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Praxisbericht zur Canon PowerShot S95

Ob und für wen sich ein Einstieg oder ein Umstieg von der Canon PowerShot S90 auf das neue Modell, also auf die Canon PowerShot S95 lohnt, lesen sie in unserem ausführlichen Praxisteil:

Technische Neuerungen und Hauptmerkmale:
Sonderlich viele technische Neuerungen hat sich Canon bei der Modellpflege zur S95 nicht einfallen lassen. Es sind vielmehr die Kleinigkeiten, die der Elektronik-Riese verbessert hat. Alles beim Alten belassen wurde beispielsweise beim Bildsensor, beim Objektiv und beim Bedienkonzept. Auch der Blitz wird immer noch motorisiert aus- und eingefahren. Das Objektiv ist ebenfalls noch das Gleiche. An der Anfangsbrennweite von 28mm (nach KB) ist es mit F2,0 sehr lichtstark, lässt aber zum Ende hin bei 105mm (nach KB) mit F4,9 stark nach. Verbessert wurde aber die Serienbildgeschwindigkeit, sie ermöglicht nun die Aufnahme von 1,9 Bildern pro Sekunde, statt 0,9 wie noch bei der Canon PowerShot S90 (Datenblatt). Videoaufnahmen können nun mit zeitgemäßen 1.280 x 720 Bildpunkten (HD-Auflösung) und Stereo-Ton erstellt werden. Ein paar Motivprogramme sind dazu gekommen. So zum Beispiel High Dynamic Range (HDR), Fischaugen-Effekt und Miniatur-Effekt. Auch die Bildformate 3:2 (im Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras weit verbreitet), sowie das 1:1 und das 4:5 Format sind neu. Die Smart Auto Funktion erkennt die Aufnahmesituation und wählt das passende aus 28 Motivprogrammen. Sehr gefragt beim ambitionierten Hobbyfotografen sind die manuellen Einstellmöglichkeiten. Hierzu werden die Programmautomatik (P), Zeitvorwahl (Tv), Blendenvorwahl (Av) und der voll manuelle Modus (M) geboten. Das HS-System, bestehend aus hochempfindlichen 10 Megapixel CCD-Sensor und DIGIC 4 Bildprozessor soll auch weiterhin für rauscharme Bilder sorgen. Die Kamera ermöglicht, wie nur wenige Kompakte, auch das Arbeiten mit dem RAW-Format.

Verarbeitung und Ergonomie:
Die Verarbeitung der Kamera ist tadellos. Auch bei kräftigem Zupacken knarzt und kracht nichts. Die Materialien und Oberflächen verleihen ein angenehm gutes Anfassgefühl. Das Moduswählrad ist im Gehäuse versenkt und somit vor ungewolltem Verstellen relativ gut geschützt. Es lässt sich jedoch etwas zu schwergängig bedienen. Das Daumenrad auf der Rückseite ist gut nutzbar, es lässt sich relativ leicht verstellen gibt aber durch ein leichtes Rasten ein gutes Feedback wider. Gleichzeitig dient es als Vier-Wege-Steuerkreuz, dessen Druckpunkte aber etwas ausgeprägter sein dürften. Sehr leichte, aber trotzdem recht gut wahrnehmbare Druckpunkte bieten alle anderen Bedientasten, die über das Gehäuse verteilt sind. Genauso verhält es sich mit den zwei Druckpunkten des Auslösers. Die Beschriftung und die Piktogramme auf den Bedienelementen sind einfach gehalten und damit sehr leicht verständlich.

Die Auflösung des Displays ist mit 461.000 Bildpunkten ausreichend gut. Die Einblickwinkel liegen ringsum bei fast 180° und sind somit hervorragend. Genauso ausgezeichnet wie Farbe, Helligkeit und der Kontrast. Eine dreh- und schwenkbarkeit des Displays erübrigt sich hierdurch schon nahezu. Einen dedizierten Videoaufnahme-Kopf gibt es leider nicht, hierzu muss der Aufnahmemodus über das Wählrad eingestellt werden. Der Blitz ist etwas unergonomisch platziert. Wird er ausgefahren gibt es Platzprobleme für den Zeigefinger der linken Hand. Eine Einhandbedienung ist zwar prinzipiell möglich, jedoch wegen des Fehlens eines ausgeformten Handgriffs nicht sehr sicher und ratsam. Die in unserem Testbericht zur Canon PowerShot S90 angemerkte „vertauschte“ Position des Ein-/Ausschalters und des Ring Func-Knopfes hat sich Canon scheinbar zu Herzen genommen. Bei der S95 sind die Positionen nun tatsächlich getauscht worden.

Bedienung und Ausstattung:
Die Bedienung gestaltet sich, wie schon bei der Canon PowerShot S90, sehr einfach und intuitiv. Über das Menü gelangt man zu den Aufnahme- und Systemeinstellungen. Sie lassen sich über das Daumenrad oder über das Steuerkreuz bequem und schnell verändern. Einen möglichst direkten und schnellen Zugriff auf die fünf für den Fotografen wichtigsten Menüpunkte lassen sich im "MyMenü" zusammenfassen. Noch schneller gelangt man an ISO, Weißabgleich, Belichtungsreihe- und Steuerung, so wie an Einzel-/Serienaufnahme und weitere Einstellungen nur über die Func/Set-Taste. Hier lässt sich dann ein Parameter über das Steuerkreuz (auf / ab) auswählen und zu gleich über Rechts / Links, oder durch Drehen des Daumenrades, verändern. Der Zoomhebel lässt die Änderung der Brennweite in neun Stufen zu. Das ist für den 3,8-fach optischen Zoom gerade ausreichend. Über das rückseitige Daumenrad lässt sich die Kamera zügig bedienen. Durch Drehen kann zum Beispiel die Belichtungskorrektur, die Verschlusszeit oder die Blende verstellt werden. Im Wiedergabemodus kann schnell durch die aufgenommenen Bilder navigiert, im Menü hingegen können die Einstellungen schnell durchgesehen werden.

Das Bedienkonzept wurde nicht geändert, was aber völlig in Ordnung geht. Der Funktionsring um das Objektiv erweist sich in den allermeisten Fällen als praktisch. Er lässt sich mit Funktionen wie beispielsweise ISO-Geschwindigkeit, Belichtungskorrektur, manueller Fokus oder auch dem Stufen-Zoom (28, 35, 50, 85 oder 105mm) belegen. Auch noch sehr praktisch: Die Ringfunktion kann abhängig vom verwendeten Aufnahmemodus konfiguriert werden. Das heißt, fotografiert man gerade im manuellen Modus (M), können dem Ring die Funktionen ISO, Tv, Av, Seitenverhältnis, i-Contrast, Zoom, Weißabgleich oder manueller Fokus zugeordnet werden. Dies funktioniert auch für die Modi Av, Tv und P.

Der Blitz wird leider auch beim neuen Modell immer noch motorisiert aus- und eingefahren. Dies hatten wir schon in unserem Testbericht zur Canon PowerShot S90 bemängelt. Erstens verringert sich die Ablagefläche für den Zeigefinger der linken Hand, wodurch ein sicherer Halt nicht mehr gewährleistet ist. Und Zweitens muss man den Blitz etwas umständlich immer über das Blitzmenü heraus- und wieder einfahren. In der Blitzautomatik fährt der Blitz selbstständig aus, was kurzzeitig irritierend ist, wenn man die Kamera zur Stabilisierung auch mit der linken Hand greift. Beim Wechsel vom Aufnahme- in den Wiedergabemodus fährt der Blitz jetzt aber auch automatisch ein, das war bei der Canon PowerShot S90 noch nicht der Fall. Die korrekte Belichtung lässt sich über das Echtzeit-Histogramm sehr einfach und effektiv kontrollieren.

Die intelligente Szeneerkennung im Automatikmodus funktioniert erstaunlich gut. Zwar liegt sie auch ab und an daneben, schlechte oder unbrauchbare Fotos gibt es bei nicht korrekt erkannter Szene aber dennoch nicht. Die HDR-Funktion konnte uns im Test nicht wirklich begeistern. Der HDR-Effekt war nur äußerst schwach sichtbar. Zudem wird empfohlen (Hinweis auf dem Kameradisplay) ein Stativ für die Aufnahme zu verwenden, was wir auf jeden Fall bestätigen können.

Das Experimentieren im manuellen Modus (M) machte viel Spaß. Abhängig von der Konfiguration des Objektiv-Funktionsrings (siehe weiter oben in diesem Praxisbericht) lässt sich mit dem Daumenrad die Blende wählen und mit dem Objektiv-Funktionsring die Belichtungszeit. Das Ergebnis sieht man live auf dem Display. Als zusätzliche Hilfestellung blendet die Kamera rechts unten im Display eine +/- -Skala ein, auf der sich erkennen lässt, ob die Aufnahme mit der derzeitigen Blenden-  und Zeitkombination zu dunkel oder zu hell wird.

Geschwindigkeit und Performance:
Wie schon erwähnt, konnte die Serienbildgeschwindigkeit noch etwas verbessert werden. Statt 0,9 Bilder pro Sekunde (Canon PowerShot S90) schafft die Canon PowerShot S95 jetzt immerhin 1,9 Bilder pro Sekunde im JPG-Format. Das ist für die Kompaktkameraklasse schon recht ordentlich. In dieser Kategorie liegen nur wenige Kameras, wie zum Beispiel die Panasonic Lumix DMC-LX5 (2,4 Bilder pro Sekunde) oder die Ricoh CX4 (5,0 Bilder pro Sekunde; CMOS Bildsensor) vorne. Im RAW Format reduziert sich die Serienbildrate auf 1 Bild pro Sekunde. Mit einer Fokussierungszeit von 0,18 Sekunden in Weitwinkelstellung und 0,29 Sekunden in Telestellung liegt die Canon PowerShot S95 ebenfalls auf einem sehr guten Niveau bei den kompakten Digitalkameras. Genauso gut ist auch die Auslöseverzögerung inklusive korrekter Fokussierung. Hier haben wir einen Wert von maximal 0,31 Sekunden gemessen. Die Aufnahmebereitschaft von Foto zu Foto konnten wir in unserem Test mit ca. 1,1 Sekunden ermitteln. Noch mehr Messwerte finde Sie auf unserer Geschwindigkeit-Seite.

Das Navigieren durch die Menüs und das Verändern der Einstellungen, genauso wie auch der Wechsel von Aufnahme- in den Wiedergabemodus und umgekehrt geht ohne nennenswerte Verzögerungen von statten.

Bildqualität und optische Leistung:
Die Rauschintensität der Canon PowerShot S95 bei JPEG und geringen ISO Empfindlichkeiten liegt in einem guten Bereich. Durch den für Kompaktkameras relativ großen 1/1,7 Zoll CCD-Bildsensor und die entsprechenden Rauschreduzierungsmaßnahmen der Kamera, ist das Rauschniveau bei ISO-Werten bis ISO 200 bei JPEG Aufnahmen relativ niedrig. Selbst bis ISO 800 sind JPEG Bilder meist noch durchaus brauchbar. Im Gegenzug gehen zwar Details in den Aufnahmen verloren, aber eine Kehrseite der Medaille muss es eben geben. Im JPEG Modus neigt die Canon PowerShot S95 bei schlechten Lichtverhältnissen im Vergleich zur Canon PowerShot S90 zur Unterbelichtung - hier ist jedoch beim dkamera.de Bildqualitätsvergleich und dieser Konstellation (S90 zu S95) Vorsicht geboten: Die S90 wurde mit Blende 5,6 getestet, die S95 hingegen wurde mit dem erneuerten Testverfahren im Automatikmodus getestet. Hinweise zum neuen Testverfahren finden Sie hier. Im RAW Format hingegen zeigt die Canon PowerShot S95 seine Besonderheiten: Vergleichen Sie hier die S90 mit der S95, fällt auf, dass im RAW Format bei ISO 80 und ISO 100 die S90 eine deutlich bessere Bildqualität als die S95 erzielt. Ab ISO 200 dreht sich der Spieß jedoch um, die S95 hat im RAW Format ab ISO 200 hingegen zwar ein wesentlich höheres Rauschaufkommen als die S90, erhält dafür die Bilddetails und die Bildschärfe aber wesentlich besser. Verschaffen Sie sich an dieser Stelle selbst eine Eindruck im dkamera Bildqualitätsvergleich.

In Weitwinkelstellung (28mm nach KB) haben wir in unserem Messlabor eine tonnenförmige Verzeichnung von ca. 1,1 Prozent errechnet. Etwas unüblich ist die ebenfalls tonnenförmige Verzeichnung in Telestellung, sie beträgt nach unseren Messwerten ca. 0,4 Prozent. Dies stellt ein durchaus gutes Ergebnis dar.

Was hingegen etwas negativ auffiel, wie auch schon bei der Vorgängerin, sind die deutlich sichtbaren chromatischen Aberrationen (blau-gelb). Sie fallen auch außerhalb des Testlabors in Alltagssituationen auf (siehe unsere Abbildungsleistung-Seite).

Positiv anrechnen muss man der Kamera wiederum die Lichtstärke (F2,0-F4,9) des Objektivs der Canon PowerShot S95. Es hat bei Situationen mit wenig Licht seine unumstritten Vorteile.

Videoeigenschaften- und Qualität:
Verglichen mit ihrer älteren Schwester, der Canon PowerShot S90, kann die Neue nun mit HD-Auflösung (1.280 x 720 Bildpunkten) und 24 Bildern pro Sekunde im Video-Modus aufwarten. Wer keine so hohe Auflösung benötigt, oder Platz auf der Speicherkarte sparen will, der kann auch in den Formaten 640 x 480 oder 320 x 240 filmen. Auch der Ton wird nun nicht mehr nur Mono sondern in Stereo aufgenommen. Das optische Zoom ist während der Aufnahme nicht nutzbar und auch die Nachführung der Schärfe beherrscht die Canon PowerShot S95 nicht. Für Filmaufnahmen hält die Canon PowerShot S95 ebenfalls ein paar Motivprogramme bereit: Farbton (eine ausgewählte Farbe beibehalten und die anderen in S/W ändern), Farbwechsel (eine ausgewählte Farbe durch eine andere ersetzen) und Miniatureffekt (oberen / unteren oder rechten / linken Rand unscharf darstellen). In dem Film-Szene-Modus „Miniatur“ kann nicht digital gezoomt und auch kein Ton aufgezeichnet werden. Außerdem werden Filme in diesem Modus nur in 5-, 10- oder 20-facher Geschwindigkeit abgespielt.
Die Bildqualität (Bildrauschen) bei guten Lichtverhältnissen können wir als gut bis sehr gut bewerten. Bei wenig Licht wird zwar Bildrauschen sichtbar, hält sich aber in durchaus akzeptablen Grenzen. Weswegen wir auch hier ein „noch gut“ vergeben können. Genau wie die Bildqualität der Videos (siehe unsere Beispielaufnahmen), ist auch die Audioqualität mit „Gut“ auszuzeichnen. Alle nötigen Frequenzanteile, die für ein harmonisches Klangbild sorgen, sind vorhanden. Das Zuschalten der Windschutz-Funktion hat in unserem Test aber keine merkliche Minderung der Windgeräusche bewirkt.

Ein Praxisbericht von:

Claus Bomba

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