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Preview: Hands-On-Praxistest der Canon EOS M50

Unser erster Eindruck von der spiegellosen Systemkamera mit APS-C-Sensor und 4K-Video

Mit der EOS M50 hat Canon im Februar 2018 eine spiegellose Systemkamera angekündigt, welche das bisherige Portfolio zum Teil gehörig durcheinanderwirbelt und durchaus als Neustart der EOS M-Serie verstanden werden kann. Dafür spricht die trotz hoher Modellnummer lange Featureliste der M50, die zukünftigen Oberklasse- bzw. Flaggschiff-Kameras dürften noch einmal einiges mehr zu bieten haben. Wir konnten die Canon EOS M50 ausführlich testen. Von uns aufgenommene Beispielbilder und -videos finden Sie in einem eigenen Beispielaufnahmen-Artikel in voller Auflösung.

Die EOS M50 wird durch ihren Namen von Canon als Kamera der gehobenen Einsteiger- bis Mittelklasse eingestuft. Unterhalb des neuen Modells ist die Canon EOS M100 (Testbericht) angesiedelt, das aktuelle Spitzenmodell stellt die Canon EOS M5 (Testbericht) dar. Die Canon EOS M50 hat allerdings deutlich mehr zu bieten, als es der Name verrät.

So kann die DSLM als erstes spiegelloses Modell von Canon 4K-Videos speichern, sie besitzt ein dreh- und schwenkbares Display und einen integrierten elektronischen Sucher. Letzteren findet man zwar auch bei anderen Kameras, diese sind aber in der Regel teurer. In der Theorie fällt das Ausstattungspaket also sehr attraktiv aus.

Die Canon EOS M50 wird wie alle Einsteigermodelle aus Kunststoff gefertigt:

Zuerst zum Gehäuse der EOS M50. Hier ist die Kameraklasse klar zu erkennen. Polykarbonat wird als Material verwendet, Abdichtungen sind nicht vorhanden. Die Verarbeitung fällt für ein günstiges Modell allerdings angemessen aus, durch eine Gummierung des Griffs, der Seitenfläche und eines Teils der Rückseite liegt die Kamera sicher in der Hand. Gerade Personen mit größeren Händen könnten den Griff allerdings als etwas klein empfinden. Mit Abmessungen von 11,6 x 8,8 x 5,9cm handelt es sich jedoch auch um ein kompaktes Kameramodell. Kompakt vor allem im Vergleich zu Spiegelreflexkameras oder anderen Modellen mit elektronischem Sucher und dreh- sowie schwenkbarem Display.

Für die Parameterwahl steht nur ein Einstellrad zur Verfügung:

Viele Tasten lassen sich frei mit Funktionen belegen:

Die Einsteigerklasse macht sich außerdem bei den Bedienelementen bemerkbar. Dem Fotografen steht lediglich ein Einstellrad zur Verfügung, bei der manuellen Belichtung können die Blende und die Belichtungszeit daher nicht parallel angepasst werden. Da sich die Canon EOS M50 vor allem an die erwähnten Einsteiger richtet, muss man dies jedoch nicht unbedingt kritisch sehen. Tasten finden sich bei der M50 sieben, zudem ist ein Steuerkreuz vorhanden. Die meisten der Bedienelemente sind mit einer Reihe von unterschiedlichen Funktionen belegbar, dadurch lässt sich die DSLM gut an die eigenen Wünsche anpassen.

Für eine Kamera der Einsteigerklasse schneiden der Sucher und das LCD überdurchschnittlich ab:

Die EOS M50 verfügt nicht nur über ein Display, sondern zusätzlich über einen elektronischen Sucher. Dieser löst mit 2,36 Millionen Subpixel so hoch wie bei der EOS M5 auf. Den Vergrößerungsfaktor gibt Canon nicht an, für eine preisgünstige Kamera fällt das Sucherbild aber mehr als ausreichend groß aus. Ebenso gut: Ein Augensensor aktiviert den Sucher automatisch, das händische Umschalten ist nicht notwendig.

Das 3,0 Zoll große Display der DSLM mit 1,04 Millionen Subpixel hebt sich mit der dreh- und schwenkbaren Lagerung von der Masse ab. Das gestaltet die Bildkontrolle besonders einfach, auch die Person vor der Kamera kann sich jederzeit selbst sehen. Wie bei Canon üblich steht eine Touchoberfläche zur Verfügung, die Eingaben schnell und problemlos erkennt.

Kommen wir zu einem Feature, das Canon bislang bei keiner einzigen Kamera abseits der Profiklasse „verbaut“ hat: die 4K-Videoaufnahme. Dass gerade die günstige EOS M50 diese Funktion erhält, lässt auf eine starke Verbreitung bei den nächsten Modellen des japanischen Herstellers hoffen.

Videos lassen sich auch in 4K speichern, hier gibt es jedoch einige Einschränkungen:

Videos zeichnet die DSLM in 4K (3.840 x 2.160 Pixel) mit 24 oder 25 Vollbildern pro Sekunde auf, 30 Vollbilder lassen sich ungewöhnlicherweise nicht festhalten. Das ist doch etwas schade, denn damit wären bei bewegten Motiven noch etwas flüssigere Aufnahmen möglich. Doch es gibt noch weitere Einschränkungen zu beachten. Durch die nur in der Bildmitte ausgelesenen Pixel macht sich im Vergleich zu Full-HD-Aufnahmen ein deutlicher Crop bemerkbar. Dieser stellt bei Aufnahmen weit entfernter Motive einen Vorteil dar, in der Praxis ist der Crop aus unserer Sicht jedoch vor allem ein Nachteil. Das gilt im Besonderen bei Videos, bei denen man möglichst „viel“ auf das Bild bekommen möchte. Mit dem Canon EF-M 15-45mm F3.5-6.3 IS STM, das bei Fotos eine kürzeste KB-Brennweite von 24mm besitzt, ergibt sich bei 4K-Videos ungefähr ein Ausschnitt, der einem 38mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera entspricht. Daraus folgt, dass zur Aufnahme von Videos mit Weitwinkel ein Ultraweitwinkelobjektiv benötigt wird. Echte Ultraweitwinkelaufnahmen sind überhaupt nicht realisierbar.

Bildausschnitt einer 4K- und einer Full-HD-Aufnahme im Vergleich:

Ein weiterer Nachteil der 4K-Aufnahmen ist das Fehlen der Fokussierung per Dual Pixel CMOS-AF. Dieser steht lediglich bei geringeren Auflösungen zur Verfügung, bei 4K arbeitet allein die Kontrastmessung. Wie groß wirkt sich der Nachteil in der Praxis aus? Das kommt darauf an. Wer schneller bewegte Motive verfolgen möchte, wird den Dual Pixel CMOS-AF zweifellos vermissen. Bei herkömmlichen Landschafts- oder Städteaufnahmen arbeitet auch der Kontrast-AF schnell genug. Die Einschränkung ist trotzdem sehr schade. Dass die Canon EOS M50 insgesamt gesehen trotzdem eine gute Kamera für Videografen darstellt, liegt am Detailreichtum der 4K-Aufnahmen, der Möglichkeit zur manuellen Belichtung und zum Anschluss eines externen Mikrofons. Dieses Paket bieten ansonsten nur teurere Modelle.

Für ein externes Mikrofon steht ein 3,5mm Klinkeneingang zur Verfügung:

Als weiteren Bonus unterstützt die spiegellose Systemkamera die Zeitlupen-Aufnahme. Bei den maximal möglichen 120 Vollbildern pro Sekunde ist der Videograf allerdings auf HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) beschränkt. Die Aufnahmen fallen dadurch sichtbar detailärmer als 4K- oder Full-HD-Aufnahmen aus. Dass Slow-Motions-Videos unterstützt werden, sehen wir angesichts der Einsteigerklasse trotzdem als positiv an. Das Video-Gesamtpaket fällt also durchaus stimmig aus – sofern man mit den erwähnten Nachteilen leben kann.

Der APS-C-Sensor nimmt Fotos mit 24 Millionen Bildpunkten auf:

Auch in anderen Punkten hat die Kamera mehr als ein typisches Einsteigermodell zu bieten. Dies gilt beispielsweise für die Bildqualität. Der zum Einsatz kommende APS-C-Sensor (22,3 x 14,9mm; ISO 100 bis ISO 51.200) mit einer Auflösung von 24 Megapixel sorgt für detailreiche Aufnahmen und ein geringes Bildrauschen, Canon-typisch könnten die Bilder im Standard-Bildstil jedoch noch eine etwas stärkere Nachschärfung vertragen. Da der Sensor bereits in mehreren Modellen zum Einsatz kommt, ist dessen Performance seit längeren bekannt. Bis ISO 3.200 hält sich das Bildrauschen in Grenzen, ist aber durchaus schon sichtbar. Erst ab ISO 6.400 tritt es deutlicher in Erscheinung, mit Abstrichen kann man aber auch diese Sensorempfindlichkeit noch verwenden. Nachfolgend finden Sie eine Vergleichsansicht, die wir bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen haben.

Das Autofokussystem (bis zu 143 Messfelder) mit dem bereits angesprochenen Dual Pixel CMOS-AF kombiniert die Kontrastmessung und die Phasendetektion. Wie bei Full-HD-Videos lässt sich bei Fotos flott und treffsicher scharfstellen. Die im Vergleich zu früheren Bildprozessoren höhere Rechenleistung der DIGIC-8-CPU nutzt Canon zum Erhöhen der Bildfrequenz auf bis zu zehn Fotos pro Sekunde. Die Canon EOS M50 ist somit vorerst die schnellste DSLM aus dem Hause Canon. In der Praxis haben zumindest RAW-Fotografen davon allerdings wenig. Bereits nach etwa sechs Bildern in Serie bricht die Bildrate deutlich ein. Der kamerainterne Pufferspeicher hat sich hier vollständig gefüllt und die Datenspeicherung muss auf die Speicherkarte erfolgen.

Hier hätten wir uns ein etwas besseres Ergebnis erwünscht. Wer sich nur für JPEG-Fotos entscheidet, stört sich daran freilich nicht. Dies werden wohl die meisten Käufer einer Einsteigerkamera. Für Letztere hat Canon jede Menge unterschiedliche Automatiken und auch das von den DSLRs bekannte Anfängermenü integriert. Eine Panorama-Funktion fehlt dagegen. Die Datenübertragung funktioniert per WLAN und Bluetooth, die Verbindungsaufnahme vereinfacht NFC. Der integrierte Blitz der DSLM lässt sich von einem externen Modell ergänzen.

Neben dem integrierten Blitz lassen sich auch externe Blitzgeräte verwenden:

Neu ist bei den DSLMs von Canon die lautlose Aufnahme. Diese erlaubt bei der M50 das Fotografieren, ohne einen Ton von sich zu geben. In der Praxis gibt es dabei leider gleich mehrere Einschränkungen zu beachten. Sie funktioniert zum einen nur in dem dafür extra geschaffenen Szenenmodus. Hier fehlen manuelle Belichtungsoptionen und die Möglichkeit der Serienbildaufnahme. Das hätte Canon zweifellos besser lösen können. Angeboten wird die Funktion immerhin, so dass man „notfalls“ darauf zurückgreifen kann.

Mit dem "Leiser Modus" kann die Aufnahmelautstärke der Kamera auf Null gesenkt werden:

Unser Fazit:
Canon bietet mit der EOS M50 eine spiegellose Systemkamera an, die für ihre Klasse und den dementsprechend günstigen Preis einiges zu bieten hat. Die für den Einsteigerbereich deutlich überdurchschnittlich ausgestattete Kamera konnte uns im Test in vielen Punkten überzeugen und liefert für ein Einsteigermodell mehr, als man davon erwarten würde. Es ist aber auch nicht alles Gold, was glänzt. Vor allem bei 4K-Videos sind einige Einschränkungen (Crop, kein Dual Pixel CMOS-AF, max. 25 Vollbilder pro Sekunde) hinzunehmen. Diese fallen doch stärker ins Gewicht. Die 4K-Funktion dürfte daher nicht für jeden interessant sein, der hochauflösende Videos festhalten möchte.

Die EOS M50 bietet für eine Einsteigerkamera ein gutes Gesamtpaket:

Gleiches gilt auch für den lautlosen Auslösemodus. Bei den Bedienelementen hätten wir uns noch ein zweites Einstellrad gewünscht, damit wäre die manuelle Belichtung komfortabler möglich. Dass sich viele Tasten frei belegen lassen, muss dagegen lobend erwähnt werden. Ebenso positiv bleiben der elektronische Sucher und das dreh- und schwenkbare Display in Erinnerung. Für alle, die eine günstige Einsteigerkamera mit vielen Funktionen suchen, hat die Canon EOS M50 ein gutes Gesamtpaket zu bieten.

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