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Praxisbericht zur Samsung NX1

Vor dem Test der Samsung NX1 haben wir die Firmware 1.20 auf die Kamera aufgespielt. Diese ist knapp 300MB groß und sorgt vor allem für viele neue Features im Videomodus.

Samsung wagt den Sprung in die Oberklasse. Dieser Schritt macht sich natürlich nicht nur bei der Technik im Inneren der Kamera bemerkbar, auch äußerlich bewegt sich die NX1 auf einem anderen Niveau als die bisher erhältlichen Kameramodelle von Samsung. So wirkt das Gehäuse dank dem Einsatz von Magnesium sehr hochwertig, viele Tasten und Einstellräder erlauben den direkten Zugriff auf viele Parameter.

Bei den Abmessungen bewegt sich die NX1 ungefähr auf Spiegelreflexniveau:

Bei der Größe setzt Samsung auf einen Mittelweg. Die Samsung NX1 (Datenblatt) ist noch etwas kleiner als eine ausgewachsene Spiegelreflexkamera aus dem Oberklasse- bzw. Profisegment, aber auch größer als die allermeisten spiegellosen Systemkameras. Wer die relativ schweren Objektive der S-Premiumserie von Samsung verwendet, sollte daher auch zum zusätzlichen Handgriff („ED-VGNX01“) greifen. Damit liegt die Kamera noch einmal deutlich besser in der Hand. Bei einem etwas leichteren Objektiv liegt die NX1 dagegen sehr gut in der Hand, die gummierte Oberfläche und die ergonomische Form des Griffs sorgen für einen sehr guten Halt.

Die Parameterwahl ist über viele Tasten und Einstellräder möglich:

Den Anspruch ambitionierter Fotografen will Samsung neben dem robusten Gehäuse auch mit vielen Tasten und Einstellrädern erfüllen. Daher besitzt die spiegellose Systemkamera nicht nur ein verriegelbares Programmwählrad, zwei Einstellräder für die Blende und die Belichtungszeit, sondern auch noch ein weiteres rückseitiges Einstellrad, das mit einem Steuerkreuz kombiniert wurde. Zudem ist ein Wählrad für den Auslösemodus (Einzelbild, Serienbild normal, Serienbild schnell, …) vorhanden. Darauf hat Samsung bei der NX1 vier Tasten platziert. Diese erlauben die Wahl des ISO-Wertes, des Autofokusmodus, der Belichtungsmessmethode und des Weißabgleichs. Während die direkte Erreichbarkeit dieser vier Parameter von Vorteil ist, finden wir die Größe der Tasten nicht optimal. Für ein Kameramodell mit professionellen Ansprüchen fallen sie nämlich nicht besonders groß aus. Auch bei den anderen Tasten sind einige kleinere Modelle zu finden, insgesamt gesehen bewegen sich diese jedoch auf einem akzeptablen Niveau.

Drei der vier Richtungstasten des Einstellrades lassen sich frei konfigurieren:

Frei belegbare Tasten gibt es bei der Samsung NX1 (Produktbilder) sieben, zudem kann man durch das Drehen des rückseitigen Einstellrades einen weiteren Parameter anpassen. Die NX1 erlaubt somit einige Konfigurationsmöglichkeiten. Einrichten lassen sich die Tasten über den Punkt "Tastenzuordnung" im Menü. Noch schneller kann man darauf aber über das Fn-Menü zugreifen. Dieses erlaubt nicht nur das Verändern von bis zu elf Optionen sowie das Speichern gewisser Einstellungen als benutzerdefinierten Modus. Wer hier die Löschen-Taste drückt, gelangt direkt zur Tastenzuordnung.

Das Menü der NX1 ist in einen Foto-, Video- und Custom- sowie Einstellungsteil gegliedert. Diese Aufteilung sorgt für eine erste schnelle Übersicht. Innerhalb der einzelnen Reiter muss man wegen der vielen Einstellungen teilweise etwas länger suchen. Zu einem Problem wird dies allerdings nicht. Zum einen lassen sich alle wichtigen Optionen per Taste erreichen, zum anderen können über das Fn-Menü weitere Einstellungen schnell verändert werden. Das Menü muss daher nur für grundsätzliche Einstellungen aufgerufen werden.

Das Programmwählrad mit acht Programmen kann verriegelt werden:

Der genaue Blick auf das Programmwählrad verrät, dass die Samsung NX1 (Bildqualität) neben den wohlbekannten PSAM-Modi zwei Customprogramme und eine Vollautomatik zu bieten hat. Ebenso sind 13 Smartmodi („Farbfülle“, „Panorama“, „Mehrfachbelichtung“, …) vorhanden. Bei den Smartfiltern geht Samsung mit acht Stück etwas sparsamer zu Werke. Effektiv gesehen gibt es sogar nur fünf, da vier Filter mit den Farben Rot, Grün, Blau und Gelb einen Color-Key-Effekt erzeugen. Die Intervallaufnahme beherrscht die NX1 mit Zeitabständen zwischen zwei Aufnahmen von einer Sekunde bis zu 24 Stunden und einer Bildanzahl von bis zu 9.999 Aufnahmen. Zudem lässt sich eine Startzeit vorgeben und kann automatisch ein Zeitraffervideo erstellt werden.

Zum Scharfstellen kombiniert die NX1 die Phasendetektion und die Kontrastmessung:

Eine Digitalkamera mit diesen opulenten technischen Daten spart natürlich auch nicht am Autofokus. Die Samsung NX1 (Geschwindigkeit) kombiniert zum Scharfstellen 205 Phasenerkennungs-Messfelder (mit 153 Kreuzsensoren in der Bildmitte) und 209 Kontrast-AF-Messfelder. Fokussieren lässt sich damit nicht nur per Einzelmessung, sondern auch kontinuierlich. Beim Aktiven-AF entscheidet die Kamera außerdem selbstständig, welche der beiden Fokusmethoden sinnvoller ist. Die Messfeldwahl erfolgt per Touch oder mit der „OK“-Taste des Steuerkreuzes. Das Messfeld lässt sich zudem in vier Größen einstellen. Neben dem Einzelfeld-AF wird auch ein automatischer Multi-AF, ein Gesichtserkennungs-AF und ein Selbstporträt-AF angeboten. Die Wahl von mehreren Messfeldern, wie sie bei Spiegelreflexmodellen üblich ist, wird somit nicht angeboten. Hier muss man sich mit einem größeren AF-Feld behelfen. Sehr gut: Wer weiß, dass er innerhalb einer bestimmten Entfernung scharfstellen möchte, kann im Menü einen Fokuslimiter zuschalten. Dadurch wird die Scharfstellung beschleunigt.

Bei der Belichtungsmessung wird eine Multi-, Zentrums- und Spotmessung angeboten:

Das manuelle Fokussieren ist durch die Fokuslupe (5x oder 8x) sowie das Fokuspeaking (Stärke: niedrig, normal, hoch, Farbe: Weiß, Rot, Grün) zu jederzeit schnell und treffsicher möglich. Die hohen Auflösungen von Display und Sucher tragen dazu natürlich ebenfalls bei. Eine Hilfe kann zudem die Fokusdistanzanzeige im Display bzw. Sucher sein. Was diese Funktion allerdings passend abgerundet hätte, wäre die Anzeige des scharfen Bereichs in Zentimeter – also quasi eine optische Tiefenschärfevorschau.

Die Belichtungsmessung wird als Multi-, Zentrums- und Spotmessung angeboten, das Fokusfeld kann mit der Zone der Belichtungsmessung gekoppelt werden. Belichten kann man mit der NX1 zwischen 30 Sekunden und 1/8.000 Sekunde, die Bulbmessung ermöglicht noch längere Belichtungen. Somit steht die Systemkamera einem Profimodell hier in Nichts nach.

Der elektronische Sucher löst hohe 2,36 Millionen Subpixel auf:

Die Bildkontrolle ist bei der Samsung NX1 (Technik) mit einem elektronischen Sucher oder einem Display möglich. Der OLED-Sucher löst hohe 2,36 Millionen Subpixel auf, beim Sucherbild lassen sich daher keine Pixel erkennen, die Detailwiedergabe ist scharf. Positiv ist zudem die hohe Helligkeit und die Größe des Bildes zu erwähnen. Da sich neben dem Livebild auch die Menüs einblenden lassen, muss man das Auge auch für Einstellungen nicht vom Sucher nehmen. Grundsätzlich fällt ein Bildrauschen im Sucher nicht weiter auf, die konservative Abstimmung hat allerdings auch einen Nachteil. Sobald es sehr dunkel wird, wirkt das Sucherbild nicht mehr ganz flüssig. Hier wird eine flüssige Darstellung präferieren und dafür mehr Rauschen in Kauf nehmen. Ruckelig wird es zudem auch, wenn der Pufferspeicher gefüllt ist und die Kamera bei der Bildrate einbricht. Dann gerät der Sucher deutlich ins Stottern, schnelle Motive lassen sich dann kaum mehr verfolgen. Gut zu wissen: Im Gegensatz zur Samsung NX30 (Testbericht) lässt sich der Sucher der NX1 nicht mehr klappen. Dies kann man als kleinen Nachteil sehen. Wirklich negativ fällt dieser Umstand in der Praxis aber nicht auf.

Durch das klappbare LCD ist die Bildkontrolle besonders einfach möglich:

Das Display der spiegellosen Systemkamera lässt sich dagegen schon klappen. Nach oben sind bis zu 90 Grad möglich, nach unten etwas weniger als 45 Grad. Das AMOLED-Display der Samsung NX1 (Abbildungsleistung) löst 1,04 Millionen Subpixel auf, wie beim Sucher lassen sich daher keine unschönen Pixel erkennen. Sehr gut gefällt uns am LCD auch die präzise kapazitive Touchoberfläche, über die man fokussieren oder auslösen kann. Zudem lassen sich verschiedene Optionen per Touch aufrufen. Die Einblickwinkel des Displays sind groß, Farbverfälschungen treten auch bei einem schrägen Blick darauf nicht auf. Wer zwischen dem Display und dem Sucher wechseln will, überlässt dies dem Augensensor per Annäherung oder drückt dazu die „EVF“-Taste.

Die Samsung NX1 kann Videos mit 4K-/UHD-Auflösung speichern:

Die Samsung NX1 (Beispielaufnahmen) richtet sich nicht nur an Fotografen, sondern auch an Videomacher. Dafür stellt sie gleich beide 4K-Auflösungen bereit. Zum einen wird die 4K-Kinoauflösung von 4.096 x 2.160 Pixel mit 24 Vollbildern pro Sekunde angeboten. Zum anderen auch die bekannte Ultra-HD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel. Hiermit lassen sich 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde aufnehmen. Auch bei Full-HD hat die NX1 einiges zu bieten. So kann man sich zwischen 24, 25, 30, 50 und 60 Vollbildern pro Sekunde entscheiden. Mit dem Zeitlupenmodus lassen sich zudem bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde festhalten. Die Ausgabe erfolgt hier allerdings wie üblich bereits in Zeitlupe. Auch Zeitraffervideos kann die NX1 speichern, maximal ist eine 20-fache Beschleunigung möglich. Kleinere Auflösungen (HD, SD) unterstützt die Kamera natürlich ebenso, interessant sind diese aber eher weniger. Die Belichtungssteuerung ist sowohl per Automatik als auch manuell möglich, den Tonpegel kann man in Stufen von 1 bis 12 anpassen. Neben einem Eingang für ein Mikrofon gibt es auch einen Ausgang für einen Kopfhörer. Auch in dieser Hinsicht bleiben somit keine Wünsche offen. Speichern kann man die Videos bei 4K/UHD und Full-HD mit "Normal", "HQ" und "Professionell", bei letzterer Variante ist die Komprimierung besonders niedrig.

Als weitere Optionen gibt es im Videomodus einen Fader-Effekt, eine Windgeräuschreduktion und eine „Smart-Range+“-Option. Für professionelle Filmer werden eine Gammasteuerung, die Wahl des Schwarzwertes und eine Begrenzung der Luminanz angeboten. Ebenso kann man den Autofokus in der Reaktionsfähigkeit und der AF-Verschiebung konfigurieren. Wer mit dem AF filmt, kann die Scharfstellung also genau an seine Bedürfnisse anpassen. In unserem AF-Test mit Standardeinstellungen wurde die Schärfe schnell und treffsicher nachgeführt. Teilweise pumpt der Autofokus aber auch ein wenig.

Die Bildqualität der Videos ist einem Profimodell würdig. Die 4K/Ultra-HD-Aufnahmen zeigen enorm viele Details, aber auch die Full-HD-Videos wissen zu gefallen. Hieran dürfte keiner etwas auszusetzen haben.

Für besonders gering komprimierte Videos gibt es die "Professionell"-Option:

Stärke und Schwäche zugleich ist die H.265-Codierung. Diese erlaubt kleine Dateien trotz hoher Auflösung. Bei 4K/Ultra-HD-Auflösung werden maximal 80MBit/s ("Professional Qualität") aufgezeichnet. Die Panasonic Lumix DMC-GH4 (Testbericht) speichert 4K-Videos beispielsweise mit 100MBit/s. Dadurch spart man etwas Speicherplatz. Den daraus resultierenden Nachteil sollte man jedoch nicht außer Acht lassen. Nur die wenigsten Schnittprogramme können aktuell mit Videos in diesem Format umgehen. Zudem waren nur die wenigsten Software-Videoplayer trotz leistungsfähigem Computer in der Lage, die Aufnahmen flüssig wiederzugeben. Daher muss vor der Wiedergabe oder Bearbeitung das Material erst konvertiert werden. Samsung ist sich diesem Fall bewusst und liefert einen „Movie Converter“ mit. Dieser wandelt eine Minute Videomaterial in etwa drei Minuten Zeit in Videos mit H.264-Codec um (verwendeter Prozessor Intel Xeon E-1230v2. Die Option zur Ausgabe mit H.264-Codierung wäre daher wünschenswert. Für Profis: Per HDMI lässt sich das Videomaterial in 4:2:2 ausgeben. Wer die beste Videoqualität erzielen möchte, bleibt bei der NX1 also nicht außen vor.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Kommentare

Auf dem Datenblatt werden Laut ...

Auf dem Datenblatt werden Laut Samsung nur 64gb unterstützt. Also bis 256 gb alles kein Problem richtig...?

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