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Praxisbericht zur Samsung NX10

Die Samsung NX10 hat lange auf sich warten lassen. Um so spannender war es, diese Digitalkamera das erste Mal in den Händen zu halten. Bisher gab es solche spiegellosen Digitalkameras mit Wechselobjektiven nur im Rahmen des Micro Four Third-Systems von Olympus und Panasonic. Die Samsung NX10 will diese Vormachtstellung brechen, und der Hersteller hat bereits angekündigt, mit weiteren Modellen und Objektiven den Markt erobern zu wollen. Von letzteren standen mir für den Test zwei zur Verfügung. Das klassische Standardzoom mit einem Brennweitenbereich von 18-55mm und ein besonders flaches 30mm Normalobjektiv mit einer Lichtstärke von F2,0.

Tatsächlich kann die Größe der Kamera überzeugen. Die Samsung NX10 ist aufgrund des kleineren Griffs etwas kompakter als die G- und GH-Modelle von Panasonic, gleichzeitig aber auch etwas höher als die Panasonic Lumix DMC-GF1 oder die Olympus PEN E-PL1 (siehe auch jeweils unsere Testberichte zu diesen Kameras). Dafür besitzt sie einen fest integrierten elektronischen Sucher sowie einen ausklappenden Blitz.

Die Samsung NX10 ist gut verarbeitet und fühlt sich durchaus wertig an, auch wenn die Oberfläche aus Kunststoff besteht. Der Deckel des Batteriefachs schließt bei unserem Testgerät jedoch nicht bündig ab, sondern wird durch den Akku leicht nach außen gedrückt. Das hinterlässt zumindest einen schlechten Eindruck, obwohl es an der Verarbeitung der Samsung NX10 sonst wenig Kritikpunkte gibt.
Trotz des kleinen Handgriffs kann ich die Samsung NX10 mit den kleinen Objektiven, die bisher verfügbar sind, gut halten. Wie dies aussieht, wenn größere Objektive erhältlich sind, wird sich zeigen. Wobei schon das Kitobjektiv im Vergleich zur Kamera nicht gerade klein ist, besonders im Quervergleich zu dem wirklich kompakten Olympus M.Zuiko 14-42mm. Aus diesem Grund entwickelte sich die 30mm Festbrennweite schnell zu meinem Favoriten. Allerdings ist die Kamera auch mit diesem Objektiv aufgrund der Höhe nur sehr eingeschränkt Jackentaschentauglich.

Das Bedienkonzept setzt auf viele Direkttasten sowie ein einfaches Schnellauswahlmenü über den Bildschirm. Auf der Kameravorderseite befindet sich unten links neben dem Objektiv der Knopf zur Schärfentiefenkontrolle. Dieser kann allerdings auch über das Menü mit dem Direkt-Weißabgleich belegt werden. Zudem dient diese Taste während der Videoaufnahme zum Ein- und Ausschalten des Autofokus.

Auf der Oberseite, die in einem leichten Schwung zur Rückseite abfällt, befinden sich auf der linken Seite die Blitzentriegelung und die Menütaste. Der Blitz wird per Tastendruck elektronisch aufgeklappt, eine mechanische Kupplung ist nicht vorhanden. Die Menütaste öffnet, wie der Name bereits ausdrückt, das Hauptmenü der Kamera. Da dieses nicht häufig gebracht wird, finde ich die Platzierung der Taste in Ordnung. Rechts neben den beiden Tasten sitzt der elektronische Sucher. Dieser verfügt über einen Augensensor, der entsprechend die automatische Umschaltung von Display auf Sucher und umgekehrt übernimmt. Manuell kann keines von beiden Ein- oder Ausgeschaltet werden, es gibt aber eine Ausschaltautomatik, die nach einer voreingestellten Zeit aktiv wird und sowohl das Display als auch den Sucher deaktiviert. Durch ein auffälliges Blinken bleibt dabei nicht unbemerkt, dass die Digitalkamera noch eingeschaltet ist. Der Sucher selbst ist weder besonders groß, noch besonders hochauflösend. Gerade im Vergleich zur Panasonic G(H)1 fällt die Qualität doch deutlich ab. Anstelle zum üblichen Instrument zur Bildkomposition zu werden, wurde er dementsprechend von mir nur in Ausnahmefällen genutzt. Das gute, hochauflösende AMOLED Display bietet schon rein von der Bildqualität deutlich angenehmere Möglichkeiten zur Bildgestaltung. Gut beim elektronischen Sucher fand ich hingegen die Position, sowie die Herausarbeitung aus dem Kameragehäuse. Dadurch war ein Einblick sowohl mit dem linken, wie auch mit dem rechten Auge bequem möglich.

Rechts neben dem Sucher sitzt das Moduswählrad. Neben den typischen Kreativprogrammen sind drei Motivprogramme, Nachtaufnahme, Portrait und Landschaft, direkt auswählbar. Über die Einstellung "Scene" können weitere Voreinstellungen via Fn-Taste ausgewählt werden. Diese Fn-Taste sitzt auf der Rückseite mittig rechts neben dem Display und ermöglicht auch in den anderen Programmen den Aufruf eines Schnelleinstellungsmenüs, in dem wichtige Punkte ohne eigene Zugriffstaste direkt eingestellt werden können. Wer sich lieber komplett auf die Digitalkamera verlassen möchte, der kann die Smart Auto Funktion nutzen. Hierbei analysiert die Samsung NX10 das Motiv und wählt automatisch den passenden Modus. Dies geschieht nicht verdeckt, sondern wird auf dem Display am unteren Rand angezeigt. Somit kann man im Zweifelsfall auch direkt eingreifen, oder durch gezielte Beobachtung selbst die passende Zuordnung lernen. Der letzte Punkt auf dem Moduswählrad ist der Videomodus. Die Samsung NX10 zeichnet in der höchsten Einstellung im 720p HD-Format bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Auch hier können über das Hauptmenü oder das Schnellauswahlmenü Einstellungen vorgenommen werden. So kann von der Programmautomatik auf die Blendenvorwahl umgeschaltet und somit ein begrenzter Einfluss auf die Belichtung des Videos ausgeübt werden. Die Belichtungszeit oder die Empfindlichkeit kann allerdings nicht manuell vorgegeben werden. Neben der Videogröße und der Aufzeichnungsqualität kann auch ein sogenannter Blendregler benutzt werden. Dieses bewirkt ein langsames Einblenden in die Videoaufnahme und ein ebensolches Ausblenden zum Ende der Videoaufzeichnung. So kann ein Teil der Videobearbeitung schon in der Kamera erfolgen. Dieser Modus kann getrennt für einen Übergang am Anfang und am Ende der Aufnahme, oder an beiden Stellen gleichzeitig ausgewählt werden. Nur über das Menü zu erreichen sind Einstellungen zum Autofokus. Diese sind allerdings insofern irrelevant, als dass sie zwar regelbar sind, aber ohne Auswirkungen bleiben. Vor der Aufnahme wird der Fokus per Druck auf den Auslöser aktiviert. Nach erfolgreicher Scharfstellung kann das Video über den Auslöser selbst gestartet werden. Einen dedizierten Videoknopf gibt es bei der Samsung NX10 nicht. Soll auch während der Videoaufnahme der kontinuierliche Autofokus aktiv sein, so muss dieser über die zuvor bereits erwähnte Schärfentiefenkontrolle eingeschaltet und - bei Bedarf - auch wieder ausgeschaltet werden. Die Belichtung hingegen wird stets selbstständig, ohne notwendige Aktivierung, nachgeführt. Der Video-Autofokus selbst ist nicht der schnellste, zudem ist er besonders an den Endpunkten gut hörbar.

Neben dem Moduswählrad ist das Einstellrad untergebracht. Direkt davor sitzt der Auslöser mit dem umschließenden Ein-/Aus-Schalter. Die Position dieser Bedienelemente hat mir im Test nicht gefallen. Um das Einstellrad zu bedienen, muss der Finger vom Auslöser genommen werden. Bequem ist die neue Lage dann nicht. Hier wäre ein Rad auf der Rückseite, in Daumenhöhe, in meinen Augen besser gewesen. Dies ist allerdings Geschmackssache, und nach einiger Übung gelang auch die Arbeit an der aktuellen Position recht problemlos. Der Auslöser sitzt in meinen Augen genau richtig, und machte im Test einen guten Eindruck. Ich habe zwar auch schon bessere Druckpunkte an Kameras fühlen dürften, trotzdem sind auch diese beiden deutlich zu unterscheiden und ohne großen Aufwand oder Gefahr einer unbeabsichtigten Auslösung zu bedienen.

Ganz rechts sind auf der Oberseite noch zwei Knöpfe untergebracht. Der Erste der beiden ist der Umschalter für die Art der Aufnahme, bei dem Einzelbild, Serienbild, Selbstauslöser und Belichtungsreihen zur Verfügung stehen. Die Belichtungsreihen bestehen jeweils aus drei Bilder, die zuvor im Menü genau definiert werden können. Dabei kann nicht nur die Spreizung gesteuert, sondern auch die Reihenfolge der Aufnahme frei gewählt werden. Besonders für Interessenten aus dem HDR-Bereich dürfte die maximale Spreizung von +- 3 Lichtwerten interessant sein. Das zweite Bedienelement ist der Grüne Knopf. Dieser setzt je nachdem, in welcher Verstellmöglichkeit man ihn benutzt, die Einstellung zurück. Bei der Verstellung des Fokusfeldes bewirkt ein Druck auf den Grünen Knopf beispielsweise eine Zentrierung des Messfeldes.

Auf der Rückseite finden sich die bei vielen Kompaktkameras bereits bekannten Einstellmöglichkeiten in Form von Einzelknöpfen und einem Steuerkreuz, das durch die mittige OK-Taste eine Doppelfunktion ausführt. Wird diese aktiviert, wechselt die Kamera in die Einstellübersicht über den Autofokus. Nun kann dessen Position mit dem Steuerkreuz frei auf dem Bildschirm bewegt werden. Gleichzeitig dient das Einstellrad dazu, die Größe des Messfeldes zu ändern. Dies ist besonders bei schwierigen Aufnahmesituationen eine bedeutende Hilfe und eine sinnvolle Einflussmöglichkeit.

Im Einsatz kam ich mit der Samsung NX10 sehr schnell zurecht. Viele Bedienelemente sind anders gestaltet als bei den typischen Vertretern aus dem Bereich der Wechselobjektivkameras, insgesamt aber erscheint die Bedienung gut durchdacht. Die Autofokusgeschwindigkeit ist zwar nicht besonders schnell, aber ausreichend für die meisten alltäglichen Aufnahmen. Im Vergleich liegt sie gefühlt auf einem Niveau mit den Olympus PEN-Modellen mit dem Kitobjektiv. Dabei kommt die Samsung NX10 aufgrund des integrierten grünen Autofokus-Hilfslichtes auch mit dunkleren Situationen gut zurecht. Auffällig ist allerdings die lange Bearbeitungszeit der Kamera nach der Aufnahme. Zwar ermöglicht der integrierte Zwischenspeicher eine schnelle Bildfolge, besonders aber beim Ausschalten wird deutlich, wie lang die Kamera dann aber doch für die Speicherung eines Bildes benötigt.

Insgesamt konnte die Samsung NX10 durchaus überzeugen, allerdings zeigte sich auch noch eine Menge Verbesserungsmöglichkeiten. Dazu gehört eine Erweiterung der manuellen Möglichkeiten im Videomodus genauso wie einige Einstellungen, wie beispielsweise einer Deaktivierung des Displays. Allerdings erzeugt sie aufgrund ihrer teilweise sehr durchdachten Lösungen und der in meinen Augen gut gelungenen Visualisierung der Einstellungen im Stil analoger Instrumente durchaus einige Spannung auf die kommenden Erweiterungen des Systems. Eine Frage bleibt allerdings offen. Warum bei dem Samsung 30mm F2,0 Objektiv statt einer Streulichtblende ein Ständer zur Präsentation des Objektives mitgeliefert wird, wissen wohl nur die Produktmanager in Korea.

Ein Praxisbericht von:

Sascha Stewen

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Kommentare

Bin begeistert von dieser Kamera,nutze ...

Bin begeistert von dieser Kamera,nutze sie hautsächlich beruflich.Wenn der Auftraggeber dabei ist lasse ich immer eine große Kamera an meiner Schulter baumeln,wenn er weg ist fotografiere ich mit der Sam NX 10.Bin jetzt mal auf die Fotokina gespannt...was da noch kommt.

Vermisse schmerzlich eine Schutztasche für ...

Vermisse schmerzlich eine Schutztasche für die Sam NX 10. Soll man nur Sonntags bei Sonnenschein fotografieren oder darf es etwas mehr sein?

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