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Das Fazit zur Canon PowerShot G1 X Mark II

In der Praxis zeichnet sich die Canon PowerShot G1 X Mark II vor allem durch sehr viele Tasten und Einstellräder aus, das Kameragehäuse ist allerdings alles andere als kompakt. Mehr zur Bildqualität und  Geschwindigkeit erfahren Sie jetzt.

Der CMOS-Bildsensor der Canon PowerShot G1 X Mark II (Datenblatt) besitzt eine Größe von 18,7 x 14,0mm und ist damit etwas größer als die Micro-Four-Thirds-Modelle (17,3 x 13,0mm). Da es sich um einen sogenannten Multi-Aspect-Sensor handelt, lassen sich mit der Canon PowerShot G1 X Mark II die Bilder sowohl im 3:2 als auch im 4:3-Format aufnehmen, ohne das sich die Brennweite dabei verändert. Im 3:2-Format werden 4.352 x 2.904 Pixel aufgenommen, im 4:3-Format sind es 4.160 x 3.210 Pixel. Dies ergibt jeweils rund 13 Megapixel. Die Auflösung des Bildwandlers (ISO 100 bis ISO 12.800 in ganzen oder Drittelstufen wählbar) ist für seine Abmessungen also nicht besonders hoch, was für ein gutes Rauschverhalten bei hohen Sensorempfindlichkeiten sorgen sollte. RAW-Bilder speichert die Canon PowerShot G1 X Mark II im Canon-eigenen CR2-Format.

Die Bildqualität der Canon PowerShot G1 X Mark II bewegt sich insgesamt auf dem Niveau einer spiegellosen Systemkamera mit MFT-Bildsensor, auch die Sony Cyber-shot DSC-RX100 II wird geschlagen. Durch die „geringe“ Auflösung des Sensors sind Ausschnittsvergrößerungen jedoch nur in einem geringen Maße möglich. Die Aufnahmen zeigen bis etwa ISO 800 nahezu kein oder nur wenig Bildrauschen, erst bei ISO 1.600 wird dieses deutlicher sichtbar. Bei ISO 3.200 werden die Bilder kameraintern dann etwas geglättet, die Detailwiedergabe beginnt zu sinken. ISO 6.400 haben schon einen deutlichen Einfluss auf die Bildqualität, feine Details werden nur schlecht aufgelöst. ISO 12.800 lässt sich nur noch mit einigen Abstrichen verwenden.

Bei weniger Licht zeigen die Bilder bis ISO 800 nur ein geringes Rauschen, bei ISO 1.600 nimmt dieses dann merklich zu. Während man diese Sensorempfindlichkeit jedoch ohne größere Abstriche verwenden kann, sind ISO 3.200 und ISO 6.400 bereits mit einer deutlich abfallenden Bildqualität verbunden. ISO 12.800 sollte nur im Notfall eingestellt werden, hier muss man eine sichtbar schlechtere Detailwiedergabe in Kauf nehmen.

Die Arbeitsgeschwindigkeit der Canon PowerShot G1 X Mark II ist für eine Kompaktkamera akzeptabel bis gut. Bei der Serienbildaufnahme sind 5,3 Bilder pro Sekunde ohne Grenze möglich. Wer Bilder im RAW-Format aufnehmen möchte, muss leider mit einer deutlich reduzierten Bildrate leben. 1,4 (RAW) bzw. 1,1 Bilder pro Sekunde (JPEG+RAW) sind nur ein ausreichendes Ergebnis. Die Auslöseverzögerung ist mit 0,04 Sekunden kurz, der Autofokus benötigt nur 0,20 Sekunden zum Scharfstellen. Hier geht die Canon PowerShot G1 X Mark II also flott zu Werke. Kurz fällt zudem die Einschaltzeit mit 1,55 Sekunden aus, auf das erste Bild muss man 1,58 Sekunden nach dem Einschalten warten.

Während die Farbwiedergabe des Blau-Kanals gut ausfällt, weichen der Rot- und der Grün-Kanal weiter vom Sollwert ab. Farbkritische Motive sollten in der Praxis aber trotzdem kein Problem darstellen.

Der optische Intelligent-IS-Bildstabilisator der Canon PowerShot G1 X Mark II gleicht Verwacklungen über eine bewegliche Linse im Objektiv aus. Hier kann "kontinuierlich" sowie nur "Aufnahme" gewählt werden. Wir konnten im Test Bilder mit 1/20 Sekunde bei maximaler Brennweite (120mm KB) ohne sichtbare Verwacklungen aufnehmen. Die Kompensationsleistung liegt somit bei etwa 2,5 Blendenstufen. Damit bewegt sich der optische Bildstabilisator im Mittelfeld und arbeitet akzeptabel bis gut.

Eine der größten Verbesserungen im Vergleich zur Canon PowerShot G1 X (Testbericht) bietet die G1 X Mark II beim Objektiv. Dieses besitzt mit 24 bis 120mm nicht nur einen größeren Brennweitenbereich, sondern mit F2 bis F3,9 auch eine deutlich lichtstärkere Blendenöffnung (Canon PowerShot G1 X: 28-112mm; F2,8-5,8). Die Abbildungsleistung des 5-fach-Zooms ist durchwachsen. Während die Verzeichnung kameraintern gut korrigiert wird, lässt sich im Weitwinkel eine Randabschattung erkennen. Zudem geben die Bildränder im Weitwinkel bei der Schärfe etwas nach. Hier sollte für die bestmöglichen Bildergebnisse abgeblendet werden. Chromatische Aberrationen konnten wir in den RAW-Bildern einige entdecken, in den JPEG-Aufnahmen wurden diese allerdings sehr gut korrigiert. Beachtlich ist bei der Canon PowerShot G1 X Mark II, das trotz großer Frontlinse kein extra Objektivdeckel als Schutz benötigt wird. Ebenso gut: Optische Filter (58mm) können über einen Adapterring montiert werden. Einen ND-Filter, mit dem sich auch bei Sonnenschein mit der Offenblende fotografieren lässt, kann man sich übrigens sparen. Diesen (um minus drei EV „abdunkelnden“) Filter besitzt die Canon PowerShot G1 X Mark II bereits.

Unser Fazit:

Canon hat mit der PowerShot G1 X Mark II (Technik) eine Digitalkamera im Programm, die sich zwischen zwei Welten positioniert. Mit dem 18,7 x 14,0mm großen Bildsensor, der auch höhere Sensorempfindlichkeiten meistert und bis auf ISO 6.400 und ISO 12.800 kaum verrauschte Aufnahmen liefert, erreicht die Kamera bei der Bildqualität das Niveau der Micro-Four-Thirds-Modelle. Das Objektiv kann man bei ihr jedoch nicht wechseln. Den Status einer Kompaktkamera für schlechte Lichtverhältnisse untermauert zudem das mit F2 im Weitwinkel (24mm KB) sehr lichtstarke Objektiv. Selbst mit F3,9 am Teleende bei 120mm lässt sich aber noch sehr gut leben. Die Abbildungsleistung des Objektivs ist dagegen eher durchschnittlich, teilweise muss man mit einem stärkeren Schärfeabfall am Bildrand leben. Bei der Geschwindigkeit überzeugen die kurze Fokussierungszeit von 0,20 Sekunden und die schnelle Einschaltzeit von nur knapp über 1,5 Sekunden. Die Seriengeschwindigkeit ist mit 5,3 Bildern pro Sekunde bei JPEG-Bildern noch akzeptabel, RAW-Aufnahmen lassen sich jedoch nur mit wenig überzeugenden 1,4 Bildern pro Sekunde festhalten. Dies ist für schnelle Bildserien viel zu langsam.

Besser gefallen uns – mit ein paar Einschränkungen – die vielen Tasten und Einstellräder. Damit lässt sich die Blende oder Belichtung schnell verändern, zudem kann man komfortabel manuell scharfstellen. Die Konfigurationsmöglichkeiten halten sich jedoch in Grenzen und auch das Ansprechverhalten der Wählräder ist teilweise gewöhnungsbedürftig. Dies gilt zudem auch für den Druckpunkt des Auslösers, dieser fällt sehr schwammig aus.

Ein gelungenes Konzept präsentiert Canon bei der G1 X Mark II für die Bildkontrolle. Das Display lässt sich nach unten sowie oben klappen und macht die Bildkontrolle damit sehr einfach möglich. Die großen Einblickwinkel und die hochauflösende Darstellung sorgen für eine ausgezeichnete Detailwiedergabe. Dass man die Kamera per Touch steuern kann, ist zudem eine nette Alternative zu den Tasten und Wählrädern. Die Lösung, den elektronischen Sucher als Zubehör anzubieten, mag für den Käufer zwar nicht die günstigste sein, diese ist allerdings sehr variabel und bietet zugleich die beste Bildqualität. Mit dem Zubehörschuh lässt sich natürlich auch ein Blitz ansteuern, unbedingt nötig ist dieser durch den integrierten Aufklappblitz aber nicht.

Etwas enttäuschend fallen die Videofähigkeiten der Canon PowerShot G1 X Mark II (Beispielaufnahmen) aus. Die Aufnahme ist zwar in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde möglich, die Bildqualität fällt jedoch nur mittelmäßig und manuelle Optionen werden fast gar keine angeboten. Zudem lässt sich auch ein externes Mikrofon nicht anschließen.

Am Ende müssen wir natürlich auch auf die sehr großen Abmessungen und das mit 556g sehr hohe Gewicht eingehen. Die Canon PowerShot G1 X Mark II besitzt damit die Maße einer spiegellosen Systemkamera mit Objektiv, ein Verstauen der Kamera in der Hosentasche ist unmöglich. Wer eine kompakte Digitalkamera als Ergänzung für seine Systemkamera sucht, ist deshalb bei der Canon PowerShot G1 X Mark II nicht wirklich richtig. Die Canon PowerShot G1 X Mark II (Praxis) ist daher eine Digitalkamera für alle, die eine sehr gute Bildqualität suchen, aber nicht unbedingt eine Systemkamera verwenden möchten.

Pro&Contra zur Canon PowerShot G1 X Mark II

  • Gute bis sehr gute Bildqualität (bis ISO 800)
  • Auch hohe ISO-Werte bis ISO 3.200 noch relativ gut nutzbar
  • Variabler Brennweitenbereich mit 24 bis 120mm (KB)
  • Mit 24mm sehr guter Weitwinkelbereich
  • Hochwertiges Kameragehäuse mit Handgriff
  • Hochauflösendes und nach oben sowie unten klappbares 3,0 Zoll Display (1.040.000 Subpixel)
  • Akzeptable Bildrate bei JPEG-Aufnahmen (im Labor: bis zu 5,3 Bilder/Sek.)
  • Sehr schneller Autofokus (Fokussierung inkl. Auslöseverzögerung nur 0,24 Sekunden)
  • Direkter Zugriff über Tasten und Wahlräder auf sehr viele Optionen
  • Einige Tasten und Einstellräder lassen sich individualisieren
  • Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten im Kameramenü
  • Voll- und Halbautomatiken sowie manueller Belichtungsmodus vorhanden
  • Zwei individuell konfigurierbare Aufnahmemodi (C1, C2)
  • 7 Szenenprogramme und 14 Bildeffekte ("HDR", "Pop-Farbe", "Weichzeichner", ...)
  • Manueller Fokus mit Peaking-Unterstützung und Displaylupe
  • Aufnahme im RAW-Bildformat möglich (ebenso natürlich JPEG+RAW)
  • Integrierter ND-Filter mit drei Lichtwerten
  • Zubehörschuh für ein Blitzgerät oder einen elektronischen Sucher
  • Optionaler Sucher "EVF-DC1": Hoch aufgelöst, groß und hell sowie nach oben klappbar
  • Full-HD-Videoaufnahme mit 30 Vollbildern pro Sekunde möglich (1080p30)
  • Akzeptable Tonqualität des integrierten Mikrofons (Stereo)
  • WLAN zur drahtlosen Datenübertragung und Fernsteuerung per Mobilgerät vorhanden
  • Kompatibel zu allen von uns getesteten Speicherkarten bis 256GB
  • Zur 256GB Lexar Professional 600x Speed (UHS-I, Class 10) SDXC Speicherkarte kompatibel
  • Zur 16GB Toshiba SDHC UHS-II EXCERIA PRO 260/240MB/S Ultra-High-Speed Karte kompatibel
  • Für eine Kompaktkamera sehr groß und schwer
  • Schwammiger Druckpunkt des Auslösers
  • Keine manuellen Optionen im Videomodus und auch kein Mikrofoneingang

Testurteil

Alle Urteilsgrafiken dürfen nur unverändert und mit Link auf unseren Test auf externen Webseiten verwendet werden.

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Kommentare

Ich kann nicht verstehen, weshalb ...

Ich kann nicht verstehen, weshalb bei der Canon G 1 X Mk II alle Vergleichsbilder mit Blende 5.6 aufgenommen wurden, obwohl die Kamera auch Blende 2.0 kann.
Wo liegt da der Sinn, bzw. die Vergleichbarkeit mit anderen Kameras, wenn man eine Haupteigenschaft der Kamera beim Test gar nicht nutzt?

Gehen Sie auf die Seite ...

Gehen Sie auf die Seite "Beispielaufnahmen", dort haben wir einen Großteil der Aufnahmen mit Blende F2,0 aufgenommen.

Besten Dank für den Hinweis. ...

Besten Dank für den Hinweis.
Alledings kann man die Beispielbilder nur begrenzt für Vergleiche heranziehen.
Dafür wären eigentlich die Bilder auf der Vergleichsseite und eben die sind nicht mit einer aussagekräftigen Blende aufgenommen...

Ich bin begeisterter Hobbyfotograf. Ich ...

Ich bin begeisterter Hobbyfotograf. Ich hatte nach Jahren die SLR-Fotoausrüstungsschlepperei satt.
Darum musste etwas Gutes, Kompaktes her. Ich habe die Sony rx100 ii und die Canon G1X ii zum Vergleichen 14 Tage mit im Urlaub gehabt. Ich habe bewusst nur mit Automatik fotografiert. Beim nachträglichen Vergleich der Fotos auf meinem hochauflösenden 32 Zoll großen PC-Monitor, entschied ich mich dann für die Canon G1X ii. Sie macht bei rein optisch Betrachtung - über ein Labor verfüge ich ja nicht - die besseren Fotos, sprich: Bildqualität!
Ihre 120mm Brennweite halte ich für absolut ausreichend. Das Touchscreen Display gefällt mir außerordentlich gut. Das sie größer und schwerer als die Sony ist, halte ich sogar für gut. Wenn ich da an die Größe und das Gewicht meiner SLRs zurück denke! Man kann sie Canon beim Fotografieren besser und ruhiger in der Hand halten als die Sony. Einen optischen Sucher habe ich an der Canon -trotz grellem Licht in Griechenland - auch nie vermisst.

Kann man die Funktionen der ...

Kann man die Funktionen der Wahlringe am Objektiv im M-Modus vertauschen?

Ich nutze die Kamera viel im UW-Gehäuse und da kann man von außen nur eines der Ringräder bedienen :(

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