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Canon EOS 80D und EOS 77D im Duell (Teil 3)

Teil 3 von 3: "Zweistellige" Spiegelreflexkameras von Canon mit APS-C-Sensor


Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Nachdem wir im vorangegangenen zweiten Teil unseres Tests der Canon EOS 80D und der Canon EOS 77D unter anderem den Autofokus und die Geschwindigkeit verglichen haben, prüfen wir in diesem letzten Teil weitere Funktionen, die Videoaufnahme und die Erweiterbarkeit.

Funktionen und Features:
Einen wichtigen Unterschied zwischen beiden Modellen stellt der zum Einsatz kommende mechanische Verschluss dar. Dieser erlaubt bei der EOS 80D Belichtungszeiten zwischen 30 Sekunden und 1/8.000 Sekunde, bei der EOS 77D maximal 1/4.000 Sekunde. Das macht Aufnahmen mit der EOS 80D bei Sonnenschein und lichtstarken Objektiven einfacher. Während 1/8.000 Sekunde fast für jede Situation ausreichend ist, muss bei der EOS 77D des Öfteren abgeblendet werden, um das Bild nicht überzubelichten. Natürlich lässt sich stattdessen auch ein ND-Filter verwenden, dessen Einsatz ist aber aufwendiger als das Verkürzen der Belichtungszeit. Beim Belichtungsmesssensor gibt es dagegen keinen Unterschied, es kommt jeweils ein Modell mit 7.560 RGB-Pixel zum Einsatz. Die Belichtungsmessmodi (Mehrfeld, Mittenbetont, Selektiv, Spot) sind ebenfalls identisch.

Absetzen kann sich die EOS 80D auch bei den Aufnahmemodi. Sie unterstützt neben der herkömmlichen Einzel- und Serienbildfunktion auch eine leise Einzel- und Serienbildaufnahme. Hier wird das Geräusch des Spiegels deutlich reduziert. Das erlaubt dem Fotografen, unauffälliger zu arbeiten.

Der Akku der EOS 80D besitzt deutlich mehr Kapazität als der Stromspeicher der EOS 77D:

Links sehen Sie die Canon EOS 80D, rechts die Canon EOS 77D.

Ein weiteres Unterscheidungskriterium stellt der Akku dar. Während die EOS 77D den bei vielen Einsteigermodellen (bzw. kompakteren Kameras) zum Einsatz kommenden LP-E17-Akku mit einer Kapazität von 1.040mAh verwendet, nutzt die EOS 80D den LP-E6N mit 1.865mAh. Dieser wird unter anderem bei der Canon EOS 5D Mark IV sowie der Canon EOS 7D Mark II eingesetzt und ist deutlich leistungsfähiger. In der Praxis kann die EOS 80D daher rund 50 bis 75 Prozent mehr Fotos mit einem Akku aufnehmen als die EOS 77D. Das Ladegerät des LP-E6N-Akkus unterstützt des Weiteren die Anzeige des Ladestands (0, 50, 75 und 100 Prozent). Diese Infos sind beim Ladegerät der 77D nicht herauszubekommen.

Das Tasten- und Einstellräder-Belegungsmenü der EOS 80D:

Canon EOS 80D.

Bei der EOS 77D lässt sich nur eine Taste mit vielen Optionen belegen:

Canon EOS 77D.

Dass es sich bei der EOS 80D um ein höherklassiges Modell handelt, lässt sich zudem bei den Fotoprogrammen bzw. dem Programmwählrad erkennen. Während über das Rad der EOS 77D hauptsächlich Automatiken (dazu gehören auch Szenenprogramme) aufzurufen sind, verbergen sich diese bei der 80D allesamt hinter dem „SCN“-Kürzel. Den Platz nutzt Canon stattdessen für einen Bulbmodus und zwei Customprogramme. Die Bulbaufnahme unterstützt die 77D zwar auch, dafür muss aber zum M-Programm gewechselt werden. Customprogramme sind bei der EOS 77D gar nicht zu finden.

RAW-Aufnahmen speichern neben JPEG-Bildern beide Kameramodelle, die EOS 80D jedoch auch mit kleineren Auflösungen im M-RAW- und S-RAW-Format.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Canon EOS 80D.

Videoaufnahme:
Die Videoaufnahme kann mit beiden Kameramodellen in Full-HD- (1.920 x 1.080 Pixel), HD- (1.280 x 720 Pixel) und SD-Auflösung (640 x 480 Pixel) erfolgen. Bei ersterer Auflösung lassen sich alle gebräuchlichen Bildraten zwischen 24 und 60 Vollbildern pro Sekunde wählen, in HD sind 25, 30, 50 und 60 Vollbilder pro Sekunde möglich. In SD stehen 25 und 30 Vollbilder pro Sekunde zur Wahl. Während die Videoaufnahme bei beiden Kameras standardmäßig mit IPB-Kompression erfolgt, unterstützt die EOS 80D zusätzlich die All-I-Aufnahme. Hier werden die Videos geringer komprimiert, die Bildrate liegt allerdings maximal bei 30 Vollbildern pro Sekunde und die Auflösung ist auf Full-HD beschränkt. Da sich hinsichtlich der Bildqualität keine größeren Vorteile herausstellen, ergeben Aufnahmen mit All-I-Codierung nur in Ausnahmefällen Sinn.

Vergleich der Video-Bildqualität bei 1.920 x 1.080 Pixel:

Die Bildqualität der Videos fällt identisch aus und ist jeweils sehr gut. Gegenüber Digitalkameras mit 4K-Videoaufnahme, die eine exzellente Bildqualität ermöglichen, können die Aufnahmen jedoch nicht punkten. Video-Optionen haben unsere Vergleichskameras zahlreich zu bieten: Neben der manuellen Belichtung ist auch die Wahl des Bildstils und des Weißabgleichs möglich. Es gibt allerdings auch Unterschiede: So kann man bei der EOS 80D nicht nur den Movie-Servo-AF konfigurieren, sondern auch einen Digitalzoom wählen. Die EOS 77D hat Canon mit einem effektiven digitalen Bildstabilisator ausgestattet, sie nimmt Videos auf Wunsch mit zusätzlichen Kreativeffekten auf.

Zur Tonaufnahme sind beide Kameras mit einem integrierten Stereomikrofon ausgestattet, per 3,5mm-Klinkeneingang lässt sich zudem ein externes Mikrofon anschließen. Der Tonpegel ist jeweils in feinen Stufen anpassbar. Zur Kontrolle steht eine Pegelanzeige zur Verfügung, die 80D wurde zudem mit einem 3,5mm-Klinkenport für Kopfhörer ausgestattet.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Canon EOS 80D.

Die Schnittstellen der Canon EOS 80D:

Canon EOS 80D.

Die Schnittstellen der Canon EOS 77D:

Canon EOS 77D.

Erweiterbarkeit und Schnittstellen:
In puncto Erweiterbarkeit liegen beide Kameramodelle eng beisammen. Beide erlauben den Anschluss einer Kabelfernbedienung (2,5mm Klinke), eines externen Monitors (Mini-HDMI), eines Computers (Mini-USB) und eines Mikrofons (3,5mm Klinke). Die EOS 80D verfügt des Weiteren über einen Kopfhörerausgang (3,5mm). Ein Blitzschuh für Aufsteckblitze ist bei beiden Modellen vorhanden, einen kleinen Aufklappblitz (jeweils Leitzahl 12) gibt es ebenso. Während die Blitzsynchronzeit der 80D allerdings bei 1/250 Sekunde liegt, unterstützt die 77D lediglich 1/200 Sekunde.

Die drahtlose Steuerung erlauben beide Modelle über WLAN, per NFC kann die Verbindung zu einem Smartphone einfach und schnell hergestellt werden. Die EOS 77D ist darüber hinaus mit Bluetooth ausgestattet. Darüber wird eine permanente Koppelung hergestellt. Wer die App nur sporadisch zur Steuerung oder Datenübertragung verwendet, wird in der Praxis letztendlich kaum einen Unterschied feststellen.

Unsere Wertung bei der Erweiterbarkeit und den Schnittstellen: Unentschieden.

Mit der EOS 77D bietet Canon eine sehr ordentliche Kamera der gehobenen Einsteigerklasse an:

Unser Fazit:
Die Canon EOS 80D und die Canon EOS 77D sind zwei recht ähnlich ausgestattete Kameramodelle, unterscheiden sich aber trotzdem in mehreren Punkten deutlicher voneinander. Das gilt vor allem für das Kameragehäuse: Die EOS 80D ist größer und schwerer, liegt dadurch aber auch besser in der Hand. Die 77D kann man einfacher transportieren und fällt wegen ihres leichteren Gewichts nicht so schnell wie die 80D zur Last. Wer häufiger größere und schwerere Objektive verwendeten möchte, profitiert bei der 80D vom größeren Griff. Der Einsatz bei nicht optimalen Umgebungsbedingungen stellt wegen ihrer Abdichtungen ebenso kein Problem dar. Bedienelemente finden sich bei beiden Kameras einige, bei der 80D besitzen diese etwas größere Abmessungen. Des Weiteren liegt die Spiegelreflexkamera mit ihrer kürzeren Verschlusszeit, den leisen Aufnahmemodi sowie den zusätzlichen RAW-Optionen in Front. Customprogramme besitzt ebenfalls nur die 80D, und der Akku fällt größer aus.

Die Canon EOS 80D hat im direkten Vergleich aber doch noch ein wenig mehr zu bieten:

In puncto Autofokus setzt sich die 80D durch ihre AF-Optionen ab, die verbaute Technik ist mit einem Autofokussensor mit 45 Kreuzsensoren aber identisch. Dies gilt auch für den Liveview-AF.
Faktisch gleich: die Bildqualität. Beide Modelle lösen viele Details auf, das Bildrauschen fällt bis ISO 3.200 nicht zu stark auf. Die Videofunktionen sind ebenso sehr ähnlich. Full-HD-Aufnahmen lassen sich mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde festhalten, es steht jeweils ein Eingang für ein Mikrofon zur Verfügung.

Die EOS 80D hat allerdings einen Kopfhörerausgang zu bieten und unterstützt die All-I-Codierung. Die EOS 77D stabilisiert dafür Videos auf Wunsch digital. Hinsichtlich der Bildkontrolle gibt es einzig beim Sucher Unterschiede. Dieser fällt bei der 80D größer und heller aus. Die Displays mit dreh- und schwenkbarer Lagerung sowie hoher Auflösung und Touchoberfläche sind gleich.

Zu den Beispielaufnahmen des Testsiegers:

Letztendlich können wir festhalten: Die Canon EOS 77D rückt in sehr vielen Punkten nahe an die EOS 80D heran, „technisch“ gibt es nur wenige Unterschiede. Sie eignet sich daher als kompakte Alternative, wenn es besonders auf das Gewicht und die Abmessungen ankommt.

Unser Testsieger:

Die EOS 80D stellt aus unserer Sicht noch mehr ein „Arbeitstier“ dar, das robuster ausfällt und einen etwas höheren Bedienkomfort zu bieten hat.

Unsere Auszeichnungen des jeweiligen Einzeltestberichts:

Links zum Artikel:

 
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