Nikon Coolpix P100 Praxisbericht

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Praxisbericht zur Nikon Coolpix P100

Nikon wechselt nicht gerne seine Kamera-Designs, schon gar nicht, wenn es ein altbewährtes ist. So auch bei der Nikon Coolpix P100. Das äußere Erscheinungsbild und auch die Anordnung der meisten Tasten und Schalter erinnert an die Vorgängermodelle Nikon Coolpix P90 und Nikon Coolpix P80. Alles erscheint aufgeräumt und übersichtlich. Lediglich einen äußerst praktischen zusätzlichen dedizierten Video-Aufnahmeknopf mit umliegendem HD-/HS-Modus-Wahlschalter (HD für HighDefinition und HS für HighSpeed) hat Nikon seiner neuen Super-Zoom-Bridgekamera spendiert. Mit Hilfe dieses Schalters ist es möglich, aus jeder Aufnahmesituation heraus einen sofortigen Videodreh zu starten. Alles andere ist an seinem alten Platz geblieben. Und warum auch ändern? Dort wo die Bedienelemente sitzen sind sie genau richtig platziert. Der für die meisten Hände ausreichend große gummierte Handgriff gibt ein Gefühl von sicherem Halt und lässt durchaus auch die Einhandbedienung zu. Die beiden Auslöserdruckpunkte sind deutlich spürbar. Der Zoomhebel bietet zwei Geschwindigkeiten für den Brennweitenwechsel. Die erste (wenn der Zoomhebel nur mit leichtem Druck betätigt wird) durchfährt den kompletten Brennweitenbereich in etwas über 3 Sekunden in ca. 27 Stufen. Die zweite Geschwindigkeit durchläuft den gleichen Brennweitenbereich in etwa 1,3 Sekunden. Der Vier-Wege-Regler bieten den Direktzugriff auf Einstellungen wie Blitzsteuerung (Auto, Rote-Augen-Korrektur, erzwungener Blitz, Slow-Sync und Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang), Belichtungskorrektur in 1/3-Stufen (+- 2 ELV maximal), Fokusmodus (Autofokus, Makro-Fokus, Gesichtserkennung, manuelle Fokussierung) und den Selbstauslöser (2s oder 10s). Was hier der Übersichtlichkeit dient, tut in der Praxis nicht besonders gut. Eine Änderung des ISO-Wertes, des Weißabgleichs oder des Belichtungsmodus (Matrix, Mittenbetont, Spot oder AF-Spotmessung) kann nur über das Menü erfolgen. Zwar passt sich das Hauptmenü dem jeweils eingestellten Kameramodus (P, A, S, M, SCENE usw.) an, zeigt also nur die in diesem Modus verfügbaren Einstellungen, ist aber trotzdem in der Praxis etwas zu umständlich zu erreichen. Hier wäre ein "Schnell-Menü", wie es Nikon ja auch in seinen DSLR-Kameras bietet, durchaus angebracht. Ein Knopf für die Aktivierung des Belichtungs- und Fokus-Messwertespeichers fehlt gänzlich. Das sollte bei einer Kamera dieses Preisniveaus nicht sein.

Das rückseitige Display dient sowohl der Wiedergabe als auch als Sucher. Es ist mit 460.000 Bildpunkten hochauflösender als der Durchschnitt bei Bridgekameras. Durch den Schwenkmechanismus lässt es sich um etwas mehr als 90 Grad noch oben und um 45 Grad nach unten schwenken. Der Mechanismus macht einen sehr stabilen Eindruck. Der elektronische Sucher (EVF = Electronic View Finder) löst leider nur mit 230.000 Bildpunkten auf, was nicht mehr unbedingt dem heutigen Stand der Technik entspricht. Immerhin ist der elektronische Sucher ein gutes "Ausweich-Werkzeug" wenn sehr starke Sonneneinstrahlung das Kameradisplay beinahe unleserlich macht. Wie bei vielen anderen Digitalkameras auch, schließen sich bestimmte Einstellungen im Menü gegenseitig aus. Bei der Nikon Coolpix P100 ist das im folgenden der Fall: Ist als Belichtungsmessung Mittenbetont, Spot oder AF-Spot aktiviert, kann das aktive D-Lighting nicht eingeschaltet werden. Gut, wenn man darüber nachdenkt und weiß wie "Active D-Lighting" funktioniert, macht diese Einschränkung durchaus Sinn. Nur wird dies dem Benutzer, der verzweifelt versucht "Active D-Lighting" einzuschalten nicht mitgeteilt. Hier wäre es hilfreich, wenigstens die nicht aktivierbaren Einstellungen grau zu hinterlegen - was leider nicht der Fall ist. Wie bereits die Vorgängermodelle, lässt auch die neue Nikon Coolpix P100 ein manuelles Fokussieren zu. Dies kann über den Vier-Wege-Regler aufgerufen werden. Anschließend wird über selbigen die Schärfeebene (Abstand zum Motiv) eingestellt. Drückt man die OK-Taste wird als Hilfestellung eine Zoom-Lupe nur in der Bildschirmmitte (anstelle des gesamten Displays/Suchers) eingeblendet. Durch erneutes Drücken der OK-Taste verschwindet diese Lupe zwar wieder, es kann aber nicht mehr über den Vier-Wege-Regler nachfokussiert werden. Erst ein erneutes Aufrufen des Manual-Fokus-Modus lässt wieder eine Bedienung zu. Hier liegt scheinbar ein Software-Fehler vor. Die Problematik beim manuellen Fokussieren bei Digitalkameras ohne optischen Sucher ist außerdem, dass das Display oder der elektronische Sucher nicht genug Details für eine wirklich korrekte Fokussierung darstellen kann.

Man kann sich die zuletzt geschossenen Fotos in drei unterschiedlichen Anzeigemodi wiedergeben lassen. Einmal ganz ohne störende Informationen im Bild, einmal mit den wichtigsten Infos wie Uhrzeit, Datum, Dateiname usw. oder auch als verkleinerte Bildansicht mit eingeblendetem Histogramm. In dieser Darstellung wirken die Bilder allerdings unscharf und in keiner der drei möglichen Anzeige-Optionen gibt es einen Hinweis auf verwendete Motivprogramme oder den verwendeten Active-D-Lighting-Modus. Serienbildaufnahmen und HDR-Modus-Aufnahmen werden als so genannte Serie auf der Speicherkarte abgelegt. Das heisst es wird bei der Wiedergabe der Bilder auf dem Display oder Sucher (wenn nicht im Menü "Anzeigeopt. für Serienaufn." = "Bild für Bild" ausgewählt ist) nur das erste Bild der Serie als Vorschaubild angezeigt. Man kann sich zwar innerhalb der Serie alle Bilder über eine Serien-Wiedergabe nacheinander anzeigen lassen, das ist aber etwas ungewohnt und aus unserer Sicht nicht unbedingt praktisch.

Die Nikon Coolpix P100 verfügt über 17 verschiedene Motivprogramme, die über das Moduswahlrad (Stellung: "Scene") und anschließenden Druck auf die Menü-Taste aufgerufen werden können. Einige der interessantesten Motivprogramme sind unserer Meinung nach das Gegenlicht-HDR, Nachtaufnahme und der Panorama-Assistent. Wie von HDR (High Dynamic Range = Hoher Kontrastumfang) bekannt, werden mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen zu einem Bild zusammengefügt. Bei der HDR-Aufnahme mit der Nikon Coolpix P100 werden zwei Bilder gespeichert – eines mit aktivierter D-Lighting-Funktion und das HDR-Bild selbst. Wichtig bei Bildern im HDR- oder Active-D-Lighting-Modus: Es muss auf die hellen Bereiche im Bild belichtet werden, denn es werden nur die tiefen Schatten aufgehellt, nicht die Lichter abgedunkelt. Uns ist allerdings beim Testen der Funktion kein großer Unterschied zwischen der Einstellung "Active-D-Lighting: Niedrig, Normal und Stark" aufgefallen (siehe auch unsere Beispielbilder). Weiterer kleiner Wehrmutstropfen: Das Speichern der HDR-Aufnahme nimmt trotz Class 6 Speicherkarte etwa 10 Sekunden in Anspruch, was die folgende Aufnahme entsprechend verzögert.

Bei der Nachtaufnahme werden mehrere Bilder in Folge aufgenommen und zu einem Bild verrechnet um das Bildrauschen möglichst zu minimieren und die Lichtstimmung zu erhalten. Dies konnte uns im Test durchaus überzeugen, die "Nachtaufnahmen" waren mit dem Motivprogramm deutlich weniger verrauscht als mit einer entsprechend hohen ISO-Empfindlichkeit (siehe auch unsere Beispielbilder). Mit dem Panorama-Assistent lassen sich recht einfach Panoramen erzeugen. Erst werden die einzelnen Bilder aufgenommen und anschließend in der mitgelieferten "Panorama-Maker" Software zu einem Bild zusammengefügt. Aber Vorsicht: Die einzelnen Panoramafotos werden in einem separaten Ordner auf der Speicherkarte abgelegt, dadurch kann es passieren, das diese in Vergessenheit geraten und eventuell unbeabsichtigt gelöscht werden.

Nicht so recht überzeugen konnten uns dagegen die Motivprogramme "Sport-Serie" und "Motiv-Verfolgung". Gut an der Sportserie ist die schnelle Folge von Aufnahmen pro Sekunde (15 Bilder pro Sekunde für bis zu 25 Aufnahmen bei maximal 2 Megapixel). Damit entsprechend kurze Belichtungszeiten für das "Einfrieren" von schnellen Bewegungen zustande kommen können, stellt die Kamera in unserem Test die ISO-Empfindlichkeit bei normalen Lichtverhältnissen auf ISO 800 oder ISO 1.600. Der aggressive Weichzeichner tut sein Übriges um jegliche Details im Bild auszuwaschen. Die Motiv-Verfolgung hat bei unserem Praxistest nur mäßig funktioniert. Oftmals hat die Kamera das Motiv "verloren" und sich an etwas ähnlich aussehendes geheftet ohne das das zuvor gewählte Motiv aus dem Bildausschnitt gerutscht wäre. Positiv wiederum hat uns die "Smart-Portrait-Funktion" mit Lächel-Auslöser überrascht. Sie funktionierte in unserem Test sehr zuverlässig. Nur sollte man es mit der "Hautweichzeichnung" nicht übertreiben (maximal Einstellung "Schwach" verwenden), da sonst der Eindruck einer Wachsfigur entstehen könnte.

Die Nikon Coolpix P100 bietet sowohl einen Full-HD-Video-Modus mit Stereoton als auch einen High-Speed-Video-Modus. Der Full-HD-Video-Modus hat eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten und nimmt 30 Bildern pro Sekunde auf. Während der Aufnahme kann optisch gezoomt werden. Leider ist das Zoomgeräusch jedoch in der Videoaufnahme deutlich wahrnehmbar, was letztendlich die Qualität der Aufnahme etwas schmälert. Es sei denn, es wird von Umgebungsgeräuschen übertönt. Während dem Videodreh kann auch der Fokus nachgeführt werden (per Menü einstellbar: kontinuierlich oder einmalig). Aber auch dies ist im Ton des Videos hörbar und etwas störend. Außerdem folgt die Fokussierung dem Motiv, vor allem bei langen Brennweiten, nur recht träge, was einige unscharfe Szenen zur Folge hat. Bei einem guten HD-Video sollte nicht nur die Bildauflösung stimmen, auch der Ton muss passen. Die Tonqualität selbst, abgesehen von den Störgeräuschen beim Zoomen und Fokussieren, ist aber meist ordentlich. Alle Frequenzanteile, die einen harmonischen Höreindruck vermitteln, werden aufgezeichnet und auch wiedergegeben. Etwas ruckelig lief allerdings die Wiedergabe auf unserem 2,3GHz Rechner, auch die zur Digitalkamera mitgelieferte Software konnte hier keine Abhilfe schaffen. Auf unserem High-End Testsystem (Intel Core i7 960 @ 3,33GHz, 12GB RAM) lief das Video hingegen absolut ruckelfrei ab. Highspeed-Videos lassen sich mit Bildraten von 240 Bilder/Sekunde (320x240 Pixel), 120 Bilder/Sekunde (640x480) und 60 Bilder/Sekunde (1280x720 Pixel) ohne Ton aufzeichnen. Hinzu kommt, dass für die HS-Videos eine maximale Aufnahmezeit von 10 Sekunden reserviert ist, danach endet die Aufnahme. Bei einer Bildrate von 240 Bildern pro Sekunde ergibt das allerdings schon eine Wiedergabezeit von 80 Sekunden (8-fach Zeitlupe). Auch ein nettes Feature: Der HS-Videoclip kann zuerst mit normaler (30 Bilder pro Sekunde) Bildrate begonnen und dann mit einem Druck auf die OK-Taste der High-Speed-Modus gestartet werden (siehe unsere Beispielaufnahmen). Dies lässt sich im Menü aber auch so einstellen, daß im HS-Modus sofort mit der gewählten höheren Bildrate gestartet wird.

Ein Praxisbericht von:

Claus Bomba

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Kommentare

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Ist die ( http://www.dkamera.de/testbericht/nikon-coolpix-p100/ ) Antarktis tauglich ? L. G Andrea

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