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Praxisbericht zur Nikon D6

Die D6 (Datenblatt) ist Nikons Spiegelreflexmodell für Profi-Fotografen aus dem Presse- und Sport-Bereich. Die Kamera wurde daher kompromisslos auf Robustheit und Schnelligkeit ausgelegt. Ersteres stellt man schon beim ersten Kontakt mit der Kamera fest.

Die Nikon D6 besitzt ein sehr hochwertiges Gehäuse aus einer besonders robusten Magnesiumlegierung. Abdichtungen zum Schutz vor Staub und Spritzwasser sind natürlich vorhanden, auch ein Regenschauer kann der DSLR nichts anhaben. Für das robuste Äußere muss man aber einen Preis zahlen, die Kamera bringt selbst ohne angesetztes Objektiv 1.430g auf die Waage. Mit einem Vollformat-tauglichen Zoom überschreitet die DSLR schnell zwei Kilogramm.

Groß, schwer und robust – die Nikon D6 ist ein echtes Profi-Werkzeug:

Das hohe Gewicht liegt unter anderem am fest verbauten Hochformatgriff. Dieser nimmt einen riesigen Akku (2.500mAh bei 10,8V) auf und macht die Arbeit bei Hochformataufnahmen besonders einfach. Beim Halten in der Hand fällt das hohe Gewicht zweifellos auf, für das gute Handling gilt dies allerdings ebenso. Selbst Fotografen mit größeren Händen können die D6 sehr komfortabel festhalten, der ergonomisch geformte Griff ist alles andere als klein. Teile der Kamera sind zudem mit einer griffigen Gummierung überzogen. Selbst mit einer Hand lässt sich die DSLR daher sicher festhalten.

Viele Tasten und Einstellräder erlauben die schnelle Parameterwahl:

Die Bedienelemente der D6 (Produktbilder) hat Nikon effektiv 1:1 vom Vorgängermodell übernommen. Das kommt Besitzern der D5 natürlich entgegen, sie können mit der D6 praktisch ohne Eingewöhnungsphase weiterarbeiten. Wie alle DSLRs der Profiklasse ist die D6 mit besonders vielen Tasten und Einstellrädern ausgerüstet, dadurch lassen sich alle wichtigen Einstellungen sehr schnell erreichen. Die Bedienelemente besitzen große Abmessungen und sind auch mit Handschuhen vergleichsweise gut zu drücken. Für die Wahl der Blende und Belichtungszeit hat Nikon auf der Vorder- und Rückseite jeweils ein Einstellrad platziert, auf der rechten Oberseite sind zudem Tasten zum Starten/Stoppen von Videos, für die ISO-Wahl und die Belichtungskorrektur zu finden. Die wichtigsten Einstellungen lassen sich vom Fotografen daher mit der rechten Hand verändern. Die Kontrolle der meisten Aufnahmeparameter lässt sich des Weiteren per monochromen Display vornehmen.

Das Aufnahmeprogramm wird per Mode-Taste bestimmt, der Auslösemodus per Rad:

Das Aufnahmeprogramm ändern Fotografen entgegen dem üblichen Standard (bei Kameras unterhalb der Profiklasse) nicht per Einstellrad, sondern per Mode-Taste. Diese wird betätigt und gleichzeitig eines der Einstellräder gedreht. Auf die gleiche Art und Wiese verändert man die Belichtungsreihe- und Belichtungsmessmodus-Einstellungen.

Das ebenfalls auf der linken Oberseite liegende Rad muss vor dem Drehen entriegelt werden, dieses bestimmt den Auslösemodus. Neben der Einzelbildaufnahme und der Serienbildaufnahme stehen hierüber auch die Spiegelvorauslösung (MUP) oder die leise Auslösung (Q) zur Wahl.

Die Rückseite der Nikon D6 ist mit Bedienelementen reichlich ausgestattet:

Zwei weitere wichtige Bedienelemente befinden sich auf der Rückseite. Damit meinen wir den Joystick und das Steuerkreuz. Der Joystick dient zur Wahl des AF-Messfeldes, das Steuerkreuz erlaubt dies ebenfalls. Darüber können Fotografen zudem in den Menüs navigieren oder im Wiedergabemodus zwischen den einzelnen Bildern wechseln. Wer Messfeldveränderungen durch unbeabsichtigte Eingaben verhindern möchte, nutzt dazu den Lock-Schalter unter dem Steuerkreuz. Damit die DSLR auch bei Dunkelheit bedient werden kann, lassen sich die beiden monochromen Displays der D6 beleuchten. Des Weiteren hat Nikon einige Tasten der Kamera mit einem Hintergrundlicht versehen. Das macht die Arbeit bei wenig Licht sehr angenehm.

Fotoprogramme besitzt die Nikon D6 (Bildqualität) nur die ganz klassischen, also P, S, A und M. Automatiken gibt es keine, diese würden Besitzer der D6 jedoch höchstwahrscheinlich gar nicht nutzen. Auf besondere Filter hat Nikon ebenso verzichtet, stattdessen gibt es jede Menge unterschiedliche Bildstile („Traum“, „Pop“ oder „Ruß“) .

Das Hauptmenü der Spiegelreflexkamera:

Das "Mein Menü" stellt der Nutzer nach seinen Bedürfnissen zusammen:

Die Menüs besitzen den von Nikon bekannten Aufbau. Über sieben Obermenüs (Wiedergabe, Fotoaufnahme, Filmaufnahme, Individualfunktionen, System, Bildbearbeitung, Mein Menü) wird man direkt zu den relevanten Optionen geleitet. Das „Mein Menü“ lässt sich mit häufig benötigten Parametern bestücken, die meisten Konfigurationsmöglichkeiten werden über das Individualfunktionen-Menü erreicht. Hier passen Fotografen unter anderem die Funktion der frei belegbaren Tasten an oder verändern die Einstellungen des i-Menüs.

Die Verteilung der Autofokusmessfelder bei der Nikon D6:

Das Autofokusmodul steht bei einer Kamera der Profi-Klasse neben der Bildqualität besonders im Vordergrund. Die Aufnahmen sollen natürlich nicht nur wenig rauschen, sondern auch scharf sein. Bei der D6 (Geschwindigkeit) setzt Nikon auf das Sensormodul Multi-CAM 37K. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein AF-Sensor mit 105 Messfeldern. Alle Sensoren können als Kreuzsensoren sowohl horizontale als auch vertikale Kontraste erkennen, 15 Messfelder arbeiten über F5,6 hinaus bis zu F8.

Als Besonderheit kommt ein sogenanntes Triple Sensor Arrangement zum Einsatz, bei anderen Kameras des Herstellers wird nur ein Double Sensor Arrangement verwendet. Gegenüber der D5 liegen die Messfelder 1,6-fach enger zusammen, dies soll unter anderem das bessere Anfokussieren von kleineren Motiven erlauben. Die Phasenerkennung arbeitet ab -4,5 EV, gegenüber der D5 ist das eine halbe EV-Stufe mehr.

Die Anzahl der AF-Feld-Optionen wurde bei der Messfeldgruppensteuerung deutlich erhöht:

Dadurch lässt sich der Autofokus besser an das Motiv anpassen:

Die Liste an AF-Features hat Nikon bei der D6 ausgebaut, bei der Messfeldgruppensteuerung lässt sich aus zahlreichen neuen Fokusfeldmustern wählen. Dadurch können Fotografen die AF-Einstellungen noch besser an das Motiv bzw. die Aufnahmesituation anpassen. Natürlich stehen zusätzlich alle herkömmlichen Messfeld-Optionen wie ein Einzelfeld, die automatische Messfeldwahl oder das 3D-Tracking zur Verfügung. In der Praxis konnte uns das Autofokussystem auf ganzer Linie überzeugen. Egal wie schnell sich das Motiv bewegte oder wie groß dieses ausfiel, die D6 war immer in der Lage, es scharfzustellen. Etwas anderes haben wir von einer Kamera der Profiklasse aber auch nicht erwartet. Im Liveviewmodus sieht dies wegen der Kontrastmessung anders aus. Hier stellt die Kamera wesentlich langsamer scharf, bewegten Motiven kann sie weit weniger gut als beim Einsatz des Phasen-AF folgen. Als Vorteil muss hier allerdings die Gesichtserkennung genannt werden.

Beim mechanischen Verschluss setzt Nikon auf einen klassischen Schlitzverschluss. Er erlaubt Belichtungszeiten von bis zu 1/8.000 Sekunde, ohne Bulbmodus sind maximal 900 Sekunden wählbar. Für die völlig geräuschlose Aufnahme steht ein elektronischer Verschluss zur Verfügung, dieser muss im Menü unter „Lautlose Live-View Auslösung“ aktiviert werden. Der Belichtungsmesssensor der D6 besitzt 180.000 RGB Pixel, die Belichtungsmessung kann als Matrix-, mittenbetonte, Spot- und lichterbetonte Messung erfolgen.

Das Display mit sehr hoher Auflösung hat Nikon bei der D6 wie üblich fest verbaut:

Zur Bildkontrolle ist die Nikon D6 (Technik) wie alle aktuellen Spiegelreflexkameras mit einem optischen Sucher und einem Display ausgerüstet. Der Pentaprismensucher vergrößert 0,72-fach und liefert ein sehr großes sowie helles Sucherbild. Selbst Brillenträger können den Sucher gut einsehen. Beim Display hat sich Nikon – wie übrigens auch beim Sucher – für das Modell der D5 entschieden. Die technischen Daten lassen jedenfalls keinen anderen Schluss zu. Es kommt ein 3,2 Zoll großes Panel mit 2,36 Millionen Subpixel zum Einsatz. Dieses gibt selbst feinste Details perfekt wieder, große Einblickwinkel erlauben das schräge Betrachten ohne Farbverfälschungen. Letzteres ist notwendig, mangels der dreh- und schwenkbaren Auslegung lässt sich das Display nicht immer optimal einsehen. Die Oberfläche des Displays hat Nikon berührungsempfindlich gestaltet, Eingaben können Fotografen daher auch per Finger vornehmen. Im Test wurden alle Eingaben perfekt erkannt, im Wiedergabemodus funktionieren selbst Multitouch-Gesten.

Die Videofeatures der Nikon D6 (Beispielaufnahmen) sind größtenteils von der Nikon D5 bekannt. Obwohl seit deren Vorstellung einige Jahre ins Land gegangen sind, hat Nikon kaum Verbesserungen vorgenommen. Als Begründung dafür nennt Nikon die Zielgruppe der D5. Bei dieser handelt es sich mehrheitlich um Fotografen, Videofeatures sind hier weniger gefragt. Etwas schade finden wir den Stillstand trotzdem, von einem Flaggschiff könnte man durchaus mehr erwarten. So müssen sich Nutzer in 4K-Auflösung mit 24, 25 oder 30 Vollbildern pro Sekunde begnügen. Aufnahmen erfolgen in dieser Auflösung im Gegensatz zur D5 immerhin ohne Crop.

Der Bildsensor wird also in seiner vollen Breite ausgelesen. In Full-HD stehen 24, 25, 30, 50 und 60 Vollbilder pro Sekunde zur Wahl, echte Zeitlupen-Optionen fehlen somit leider. Als kleinen Bonus gibt es bei Full-HD-Aufnahmen einen zusätzlichen Crop-Modus, dadurch lässt sich das Motiv etwas stärker vergrößern. Besondere Bildprofile oder andere spezielle Videofeatures wurden nur wenige (z. B. die Timecode-Option) integriert, manuelle Belichtungs- und Fokus-Optionen dagegen schon. Des Weiteren kann man alle Aufgaben den vorhandenen Automatiken überlassen.

Ein Teil der Video-Optionen der Nikon D6:

Gerade für die Fokussierung gilt allerdings: Der Autofokus arbeitet nach aktuellen Maßstäben unterdurchschnittlich. Das liegt an der Kontrastmessung, Phasen-AF-Pixel gibt es keine. Daher kommt es während den Aufnahmen teilweise zu (unerwünschtem) Nachfokussieren oder bewegte Motive werden überdurchschnittlich häufig aus dem Fokus verloren. Das geht 2020 zweifellos besser. Bei der Tonaufnahme sind weniger Abstriche hinzunehmen. So hat Nikon einen Mikrofoneingang und einen Kopfhörerausgang verbaut, die Pegel sind anpassbar. Als Videokamera eignet sich die Nikon D6 also nur sehr bedingt. Viele Kameras – auch von Nikon – haben mehr Videofeatures zu bieten.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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