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Praxisbericht zur Canon EOS M6

Die Canon EOS M6 (Datenblatt) fällt als kleines Schwestermodell der Canon EOS M5 (Testbericht) deutlich kompakter und auch leichter als diese aus. Mit Abmessungen von 11,2 x 6,8 x 4,5cm ist sie fast genauso groß wie die 11,1 x 6,8 x 4,4cm messende Canon EOS M3, das Gewicht liegt mit 367g zu 361g nur minimal höher. Praktisch kann man die EOS M6 daher als Nachfolgemodell der EOS M3 ansehen. Neben der EOS M5 und der EOS M10 hat Canon damit drei aktuelle spiegellose Systemkameras im Angebot. Die EOS M6 richtet sich dabei wohl an ambitionierte Einsteiger bzw. erfahrenere Fotografen, die eine kleine Kamera einsetzen möchten. Für diese Gruppe hat Canon eine Alternative zur EOS M5 geschaffen. Bei Bedarf lässt sich die DSLM per Sucher aber zur EOS M5 „verwandeln“.

Das kompakte Kameragehäuse der EOS M6 verfügt über einen gummierten Handgriff:

Aus technischer Sicht muss man gegenüber dem großen Schwestermodell nahezu keine Kompromisse eingehen. Das zierliche Gehäuse besteht wie bei der M5 aus Kunststoff, Abdichtungen gibt es keine. Die Verarbeitung ist ordentlich, der Einsatz von Magnesium statt Kunststoff würde dem Gehäuse aber noch einmal zu einem höherwertigen Eindruck verhelfen. Ein Griff gestaltet das Festhalten des Gehäuses recht komfortabel, größere Teile des Gehäuses wurden mit einer rutschhemmenden Gummierung überzogen.

Der kleine Finger hängt aufgrund der geringen Höhe leider immer in der Luft. Bei den leichten EF-M-Objektiven sehen wir diesbezüglich keine Probleme, wer die Canon EOS M6 (Produktbilder) allerdings mit einem EF-/EF-S-Objektiv und dem EOS M-Adapter kombiniert, wird ein unausgewogenes Handling feststellen. Hier ergibt der Einsatz einer DSLR mehr Sinn – Kameras dieses Typs wiegen aber deutlich mehr.

Durch die kleinen Abmessungen müssen auch die Bedienelemente klein ausfallen:

Die Bedienelemente und deren Positionen wurden bei der Canon EOS M6 (Technik) fast vollständig von der EOS M5 übernommen. Wegen des geringen Platzes musste Canon das Wählrad für die Belichtungskorrektur jedoch mit dem zweiten Einstellrad (Funktion frei konfigurierbar) auf der Oberseite kombinieren. Grundsätzlich sehen wir es zwar positiv, dass Canon kein Einstellrad weggelassen hat, das „doppelte“ Wählrad stellt aus unserer Sicht aber nur einen Kompromiss dar. Zum einen muss das Wählrad zur Belichtungskorrektur dadurch klein ausfallen, zum anderen wird beim Drehen oftmals das untere Wählrad versehentlich zugleich bedient. Das vordere Einstellrad auf der Oberseite lässt sich dagegen komfortabel drehen. Das Ziel von Canon, möglichst viele Bedienelemente auf kleinem Raum unterbringen zu können, ist also bloß zum Teil von Erfolg gekrönt. Ebenfalls nicht optimal: Die Tasten der DSLM sind allesamt recht klein geraten, das Einstellrad auf der Rückseite fällt sehr leichtgängig aus. Gut gefällt uns dagegen, dass sechs Tasten der Canon EOS M6 mit Funktionen frei belegt werden können. Effektiv sind es zwar nur fünf, weil dazu auch der Videoauslöser zählt, die zahlreichen Optionen (20 stehen pro Taste zur Wahl) müssen jedoch lobend erwähnt werden.

Über das Quickmenü der Canon EOS M6 sind viele wichtige Parameter in Reichweite:

Weitere Optionen kann man bei der Digitalkamera über das Quickmenü erreichen, dieses wird mit der Q-Taste aufgerufen. Das Hauptmenü besteht aus vier Reitern (Aufnahme, Systemeinstellungen, benutzerdefinierte Einstellungen und einem MyMenu), die jeweils noch einmal untergliedert sind. Im MyMenu lassen sich häufiger benötigte Optionen zusammenfassen, hier sind sie schneller aufzurufen.

Das Hauptmenü der Kamera besteht aus mehreren Reitern für verschiedene Einstellungen:

Fotoprogramme sind bei der Canon EOS M6 (Bildqualität) viele vorhanden: Für Anfänger gibt es eine Automatik sowie eine Hybrid-Automatik. Letztere speichert zusätzlich zu Fotos auch kurze Videos. Zudem verfügt die DSLM über einen Kreativassistent, neun Szenenprogramme („Porträt“, „Schwenken“, „HDR-Gegenlicht“, …) und acht Filtereffekte („Körnigkeit S/W“, „Ölgemälde-Effekt“, „HDR“, …). Die PSAM-Modi erlauben manuelle und halbautomatische Einstellungen, des Weiteren sind auch noch zwei Customprogramme vorhanden. Über diese lassen sich vorher abgespeicherte Einstellungen schnell abrufen. Videografen finden bei der EOS M6 zudem einen Videomodus vor. Dieser muss jedoch nur verwendet werden, wenn unter anderem manuelle Einstellungen vorgenommen werden sollen. Grundsätzlich können Videos auch mit der Record-Taste gestartet werden.

Jeder Pixel der EOS M6 besteht aus zwei Photodioden (Bildquelle: Canon):

Die Fokussierung realisiert Canon bei der EOS M6 (Geschwindigkeit) mit der Dual-Pixel-CMOS-AF-Technologie. Diese ermöglicht die Phasendetektion auf Sensorbasis, da der Bildsensor aus doppelt so vielen Photodioden wie Pixeln besteht. Die Dual-Pixel-CMOS-AF-Technologie sorgt für eine schnelle Scharfstellung und erlaubt bei bewegten Motiven eine treffsichere Schärfenachführung. AF-Feld-Optionen gibt es ein paar: Man kann sich für die automatische Messfeldwahl bzw. eine Gesichtserkennung, für die Fokussierung mit einer großen Zone sowie für das Arbeiten mit nur einem Messfeld entscheiden. Bei Letzterem lässt sich die Größe zwischen „klein“ und „normal“ wählen. Der AF+MF-Modus der Systemkamera erlaubt das automatische Vorfokussieren und danach das manuelle Eingreifen. Eine Vergrößerung per Lupe und ein Peaking machen das manuelle Scharfstellen komfortabel und präzise möglich.

Der Verschluss der Canon EOS M6 (Beispielaufnahmen) arbeitet rein mechanisch. Eine zusätzliche elektronische Lösung, die bei anderen Kameras anzutreffen ist, gibt es nicht. Dadurch lässt sich keine lautlose Aufnahme realisieren. Die möglichen Belichtungszeiten liegen zwischen 1/4000 Sekunde und 30 Sekunden, mit dem Bulbmodus kann dieser Zeitraum zudem verlängert werden. Als Belichtungsmessmethode stehen die Mehrfeld-, die Selektiv-, die mittenbetonte und die Spotmessung zur Wahl. Somit hat die Kamera das übliche Angebot zu bieten. Eine kürzeste Belichtungszeit von 1/8.000 Sekunde wäre durchaus wünschenswert, mit 1/4.000 Sekunde kann man jedoch mit Einschränkungen auskommen.

Die EOS M6 kann über den Zubehörschuh um den externen Sucher "EVF-DC2" erweitert werden:

Von besonderem Interesse sind bei der Canon EOS M6 (Technik) natürlich die Optionen zur Bildkontrolle. Den Sucher hat Canon im Gegensatz zur EOS M5 ganz bewusst weggelassen, mit dem „EVF-DC2“ wird allerdings ein gleichwertiges Modell zum Aufstecken angeboten. Der Vorteil: Gegenüber der EOS M5 lässt sich mit der M6 flexibler arbeiten. Ohne Sucher ist die DSLM besonders kompakt, mit Sucher kann man sich bei der Bildkontrolle zwischen diesem und dem LCD entscheiden. Aber was leistet der Sucher in der Praxis? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass er dem Sucher der EOS M5 technisch in nichts nachsteht. Für den Sucher mit OLED-Panel spricht auf jeden Fall das hoch aufgelöste Sucherbild mit 2,36 Millionen Subpixel.

Die Detailwiedergabe überzeugt, das Bild ist scharf. Der Sucher kann zudem mit einer Bildwiederholrate von 120 Bildern pro Sekunde punkten. Dadurch werden auch bewegte Motive flüssig wiedergegeben. Als nur durchschnittlich muss dagegen die Vergrößerung des „EVF-DC2“ beschrieben werden. Wie bei der EOS M5 fällt das Sucherbild nicht besonders groß aus, wir tippen auf einen Wert zwischen 0,6- und 0,65-facher Vergrößerung. Genaue Daten nennt Canon nicht, die Sucher der meisten spiegellosen Systemkameras sind allerdings größer.

Das 3,0 Zoll große Display lässt sich nach oben sowie unten schwenken:

Das Display der Canon EOS M6 (Datenblatt) hat Canon im Vergleich zur EOS M5 etwas verkleinert (3,0 statt 3,2 Zoll), die Auflösung fällt mit 1,04 Millionen statt 1,62 Millionen Subpixel auch etwas geringer aus. In der Praxis sind die Nachteile kleiner, als man anhand der technischen Daten meinen könnte. Das LCD der M6 eignet sich sehr gut zur Bildkontrolle. Die Diagonale ist völlig ausreichend, die mehr als 1 Million Subpixel sorgen für eine scharfe Darstellung. Zur komfortableren Einsicht kann der Fotograf oder Filmer das LCD nach unten (circa 45 Grad) und nach oben (180 Grad) schwenken. Anders als bei der EOS M5 wird das LCD für Selbstporträts somit nicht nach unten geschwenkt. Als Einschränkung muss jedoch erwähnt werden, dass sich Selbstporträts mit Blick auf das Display nur vornehmen lassen, wenn der Sucher nicht aufgesteckt wurde. Ansonsten blockiert dieser das Schwenken nach oben. Das Drehen zur Seite unterstützt die Aufhängung des LCDs nicht, große Einblickwinkel gestalten das schräge Betrachten in der Praxis aber unproblematisch. Wie bei den meisten Systemkameras von Canon üblich, verfügt auch die EOS M6 über einen Touchscreen. Dieser erkennt Eingaben fehlerfrei und ohne Verzögerung.

Die Videoaufnahme unterstützt die Canon EOS M6 (Beispielaufnahmen) in Full-HD- (1.920 x 1.080 Pixel), HD- (1.280 x 720 Pixel) und VGA-Auflösung (640 x480 Pixel). Bei Full-HD kann man sich zwischen 24 und bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde entscheiden, bei HD zwischen 25 sowie 60 Vollbildern und bei VGA zwischen 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde. Manuelle Optionen stehen in Form der Belichtungssteuerung (Blende, Verschlusszeit, ISO), der Fokussierung, des Bildstils und des Weißabgleichs zur Verfügung. Außerdem besitzt die DSLM einen Zeitraffervideomodus. Die Bildqualität der Full-HD-Aufnahmen fällt oft sehr gut aus, teilweise sind jedoch Moiré-Artefakte zu erkennen. Mit 4K-Videos anderer Kameras können die Videos natürlich nicht mithalten. Der Autofokus arbeitet dagegen auf höchstem Niveau, er stellt präzise und angenehm schnell scharf. Für die Tonaufnahme steht ein integriertes Stereomikrofon zur Verfügung, ein externes Mikrofon lässt sich per 3,5mm-Eingang anschließen. Die manuelle Tonpegelung ist ebenso möglich. Wie schon die EOS M5 hat auch die EOS M6 einen elektronischen Bildstabilisator zu bieten. Dieser minimiert Verwacklungen bei Objektiven ohne eigenen optischen Stabilisator. Der Bildausschnitt wird bei dessen Einsatz jedoch etwas kleiner.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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