Das erwartet die Kamerawelt im Jahr 2023 - Teil 1

Unser Ausblick auf die Neuvorstellungen im Jahr 2023: von Canon bis Nikon

2022 ist für die Kamera- und Objektivhersteller das erste erfreuliche Jahr nach vielen Krisenjahren gewesen. Sowohl die Zahlen der Camera & Imaging Products Association, kurz CIPA, als auch die Jahresberichte der Konzerne hinterlassen ein recht positives Bild. Kameras- und Objektive wurden deutlich mehr als 2021 verkauft, Produktionsprobleme aufgrund gestörter Lieferketten konnten reduziert werden. Neue Modelle sind natürlich auch erschienen, wenngleich die Zahl der Neuvorstellungen weiter rückläufig ist. Wir wagen einen Blick in die Zukunft und schauen uns an, welche Produkte 2023 möglicherweise erscheinen werden.

Canon
Canon konnte den Rückstand bei den spiegellosen Systemkameras 2022 weiter reduzieren und ist in manchen Bereichen sogar wieder zum Technologieleader avanciert. Die im Herbst vorgestellte Canon EOS R6 Mark II bringt nicht nur eine verbesserte Videofunktion und einen optimierten Autofokus mit, sondern mit 40 Bildern pro Sekunde auch eine extrem schnelle Serienbildfunktion. Dazu passt das bei canonrumors.com zu lesende Gerücht, dass bereits im zweiten Quartal 2023 das Nachfolgemodell der Canon EOS R5 (Testbericht) erscheinen soll. Bei der EOS R5 Mark II können Canon ebenfalls den Autofokus und die Serienbildfunktion verbessern, zudem würde es sich anbieten, das bei Videoaufnahmen anzutreffende Überhitzungsproblem zu minimieren. Darüber hinaus wird über einen höher aufgelösten Bildwandler sowie bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde in 8K spekuliert.

Die Canon EOS R5 könnte 2023 wie die EOS R6 2022 ein Update erhalten:

2022 hat gezeigt, dass sich Canon – vermutlich endgültig – vom EF-M-Bajonett verabschiedet hat und nur noch auf Kameras mit RF-Bajonett setzt. Offizielle Informationen gibt es dazu zwar keine, alles andere wäre jedoch eine riesige Überraschung. Zum einen wurden schon lange keine neuen Kameras oder Objektive mit dem EF-M-Bajonett vorgestellt, zum anderen lassen sich nun auch RF-Kameras mit APS-C-Chip erwerben. Die vom EF-Bajonett bekannte „ein Bajonett für alles“-Strategie ist damit wieder möglich. Mit der Canon EOS R7 (Testbericht) und Canon EOS R10 (Testbericht) lassen sich bereits zwei APS-C-Kameras erwerben, 2023 sollte das Angebot noch einmal deutlich ausgebaut werden. Laut canonrumors.com soll 2023 ein neues Mittelklassemodell mit dem Namen EOS R8 oder EOS R9 auf den Markt kommen, genauere Daten sind jedoch völlig offen. Unterhalb der aktuellen Einsteigerkamera EOS R10 soll zudem die EOS R50 erscheinen. Dieser Name könnte von der Canon EOS M50 (Mark II) mit EF-M-Bajonett inspiriert sein.

Aktuell gibt es nur zwei RF-S-Objektive, 2023 sollte Canon das Angebot (deutlich) ausbauen:

Überhaupt keine gesicherten Informationen liegen zu einer möglichen EOS R1 vor. Diese könnte erst 2024 auf den Markt kommen, weshalb die spekulierten Daten dazu aus unserer Sicht allzu weit hergeholt sind. Wenig kann man zudem von einem High-Resolution-Modell berichten. Die möglicherweise Canon EOS R5 S getaufte DSLM könnten das Kamera-Angebot von Canon eigentlich nur sinnvoll ergänzen, wenn die EOS R5 Mark II keinen Bildwandler mit (deutlich) höherer Auflösung erhält.

Neue Objektive hat Canon 2022 sieben Stück angekündigt, dazu gehören unter anderem die beiden Superteleobjektive Canon RF 800mm F5,6L IS USM sowie Canon RF 1200mm F8L IS USM als auch die ersten beiden APS-C-Objektive mir RF-Bajonett. 2023 dürfte das japanische Unternehmen eine ähnlich hohe Anzahl an Neuvorstellungen planen, dazu sollen das Canon RF 35mm F1,2 und das Canon RF 24mm F1,4 gehören. Die Vorstellung beider Objektive ist aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich, schließlich fehlen aktuell noch L-Objektive mit diesen Brennweiten. Daneben könnte Canon ein RF 300mm F2,8L IS USM und weitere RF-S-Objektive vorstellen. Ein Ultraweitwinkelzoom, ein lichtstarkes Standardzoom und ein kompaktes Pancake werden zweifellos benötigt, um das Objektivangebot für APS-C-Nutzer ansprechend zu gestalten.

FujiFilm
FujIFilm hat 2022 ein Feuerwerk an neuen Kameras abgebrannt. Allerdings nicht quantitativ, sondern qualitativ. Neben der für Sport- und Videoaufnahmen optimierten FujiFilm X-H2S (Hands-On) kamen auch die beiden ersten Kameras mit 40-Megapixel-Sensor namens FujiFilm X-H2 (Hands-On) und FujiFilm X-T5 auf den Markt. Das Jahr 2023 dürfte FujiFilm wohl wesentlich ruhiger angehen lassen. Ein Update könnten die FujiFilm X-Pro3 und FujiFilm X-S10 erhalten. Diese wurden 2019 bzw. 2020 vorgestellt und wären somit durchaus reif für ein Update. Gleiches gilt für die FujiFilm X-A7 und X-T200. Ob das japanische Unternehmen weiterhin Einsteigerkameras anbieten wird, ist allerdings nicht gesichert.

FujiFilms Roadmap für das X-Bajonett (die 2022er-Modelle sind bereits erschienen):

Objektive mit X-Bajonett kamen 2022 vier auf den Markt, dazu zählt auch das Supertelezoom Fujinon XF 150-600mm F5,6-8 R LM OIS WR. Damit lässt sich nun ein Modell mit bis zu 914mm KB-Brennweite erwerben. Auf der aktuellen Roadmap ist mit dem Fujinon XF 8mm F3,5 nur noch eine neue Optik aufgeführt, große Lücken gibt es aktuell allerdings auch keine zu füllen. Auf der GF-Roadmap mit Mittelformatobjektiven finden sich mit Vorstellungsjahr 2023 ein nicht näher bezeichnetes Tilt-Shift-Objektiv und das Fujinon GF 55mm F1,7.

FujiFilms Roadmap für das G-Bajonett (das 2022er-Modell ist bereits erschienen):

Nikon
Nikon hat das Jahr hinsichtlich neuer Kameras ruhig angehen lassen, allein die Z 30 wurde vorgestellt. Diese ergänzt das Portfolio um ein kompaktes und günstiges Modell, als Zielgruppe sieht Nikon vor allem Content Creator. 2023 könnten dagegen die Updates diverser Kameras anstehen: Die Nikon Z 50 wäre dann vier Jahre alt, die Nikon Z 5, Z6 II und Z 7 II kommen auf drei Jahre. Dass für diese DSLMs – zumindest teilweise – Nachfolgemodelle erscheinen werden, ist aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich.

Die Nikon Z 6 II ist wie die Z 7 II reif für ein Update:

Ganz heiß diskutiert wird zudem die Vorstellung der Nikon Z 8. Damit könnte Nikon die sowohl leistungstechnisch als auch preislich sehr große Lücke zwischen der Z 7II und der Z 9 schließen. Genauere Daten sind aktuell allerdings keine bekannt, bei der Z 8 könnte jedoch der Sensor der Z 9 zum Einsatz kommen. Gegenüber der Z 6II/Z 7II sind höhere Bildraten bei Fotos und Videos sowie auch ein verbesserter Autofokus zu erwarten. Beim Gehäuse der Z 8 dürfte Nikon auf den integrierten Batteriegriff verzichten, die Z 8 sollte daher in etwa so groß wie die Z 6II bzw. Z 7II ausfallen.

Bei den kommenden Z-Objektiven macht die offizielle Roadmap von Nikon den Blick in die Zukunft wesentlich leichter. Auf dieser sind die aktuell von Nikon geplanten Objektive zu finden, deren Vorstellung kann allerdings auch erst nach 2023 erfolgen.

Aktuell umfasst die Roadmap folgende noch nicht angekündigte Modelle:
Nikkor Z 35mm S
Nikkor Z 85mm S
Nikkor Z 135mm S
Nikkor Z DX 24mm
Nikkor Z 26mm
Nikkor Z DX 12-28mm PZ
Nikkor Z 70-180mm
Nikkor Z 200-600mm

Nikons Roadmap für das Z-System (das Nikkor Z 600mm F4 TC VR S ist bereits erschienen):

Beim Nikkor Z 35mm S und dem Nikkor Z 85mm S gehen wir von einer Blendenöffnung von F1,2 oder F1,4 aus, dafür sprechen die bereits erhältlichen Objektive. Das Nikkor Z 135mm S sollte eine Lichtstärke von F1,8 oder F2 besitzen, das Nikkor Z 26mm von etwa F2. Eine ähnliche Öffnung wäre auch beim Nikkor Z DX 24mm denkbar. Beim Nikkor Z DX 12-28mm PZ, das Kürzel "PZ" steht für einen Powerzoom-Motor, könnte man von rund F4 bis F5,6 ausgehen und beim Nikkor Z 200-600mm von F5 bis F6,3. Mehr oder weniger gesichert sind die Daten des Nikkor Z 70-180mm. Da dieses (wie bereits das Nikkor Z 17-28mm F2,8 sowie das Nikkor Z 28-75mm F2,8) auf einem Tamron-Objektiv basiert, kann man mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit von einer durchgängigen Blende von F2,8 ausgehen. Alles andere wäre eine große Überraschung.

Im zweiten Teil unserer Serie der für 2023 erwarteten Kameras und Objektive gehen wir auf die Hersteller OM Digital Solutions, Panasonic, Sigma, Sony und Pentax bzw. Ricoh ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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