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Praxisbericht zur FujiFilm X-E3

FujiFilm hat sich beim Design seiner Digitalkameras dem Retrostil verschrieben. Neben den X-Pro-Modellen mit Hybrid-Sucher sind auch die Modelle der X-E-Serie im Messsucherstil gehalten. Diese fallen vergleichsweise kompakt aus, Funktionen und Features gibt es aber trotzdem viele.

Verpackt ist die Technik bei der FujiFilm X-E3 in einem nur 12,1 x 7,4 x 4,3cm großen, hochwertig verarbeiteten Metallgehäuse (Magnesiumlegierung). Es wurde an vielen Stellen mit einer rutschhemmenden Gummierung in Lederoptik überzogen. Auf der Vorderseite der Digitalkamera befindet sich ein kleiner Griff zum Verbessern des Handlings, auf der Rückseite verhindert eine Daumenstütze das Abrutschen des Daumens.

Das kompakte Gehäuse der X-E3 ist hochwertig verarbeitet und besteht aus Metall:

Durch die kompakten Abmessungen des Gehäuses hängt der kleine Finger beim Einsatz der DSLM in der Luft, in Kombination mit einem kleinen und leichten Objektiv stellt dies dagegen kein Problem dar. Für das Fotografieren mit einem größeren Objektiv (z. B. dem Fujinon XF 16-55mm F2,8 R LM WR) eignet sich die X-E3 dagegen kaum. Wir gehen davon aus, dass Besitzer derartiger Objektive noch über weitere (und größere) Kameras von FujiFilm verfügen.

Anstatt eines Steuerkreuzes verfügt die DSLM über einen Joystick:

Bei der Bedienung der Kamera geht FujiFilm neue Wege: Als erste Kamera der X-E-Serie erhält die X-E3 einen Joystick, gleichzeitig fällt jedoch das unter anderem vom Vorgängermodell bekannte Steuerkreuz weg. Daran muss man sich zuerst einmal gewöhnen. Der Joystick wird standardmäßig zum Bestimmen des Fokusfeldes verwendet und macht die Wahl sehr schnell möglich. Selbstredend funktioniert der Joystick im Menü, sodass das Fehlen des Steuerkreuzes hier nicht weiter auffällt. Im Fotoalltag bemerkt man diese Tatsache dagegen schon, die ansonsten über das Steuerkreuz zu erreichenden Direktwahltasten sind schließlich nicht mehr vorhanden. Mit den neuen Touch-Fn-Tasten versucht FujiFilm einen Ersatz bereitzustellen. Diese Lösung ist durchaus clever, die Touchtasten können „echte“ Fn-Tasten aus unserer Sicht aber nicht ersetzen.

Ein Teil der Tasten lässt sich mit Funktionen frei belegen, für den Touchscreen gibt es Wischgesten:

An weiteren Tasten hat FujiFilm glücklicherweise nicht gespart. Sie liegen rechts von der Daumenablage sowie oberhalb des Displays. Die Abmessungen der Tasten fallen bei der X-E3 allgemein recht klein aus, dank guter Druckpunkte ergaben sich im Einsatz allerdings keine Probleme. Wer große Tasten bevorzugt, könnte sich an dieser Tatsache hingegen stören. Zu den weiteren Bedienelementen der Kamera gehören ein (zusätzlich drückbares) Einstellrad auf der Vorder- und Rückseite sowie das Belichtungskorrekturrad und das Zeitenwählrad auf der Oberseite. Damit hält die spiegellose Systemkamera deutlich mehr Bedienelemente bereit, als es bei einer Kamera mit derart kompakten Abmessungen anzunehmen wäre. Dies kommt allen Fotografen entgegen, die viele Parameter manuell einstellen möchten. Sofern die Tasten und Wählräder für den eigenen Bedarf nicht ausreichen, um alle benötigten Funktionen schnell zu verändern, lässt sich das Quickmenü verwenden. Hier sind zwölf Optionen immer in Reichweite.

Die Programmwahl erfolgt bei den PSAM-Modi mit dem Zeitenwählrad sowie dem Blendenring:

Die Blende bestimmt der Fotograf wie üblich bei den höherklassigen Modellen von FujiFilm per Blendenring am Objektiv. Der klassischen Steuerung mit Blendenring und Zeitenwählrad bleibt FujiFilm also auch bei der X-E3 (Bildqualität) treu. Hier gilt: Fotoanfänger und/oder FujiFilm-Neulinge müssen sich bei der Programmwahl zuerst umstellen, mit der Zeit gelingt dies jedoch sehr intuitiv. So funktioniert es: Wer mit der Programmautomatik fotografieren möchte, stellt den Schalter am Objektiv oder den dafür vorgesehenen Blendenring auf das orange abgehobene „A“. Für die Blendenvorwahl wird die Blende per Einstellring am Objektiv gesteuert, das Zeitenwählrad verbleibt auf „A“.

Genau andersherum wird für die Zeitvorwahl vorgegangen. Für den manuellen Modus werden beide Parameter händisch bestimmt. Die Vollautomatik aktivieren Fotografen durch das Schieben des kleinen Hebels am Zeitenwählrad auf die Auto-Stellung. Gut zu wissen: Wer die Belichtungszeit manuell vorgeben möchte, den Einsatz des Zeitenwählrades aber scheut, dreht dieses auf „T“. Dann lässt sich die Belichtungszeit sehr einfach über die Einstellräder auf der Vorder- und Rückseite bestimmen. Damit kann der Fotograf zudem alle Zwischenwerte einstellen, die auf dem Zeitenwählrad nicht zu finden sind.

Blick in das Hauptmenü:

Das Hauptmenü der FujiFilm X-E3 (Datenblatt) kennt man unter anderem von der FujiFilm X-T20. Es besteht aus den sieben Reitern „Bildqualitäts-Einstellung“, „AF/MF-Einstellung“, „Aufnahme-Einstellung“, „Blitzeinstellung“, „Film-Einstellung“, „Einrichtung“ sowie „MY“ und lässt nach kurzer Einarbeitung keine Fragen offen. Beim siebten „MY“-Reiter kann sich der Benutzer ein eigenes Menü zusammenstellen. Das beschleunigt das Erreichen wichtiger Optionen.

Insgesamt besitzt die Kamera 325 Messfelder, die mittleren 169 erlauben die Phasendetektion:

Die bei der FujiFilm X-E3 (Geschwindigkeit) zum Einsatz kommende Autofokus-Technologie wird unter anderem bereits bei der FujiFilm X-T20 (Testbericht) verwendet, das AF-C-Tracking wurde jedoch nochmals beschleunigt. Der Hybrid-AF nutzt insgesamt 325 Messfelder (25 x 13 Raster), 169 (13 x 13 Raster) in der Bildmitte unterstützen die Phasendetektion. Diese decken 75 Prozent der Sensorfläche in der Vertikalen und 50 Prozent in der Horizontalen ab. Alle Messfelder lassen sich per Joystick direkt anwählen, des Weiteren gibt es eine Ansicht mit 91 Fokuspunkten. Wer den Fokuspunkt nicht händisch bestimmen möchte, kann sich für einen Zonen-AF oder die automatische Messfeldwahl entscheiden. Die Größe des Fokusfeldes bzw. der Zone lässt sich bei der manuellen Wahl in unterschiedlichen Abmessungen vorgeben. Zu den weiteren Autofokus-Optionen gehören fünf AF-C-Profile, der AF+MF-Betrieb (manuelles Überschreiben der AF-Einstellung) und der Touch-AF. Wer komplett manuell scharfstellen möchte, bekommt ein Peaking oder ein digitales Schnittbild als Hilfe zur Seite gestellt. Für eine kompakte Kamera hat die DSLM damit ein umfassendes und leistungsfähiges Autofokuspaket zu bieten.

Zur Steuerung der Belichtungszeit steht bei der FujiFilm X-E3 ein mechanischer oder ein elektronischer Verschluss zur Verfügung. Der mechanische Verschluss macht Belichtungszeiten zwischen 15 Minuten und 1/4.000 Sekunde möglich, mit dem elektronischen erreicht man bis zu 1/32.000 Sekunde. Als dessen Vorteile sind zudem das lautlose und verwacklungsfreie Auslösen zu nennen. Der elektronische Verschluss kann bei bewegten Motiven allerdings für Verzerrungen sorgen und bei Kunstlicht Artefakte erzeugen. Dessen Einsatz ist daher nicht ohne Nachteile. Die Belichtungsmessung erfolgt bei der X-E3 als Mehrfeld-, mittenbetonte, Integral- und Spotmessung.

Der Sucher befindet sich wie bei den Vorgängermodellen in der linken oberen Ecke:

Zur Bildkontrolle steht bei der FujiFilm X-E3 (Technik) unter anderem ein elektronischer Sucher zur Verfügung. Dieser befindet sich in der linken oberen Ecke des Gehäuses und wird von einem Augensensor oder von Hand aktiviert. Der Sucher dürfte, wie die technischen Daten (2,36 Millionen Subpixel; 0,62-fache Vergrößerung) verraten, wohl schon beim Vorgängermodell zum Einsatz gekommen sein. Bei der X-E3 kann er mit einer hohen Auflösung und flüssigen Wiedergabe überzeugen. Während der Sucher bei früheren Modellen noch State-of-the-Art war, zählt er im Jahr 2018 – sowohl in puncto Vergrößerung als auch Auflösung – nur noch zur Mitteklasse. Brillenträger werden zudem bemerken, dass die komplette Übersicht des Bildes recht schwer gelingt. Für eine Kamera unterhalb der vierstelligen Preisregion geht der Sucher jedoch völlig in Ordnung.

Der Komfort fällt bei der Bildkontrolle durch das fest verbaute LCD nicht besonders hoch aus:

Das 3,0 Zoll messende Display der X-E3 hat FujiFilm fest verbaut. Das sorgt bei der Betrachtung nicht unbedingt für den höchsten Komfort, heutzutage sind Fotografen schließlich dreh- oder schwenkbare Lösungen gewohnt. Dank großer Einblickwinkel, die auch abseits vom frontalen Daraufblicken für eine optimale Farbwiedergabe sorgen, ist das praktisch aber kein größeres Problem. Das LCD punktet des Weiteren mit einer hohen Auflösung von 1,04 Millionen Subpixel. Dadurch werden selbst kleinere Details scharf wiedergegeben. Über die Touchoberfläche des Displays lassen sich verschiedene Eingaben vornehmen. Neben der klassischen Wahl des Fokusfeldes erlaubt das Wischen über das LCD das Aufrufen von vier Parametern. Dies funktionierte im Test bei circa vier von fünf Versuchen. Wer den Einsatz von Touchoberflächen mag, wird die zusätzlichen Touch-Gesten zu schätzen wissen. Wir präferieren allerdings das Bedienen über „echte“ Tasten.

Während FujiFilm dem Videomodus bei seinen ersten spiegellosen Systemkameras keine größere Bedeutung zumaß, hat sich dies mit der Zeit geändert. Neben der FujiFilm X-T2 (Testbericht) oder der FujiFilm X-T20 (Testbericht) hat auch die FujiFilm X-E3 (Beispielaufnahmen) die 4K-Aufnahme (3.840 x 2.160 Pixel) zu bieten. Hier stehen 24, 25 und 30 Vollbilder pro Sekunde zur Wahl. In Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) und HD (1.280 x 720 Pixel) stehen 24 bis 60 Vollbilder pro Sekunde zur Verfügung.

Die Bildqualität der Aufnahmen kann sich sehen lassen, speziell die 4K-Videos überzeugen mit einer sehr guten bis exzellenten Detailwiedergabe. Die Belichtung und die Fokussierung sind manuell oder automatisch vorzunehmen, der Video-AF arbeitet – sofern der AF-C-Modus eingestellt wurde – in den meisten Situationen ausreichend schnell.

Das Videomenü der spiegellosen Systemkamera:

Beim Bedienkomfort gibt es leider Nachholbedarf. Der Videomodus wird einzig und allein über die Drive-Taste erreicht, trotz vorhandener Fn-Tasten lässt sich keine Taste mit der Videoaufnahme belegen. Das spontane Starten eines Videos wird damit unmöglich gemacht. Dies ist sehr schade, denn die X-E3 würde als kompakte Kamera für kürzere Videos sonst überzeugen. Den Ton zeichnet die X-E3 standardmäßig per integriertem Stereomikrofon auf, über den 2,5mm Klinkeneingang lässt sich zudem das Signal eines externen Mikrofons zuführen. Den Pegel kann man in vier Stufen verändern. Die Tonqualität des integrierten Mikrofons könnte etwas besser ausfallen.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Kommentare

In Ihrem Testbericht zur Fujifilm ...

In Ihrem Testbericht zur Fujifilm X-E3 schreiben sie zur Bildqualität: "Das Niveau der FujiFilm X-T20 wird allerdings nicht ganz erreicht, wobei dies am verwendeten Objektiv liegen sollte."
Eigenartig, denn beide Kameras wurden mit dem XF 18-55 F2,8-4 getestet.

Liebe Grüsse,
Dietmar Albrecht

Hallo, beide Kameras wurden mit ...

Hallo,
beide Kameras wurden mit dem Fujinon XF 18-55mm F2,8-4 R LM OIS getestet, jedoch nicht mit genau demselben Modell. Da es bei Objektiven immer Schwankungen gibt (mal größere, mal kleinere), schneidet nicht jedes Modell gleich ab.

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