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Huawei P30 Pro Smartphone- und Kameratest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Tests des Huawei P30 Pro auf die technischen Daten, das Handling und die Verarbeitung eingegangen sind, prüfen wir nun die Kameras des Smartphones. Mit unseren Beispielfotos und -videos können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.

Die Kameras:
Auf den ersten Blick  erinnert das Kamerasetup des Huawei P30 Pro stark an das des P20 Pro. Drei Kameras mit unterschiedlichen Brennweiten, eine davon mit besonders großem Sensor. Ja, das stimmt in gewisser Weise auch. Vom P20 Pro hat sich Huawei inspirieren lassen, gleichzeitig aber verschiedene Verbesserungen vorgenommen.

Bei der Hauptkamera setzt Huawei gleich auf zwei Neuheiten. Beim weiterhin 1/1,7 Zoll großen Sensor mit 40 Megapixel nutzt Huawei eine neue Filtermatrix. Statt einem RGB-Muster kommt ein RYB-Muster (gelb  statt grün) zum Einsatz.

Dadurch soll der Sensor um 40 Prozent lichtempfindlicher ausfallen. Das Objektiv der Hauptkamera erlaubt mit 27mm KB-Brennweite einen variablen Einsatz, die Lichtstärke beträgt hohe F1,6 (F1,8 beim P20 Pro). Zudem hat Huawei der Hauptkamera einen optischen Bildstabilisator spendiert. Dieser und die zusätzliche AI-Stabilisierung (AIS) sollen unter anderem bei Langzeitbelichtungen noch bessere Ergebnisse ermöglichen.

Mit einem RYB- statt einem RGB-Filter möchte Huawei bessere Bildergebnisse erzielen:

Die Ultraweitwinkelkamera des Huawei P30 Pro speichert Fotos mit 20 Megapixel, der 1/2,7 Zoll messende Sensor befindet sich auf der Rückseite oberhalb der Hauptkamera. Das 16mm-Objektiv (KB-äquivalent) ist mit einer Blende von F2,2 ausgestattet, die Stabilisierung erfolgt rein digital.

Die Telekamera nutzt die Periskop-Bauweise:

Teleobjektive verbaut Huawei bei seinen Smartphones schon länger, eine derart lange Brennweite hat bislang kein anderes Modell aus dem eigenen Haus zu bieten. Möglich wird dies durch ein Objektiv in Periskop-Bauweise. Das heißt: Das Licht fällt nicht nur durch die Linsen des Objektivs und danach auf den Sensor, davor befindet sich eine zusätzliche Spiegelkonstruktion. Diese leitet das Licht um 90 Grad um. Dadurch können Objektive mit längeren Brennweiten konstruiert werden, ohne dass das Smartphone „dicker“ ausfallen muss. Die optisch stabilisierte Telekamera zeigt umgerechnet auf das Kleinbildformat den Bildwinkel eines 125mm-Objektivs, die Lichtstärke liegt bei F3,4. Der Sensor gehört zur 1/4-Zoll-Klasse und nimmt Fotos mit acht Megapixel auf.

Verschiedene Sensoren im Größenvergleich:

Alle drei Objektive ergeben laut Huawei ein Leica Vario-Summilux-H 16-125mm F1,6-F3,4-Zoom, auch beim neuesten Flaggschiff arbeitet das chinesische Unternehmen also wieder mit der deutschen Optikschmiede zusammen. Genau genommen handelt es sich nicht um ein echtes Zoomobjektiv, die Brennweite der Objektive ist nämlich nicht variabel. In Kombination mit dem digitalen Zoom lässt sich der Bildausschnitt jedoch nahtlos verändern. Apropos digitaler Zoom: Huawei gibt für das P30 Pro – inklusive der Zuhilfenahme der unterschiedlichen Brennweiten – einen 50-fach-Zoom an.

Wer ohne digitalen Zoom arbeiten möchte, kann die unterschiedlichen Objektive direkt über die App ansteuern. Darauf gehen wir im dritten Teil dieses Tests genauer ein. Das Huawei P30 Pro vergrößert aber nicht nur weit entfernte Motive stark, auch nahe Motive lassen sich groß abbilden. Dafür steht ein Makromodus zur Verfügung, indem man rund 2-3cm an das Motiv herankommt. Hierfür wird die Ultraweitwinkelkamera verwendet, damit sind beachtliche Vergrößerungen möglich.

Die weitere Kamera-Ausstattung de Huawei P30 Pro besteht aus einer ToF-Kamera (Time of Flight) zum Bestimmen von Tiefendaten, einem Farbtemperatursensor und einem Flicker-Sensor. Mit den zusätzlichen Daten lassen sich Fotos mit einer besseren Bildqualität aufnehmen. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann der User ein LED-Licht aktivieren und nähere Motive damit aufhellen. Die Frontkamera des Smartphones nimmt Fotos mit 32 Megapixel auf, die Optik gibt Huawei mit F2 an.

Die optische Bildstabilisierung des Smartphones arbeitet bei Fotos solide, das schnelle Scharfstellen gelingt in der Praxis durch die Kombination von einem Kontrast-, einem Phasen- und einem Laser-AF.

Beim Huawei P30 Pro kommt also viel Technik zum Einsatz, aber wie schneidet das Smartphone in der Praxis ab? Kurz gesagt: beeindruckend. Das Triple-Kamera-Setup setzt sich gleich in mehrerlei Hinsicht an die Spitze im Smartphone-Segment. Eine besondere Erwähnung verdienen die Hauptkamera und die Telekamera. Die Hauptkamera mit 27mm-Weitwinkel  überzeugt bei Tag wie bei Nacht mit scharfen und rauscharmen Bildergebnissen. Die Detailwiedergabe der 40 Megapixel auflösenden Bilder ist ausgesprochen gut, bei guten Lichtverhältnissen sind selbst Posterdrucke mit mindestens DIN A3 völlig problemlos möglich. Entscheidet man sich für die 10-Megapixel-Option, fallen die Aufnahmen im direkten Vergleich deutlich weniger detailreich aus. Für die Verwendung im Social-Media-Bereich oder Ausdrucke bis DIN A4 sind sie allerdings sehr gut nutzbar.

Bei Nacht hat das P30 Pro das Bildrauschen gut unter die Kontrolle, selbst ohne Nachtmodus sind detailreiche Fotos realisierbar. Erst ab ISO 3.200 nimmt das Rauschen stärker zu, ein problematisches Ausmaß nimmt dieses aber erst bei ISO 6.400 an. Das ist besser als bei den Vorgängermodellen, teilweise deutlich. Dass Smartphones im extrem hohen ISO-Bereich, den man beim P30 Pro mit bis zu ISO 409.6000 erreichen kann, nicht mehr überzeugen, verwundert wenig. Mit dem Nachtmodus, der sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen qualitativ verbessert hat, lässt sich noch etwas mehr herausholen. Damit fotografiert man selbst in dunkelster Nacht freihändig. Die Bilder zeigen leider eine Art HDR-Effekt, diesen mag nicht jeder.

Den Nachtmodus hat Huawei beim Pro 30 verbessert:

Die Fotos der Ultraweitwinkelkamera bilden nicht ganz so viele Details wie die 40 Megapixel auflösenden Bilder der Hauptkamera ab, auch sie sind jedoch – bei Tag – sehr gut nutzbar. Bei Nacht fallen die Bilder stark ab, das ist angesichts des kleineren Sensors wenig verwunderlich. Der Nachtmodus kann hier einiges retten. Bei Tag sowie Nacht gilt: Der große Bildwinkel der Ultraweitwinkelkamera erlaubt abwechslungsreiche Aufnahmen.

Zoomvergleich beim Huawei P30 Pro: Ultraweitwinkelkamera, Hauptkamera und Telekamera:

Ein großes Augenmerkt hat Huawei beim P30 Pro auf die Telekamera gelegt. Die bereits angesprochene Periskop-Bauweise erlaubt längere Brennweiten als bei herkömmlicher Anordnung der Linsen. Bei guten Lichtverhältnissen speichert die Telekamera sehr ordentliche Fotos. In puncto Detailwiedergabe kommen diese zwar nicht an die anderen beiden Kameras heran, mit dem Brennweitenvorteil stellt die Telekamera allerdings eine sehr gute Ergänzung zu den anderen beiden Kameras dar. Schlechte Lichtverhältnisse lassen die Bildqualität schnell absinken, bei sehr wenig Licht lässt Huawei den Einsatz der Telekamera gar nicht mehr zu. Bei unseren Nachtaufnahmen wechselte das Smartphone automatisch zum digitalen Zoom der Hauptkamera.

Der Einsatz von längeren Brennweiten sollte daher nur bei Tag erfolgen. Muss man dies wirklich kritisieren? Wir meinen nein. Ein 125mm-Objektiv ist in einem Smartphone großen Einschränkungen unterworfen. Dass sich mit dem P30 Pro ein Brennweitenbereich von 16 bis 135mm abdecken lässt, muss zweifellos als beeindruckend bezeichnet werden. Ein echtes Zoom kann das Leica Vario-Summilux-H 16-125mm F1,6-F3,4 allerdings nicht vollständig ersetzen, bei Brennweiten zwischen ca. 70 und 124mm (wenn stark digital gezoomt werden muss), fällt die Bildqualität deutlich ab.

Die vier Sensoren der Kamera (Tele, Weitwinkel, Ultraweitwinkel, unten ToF) in der Detailaufnahme:

Gleiches gilt für Aufnahmen im Telebereich über 125mm. Wir raten daher ganz klar zur direkten Anwahl der Objektive in der App (Weit, 1x, 5x). Die Stufen dazwischen sowie die 10x-Option würden wir ignorieren. Dann nimmt das Huawei P30 Pro stattliche Fotos auf. Gut zu wissen: Kleinere Bildqualitätsvorteile lassen mit dem Einsatz der RAW-Bilder herauskitzeln, das gilt jedoch hauptsächlich für die Bilder der Hauptkamera. Dass alle drei Kameras die Aufnahme im RAW-Format erlauben, finden wir trotzdem lobenswert.

Vergleich der Bildstabilisierung: Links eine Aufnahme mit 4K, rechts mit Full-HD:

Bei Videos nahm Huawei bislang keine Vorreiterrolle ein, auch das P30 Pro hält mit der Konkurrenz nicht ganz mit. Das gilt vor allem wegen der fehlenden 60p-Unterstützung bei 4K-Auflösung. Diese sollte bei einem Smartphone der Spitzenklasse eigentlich an Bord sein. Videos lassen sich daher „nur“ mit 30 Vollbildern pro Sekunde (bei 3.840 x 2.160 Pixel) aufnehmen. In  Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) sind 30, 60 und 120 Vollbilder pro Sekunde und in HD (1.280 x 720 Pixel) bis zu 960 Vollbilder pro Sekunde möglich. Abseits des 4K60p-Mangel kann uns das P30 Pro überzeugen. Die 4K-Aufnahmen fallen beim Einsatz von allen drei Kameras sehr detailreich aus, die der Hauptkamera sehen sogar exzellent aus. Hier ist eine effiziente digitale Stabilisierung aktiv, der optische Bildstabilisator scheint nicht mitzuarbeiten. In Full-HD mit 30 Vollbildern pro Sekunde werden Bewegungen noch etwas besser ausgeglichen, der Unterschied fällt aber nicht groß aus. Apropos Full-HD: Auch Aufnahmen mit dieser Auflösung wissen zu gefallen, selbst bei 120 Vollbildern pro Sekunde geben sie viele Details wieder. In HD sieht das anders aus. Die Zeitlupenaufnahmen sind hier weichgezeichnet. Bei 960 Vollbildern pro Sekunde sind zwar stattliche Verlangsamungen möglich, wegen der allgemein schlechten Bildqualität und den sichtbaren Artefakten würden wir auf diese Bildrate allerdings verzichten.

Im "Duale Anzeige"-Modus lassen sich die Aufnahmen zweier Kameras "vereinen":

Neu ist beim Huawei P30 Pro der Modus "Dual View", im deutschen auch "Duale Anzeige" genannt. Videos lassen sich in diesem Modus nicht nur mit einer Kamera, sondern mit zwei Kameras aufzeichnen. Bei einer davon handelt es sich um die Weitwinkelkamera, die andere kann der Nutzer bestimmen (Wahl zwischen 2x, 3x und 5x). Bei der Aufnahme sind fast keine Einstellungen möglich, die Videos werden zudem lediglich in Full-HD mit 30 Vollbildern pro Sekunde aufgezeichnet. Wie groß der Nutzen dieser Funktion in der Praxis ausfällt, können wir nicht abschließend beurteilen.

Beispielaufnahmen (sofern nicht anders erwähnt wurden alle Bilder mit der Hauptkamera aufgenommen):

Brennweitenvergleich (Utraweitwinkel, Standardkamera, Tele):

Rechts eine Aufnahme mit der Standardkamera:

Brennweitenvergleich (Ultraweitwinkel, Standardkamera, Tele):

Rechts eine Aufnahme mit der Standardkamera:

Brennweitenvergleich (Ultraweitwinkel, Standardkamera, Tele):

Rechts eine Aufnahme mit der Standardkamera:

Links eine Aufnahme mit Bokeh-Simulation F4, rechts mit F0,95:

Links eine Aufnahme mit 10 Megapixel, rechts mit 40 Megapixel:

Zwei Aufnahmen mit dem Supermakromodus:

Links eine Aufnahme mit LED-Licht, rechts mit der Hauptkamera:

Links eine Standardaufnahme, rechts mit dem speziellen Nachtmodus:

Zwei Aufnahmen mit dem speziellen Nachtmodus:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Hauptkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Weitwinkelkamera:

JPEG+RAW-Aufnahme mit der Telekamera:

Links eine 4K-Aufnahme (2160p30) mit der Standardkamera, rechts in Full-HD (1080p30):

Links ein Aufnahme in Full-HD (1080p120) mit der Standardkamera, rechts in HD (720p240):

Links eine Aufnahme in 4K (2160p30) mit der UWW-Kamera, rechts mit der Telekamera (2160p30):

Im dritten und letzten Teil unseres Smartphone-Tests des Huawei P30 Pro schauen wir uns die Kamera-App und die allgemeine Leistung an.

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