Olympus OM-D E-M5 Mark III vs. Panasonic G91 im Duell (Teil 1)

Teil 1 von 3: Spiegellose Systemkameras der Mittelklasse mit 4K-Video


Links sehen Sie die Olympus OM-D E-M5 Mark III, rechts die Panasonic Lumix DC-G91.

Mit Panasonic und Olympus haben 2019 beide führenden Hersteller des Micro Four Thirds-Standards neue Kameras der Mitteklasse vorgestellt. Die Panasonic Lumix DC-G91 ist das Nachfolgemodell der G81, die Olympus OM-D E-M5 Mark III folgt auf die E-M5 Mark II. Wir haben uns beide spiegellosen Modelle ins Testlabor geholt und vergleichen diese in den wichtigsten Bewertungskriterien.

Zu unseren beiden Einzeltestberichten gelangen Sie über folgende Links:
Testbericht der Panasonic Lumix DC-G91
Testbericht der Olympus OM-D E-M5 Mark III

Unterschiede der Kandidaten als Entscheidungshilfe beim Kauf:

Abmessungen/Verarbeitung/Bedienung:
Panasonic und Olympus bieten spiegellose Systemkameras schon mehr als zehn Jahre lang an. Zu den Vorfahren der Lumix DC-G91 gehören unter anderem die Lumix G70 oder die Lumix G3, die Ahnenliste der E-M5 Mark III ist deutlich kürzer. Diese Kameraserie hat Olympus erst  2012 gestartet, 2015 kam das Vorgängermodell der jetzigen dritten Generation auf den Markt. Trotz der unterschiedlich langen Produkthistorien fallen die technischen Daten sehr ähnlich aus.

Für die Gehäuse gilt das weniger. Die Panasonic Lumix DC-G91 erinnert – wie schon ihre Vorgängermodelle – sehr stark an eine kompakte Spiegelreflexkamera. Das liegt unter anderem am ausprägten Sucherbuckel und dem großen Griff. Die Olympus OM-D E-M5 Mark III wirkt deutlich zierlicher und sieht mehr nach „retro“ aus.

Die Lumix G91 ist die größere Kamera, ihr Griff ist zudem deutlich größer:

Links sehen Sie die Olympus OM-D E-M5 Mark III, rechts die Panasonic Lumix DC-G91.

Die optischen Eindrücke bestätigt der Blick auf die Datenblätter. Die G91 fällt mit 13,0 x 9,4 x 7,7cm wesentlich größer als die E-M5 Mark III mit 12,5 x 8,5 x 5,0cm aus. Dafür ist unter anderem der deutlich flachere Griff der DSLM von Olympus verantwortlich. Er besitzt zwar eine ergonomische Form, liegt unserer Meinung nach aber nicht so gut wie der Griff der G91 in der Hand. Panasonics Lösung bietet den Fingern wesentlich mehr Angriffsfläche. Das wirkt sich vor allem bei größeren und schwereren Objektiven aus. Wer diese auch an der E-M5 Mark III komfortabel einsetzen möchte, kann den Handgriff „ECG-5“ erwerben. Wurde jener an die Kamera montiert, fällt die Grifffläche deutlich größer aus. Panasonic bietet für die G91 ebenfalls einen Griff, dabei handelt es sich um das Modell „DMW-BGG1“. Im Gegensatz zum Griff von Olympus hat dieser einen zusätzlichen Hochformatauslöser zu bieten und verfügt über Platz für zwei Akkus.

Die G91 ist aber nicht nur die größere Kamera, sondern auch das schwerere Modell. Mit 533g bringt sie wesentlich mehr auf die Waage als die E-M5 Mark III mit 417g. Wer eine sehr leichte und kompakte DSLM sucht, greift daher besser zum Modell von Olympus. Im alltäglichen Fotoeinsatz finden wir jedoch auch die G91 nicht zu schwer, viele andere Kameras – besonders mit Spiegel – bringen mehr auf die Waage. Dass die G91 etwas schwerer ist, liegt ebenso am Gehäusematerial. Panasonic nutzt bei seiner DSLM sowohl Kunststoff als auch Magnesium, Olympus soweit uns bekannt nur auf Kunststoff. Beim Vorgängermodell E-M5 Mark III war das noch anders. Die G91 wirkt insgesamt betrachtet etwas hochwertiger, an der Verarbeitung kann man jedoch bei beiden Kameras nichts aussetzen. Sehr zugefallen wissen die jeweils vorhandenen Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser, die E-M5 Mark III wird zudem als frostsicher (bis zu -10 °C Celsius) angegeben.

Die Rückseite der spiegellosen Systemkamera von Olympus:

Olympus OM-D E-M5 Mark III.

Die Rückseite der Systemkamera von Panasonic:

Die Bedienelemente haben beide Kamerahersteller bei ihren Modellen rund um die Gehäuse verteilt. Abseits der Tasten des Steuerkreuzes und der Touchtasten der G91 stehen jeweils elf Tasten zur Verfügung, mit Touchbedienelementen kommt die Kamera von Panasonic auf 16. Ein Teil davon sind vom Nutzer frei belegbar. Besitzer der G91 können ohne zusätzliche Touchtasten sechs Tasten frei konfigurieren (mit Touch elf), bei der E-M5 Mark III sind es acht. Rechnet man die unterschiedlichen Belegungen der Steuerkreuze hinzu, ergeben sich noch mehr Optionen. Apropos Steuerkreuze: Während die E-M5 Mark III ein „reines“ Steuerkreuz besitzt, hat sich Panasonic für ein Steuerkreuz mit zusätzlichem Wählrad entschieden. Diese Umsetzung gibt Foto- und Videografen mehr Freiheiten.

Die Fn-Tasten der Olympus OM-D E-M5 Mark III:

Olympus OM-D E-M5 Mark III.

Die Fn-Tasten der Lumix DC-G91:

Trotzdem müssen Fotografen bei der E-M5 Mark III auf nichts verzichten, auf der rechten Oberseite der DSLM sind nämlich zwei Einstellräder zu finden. Die manuelle Belichtung oder andere Eingaben lassen sich also komfortabel vornehmen. Die G91 verfügt auf der linken Oberseite ebenso über zwei Einstellräder, auch mir ihr kann man daher komfortabel arbeiten. Doch damit nicht genug, beide Kameras haben noch mehr zu bieten. Die E-M5 Mark III besitzt ein Programmwählrad und einen Schalter für zwei Optionen. Der Schalter der G91 erlaubt den Wechsel des Fokusmodus, mit den beiden zusätzlichen Einstellrädern entscheiden sich Nutzer für das Fotoprogramm und den Auslösemodus. Die Liste die Bedienelemente fällt also jeweils sehr lang aus.

Die Räder haben beide Hersteller griffig gestaltet, für das sperrbare Programmwählrad der E-M5 Mark III vergeben wir einen Sonderpunkt. Diese Konstruktion verhindert den ungewollten Wechsel des Aufnahmemodus.

Das Hauptmenü der OM-D E-M5 Mark III:

Olympus OM-D E-M5 Mark III.

Das Hauptmenü der Lumix DC-G91:

Panasonic Lumix DC-G91.

Für eine komfortable Bedienung sind aber nicht nur die Bedienelemente wichtig, auch die Menüs müssen übersichtlich ausfallen. Diesbezüglich macht Panasonic unserer Meinung nach den besseren Job. Das Menü der G91 ist aufgeräumter, Einstellungen sind schneller zu finden. Über das „Mein Menü“, das der User selbst zusammenstellen kann, gelingt die Suche zudem noch schneller. Auf dieses spezielle Menü muss man bei der E-M5 Mark III verzichten.

Nur bei der G91 lässt sich ein "Mein Menü" zusammenstellen:

Panasonic Lumix DC-G91.

Ein Quickmenü, welches die wichtigsten Aufnahmeparameter beherbergt, gibt es dagegen bei beiden Kameras.

Unser Sieger bei den Abmessungen, der Verarbeitung und der Bedienung: Die Panasonic Lumix DC-G91.

Die Sensoren im MFT-Format lösen jeweils 20,2 Megapixel auf:

Links sehen Sie die Olympus OM-D E-M5 Mark III, rechts die Panasonic Lumix DC-G91.

Bildqualität:
Die Bildwandler zweier Micro Four Thirds-Kameras können sich technisch bedingt nicht allzu stark voneinander unterscheiden. In beiden Fällen messen die Sensoren – dem Standard entsprechend – 17,3 x 13,0mm. Die Auflösung liegt jeweils bei 20,2 Megapixel oder 5.134 x 3.888 Bildpunkten. Tiefpassfilter existieren in beiden Fällen nicht. Als Sensorempfindlichkeiten hat die DSLM von Panasonic ISO 100 bis ISO 25.600 zu bieten, die Kamera von Olympus ISO 64 bis ISO 25.600.

Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass bei der G91 alle Empfindlichkeitsstufen unterhalb von ISO 200 Erweiterungen sind. Bei der E-M5 Mark III ist ISO 64 ebenfalls eine Erweiterung, der native Bereich beginnt bei ISO 200. Weitere Zwischenwerte bietet die DSLM nicht an.

Vergleich der Bildqualität bei ISO 200 (Tag):

Die Bildqualität anhand dreier Ausschnitte im Detail:

In puncto Bildqualität sehen wir beide Kameras auf einem ähnlichen Level. Manche Details gibt die Olympus OM-D E-M5 Mark III besser wieder, manche die Panasonic Lumix DC-G91. Einen wirklich großen Unterschied kann man bei Tag jedenfalls nicht feststellen, die G91 sehen wir nur leicht im Vorteil.

Vergleich der Bildqualität bei ISO 6.400 (Nacht):

Die Bildqualität anhand dreier Ausschnitte im Detail:

Bei schlechteren Lichtverhältnissen und höheren ISO-Stufen ergibt sich ein ähnliches Bild. Da die Bilddaten intern unterschiedlich behandelt werden, lassen sich allerdings bei der Art und dem Umfang der Rauschreduzierung Unterschiede erkennen. Für beide Kameras gilt: ISO 6.400 sind nur noch mit größeren Qualitätsabstrichen verwendbar, ISO 3.200 sollte man optimalerweise nicht überschreiten.

Unsere Wertung bei der Bildqualität: Unentschieden.

Mit einem Klick auf das nachfolgende Bild gelangen Sie zu unserem Bildqualitätsvergleich:

Im zweiten Teil unseres Vergleichstests gehen wir unter anderem auf die Bildkontrolle und die Arbeitsgeschwindigkeit ein.

Links zum Artikel:

 
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