfassenden Hauptmenü seltener notwendig.

Die AF-Messfeldwahl kann automatisch sowie auch manuell erfolgen:

Beim Autofokus hat Canon bei der PowerShot G7 X Mark II (Geschwindigkeit) im Vergleich zum Vorgängermodell keine Veränderungen vorgenommen. Die Fokussierung erfolgt mit der Kontrastmessung, 31 AF-Punkte sind vorhanden. Das Messfeld kann der Fotograf per Touch oder mittels des Steuerkreuzes auf dem Display frei verlagern, die Größe lässt sich in zwei Stufen anpassen. Bei der automatischen Messfeldwahl übernimmt die Kamera die Wahl, Gesichter werden außerdem erkannt. Das Scharfstellen ist sowohl mit der Einzelbild- als auch der kontinuierlichen Fokussierung möglich. Wer manuell arbeiten möchte, kann mit dem Objektivring besonders komfortabel scharfstellen. Zudem bekommt man eine Displaylupe und ein Fokuspeaking als Hilfe zur Seite gestellt. Bei der zusätzlichen AF+MF-Option sind die automatische Vorfokussierung und das nachträgliche manuelle Fokussieren möglich. Die Naheinstellgrenze der Digitalkamera gibt Canon mit 5cm an, nach unseren Messungen sind es allerdings nur knapp 3cm. Dadurch sind gute Makroaufnahmen realisierbar – sofern um mindestens zwei Blendenwerte abgeblendet wird. Ansonsten ist außerhalb der Bildmitte eine deutliche Unschärfe zu sehen.

Die Belichtungszeit regelt bei der PowerShot G7 X Mark II ein Zentralverschluss im Objektiv. Dieser erlaubt Verschlusszeiten zwischen 30 Sekunden und 1/2.000 Sekunde. Da eine 1/2.000 Sekunde bei Sonnenlicht für die Fotografie mit einer großen Blendenöffnung zu lang sein kann, hat Canon einen zusätzlichen ND-Filter integriert. Wird er zugeschaltet, reduziert sich der Lichteinfall auf den Sensor um drei Blendenstufen. Längere Belichtungszeiten lassen sich über den Bulbmodus realisieren.

Das 3,0 Zoll große LCD lässt sich sowohl nach oben als auch nach unten schwenken:

Das Display hat Canon bei der PowerShot G7 X Mark II (Technik) flexibler gestaltet. Während das LCD bei der ersten Generation „nur“ um 180 Grad nach oben geschwenkt werden konnte, ist bei der Mark II die Schwenkbarkeit (um 45 Grad) nach unten zugekommen. Das macht die Bildkontrolle bei Überkopfaufnahmen komfortabler. Nach wie vor gilt für das 3,0 Zoll messende LCD außerdem: Mit einer Auflösung von 1,04 Millionen Subpixel ist die Wiedergabequalität sehr gut, große Einblickwinkel ermöglichen das Betrachten von der Seite. Der Touchscreen arbeitet – wie von den Digitalkameras von Canon gewohnt – präzise und schnell.

Bei der Videoaufnahme bleibt technisch alles beim Alten: Full-HD mit 1.920 x 1.080 Pixel stellt die höchste Auflösung dar, bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde können hier als Bildrate gewählt werden. In HD- und SD-Auflösung stehen zudem maximal 30 Vollbilder pro Sekunde zur Verfügung. Die Bildqualität der Aufnahmen ist gut bis sehr gut, mit den mittlerweile bei Kameras häufiger möglichen 4K-Videos können sie jedoch zweifellos nicht mithalten. Der Autofokus der Canon PowerShot G7 X Mark II (Beispielaufnahmen) arbeitet recht gemächlich, stellt jedoch treffsicher scharf. Verwacklungen werden durch den optischen Intelligent-IS-Bildstabilisator sichtbar minimiert. Positiv zu erwähnen ist auch die manuellen Optionen bei der Videoaufnahme. Die manuelle Belichtung und Fokussierung ist sowohl vor als auch während der Aufzeichnung eines Videos möglich.

Eine Neuerung stellt die Zeitraffer-Videoaufnahme dar. Deren Optionen erlauben die Wahl einer Intervallzeit (zwischen 1 und 30 Sekunden) und das Vorgeben der Aufnahmeanzahl (zwischen 30 und 900 Bildern). Leider ist es nicht möglich, zwischen den Intervallzeiten und der Aufnahmeanzahl frei zu wählen, da die Optionen durch drei Szenenvorgaben eingeschränkt werden. Dies hätte Canon flexibler lösen können.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Kommentare

Gute Kamera mit kurzen Belichtungszeiten? ...

Gute Kamera mit kurzen Belichtungszeiten?

Was beim Bildqualitätsvergleich mit den den Sony RX100- Modellen, speziell mit der RX100 MIII auffällt, ist das die G 7 X M II bei gleichem ISO und gleicher Blende viel weniger Belichtungszeit benötigt (teilweise sogar nur halb so lang) wie die RX100 MIII.
So könnte man ja in der Praxis bei der Canon G7 X MII, 1-2 ISO-Stufen niedriger wählen als bei den Sony RX100ern was eine bessere Bildqualität zur Folge hätte.

Ist im Testraum immer ähnlich viel Licht vorhanden?

Das gilt doch nur, wenn ...

Das gilt doch nur, wenn die Lichtbedingungen tatsächlich und absolut, bei den Testaufnahmen die gleichen waren! Das kann aber nur der "Tester" selbst beantworten. Aber dieser Sachverhalt kann schon sein, da der Sensor der Canon auch sehr aktuell (neu) ist. Darum interessiert mich diese Frage auch, ob im Testraum immer "gleich viel", nicht ähnlich viel Licht vorhanden ist.

Hallo, natürlich sind in unserem ...

Hallo, natürlich sind in unserem Aufnahmeraum immer die gleichen Bedingungen gegeben, soweit dies technisch möglich ist. Unser Raum ist nach außen hin immer abgedunkelt und sieht natürlich niemals Tageslicht und wird nur für das dkamera ISO-Szenario verwendet. Die Beleuchtung ist immer die selbe.

kann es sein, dass die ...

kann es sein, dass die eckenunschärfe bei weitwinkelaufnahmen durch den zu kurzen abstand von kamera zum text bedingt sind, da dann die schärfeebene nicht mehr plan sonder leicht gebogen ist und der rand einfach nicht mehr in der schärfeebene liegt. bei deutlich größeren Abständen (und dort verwendet ja man meist den weitwinkel) können die bilder dann doch bis zum rand scharf sein, da ev. gar nicht das objektiv selbst für die unschärfe verantwortlich sondern die durch den zu kurzen abstand gebogene schärfeebene. eine stellungnahme von dkkamera wäre wichtig, da es mich schon interessiert, ob das objektiv im weitwinkel bei allen abständen am rand unscharf ist oder nur bei kurzen abständen

Die Randunschärfe im Weitwinkel bei ...

Die Randunschärfe im Weitwinkel bei der G7X II und ihren Schwestern hat zwei Ursachen:
1. Das kleine Objektiv leuchtet den Sensor nicht bis in die Ecken aus, so dass die kamerainterne Bildverarbeitung die Ecken "rauszieht", auf Kosten der Detailauflösung.
2. Die ziemlich heftige Krümmung der Schärfeebene. In der Ferne (Landschaftsaufnahmen) fällt das nicht auf, aber versuchen Sie bloß nicht, eine Textseite mit Weitwinkel bildfüllend zu fotografieren. Die Ergebnisse sind katastrophal.
Wie eine so teure Kamera mit einem so überzüchteten Objektiv, fehlendem Sucher und nicht konkurrenzfähigem Video eine so hohe Gesamtwertung kassieren kann, erschließt sich mir nicht. Oh, der Touchscreen ist klasse.

Stimmt es, dass man bei ...

Stimmt es, dass man bei der Canon G7X einen automatischen Weissabgleich mit nur einem Tastendruck machen kann, was neu, mit der Canon G7X Mark II, nicht mehr möglich ist?!
Ich würde gerne eine von den zwei zum tauchen benutzen, wodurch das Fotografieren unter Wasser, so erheblich leichter ist, wenn man die Kamera nur vor was weißes halten und eine Taste zum Weißabgleich drücken muß.

Ich suchte für meine Sony ...

Ich suchte für meine Sony A77 MK2 ein lichtstarkes Zoomobjektiv. Leider boten sich nur mit Sigma, Tamron und von Sony ein Objektiv mit f2.8 an. Ich probierte sie alle bei schlechtem Licht aus. Fazit? Keines der Objektive brachte ein nennenswert besseres Ergebnis, als mein "Immerdrauf", mein Sony 18-135mm Objektiv.
Statt eines Wechselobjektivs, benutze ich jetzt die Canon G7X Mark2 als "Objektiv"- und die bringt genau die Bildqualität, die ich bei schlechten Licht brauche!
Zugegeben, ein ungewöhnlicher aber ein machbarer Weg.

Hallo! Was Sie leider in ...

Hallo!
Was Sie leider in Ihrem Praxisbericht nicht erwähnen ist folgendes Phänomen:
Wenn man in RAW Serienaufnahmen macht, ist die Kamera oft solange GARNICHT benutzbar, bis alle Daten auf der Speicherkarte gelandet sind.
Sie reagiert auf keinen Tastendruck, zoomt nicht usw. Wenn man 20 RAWs in Folge gemacht hat, und der Puffer voll ist, kann das bis zu 10 sek. dauern.
Das geht gar nicht, die Kamera ist für unbrauchbar und wird nun verkauft.

Oder haben andere das Problem nicht?
Viele Grüße!

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