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Canon EOS 90D und EOS 80D im Vergleich

Ein detaillierter Blick auf die technischen Daten der DSLR-Kameras mit APS-C-Sensor

Rund drei Jahre hat sich Canon mit dem Nachfolgemodell der EOS 80D Zeit gelassen, die EOS 90D greift als Kamera mit deutlich verbesserten Features zugleich die EOS 7D Mark II an. Zusätzlich zu unserem Newsartikel zur EOS 90D gehen wir in diesem Vergleich auf die genauen Unterschiede der beiden Spiegelreflexkameras ein.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Canon EOS 90D mit dkamera.de Ersteindruck
Datenblatte der Canon EOS 90D
Testbericht der Canon EOS 80D
Datenblatt der Canon EOS 80D

Unterschied 1: Der Sensor
Der Bildwandler stellt das Herzstück einer jeden Kamera dar. Neben der Größe sind auch dessen Pixelzahl und die Bauart von Bedeutung. Bei der EOS 90D setzt Canon auf eine völlige Neuentwicklung, durch moderne Fertigungsverfahren sollen sowohl die Auslesegeschwindigkeit erhöht als auch das Bildrauschen reduziert worden sein. Der 22,3 x 14,8mm große CMOS-Chip speichert Fotos mit einer Auflösung von 6.460 x 4.640 Bildpunkten, insgesamt ergibt das 32,3 Megapixel pro Bild. Die Fotos lösen somit um 34,5 Prozent höher als die Aufnahmen der EOS 80D auf.

Den ISO-Bereich hat Canon trotz der höheren Pixelzahl vergrößert, statt ISO 100 bis ISO 16.000 (max. ISO 25.600 per Erweiterung) bei der EOS 80D lassen sich nun ISO 100 bis 25.600 (max. ISO 51.200 per Erweiterung) einstellen. Nun hinzugekommen ist die Unterstützung des komprimierten cRAW-Formates. Dieses spart nicht nur Speicherplatz, es lässt auch längere Bildserien im Serienbildmodus zu.

Die Fotos der EOS 90D besitzen etwa ein Drittel mehr Bildpunkte als die Aufnahmen der 80D:

Unterschied 2: Die Bildrate
Die Canon EOS 80D kann genauso wie die Canon EOS 70D maximal sieben Bilder pro Sekunde im Serienbildmodus speichern. Bei der EOS 90D hat Canon die höchste Bildrate auf elf Fotos pro Sekunde im Liveviewmodus und zehn Fotos pro Sekunde beim Blick durch den Sucher erhöht. Wer sich für die Bildkontrolle über das Display entscheidet, kann die erwähnten elf Bilder pro Sekunde mit einmaliger Vorfokussierung und sieben Bilder pro Sekunde mit kontinuierlichem Autofokus festhalten. Beim Blick durch den Sucher werden zehn Bilder pro Sekunde unabhängig vom gewählten Fokusmodus erreicht. Die höhere Bildrate der Canon EOS 90D wirkt sich natürlich auf die Anzahl der Aufnahmen in Folge aus, die mit der höchsten Geschwindigkeit möglich sind. Bei der EOS 80D haben wir 117 JPEG- und 23 RAW-Bilder in Folge gemessen, bevor die Kamera langsamer wird. Für die EOS 90D gibt Canon 54 JPEG- und 23 RAW- bzw. 36 cRAW-Aufnahmen in Serie an.

Auf der Oberseite sehen beide Kameras praktisch gleich aus: Die 90D (oben) ...

... ist bis auf wenige Millimeter genauso groß wie die EOS 80D (unten):

Unterschied 3: Der Autofokus
Das Phasen-Autofokussystem der EOS 90D hat Canon größtenteils von der EOS 80D übernommen. Auch die neue DSLR besitzt daher ein Phasen-AF-Modul mit 45 Kreuzsensoren, 27 davon arbeiten bis zu einer Lichtstärke von F8. Daneben wurden bei der EOS 90D allerdings neun weitere Liniensensoren integriert. Diese Hilfssensoren lassen sich vom User nicht anwählen, sie sollen aber für eine bessere Fokussierung sorgen. Wie das in der Praxis aussieht, wird sich zeigen. Neu hinzugekommen sind zudem die beiden Messfeldmodi „Einzelfeld Spot AF“ für kleine Motive und die „priorisierte Gesichtserkennung“.

Das Dual-Pixel-AF-System hat Canon bei der EOS 90D auf die neuste Generation umgestellt. Wie von bereits einigen spiegellosen Systemkameras bekannt, lässt sich auf 88 Prozent der Sensorfläche in der Breite und 100 Prozent in der Höhe fokussieren. 143 Messfelder stehen insgesamt zur Wahl. Bei der EOS 80D hat Canon diesbezüglich keine genaueren Angaben gemacht.

Das AF-System umfasst jeweils 45 Kreuzsensoren, bei der 90D kommen neun "Hilfsfelder" hinzu:

Unterschied 4: Der Verschluss
Als Verschluss nutzen beide Spiegelreflexkameras standardmäßig einen mechanischen Schlitzverschluss, er erlaubt Belichtungszeiten bis zu 1/8.000 Sekunde. Die EOS 90D verfügt zusätzlich über einen elektronischen Verschluss mit einer kürzesten Belichtungszeit von 1/16.000 Sekunde. Als wichtige Information sei dazu allerdings gesagt: er funktioniert nur bei Einzelaufnahmen und im Liveviewmodus.

Unterschied 5: Die Belichtungsmessung
Eine deutliche Verbesserung ist bei der Belichtungsmessung zu nennen. Das liegt am neuen Belichtungsmesssensor der Kamera. Statt lediglich 7.560 Pixel (EOS 80D) kommt bei der EOS 90D ein 220.000 RGB-Pixel-Chip zum Einsatz. Die Anzahl der Messzonen hat sich ebenso erhöht, von 63 (9 x 7) bei der EOS 80D auf 216 (18 x 12) bei der EOS 90D.

Beide Kameras besitzen einen SD-Kartenslot, das Modell der EOS 90D ist UHS-II-fähig:

Unterschied 6: Die Videoaufnahmen
Einen besonders großen Sprung macht die Canon EOS 90D in puncto Video. Als erste Systemkamera von Canon unterstützt die EOS 90D die Aufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) ohne Cropeffekt. Bei Fotos und Videos lässt sich daher der gleiche Bildausschnitt aufnehmen. Dies funktioniert mit 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde. Zudem wird die Aufnahme mit 1,2-fach-Crop angeboten. In Full-HD ließen sich schon mit der EOS 80D Videos ohne Crop speichern, bei der EOS 90D geht dies jedoch mit der doppelten Bildrate. Für Zeitlupenaufnahmen kann man sich für 100 oder 120 Vollbilder pro Sekunde entscheiden.

Unterschied 7: Die Speicherkartenanbindung
Als Speichermedium hat sich Canon bei der EOS 90D – wie schon bei der EOS 80D – für eine SD-Karte entschieden. Die Anzahl der Slots hat sich ebenfalls nicht verändert, es gibt jeweils einen. Fortschritte sind dagegen bei der Anbindung des Slots zu verzeichnen. Dieser unterstützt bei der EOS 90D den UHS-II-Standard, in der EOS 80D profitiert man von den SD-Modellen des neueren Typs nicht. In der Theorie kann die Datenübertragungsrate daher dreimal höher ausfallen (312MB/s statt 104MB/s). In der Praxis ist der Vorteil vermutlich geringer, jedoch sicherlich deutlich spürbar. Laut Canon soll die 90D auch Speicherkarten mit der höchsten Datenrate ausnutzen.

Die Rückseite der EOS 90D mit dem neuen AF-Joystick:

Das Messfeld wird bei der EOS 80D mangels Joystick per Steuerkreuz verschoben:

Unterschied 8: Der Joystick
Zum ersten Mal bei einer Kamera unterhalb der Profiklasse hat Canon bei der EOS 90D einen Joystick verbaut. Dieser ist in erster Linie zum Verschieben des AF-Messfeldes gedacht. Das funktioniert deutlich schneller als mit anderen Bedienelementen, Besitzer der EOS 80D müssen dafür zum Steuerkreuz greifen. Der Joystick funktioniert auch in anderen Menüs, aus unserer Sicht stellt er einen großen Vorteil dar.

Weitere Unterschiede:
Auch wenn die Canon EOS 90D über den gleichen Akku wie die EOS 80D (Modell LP-E6N) verfügt, hält die neue DSLR deutlich länger als ihr Vorgängermodell durch. Letztere schafft laut Canon-Messung 960 Fotos mit einer Akkuladung, bei der EOS 90D sind es 1.860 Aufnahmen. Da sich der Akku wie erwähnt nicht verändert hat, sind die Vorteile auf eine reduzierte Stromaufnahme zurückzuführen. Der Vorteil soll laut Canon bei Videoaufnahmen noch deutlicher ausfallen, genaue Vergleichswerte liegen uns allerdings nicht vor.

Trotz gleichem Akku hält die Canon EOS 90D viel länger durch:

Bei der drahtlosen Datenübertragung setzt die EOS 90D auf WLAN und Bluetooth, die EOS 80D kombinierte WLAN und NFC. Zu den Vorteilen von Bluetooth gehören unter anderem die sparsamere Datenübertragung und das Aufwecken der Kamera per App aus dem Ruhezustand.

Erwähnenswert ist auch das Focus Bracketing der 90D. Damit lassen sich automatisiert unterschiedlich fokussierte Fotos eines Motivs aufnehmen. Das Zusammenrechnen der Fotos erfolgt am Computer mit der Digital Photo Professional Software von Canon.

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