Olympus SP-800 UZ Praxisbericht

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Praxisbericht zur Olympus SP-800 UZ

Beinahe gleichzeitig hat FujiFilm mit der FujiFilm FinePix HS10 und Olympus mit der Olympus SP-800 UZ jeweils eine Bridge-Digitalkamera mit 30fach optischem Zoom präsentiert. Eindeutig ist, dass Olympus die längere Telebrennweite in der SP-800 UZ realisiert hat. Zudem wurde das ganze auch noch in einem kleineren Gehäuse verpackt. Dies fällt bereits beim auspacken auf. Zwar ist sie als Bridgekamera noch immer deutlich größer als eine typische digitale Kompaktkamera, aber in Anbetracht der Leistung trotzdem ansprechend klein.

Aufgrund des ausgeprägten, aber nicht besonders dicken Griffs liegt die Olympus SP-800 UZ ziemlich gut in der Hand. Der breite Abstand zwischen dem Griff und dem hervorstehenden Objektiv sorgt dafür, dass auch etwas größere Finger noch ausreichend Platz haben. Zudem ist der Griff selbst auch noch so strukturiert, dass der Mittelfinger einen guten Halt entlang der Hochachse der Kamera geben kann. Die Verarbeitungsqualität ist gut, die Materialauswahl der Kameraklasse angemessen. Lediglich der Objektivdeckel passt nicht zum Erscheinungsbild. Dafür sitzt auch er ohne Fehl und Tadel auf dem Objektiv.

Die Einstellmöglichkeiten der Olympus SP-800 UZ halten sich in Grenzen. Auf der Oberseite gibt es nur zwei Bedienelemente, der Ein-/Ausschalter und der Auslöser mit umlaufenden Zoomring. Der Ein-/Ausschalter sitzt dabei wie üblich leicht vertieft. Beim Einschalten fährt das Objektiv direkt einen halben Zentimeter weit aus. Dementsprechend sollte vorher der Objektivdeckel abgenommen werden, ansonsten fäll er auf den Boden. Umgehen kann man dies, indem man den Objektivdeckel mit einer kleinen Schlaufe an der Kamera befestigt wird, dann fällt der Deckel nur noch ab und baumelt an der Kamera. Dieser recht banale Hinweis kann mit der Zeit tatsächlich Nerven sparen. Allerdings bieten auch andere Hersteller in dieser Kameraklasse vergleichbare Lösungen, so dass es sich eher um ein grundsätzliches Problem handelt. Wenn es nur darum geht, bereits aufgenommene Bilder zu betrachten, kann man die Kamera auch direkt über die Wiedergabetaste starten. Hier entfällt entsprechend das Ausfahren des Objektivs. Eine sinnvolle und praxisnahe Methode. Als Tipp für Armbanduhren-Muffel ist der längere Druck auf die Infotaste. Dadurch erhält man auch bei ausgeschalteter Kamera das Datum sowie die Uhrzeit eingeblendet.

Der Auslöser hat einen sehr schwammigen ersten Druckpunkt, wenn man diesen überhaupt als solchen bezeichnen möchte. Der zweite, entscheidendere Druckpunkt hingegen ist gut einsetzbar und bereitete keine Probleme. Leider ist die Fokussierung im Vergleich mit anderen Modellen sehr gemütlich. Von Schnappschusstauglichkeit ist hier leider nicht zu sprechen. Trotzdem ist die Olympus SP-800 UZ schnell genug für die meisten Aufnahmen.

Der Umlaufende Zoomring ist mit dem Finger gut zu erreichen und erlaubt eine präzise Ansteuerung der Brennweite. Ein kompletter Durchlauf von Weitwinkel bis Tele ist zwar nicht eindrucksvoll schnell, allerdings muss man sich vor Augen halten, dass es sich um einen 30fach optischen Zoombereich handelt. Eine Schnellverstellung, wie andere Digitalkameras sie bieten, wäre da sicherlich wünschenswert. Beim Einsatz des oberen Endes der Brennweitenskala ergeben sich naturgemäß einige Probleme. Mit über 800mm Brennweite (kleinbildäquivalent) befindet man sich im Supertelebereich, der hohe Anforderungen nicht nur an die Umweltbedingungen, sondern auch an die Vorbereitung einer Aufnahme stellen. Insofern ist es in meinen Augen merkwürdig, solch ein Objektiv in einer eher an Einsteiger ausgerichteten Kamera zu finden. Aufnahmen aus der Hüfte, also Schnappschüsse ohne eine entsprechende Vorbereitung, werden nur bei ausgezeichneten Aufnahmebedingungen befriedigende Ergebnisse bringen. Die Olympus SP-800 UZ ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, der mit der Sensor-Shift-Methode arbeitet und entsprechend den Sensor zur Vermeidung von Verwacklungen bewegt. Von der Wirkungsweise kann man sich zum einen sehr gut auf dem Display überzeugen, zum anderen ist der Bildstabilisator auch gut hörbar, um nicht zu sagen "laut". In ruhigeren Situationen wird diese Lautstärke durchaus negativ auffallen. Dafür arbeitet der Stabilisator aber auch recht effektiv, bei guten Bedingungen konnten etwa drei Lichtwerte Unterschied zur unstabilisierten Aufnahme im mittleren Brennweitenbereich von 100 bis 400mm (kleinbildäquivalent) gutgemacht werden. Darüber hinaus merkt man allerdings die Grenzen des Systems, trotzdem waren noch ein bis anderthalb Lichtwerte möglich. Dies reichte bei maximaler Telestellung allerdings nur bei gutem Licht aus. Um auch bei mäßigen Bedingungen noch akzeptable Bilder zu erstellen war eine Erhöhung der Empfindlichkeit mit den daraus resultierenden Nachteilen bei Auflösung und Rauschen zwingend notwendig. Ich denke, die Grenze des sinnvollen ist mit solch einem Extrembereich zumindest für Einsteiger und unerfahrenere Nutzer schon überschritten. Erfreulich ist, dass trotz der hohen Brennweite das Objektiv nicht sehr weit ausfährt und die Kamera damit auch bei voller Teleleistung noch ausgewogen in den Händen liegt.

Auf dem Objektiv sitzt der manuell zu öffnende Blitz. Die Ausleuchtung war im Test gut, allerdings hätte der Abstand zur optischen Achse durchaus noch etwas größer sein dürfen. Platz genug wäre jedenfalls vorhanden gewesen.

Die Kamerarückseite wird dominiert durch das Display im 16:9 Format. Auffällig platziert und mit einem roten Punkt markiert sitzt rechts davon der Videoaufnahme-Knopf. Dieser führt mit einer leider deutlich spürbaren Verzögerung direkt zur Videoaufnahme. Ein punktgenauer Start der Videoaufzeichnung ist durch die Verzögerung aber nicht möglich. Unterhalb des Videoknopfes sitzt der zuvor bereits erwähnte Wiedergabeknopf sowie ein Drehring mit mittig angeordnetem OK-Knopf. Zugleich ist der Drehring auch als Steuerkreuz ausgelegt. Diese Doppelbelegung führt allerdings zu einigen Problemen. Der Drehring selbst ist nicht sehr griffig und gut drehbar ausgelegt, so dass leider zu häufig anstatt einer Drehbewegung der jeweils hinterlegte Druckknopf betätigt wird. Hier wäre ein klassisches Steuerkreuz in meinen Augen die bessere Wahl gewesen, denn mit der gegebenen Konstruktion ist bei einigen schnellen Einstellungen viel Frust verbunden.

In der Praxis konnte sich die Olympus SP-800 UZ gut behaupten. Vermisst habe ich allerdings zumindest einen kleinen elektronischen Sucher, der bei starker Sonneneinstrahlung und vor allem bei längeren Brennweiten für eine bessere Handhabung gesorgt hätte. Auch manuelle Einstellmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Ansonsten ist die Digitalkamera einfach und sicher zu bedienen, was allerdings aufgrund der wenigen Bedienmöglichkeiten wohl auch nicht zu schwer zu realisieren war. Sehr schwierig, und ich spreche es bewusst noch ein weiteres mal an, ist der hohe Brennweitenbereich bzw. die hohe Endbrennweite. Denn hier muss vor allem den unerfahreneren Nutzern klar sein, dass diese für eine durchweg gute Bildqualität entsprechende Übung mit der Kamera voraussetzt. Vom Stativ hingegen kann die volle Brennweite ohne größere Schwierigkeiten genutzt werden. Allerdings kommen dann immer noch Qualitätseinschränkende Umweltbedingungen hinzu. Ich fürchte, dass trotz dieser im praktischen Alltag auftretenden Probleme die kommenden Modelle im Bridgebereich abermals bis oder sogar noch mehr Tele-Brennweite als 840mm (kleinbildäquivalent) aufweisen werden.

Ein Praxisbericht von:

Sascha Stewen

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Kommentare

In wie fern kann ich ...

In wie fern kann ich bei dieser Kamera die Blende und die Verschluss zeit Manuell einstellen. Oder geht das wie bei der 620UZ garnicht.

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