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Der dkamera.de Vergleichstest: Semi-Profi-Systemkameras

Teil 2 von 3 des Vergleichs der Canon EOS 70D und der Sony Alpha 77 II

Im ersten Teil des Vergleichstest der Canon EOS 70D und der Sony Alpha 77 II haben wir unter anderem die Abmessungen, die Bedienung und das Objektivangebot verglichen. In diesem zweiten Teil stehen die Bildqualität, der Autofokus und die Arbeitsgeschwindigkeit auf dem Prüfstand.

Bildqualität:
Sowohl die Canon EOS 70D als auch die Sony Alpha 77 II besitzen zur Bildaufnahme einen Bildsensor in APS-C-Größe. Während das CMOS-Modell bei der EOS 70D 22,5 x 15,0mm groß ist, besitzt das Exmor-HD-CMOS-Modell der Alpha 77 II Abmessungen von 23,5 x 15,6mm. Die Cropfaktoren liegen somit bei 1,6 zu 1,5. Auch bei der Auflösung gibt es Unterschiede. Die Canon EOS 70D löst 20 Megapixel (5.472 x 3.684 Pixel) auf, die Alpha 77 II genau 24 Megapixel (6.000 x 4.000 Pixel). 

Die Sensorempfindlichkeit reicht bei der EOS 70D von ISO 100 bis ISO 25.600, bei der Alpha 77 II von ISO 50 bis ISO 25.600 – sowie 51.200 bei der Multiframe-Rauschreduzierung. Hier werden mehrere Bilder automatisch aufgenommen und zusammengerechnet. Dadurch fällt das Bildrauschen geringer aus. Dies kann die Canon auch, allerdings erlaubt sie im Modus „Nachtaufnahme ohne Stativ“ nahezu keine Einstellungen, was diesen Modus für ambitionierte Fotografen relativ sinnlos macht. Die Sony Alpha 77 II bietet somit im oberen wie im unteren ISO-Bereich jeweils eine ISO-Stufe mehr. In der Praxis hat das aber keine allzu großen Auswirkungen, die Vorteile halten sich insgesamt in engen Grenzen.

Beide Kameramodelle im direkten Vergleich: (oben ISO 100, unten ISO 6.400):

Bei der Bildqualität schneidet die Sony Alpha 77 II etwas besser ab. Zum einen sorgt die um 20 Prozent höhere Auflösung bei geringen Sensorempfindlichkeiten für eine etwas bessere Detailwiedergabe. Bei höheren Sensorempfindlichkeiten wirken die Bilder der Alpha 77 II zudem auch detailreicher, das Bildrauschen bleibt etwas feiner. Insgesamt sind die Unterschiede aber nur gering und erst bei Vergrößerungen sichtbar. Bis etwa ISO 800 ist jeweils nahezu kein Rauschen sichtbar, erst bei ISO 6.400 muss man jeweils deutlichere Abstriche bei der Detailwiedergabe machen.

Unser Sieger bei der Bildqualität: Mit einem kleinen Vorsprung die Sony Alpha 77 II.

Autofokus:
Bei einer Kamera, die vom Fotografen sicherlich auch für höhere Ansprüche, wie das Fotografieren von schnellen bewegten Motiven verwendet wird, muss das Autofokusmodul technisch hoch entwickelt sein und einiges leisten können.

Die Canon EOS 70D hat das Autofokusmodul von der EOS 7D geerbt, der dedizierte AF-Prozessor fehlt ihr allerdings. Zudem muss man auch auf den extra Spot-AF verzichten. Bei den Fokuspunkten gibt es dagegen keine Unterschiede, 19 Fokussensoren sind in einer Raute in der Bildmitte angeordnet. Alle 19 sind Kreuzsensoren, die vertikale und horizontale Kontraste scharfstellen können. Der mittlere AF-Sensor ist ein hochempfindlicher Kreuzsensor und bis F2,8 ausgelegt, der AF arbeitet generell bis zu einer Offenblende von F5,6. Der Arbeitsbereich des Messsystems liegt zwischen -0,5 und 18 EV. Bei der Messfeldwahl stehen ein Einzel-AF (manuelle Wahl eines der 19 Fokuspunkte), der Zonen-AF (Verknüpfung des Messfeldes mit weiteren Feldern im "Umkreis") und der 19-Punkt-AF (alle Messfelder werden verwendet) zur Verfügung. Die EOS 70D unterstützt die AF-Mikrokorrektur, dabei lassen sich die Daten der Mikroanpassung besonders komfortabel anhand der Seriennummer des Objektivs abspeichern.

Da der klassische Phasen-Autofokus der Canon EOS 70D Spiegelreflex-typisch nur bei heruntergeklapptem Sucher funktioniert, hat Canon zudem eine zweite AF-Technologie integriert, die im Liveview bzw. Videomodus aktiv ist. Auch hier erfolgt die Scharfstellung mittels Phasenvergleich, allerdings über Pixel auf dem Sensor. Diese Technik nennt Canon Dual-Pixel-CMOS-AF. Jeder Bildpunkt des Sensors besteht aus zwei Photodioden, die einzeln ausgelesen werden, wodurch der Phasenvergleich ein Scharfstellen ermöglicht. Damit lässt sich auf rund 80 Prozent der Sensorfläche fokussieren. Im Gegensatz zum Phasen-AF werden also auch die Bildecken größtenteils abgedeckt. In den nicht vom Dual-Pixel-CMOS-AF abgedeckten Bereichen arbeitet wie gewohnt der Kontrast-AF. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spiegelreflexmodellen kann die EOS 70D auch im Liveviewbetrieb und im Videomodus schnell fokussieren. Keine andere Spiegelreflexkamera kann hier mithalten.

Auch bei der Sony Alpha SLT-A77 II kommt ein Phasendetektions-AF zum Einsatz. Dieser kann durch die SLT-Technologie, bei der das Fokusmodul durch den halbdurchlässigen Spiegel zu jederzeit mit Licht versorgt wird, in allen Foto- und Video-Modi scharfstellen. Die Sony Alpha SLT-A77 II besitzt 79 Fokusmessfelder, 15 davon sind Kreuzsensoren. Letztere befinden sich alle in der Bildmitte, in der sie sich zudem mit Liniensensoren abwechseln. Neben den in einem 9 x 3-Raster angeordneten mittleren Sensoren wurden rechts und links jeweils weitere 26 Liniensensoren positioniert. Der mittige Kreuzsensor arbeitet bei der Alpha 77 II – wie bei der EOS 70D – optimal mit großen Blendenöffnungen (F2,8) zusammen. Das AF-System ist für Lichtwerte von -2 bis 18 ausgelegt und unterstützt die Mikroeinstellung für verschiedene Objektive. Automatisch fokussiert wird bis maximal F5,6.

Nicht nur bei den Fokuspunkten hat die Sony Alpha 77 II der Canon EOS 70D etwas voraus, sondern auch bei den AF-Optionen. Neben der automatischen Messfeldwahl („Breit“) und der Zonen-AF-Wahl („Feld“), kann auch ein einzelner Fokuspunkt („Mitte“ oder „Flexible Spot“) vorgegeben werden. Zudem lässt sich der gewählte Fokuspunkt um acht „Hilfsfelder“ erweitern. Mit der „AF-Verriegelung“ lässt sich ein Objekt bei halb gedrücktem Auslöser über den gesamten Fokusbereich verfolgen und somit besonders einfach im Fokus halten.

Beide Kameras konnten im Test auch bewegte Motive präzise einfangen, durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten kann man den Autofokus zudem sehr gut an die jeweilige Situation anpassen. Somit können die Autofokussysteme absolut überzeugen. Die größere Abdeckung mit AF-Feldern, sowie die größere Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten, sorgen für einen kleinen Vorteil zugunsten der Sony Alpha 77 II.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Sony Alpha 77 II.

Geschwindigkeit:
Wie bereits im Punkt „Autofokus“ erwähnt, sind beide Kameramodelle der gehobenen Klasse zuzuordnen und werden daher nicht nur für einfaches Knipsen verwendet. Neben einer schnellen Scharfstellung sollte deshalb auch die Bildrate hoch genug ausfallen. Die Canon EOS 70D erreicht hier sieben Bilder pro Sekunde. Wer sich für das JPEG-Format entscheidet, kann bei entsprechend schneller Speicherkarte dabei ohne Grenze durch den kamerainternen Speicher fotografieren, bei RAW-Bildern sind 17 Aufnahmen mit maximaler Geschwindigkeit möglich und bei JPEG+RAW sieben Bilder in Folge. Dieses Ergebnis ist für eine Kamera der oberen Mittelklasse überzeugend, die Sony Alpha 77 II hat jedoch noch deutlich mehr zu bieten. Sie speichert zwölf Bilder pro Sekunde, was sie zu einer der schnellsten Kameras überhaupt macht. 56 Bilder sind im JPEG-Format in Folge möglich, jeweils 27 bei RAW bzw. JPEG+RAW. Wenn der Pufferspeicher gefüllt ist, lassen sich dann mit beiden Kameras rund zwei Bilder pro Sekunde aufnehmen.

Eingeschaltet sind beide Kameras in unter zwei Sekunden (EOS 70D: 1,43 Sekunden; Alpha 77 II: 1,70 Sekunden), auf das erste Bild nachdem Einschalten muss man zudem jeweils weniger als eine Sekunde warten (EOS 70D: 0,51 Sekunden, Alpha 77 II: 0,95 Sekunden). Hier liegt die Canon EOS 70D also jeweils vorne.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die deutliche höhere Bildrate sowie der größere Pufferspeicher im RAW-Format machen die Sony Alpha 77 II zum Sieger.

Im dritten und letzten Teil unseres Vergleichstests zwischen der Canon 70D und Sona Alpha 77 II nehmen wir die Möglichkeiten der Bildkontrolle unter die Lupe, gehen auf die Videofunktion sowie die Schnittstellen ein und ziehen ein Fazit.

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