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Canon EOS 80D und EOS 77D im Duell (Teil 2)

Teil 2 von 3: "Zweistellige" Spiegelreflexkameras von Canon mit APS-C-Sensor


Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Canon EOS 80D und der Canon EOS 77D die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, gehen wir nun auf das Objektivangebot, die Bildkontrolle, die Geschwindigkeit und den Autofokus ein.

Objektivangebot:Beim Bajonett beider Kameras handelt es sich um die EF-S-Variante. Diese ermöglicht den Einsatz von EF-S- und EF-Objektiven, von denen Canon eine sehr große Zahl anbietet. Des Weiteren gibt es zahlreiche Dritthersteller, die ebenfalls Objektive fertigen.

Hier können als Beispiel Tamron, Sigma und Zeiss genannt werden. Das Objektivangebot fällt insgesamt gesehen sehr groß aus, vom Ultraweitwinkel- bis zum Superteleobjektiv ist jedes Modell zu erwerben.

Unsere Wertung beim Objektivangebot: Unentschieden.

Beide Digitalkameras können EF- und EF-S-Objektive nutzen:

Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Bildkontrolle:
Die Bildkontrolle erfolgt bei Spiegelreflexkameras klassisch per optischem Sucher. Wie bei allen aktuellen Modellen steht aber natürlich ein Display zur Verfügung. Während die Canon EOS 80D über einen besseren Pentaprismensucher verfügt, wurde bei der EOS 77D nur ein einfacher Pentaspiegelsucher verbaut. Des Weiteren zeigt der Sucher der 80D 100 Prozent des Bildfeldes und vergrößert 0,59-fach (auf Kleinbild umgerechnet). Bei der 77D sind es 95 Prozent, und der Vergrößerungsfaktor liegt bei 0,51. Das fällt beim Druckblicken sofort auf: Der Sucher der 80D ist größer und heller, die Bildkontrolle einfacher und vor allem komfortabler möglich. Einzig bei der EOS 80D lässt sich darüber hinaus der finale Bildausschnitt festlegen. Das funktioniert bei der 77D wegen deren 95-prozentiger Bildfeld-Darstellung nicht. In der Praxis mag dies keinen Beinbruch darstellen, der Sucher der 80D weiß aber zweifellos mehr zu gefallen.

Die LCDs machen die Bildkontrolle durch ihre dreh- und schwenkbare Lagerung sehr komfortabel:

Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Während der Sieger beim Sucher somit feststeht, fallen die Displays beider Kameras völlig identisch aus. Die 3,0 Zoll in der Diagonalen messenden LCDs lösen jeweils 1,04 Millionen Subpixel auf und erlauben eine scharfe Darstellung. Die dreh- und schwenkbare Lagerung macht die Bildkontrolle nahezu ohne Einschränkungen möglich, auch bei Selbstporträts lässt sich auf das LCD blicken. Ebenso gut: Große Einblickwinkel sorgen bei der nicht frontalen Betrachtung für eine optimale Farbwiedergabe. Die Touchoberfläche der Displays ermöglicht das Bedienen der Kameras, Eingaben werden schnell und präzise erkannt. Dadurch fällt unter anderem das Setzen des Fokuspunktes im Liveviewmodus besonders leicht.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Canon EOS 80D.

Per Touch lassen sich jeweils Eingaben vornehmen (hier am Beispiel der EOS 80D):

Canon EOS 80D.

Geschwindigkeit:
Die Serienbildgeschwindigkeit ist vor allem bei der Aufnahme von bewegten Motiven von Bedeutung. Eine höhere Bildrate macht das Einfangen des richtigen Moments einfacher. In diesem Punkt kann sich die EOS 80D mit sieben Bildern pro Sekunde von der EOS 77D mit sechs Bildern pro Sekunde ein wenig absetzen. Des Weiteren darf man die Länge der Bildserie nicht vergessen: Hier liegt die EOS 77D in Front, wobei die EOS 80D mit ihrer leicht höheren Bildrate durch das schnellere Füllen des Speichers prinzipbedingt im Nachteil ist. Die genauen Werte: Die Canon EOS 80D hält im JPEG-Format genau 6,9 Bilder pro Sekunde für 117 Fotos in Folge fest. Danach wird die Bildrate mit 6,3 Fotos pro Sekunde etwas langsamer. Die EOS 77D hält die Bildrate von 6,0 Bildern pro Sekunde ohne Grenze (faktisch bis sich die Speicherkarte gefüllt hat) aufrecht.

Sie wird somit nicht langsamer, erreicht aber trotzdem zu keiner Zeit die Geschwindigkeit der EOS 80D. Bei RAW-Aufnahmen haben wir bei der EOS 80D genau 7,0 Bilder pro Sekunde für 23 Bilder in Serie gemessen. Danach sind noch 3,1 Bilder pro Sekunde möglich. Die EOS 77D nimmt 6,0 Bilder pro Sekunde auf, die Geschwindigkeit nimmt aber erst nach 31 Fotos in Serie ab. Danach erreicht sie mit 3,1 Bildern pro Sekunde die Bildrate der EOS 80D. JPEG+RAW-Aufnahmen speichert die EOS 80D 7,0 pro Sekunde für 20 Bilder in Serie. Bei der EOS 77D haben wir 6,0 Bilder pro Sekunde für 24 Bilder in Folge gemessen. Anschließend hält die EOS 80D 2,2 Bilder pro Sekunde fest, bei der EOS 77D sind es 2,5 Bilder pro Sekunde. In der Praxis bedeutet dies: Die EOS 80D ist etwas schneller, die EOS 77D ausdauernder. Wir sehen die Kameras in etwa gleichauf, mit einem leichten Plus für die EOS 77D, wenn es um RAW-Fotos geht.

Beide Kameragehäuse werden äußerlich aus Kunststoff gefertigt, das der EOS 80D ist abgedichtet:

Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Bei der Fokussierungsgeschwindigkeit geben sich beide Kameramodelle quasi nichts. Das verwundert wenig, kommen doch die gleichen Autofokusmodule zum Einsatz und auch der Dual Pixel CMOS-AF ist jeweils vorhanden. Beim Blick durch den Sucher stellen beide DSLRs in 0,11 Sekunden scharf, im Liveviewmodus sind es 0,30 Sekunden (80D) vs. 0,31 Sekunden (77D). Als Auslöseverzögerungen haben wir für die EOS 80D 0,06 Sekunden (Sucher) bzw. 0,09 Sekunden (Liveview) gemessen, bei der EOS 77D genau 0,06 Sekunden (Sucher) und 0,05 Sekunden (Liveview). Die Digitalkameras stellen beim Blick durch den Sucher somit blitzschnell und beim Verwenden des Liveviewmodus immer noch recht schnell scharf.

In puncto Einschaltzeit gilt: Die EOS 77D setzt sich mit 1,43 Sekunden von der EOS 80D mit 1,66 Sekunden leicht ab. Bei der ersten Bildaufnahme liegt dagegen die EOS 80D mit 0,43 Sekunden gegenüber 0,51 Sekunden (77D) vorne. In der Praxis merkt man von diesen Unterschieden nichts.

Unsere Wertung bei der Geschwindigkeit: Unentschieden.

Die EOS 80D und 77D können im Kit mit dem EF-S 18-135mm F3,5-5,6 IS USM erworben werden:

Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Autofokus:
Das Autofokussystem war bei Spiegelreflexmodellen immer ein wichtiges Differenzierungsmerkmal zwischen unterschiedlichen Modellreihen. Höherklassige Kameras punkten in aller Regel mit mehr Fokusmessfeldern, lichtempfindlicheren Sensoren oder der Möglichkeit zur Fokussierung über F5,6 hinaus. Bei Canon ist das mittlerweile anders. Nachdem die 2016 vorgestellte EOS 80D die erste Kamera mit einem 45 Kreuzsensoren umfassenden AF-Modul war, haben die EOS 77D und EOS 800D dieses 2017 ebenfalls spendiert bekommen. Das stellt ein Novum dar. Die EOS 80D und EOS 77D verfügen somit über das – zumindest aus Hardwaresicht – identische Fokussystem. Der dedizierte AF-Sensor besitzt 45 Messfelder. Alle Messfelder arbeiten bis zu einer Blendenöffnung von F5,6 als Kreuzsensoren, bei F8 stehen noch 18 Liniensensoren und neun Kreuzsensoren zur Verfügung. Beim zentralen Messfeld handelt es sich bis F2,8 um einen Doppelkreuzsensor. Die Empfindlichkeit des AF-Systems wird mit -3 LW angegeben.

Die Autofokussysteme verfügen jeweils über 45 Kreuzsensoren:

Was bedeuten diese Werte für die Praxis? Beide Kameras besitzen einen sehr leistungsfähigen Autofokus, der in den allermeisten Situationen sehr gute Ergebnisse ermöglicht. Dass die Fokussierung auch über F5,6 hinaus funktioniert, ist ein zusätzlicher Bonus. Dadurch lassen sich lichtschwächere Objektive zusammen mit Telekonvertern und AF-Unterstützung verwenden.

Die EOS 80D erlaubt deutlich mehr AF-Einstellungen als die EOS 77D und besitzt ein AF-Menü:

Canon EOS 80D.

Absetzen kann sich die EOS 80D allerdings bei den AF-Optionen: Während die EOS 77D nur rudimentäre Einstellungen zu bieten hat, sind bei der 80D deutlich mehr Parameter veränderbar. Dazu gehört unter anderem die Konfiguration der AF-Feld-Nachführung und der AI-Servo-Priorität.

Des Weiteren erlaubt die Kamera die AF-Feinabstimmung, mit der sich Front- oder Backfokusprobleme verringern oder komplett beheben lassen. Den Dual Pixel CMOS AF besitzen beide Kameramodelle, er erlaubt im Liveview- und Videomodus ein schnelles und präzises scharfstellen.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Canon EOS 80D.

Im dritten Teil unseres Tests der Canon EOS 80D und Canon EOS 77D vergleichen wir einige spezielle Funktionen, die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit. Am Ende ziehen wir zudem ein Fazit.

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