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Das Fazit zur Canon EOS 5DS R

Wer die Canon EOS 5DS R (Datenblatt) erwirbt, dürfte dies natürlich wegen ihres Bildwandlers machen. Das 36,0 x 24,0mm große Vollformat-Modell löst 50,3 Megapixel auf. 8.688 Bildpunkte sind es in der Breite, 5.792 Bildpunkte in der Höhe. Damit erreicht die Spiegelreflexkamera die Auflösung von Mittelformatkameras. In der Praxis zeigt sich dies in einer bisher noch nie von Spiegelreflexmodellen erreichten Detailwiedergabe. Die Canon EOS 5D Mark III (Testbericht) mit 22,3 Megapixel muss sich deutlich geschlagen geben, auch die Nikon D810 (Testbericht) liegt zurück.

Feinste Details lassen sich mit der EOS 5DS R auflösen , selbst starke Ausschnittsvergrößerung sind problemlos möglich. Nicht wenige Fotografen hatten aber befürchtetet, dass sich die hohe Auflösung negativ auf das Bildrauschen auswirkt. In diesem Fall können wir Entwarnung geben. Ja, das Bildrauschen ist in der 100-Prozent-Darstellung für eine Vollformatkamera vergleichsweise ausgeprägt, jedoch keineswegs problematisch. Zudem sollte man im direkten Vergleich mit anderen Digitalkameras das „Auflösungs-Plus“ nicht außer Acht lassen. Dieses erlaubt bei der 5DS R eine stärkere Rauschreduzierung. Im Vergleich zur Canon EOS 5D Mark III ist das Bildrauschen daher bis ISO 6.400 keineswegs höher, sondern bei gleicher Ausgabegröße sogar niedriger.

Selbst bei ISO 12.800, also der ISO-Erweiterung der 5DS R, kann die 5D Mark III Details nicht so gut wiedergeben. Generell bewegt sich das Bildrauschen auf einem niedrigen Niveau. Bis ISO 800 lässt es sich quasi nicht erkennen, auch bei ISO 1.600 bleibt es zu jederzeit fein. Bei ISO 3.200 tritt es dann deutlicher zutage, störend ist es aber noch nicht wirklich. Bei ISO 6.400 müssen dann größere Abstriche gemacht werden, ISO 12.800 sind durch die ISO-Erweiterung nur eine Notfall-Option. Die hohe Auflösung kommt hier bei Weitem nicht mehr zum Tragen.

Bei schlechteren Lichtverhältnissen wird das Bildrauschen bereits bei ISO 1.600 deutlicher, bei ISO 3.200 sind Abstriche nötig und ISO 6.400 sowie ISO 12.800 sind nur noch eingeschränkt nutzbar. Generell leidet die Auflösung natürlich ein wenig oberhalb von ISO 800, im Vergleich zu anderen Kameramodellen ist das Ergebnis aber immer noch als sehr gut zu bewerten.

Die Canon EOS 5DS R bietet wie erwähnt effektiv keinen Tiefpassfilter, die EOS 5DS schon. Wir können allenfalls einen sehr kleinen Unterschied zugunsten der 5DS R erkennen. Dieser ist aber erst bei starken Vergrößerungen erkennbar.

Die Fokussierung erfolgt mit der 5DS R schnell, die Serienbildrate ist dagegen eher langsam:

Der Serienbildmodus wurde bei der Canon EOS 5DS R (Geschwindigkeit) auf fünf Bilder pro Sekunde beschränkt. Dies ist vergleichsweise langsam, die Auflösung des Sensors ist aber natürlich auch sehr hoch. Die Bildverarbeitung wird daher nicht schneller erfolgen können. Die Bildrate von fünf Aufnahmen pro Sekunde wird bei JPEG solange aufrechterhalten, bis die Speicherkarte gefüllt ist. Wer im RAW-Format fotografiert, kann 14 Bilder in Folge mit höchster Geschwindigkeit festhalten, bei JPEG+RAW sind es 13 Bilder in Folge. Danach lassen sich 1,7 (RAW) und 1,3 Bilder pro Sekunde (JPEG) speichern. Diese Werte gehen für die hohe Auflösung in Ordnung.

Scharfstellen kann die Canon EOS 5DS R zusammen mit dem EF 24-70mm F4L IS USM in sehr flotten 0,16 Sekunden, wenn der Phasen-Autofokus verwendet wird. Im Liveviewmodus erreicht die Spiegelreflexkamera 0,69 Sekunden. Dieser Wert ist für bewegte Motive zu langsam, statische Motive können aber eingefangen werden. Als Auslöseverzögerung messen wir in beiden Modi gute 0,05 Sekunden. Beim Test der Einschaltzeit und der ersten Bildaufnahme nach dem Einschalten haben wir teilweise stärkere Schwankungen festgestellt. Während die 5DS R in manchen Testläufen bereits nach 1,5 Sekunden eingeschaltet war, wurden teilweise auch mehr als vier Sekunden benötigt. Bei der Wartezeit bis zum ersten Bild haben wir ebenso deutliche Unterschiede von 0,7 bis über 1,5 Sekunden gemessen. Woran dies genau liegt, konnten wir allerdings nicht herausfinden.

Farben gibt die 5DS R mit größeren Abweichungen wieder. Durch konfigurierbare Bildstile und das RAW-Format ist dies zwar kein Problem, trotzdem kann man geringere Abweichungen vom Sollwert erwarten.

Der hochauflösende Sensor macht den Einsatz besonders guter Objektive notwendig:

Ein hochauflösender Sensor stellt höhere Ansprüche an die Objektive als Modelle mit weniger Bildpunkten. Canon hat daher eine Liste herausgegeben, welche Modelle für die Canon EOS 5DS bzw. 5DS R geeignet sind. Das von uns getestete Canon EF 24-70mm F4L IS USM (Abbildungsleistung) wird von Canon als tauglich befunden. Vollformat-typisch ist die Vignettierung bei Offenblende recht stark, hier ist eine nachträgliche Korrektur nötig. Gut zu erkennen ist im Weitwinkel zudem eine starke tonnenförmige Verzeichnung. Auch hier sollte korrigierend eingegriffen werden. Die Bildschärfe fällt dagegen gut bis sehr gut aus, selbst bei Offenblende und an den Bildrändern geht die Schärfe nur in einem völlig akzeptablen Rahmen zurück. Die Ausnahme ist hier der Weitwinkelbereich in der Nähe der Naheinstellgrenze. Hier sorgt die starke Verzeichnung für eine Unschärfe außerhalb des Bildzentrums. Mit dem extra Makromodus des Canon EF 24-70mm F4L IS USM kann man ein echtes Makroobjektiv nicht ersetzen, für das ein oder andere Bild zwischendurch ist er aber gut geeignet. Als Allroundzoom mit etwas höherer Lichtstärke ist das abgedichtete Objektiv daher keine schlechte Wahl. Zudem sind ein schneller und leiser USM-Fokusmotor sowie ein optischer IS-Bildstabilisator mit an Bord.

Bei der Detailwiedergabe setzt die Vollformat-DSLR neue Maßstäbe:

Unser Fazit:
Mit der EOS 5DS R (Praxis) hat Canon eine Digitalkamera vorgestellt, deren Detailwiedergabe aktuell von keinem anderen Kameramodell in der Vollformatklasse erreicht wird. Damit ist man in der Lage, extrem hoch aufgelöste Bilder aufzunehmen, die enorm viele Details wiedergeben. Dank 50,3 Megapixel sind große Prints oder starke Ausschnittsvergrößerung kein Problem. Um die Pixel des Sensors in Bildqualität umsetzen zu können, sollten jedoch auch mehr Voraussetzungen als bei anderen Kameramodellen eingehalten werden. Die Belichtungszeit sollte man eher kürzer denn länger wählen, das Objektiv muss perfekt auf die Kamera abgestimmt sein und generell sollte man nur Objektive der höchsten optischen Güteklassen verwenden. Canon hat mit dem neuen Spiegelmechanismus und der Spiegelverriegelung allerdings auch einige Optimierungen vorgenommen, welche die beste Bildqualität ermöglichen sollen.

Beim Handling und der Bedienung bleiben keine Wünsche offen:

Dass Canon bei der EOS 5DS R (Bildqualität) auf eine Tiefpassfilterung zwecks einer besonders guten Detailwiedergabe verzichtet hat, wirkte sich in unserem Test nur geringfügig aus. Im direkten Vergleich waren bei starken Vergrößerungen gegenüber der 5DS Vorteile zu erkennen, wirklich groß waren diese aber nicht. Im Gegenzug konnten wir Moire-Artefakte allerdings auch so gut wie nicht "produzieren", weshalb dieser Nachteil der 5DS R kaum ins Gewicht fällt.

Da stärker auftretende Moire-Artefakte jedoch einen größeren negativen Einfluss auf ein Bild haben könnten und der Auflösungsvorteil in keinem Verhältnis zu diesem steht, würden wir zur Canon EOS 5DS raten. Auch damit sind hervorragende Aufnahmen möglich.

Ein solides Magnesiumgehäuse mit Abdichtungen fehlt natürlich nicht:

Abseits der Bildqualität gibt es im Vergleich zur Canon EOS 5D Mark III (Testbericht) quasi nichts Neues zu berichten. Bedienen lässt sich auch die Canon EOS 5DS R (Produktbilder) sehr komfortabel, bei den Einstellungsmöglichkeiten und Features kann man aus dem vollen Schöpfen und das Kameragehäuse bewegt sich durch den Einsatz von Magnesium und die vorhandenen Abdichtungen auf Profiniveau. Auch beim Autofokus muss man mit 61 Messfeldern, 41 Kreuzsensoren sowie diversen Optionen keine Abstriche machen. Die Videoaufnahme bewegt sich mit Full-HD-Auflösung und maximal 30 Vollbildern pro Sekunde nicht auf dem aktuellem Stand, speziell für Videos dürfte die Canon EOS 5DS (Beispielaufnahmen) aber wohl auch keiner erwerben. Diesen „negativen“ Punkt können die meisten daher getrost ignorieren.

Pro&Contra zur Canon EOS 5DS R

  • Brillante Bildqualität und Detailwiedergabe bis ISO 1.600
  • Gute bis sehr gute Bildqualität bei ISO 3.200 und ISO 6.400
  • Sehr hochwertiges Magnesiumgehäuse mit ergonomisch geformten Griff
  • Das Kameragehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt
  • Die Kamera liegt sehr gut in der Hand
  • 3,2 Zoll großes Display mit hoher Auflösung (1,04 Millionen Subpixel)
  • Sehr großer und heller optischer Sucher
  • Akzeptable Serienbildrate (im Labor: bis zu 5,0 Bilder/Sek. für 14 RAW-Bilder in Folge)
  • Schneller Autofokus (Fokussierung inkl. Auslöseverzögerung nur 0,23 Sekunden)
  • Insgesamt stehen 61 AF-Messfelder zur Verfügung (41 sind Kreuzsensoren)
  • Der Autofokus bietet extrem viele Konfigurationsmöglichkeiten und ...
  • ... arbeitet bis zu einer Offenblende von F8
  • Monochromes Kontroll-Display vorhanden
  • 1/8.000 Sekunde als kürzeste Belichtungszeit
  • Direkter Zugriff über Tasten und Wahlräder auf alle wichtigen Optionen
  • Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten im Kameramenü
  • Konfigurierbare Spiegelvorauslösung
  • Voll- und Halbautomatiken sowie manueller Belichtungsmodus vorhanden
  • Drei individuell konfigurierbare Aufnahmemodi vorhanden (C1, C2, C3)
  • Cropmodi für unterschiedliche Bildausschnitte vorhanden
  • Zwei Speicherkartenslots mit verschiedenen Speichermöglichkeiten (z.B.: Backup)
  • Zubehörschuh vorhanden
  • Speicherung der Videos mit Inter- ("IPB") und Intraframes ("ALL-I") möglich
  • Gute Bildqualität im Videomodus (siehe dazu unsere drei Beispielvideos)
  • Volle manuelle Kontrolle im Videomodus
  • Anschluss für ein externes Mikrofon (3,5mm)
  • Möglichkeit der manuellen Tonpegelung
  • USB 3.0-Port vorhanden
  • Kompatibel zu allen getesteten Speicherkarten bis 256GB
  • Zur Lexar CF Professional 1.000x UDMA7 64GB kompatibel
  • Zur 256GB Lexar Professional 600x Speed (UHS-I, Class 10) SDXC Speicherkarte kompatibel
  • Zur Lexar Professional SDHC 2.000x (300MB/Sek) UHS-II Class 10 32GB Karte kompatibel
  • Canon EF 24-70mm F4L IS USM: Gute Bildschärfe, schneller AF, Bildstabilisator, abgedichtet
  • Canon EF 24-70mm F4L IS USM: Stärkere Verzeichnung und Vignettierung
  • Videoaufnahme mit maximal 30 Vollbildern pro Sekunde bei Full-HD möglich
  • Liveview- und Videoautofokus relativ langsam
  • Display weder dreh- noch schwenkbar
  • Kein integriertes Blitzgerät vorhanden

Testurteil

Alle Urteilsgrafiken dürfen nur unverändert und mit Link auf unseren Test auf externen Webseiten verwendet werden.

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