Nikon Z 5 vs. Canon EOS RP im Vergleich (Teil 3)

Teil 3 von 3: Günstige Vollformatkameras der Einsteigerklasse


Links sehen Sie die Nikon Z 5, rechts die Canon EOS RP.

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Vergleichstests der Nikon Z 5 und der Canon EOS RP unter anderem die Möglichkeiten zur Bildkontrolle verglichen haben, gehen wir jetzt auf die Videofunktionen und die Schnittstellen ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse aus allen drei Teilen zusammen und ziehen ein Fazit.

Videoaufnahme:
Videofunktionen sind bei modernen Kameras nicht mehr wegzudenken, bei unseren Testmodellen fehlen sie daher natürlich nicht. Sowohl die Nikon Z 5 als auch die Canon EOS RP ist in der Lage, Videos in 4K- und Full-HD-Auflösung zu speichern. Ersteres geht bei der Z 5 mit 24, 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde, die EOS RP erlaubt 4K-Aufnahmen mit 24 und 25 Vollbildern pro Sekunde. Für höhere Bildraten ist bei beiden Kameras auf die Full-HD-Auflösung zurückzuschalten. Hier bringen beide Modelle Unterstützung für alle üblichen Bildraten von 24 bis 60 Vollbildern pro Sekunde mit. Wer Zeitlupenvideos aufnehmen möchte, findet dafür keine Option.

Die Bildwinkel im Vergleich:

Abstriche sind zudem beim Bildwinkel zu machen. Dieser entspricht nur bei Full-HD-Videos dem der Fotos, die 4K-Videos der DSLMs zeigen einen deutlichen Cropeffekt. Das stört beim Filmen ungemein, echte Weitwinkelaufnahmen sind allein mit einem Ultraweitwinkelobjektiv möglich. In Full-HD gibt es dieses Problem nicht, weshalb Full-HD-Aufnahmen im Regelfall die bessere Option darstellen.

Videovergleich bei 3.840 x 2.160 Pixel:

Die Bildqualität fällt in Full-HD sehr gut, in 4K sehr gut bis exzellent aus, die Z 5 liegt dabei jeweils leicht vorne. Trotz der unterdurchschnittlichen Videofähigkeiten müssen sich beide Kameras bei den Optionen und den Audiofeatures nicht verstecken. Es lässt sich manuell belichten sowie fokussieren, neben einem Mikrofoneingang ist jeweils auch ein Kopfhörerausgang verbaut. Sobald der Autofokus ins Spiel kommt, kann sich die Nikon Z 5 absetzen. Bei der Nikon-DSLM steht der Hybrid-AF unabhängig von den weiteren Einstellungen zur Verfügung, bei der Canon EOS RP arbeitet der schnelle Dual Pixel CMOS AF nur bei Full-HD-Auflösung. Wer in 4K filmt, muss mit dem deutlich langsameren und häufiger korrigierenden Kontrast-AF auskommen. Das sehen wir als echten Nachteil. Insgesamt betrachtet sind beide DSLMs wegen des starken Crops in 4K keine für Videos prädestinierten Kameras, das Paket der Z 5 ist jedoch noch etwas besser.

Unser Sieger bei der Videoaufnahme: Die Nikon Z 5.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
Die Erweiterbarkeit von Digitalkameras hängt in aller Regel von den Abmessungen und dem Preis ab. Daher sind kompakte und/oder günstige Modelle normalerweise mit weniger Schnittstellen als große und teure Kameras ausgestattet. Zur Standardausstattung moderner DSLM gehört heutzutage ein USB-C-Port. Dieser erlaubt unter anderem den Anschluss an einen Computer zum Einsatz als Webcam als auch das Aufladen des Akkus in der Kamera. Während sich bei der Z 5 dafür jedes USB-Netzteil verwenden lässt, muss bei der EOS RP ein Netzteil mit USB Power Delivery Funktion genutzt werden. Ansonsten lädt der Akku nicht auf. Besser schneidet die Z 5 zudem beim Übertragungsprotokoll ab: Mit USB 3.2 bietet sie einen wesentlich schnelleren Standard als der 2.0-Anschluss der EOS RP.

Die Schnittstellen der Nikon Z 5:

Nikon Z 5.

Die Schnittstellen der Canon EOS RP:

Canon EOS RP.

Zu den weiteren Schnittstellen gehören ein HDMI-Ausgang (jeweils Mini-HDMI), zwei 3,5mm Klinkenports (für ein Mikrofon und einen Kopfhörer) als auch ein Anschluss für eine Fernbedienung. Während es sich bei der Z 5 dabei um einen proprietären Port handelt, ist bei der EOS RP ein 2,5mm Klinkenport verbaut. Drahtlos funken beide Kameras mittels WLAN und Bluetooth, ein Blitz lässt sich über den Zubehörschuh aufstecken. Integrierte Blitzgeräte gibt es nicht.

Unser Sieger bei der Erweiterbarkeit und den Schnittstellen: Die Nikon Z 5.

Unser Fazit:
Mit der Nikon Z 5 und der Canon EOS RP lassen sich zwei günstige Vollformat-DSLMs erwerben. Beide wurden gegenüber den höherklassigen Schwestermodellen etwas abgespeckt, einige Features wurden allerdings auch übernommen. In etwa auf einem Level bewegen sich die Kameras hinsichtlich der Bildwandler und der Bildqualität. Mit den verbauten Vollformatsensoren lässt sich auch bei wenig Licht problemlos fotografieren, Ausdrucke sind grundsätzlich selbst mit größeren Abmessungen möglich.

Das bessere Gesamtpaket für Foto- wie Videografen bietet die Nikon Z 5:
Links sehen Sie die Nikon Z 5, rechts die Canon EOS RP.

Große Abstriche sind im Vergleich zu teureren DSLMs dagegen bei der Serienbildrate zu machen: Hier unterscheiden sich beide spiegellose Systemkameras jedoch nicht. Die Nikon Z 5 kommt gerade einmal auf 4,5 Bilder pro Sekunde, die Canon EOS RP auf kaum schnellere fünf Bilder pro Sekunde. Das reicht für statische Motive, bei bewegten Motiven lässt sich der optimale Moment aber nur recht schwer festhalten. Keine Einschränkungen ergeben sich zumindest bei der Länge der Aufnahme-Serie, mit beiden Kameras kann man mehr als 20 Sekunden am Stück mit der höchsten Bildrate fotografieren. Beim Fokussieren sehen wir die Nikon Z 5 vorne, grundsätzlich sind beide DSLM jedoch nicht für Sport- oder Actionaufnahmen prädestiniert.

Deutlich kann sich die Nikon Z 5 bei den Funktionen und Features absetzen: Sie verfügt nicht nur über einen Sensor-Shift-Bildstabilisator, sondern ist auch noch mit einem größeren Akku sowie zwei Speicherkartenslots ausgerüstet. Dies erlaubt größere Freiheiten bei der Objektivauswahl, längere Laufzeiten mit einem Akku sowie kamerainterne Backups.

Beide Kameras arbeiten ähnlich schnell und liefern eine ähnliche Bildqualität:
Links sehen Sie die Nikon Z 5, rechts die Canon EOS RP.

Zur Bildkontrolle sind beide Systemkameras mit einem elektronischen Sucher und einem Display ausgestattet. Unterschiede gibt es trotzdem mehr als Gemeinsamkeiten: Der Sucher der Nikon Z 5 ist nicht nur wesentlich größer (0,8-fache statt 0,7-fache Vergrößerung), sondern auch wesentlich schärfer (3,69 statt 2,36 Millionen Subpixel). Im direkten Vergleich sind diese Unterschiede sofort zu sehen, der Sucher der Z 5 macht einen deutlich besseren Eindruck. Bei den Displays fällt die Auflösung mit 1,04 Millionen Subpixel identisch aus, das Panel der Z 5 ist allerdings etwas größer (3,2 Zoll statt 3,0 Zoll). Zudem haben sich Nikon und Canon für abweichende Aufhängungen entschieden: Das LCD der Z 5 lässt sich nach oben und unten schwenken, das Display der EOS RP drehen und schwenken. Dadurch kann es auch von der Person vor der Kamera eingesehen werden. Dies ist bei Selbstporträts oder Vlogs von Vorteil.

Apropos Vlogs: Videos nehmen beide Kameras in 4K- oder Full-HD Auflösung auf. Für erstere Auflösung eignen sich die DSLMs wegen des jeweils vorhandenen starken Crops aber kaum. Bei der EOS RP kommt noch der bei 4K-Videos fehlende Dual Pixel CMOS-AF hinzu. Ansonsten liefern beide Kameras in 4K eine sehr gute bis exzellente Qualität und in Full-HD eine sehr gute. Zeitlupenaufnahmen sind mangels höherer Bildraten allerdings nicht möglich. Keine Abstriche sind bei den manuellen Fokus- oder Belichtungseinstellungen hinzunehmen, selbst an Schnittstellen für ein Mikrofon und einen Kopfhörer fehlt es nicht. Trotzdem gilt: Für 4K-Videos eignen sich andere Kameras besser. Besitzer der EOS RP sollten auf 4K-Videos in den meisten Situationen ganz verzichten, da hier zu viele Kompromisse einzugehen sind. Das Angebot an Schnittstellen fällt bei beiden Kameras sehr gut aus, die etwas langsame USB 2.0-Schnittstelle der EOS RP und der Zwang zum Verwenden eines USB Power Delivery Netzteils zum Aufladen lassen bei diesem Bewertungspunkt allerdings die Nikon Z 5 siegen.

In puncto Bedienung sehen wir de Nikon Z 5 vorne, das liegt auch am Joystick der DSLM:
Links sehen Sie die Nikon Z 5, rechts die Canon EOS RP.

In der Hand liegen beide Kameras dank großer Griffe komfortabel und sicher, die Nikon Z 5 fühlt sich dabei etwas hochwertiger an. Abgedichtet sind beide DSLMs, das macht sie für viele Einsätze tauglich. Für die Z 5 sprechen der Joystick und die höhere Tastenzahl, die EOS RP ist etwas kleiner und wesentlich leichter. Am Ende unseres Vergleichs können wir festhalten: Die Nikon Z 5 bietet ein besseres Gesamtpaket, bei der EOS RP hat Canon den Rotstift im Vergleich zu höherklassigen Modellen teilweise etwas stärker angesetzt.

Unser Testsieger:

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

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Autor: dkamera.de Redaktion
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