Sony Alpha 1 und Sony Alpha 9 II im Vergleich

Die Unterschiede der beiden Flaggschiff-DSLMs von Sony im Detail

Sony hat mit der Alpha 1 sein neuestes Profimodell angekündigt. Die Kamera deckt praktisch alle Aufgabengebiete ab und vereint zahllose Foto- und Videofeatures. Sportfotografen können 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen, Landschaftsfotografen Bilder mit hohem Detailgrad sowie Dynamikumfang speichern und Filmer bei Videos mit 4K- oder 8K-Auflösung aus dem Vollen schöpfen. Wir gehen in folgendem Artikel auf die technischen Besonderheiten der Sony Alpha 1 ein und vergleichen die Daten des neuen Flaggschiffs mit der Sony Alpha 9 II.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Sony Alpha 1
Datenblatt der Sony Alpha 1
Datenblatt der Sony Alpha 9 II
Testbericht der Sony Alpha 9 II

Unterschied 1: Bildwandler und Bildprozessor
Egal welche Kamera, egal welches Ausgabengebiet – der Sensor ist immer relevant. Bei der Alpha 1 hat sich Sony für ein neu entwickeltes Modell entschieden. Dessen Aufbau ist bereits von Sensor der Alpha 9 und Alpha 9 II bekannt, es handelt sich um einen Exmor-RS-Chip. Bei diesem Senortyp setzt Sony nicht nur auf die rückwärtige Belichtung, ein zusätzlicher DRAM-Cache erlaubt das wesentlich schnellere Auslesen der Bildpunkte. Während die Kameras der Alpha-9-Serie bislang allerdings mit einem „nur durchschnittlich“ aufgelösten Bildwandler (24 Megapixel) ausgestattet waren, hat Sony bei der Alpha 1 die Auflösung mehr als verdoppelt.

Der neue Bionz-XR-Prozessor verarbeitet Daten bis zu acht Mal schneller:

Damit sich das nicht auf die Auslesegeschwindigkeit und die Zeit zur internen Verarbeitung auswirkt, kommt unter anderem eine neue Methode zur A/D-Wandlung zum Einsatz. Der Bionz-XR-Prozessor wurde speziell für den Bildwandler der Alpha 1 optimiert und verarbeitet Daten bis zu acht Mal schneller als frühere Bionz-X-Prozessoren. Auf ein zusätzliches Front-End-LSI kann dabei verzicht werden.

Serienaufnahmen sind mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde und AF/AE-Tracking möglich:

Unterschied 2: Die Serienbildaufnahme
Die Sony Alpha 9 II ist mit 20 Bildern pro Sekunde zweifellos keine langsame Kamera, bei der Alpha 1 konnte Sony die Bildrate aber trotz der höheren Auflösung nochmals steigern. In der Spitze schafft sie 30 Bilder pro Sekunde mit voller Auflösung, wie bei der Alpha 9 II lässt sich hier zwischen der JPEG- und der komprimierten RAW-Speicherung wählen. Bei unkomprimierten RAW-Dateien sind bis zu 20 Bilder pro Sekunde möglich, die Alpha 9 II schafft im Vergleich dazu lediglich zwölf Bilder pro Sekunde. Für alle genannten Serienbildraten gilt, dass diese nur mit dem elektronischen Verschluss erreicht werden. Dank diesem können Fotografen das Liveview-Bild zudem ohne Unterbrechungen („Blackout-free“) betrachten. Der mechanische Verschluss erlaubt in beiden Fällen bis zu zehn Bilder pro Sekunde, der Verschlussvorhang sorgt hier aber natürlich für kurzen „Schwarzphasen“.

Der Pufferspeicher reicht bei der Alpha 9 II für deutlich mehr Fotos in Serie, das liegt an der wesentlich höheren Auflösung und natürlich auch an der höheren Bildrate des neuen Flaggschiffs. Sony gibt für die Alpha 1 genau 165 JPEG- und 155 komprimierte RAW-Bilder an, bei der Alpha 9 II sollen es 361 JPEG- und 239 komprimierte RAW-Fotos sein.

Die 759 Phasen-AF-Felder der Alpha 1 decken fast den gesamten Sensor ab:

Unterschied 3: Der Autofokus
Der Autofokus spielt bei einer Kamera der Profi-Klasse natürlich eine besondere Rolle. Die Alpha 1 besitzt 759 Phasen-AF-Punkte mit einer Sensorabdeckung von 92 Prozent, bei der Alpha 9 II sind es 693 Phasen-AF-Punkte mit einer Abdeckung von 93 Prozent. Diese Unterschiede sind in der Praxis nicht relevant, die weiteren Verbesserungen der Alpha 1 dagegen schon. So hat Sony die Anzahl der AF- und AE-Berechnungen pro Sekunde von 60 auf 120 verdoppelt. Die doppelt so hohe Arbeitsfrequenz erhöht die Präzision und Schnelligkeit des Autofokus, beim Echtzeit-Tracking spricht Sony von einer 30 Prozent besseren Leistung. Des Weiteren hat Sony den Arbeitsbereich des Autofokus von -3EV auf -4EV erweitert und der Phasen-AF arbeitet bei der kontinuierlichen Fokusnachführung nicht mehr „nur“ bis F16, sondern bis F22. Zum Vergleich: Bei allen Alpha-7-Kameras von Sony ist bei F11 Schluss.

Wer im APS-C-Cropmodus fotografieren möchte, ist bei der Alpha 1 ebenso im Vorteil. Hier werden – sofern ein Vollformatobjektiv zum Einsatz kommt – die Fokusinformationen aller Phasen-AF-Pixel verwendet. Zum ersten Mal ist bei einer Kamera von Sony zudem die Augenerkennung bei Vögeln zu finden. Ebenso besser: Beim Echtzeit-Tracking lassen sich bei der Alpha 1 deutlich mehr Parameter (pausieren, Wechsel des Bereichs, Ausblenden des Fokusrahmens) als bei der Alpha 9 II beeinflussen.

Der Augen-AF unterstützt jetzt auch Vögel:

Unterschied 4: Der Verschluss
Auf den ersten Blick verfügen die beiden Kameras in diesem Vergleich über die gleichen Verschlusspezifikationen. Beim genauen Blick auf die technischen Daten wird allerdings schnell klar, dass dem nicht so ist. Sowohl beim mechanischen als auch dem elektronischen Verschluss hat Sony verschiedene Verbesserungen vorgenommen. Der mechanische Verschluss der Alpha 1 wird auf zwei verschiedene Arten angetrieben, durch einen zusätzlichen elektromagnetischen Motor schafft die Alpha 1 eine Blitzsynchronzeit von bis zu 1/400 Sekunde. Im APS-C-Cropmodus lässt sich sogar bis zu 1/500 Sekunde erreichen. Des Weiteren reduziert die neue Verschluss-Konstruktion Vibrationen.

Die Flicker-freie Aufnahme ist bei der Alpha 1 auch mit dem elektronischen Verschluss möglich:

Beim elektronischen Verschluss sorgt das schnellere Auslesen des Sensors für mehrere Vorteile. Zum einen wurde der Rolling Shutter-Effekt im Vergleich zur Sony Alpha 9 II um den Faktor 1,5 reduziert, zum anderen ist bei Kunstlicht das Flicker-freie Fotografieren möglich. Beim Einsatz eines Blitzes lässt sich der elektronische Verschluss als Neuerung ebenfalls nutzen, hier können Fotografen als kürzeste Verschlusszeit allerdings nur 1/200 Sekunde (Vollformat) bzw. 1/250 Sekunde (APS-C-Crop) einstellen. Bei den Verschlusszeiten ohne Blitz gibt es dagegen keinen Unterschied. Mit mechanischem Verschluss lässt sich jeweils 1/8.000 Sekunde einstellen, mit elektronischem Verschluss sind es 1/32.000 Sekunde.

Bei Videos kann man zwischen 8K (max. 30p), 4K (max. 120p) und Full-HD (max. 240p) wählen:

Unterschied 5: Die Videoaufnahme
Videoaufnahmen standen bei der Sony Alpha 9 II nie im Fokus, die Liste der Videofeatures fällt bei der DSLM daher kurz aus. Sonys spezielle Modelle für Videoaufnahmen gehörten bislang zur 7S-Serie, das ändert sich mit der Alpha 1. Hier hat Sony zum ersten Mal bei einem Alpha-Modell die 8K-Videoaufnahme integriert. Bei 7.680 x 4.320 Pixel, das sind rund 33 Megapixel, lassen sich 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde aufzeichnen. Die Alpha 9 II erreicht diese Bildraten ebenfalls, aber nur in 4K (3.840 x 2.160 Pixel).

Apropos 4K: Diese Auflösung unterstützt natürlich auch die Alpha 1, hier sind jedoch bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde möglich. Des Weiteren setzt sich das neue Flaggschiff mit zahlreichen Profi-Video-Features wie besonderen Bildstilen (S-Log3, HLG), hohen Bitraten (600Mbit/s vs. 100Mbit/s) und der RAW-Ausgabe über den HDMI-Port ab. Ein besonders geringer Rolling-Shutter-Effekt ist ebenfalls zu nennen. Damit auch längere Aufnahmen ohne das Überhitzen der Kamera möglich sind, wurde eine deutlich effektivere Wärmeableitungsstruktur verbaut.

Die entstehende Wärme wird bei der Sony Alpha 1 besonders effektiv abgeführt:

Unterschied 6: Der Sucher
Beim Sucher der Sony Alpha 1 handelt es sich um ein Modell mit besonders hoher Auflösung und einer ebenso hohen Vergrößerung. Das verbaute OLED-Panel unterstützt die Wiedergabe mit drei Bildraten: 60Hz, 120Hz und 240 Hz. Bei ersteren beiden liegt die Auflösung bei der nativen Auflösung des Panels von 9,44 Millionen Subpixeln, bei 240Hz sinkt die Auflösung auf 5,76 Millionen Subpixel ab. Damit werden die technischen Spezifikationen des Suchers der Alpha 9 II (3,69 Millionen Subpixel und 120Hz) allerdings immer noch deutlich übertroffen. In puncto Vergrößerung liegt die Alpha 1 mit 0,9-fach vs. 0,78-fach ebenso weit vorne. Als besonderen Betrachtungsmodus bietet die DSLM außerdem eine zusätzliche Vergrößerungsstufe an. Hier können unter anderem Brillenträger den Sucher besser überblicken.

Als Speichermedien lassen sich SD- oder CFexpress-Type-A-Karten verwenden:

Weitere Unterschiede:
Als Flaggschiff-Modell und zugleich neueste Kamera hat die Sony Alpha 1 praktisch alle Features zu bieten, die Sony bei seinen Kameras jemals verbaut hat. Dazu gehört unter anderem das Speicherkartenfach mit SD- und CFexpress Type-A-Slots. Daten lassen sich drahtlos per WLAN übertragen, dazu setzt Sony auf WLAN mit 2x2 MIMO-Standard. Der USB-Port unterstützt den SuperSpeed-Standard (3.2) mit 10Gbit/s, 1Gbit/s-Ethernet ist ebenfalls mit an Bord. Zum ersten Mal bei einem Sony-Modelle zu finden sind unter anderem die Möglichkeiten, Ordnernamen zu bestimmen, die Bildernummerierung zurückzusetzen und den Speicherordner zu wählen.

Als neue Dateiformate stehen "Light JPEG" und verlustfrei komprimiertes RAW zur Wahl:

Das Menüdesign ist von der Sony Alpha 7S III bekannt, die Alpha 9 II nutzt noch das „alte“ Menü. Bereits mit der Alpha 7S III wurde die HEIF-Komprimierung von Bildern eingeführt, die Alpha 1 bietet zudem ein neues JPEG-Light-Format für schnellere Datenübertragungen und die verlustfreie RAW-Komprimierung. Wer besonders hochauflösende Bilder benötigt, kann bei der Alpha 1 den "Pixel Shift Multi Shooting"-Modus aktivieren und Dateien mit 199 Megapixel speichern. Wie bekannt muss man hier jedoch ein Stativ verwenden und die Einzelbilder per Desktop-Software zusammenrechnen. Die Gehäuse beider Kameras fallen praktisch gleich aus, auch die Bedienelemente sind an den gleichen Stellen positioniert. Auf die Waage bringt die Sony Alpha 9 II genau 65g weniger.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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