Olympus OM-D E-M1 Mark II Praxisbericht

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Praxisbericht zur Olympus OM-D E-M1 Mark II

Die höherklassigen Kameramodelle von Olympus können seit jeher mit einer dank Metallgehäuse hochwertigen Verarbeitung überzeugen. Die Olympus OM-D E-M1 Mark II (Datenblatt) steht dahinter natürlich nicht zurück. Das Gehäuse wird aus Magnesium gefertigt und lässt einen an der Robustheit der Kamera zu keinem Moment zweifeln. Natürlich wurde das Gehäuse an allen wichtigen Stellen mit Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser versehen, schlechte Wetter- bzw. Umgebungsbedingungen sollte die Kamera klaglos wegstecken können. Die Frostsicherheit bis minus zehn Grad Celsius garantiert den Einsatz im Winter.

Die OM-D E-M1 Mark II besitzt ein solides Magnesiumgehäuse mit Abdichtungen:

Für eine spiegellose Systemkamera fällt die Olympus OM-D E-M1 Mark II (Produktbilder) vergleichsweise groß aus, gegenüber ihrem Vorgängermodell Olympus OM-D E-M1 (Testbericht) hat sie in der Breite und Tiefe zugelegt. Im Vergleich zu DSLR-Modellen der Profiklasse ist sie jedoch ohne Frage kompakter – und das deutlich. Die etwas größeren Abmessungen und der große Griff gestalten das Festhalten sehr komfortabel, der kleine Finger sollte nur bei großen Händen in der Luft hängen. Der Einsatz der Systemkamera ist daher auch bei Objektiven mit höherem Gewicht komfortabel. Dies liegt zudem an der großen Ablagefläche für den Daumen auf der Rückseite sowie den vorhandenen Gummierungen.

Bei den Bedienelementen wagt Olympus keine Experimente und setzt größtenteils auf die von der Olympus OM-D E-M1 bekannte Platzierung. Diese hat sich unserer Ansicht nach bewährt, und auch die E-M1 Mark II lässt sich sehr gut bedienen. Mit dem Zeigefinger erreicht man auf der Oberseite nicht nur den von einem Einstellrad umringten Fotoauslöser, sondern auch zwei frei belegbare Fn-Tasten. Eine davon hat Olympus standardmäßig als Videoauslöser vorgesehen. Auf der Rückseite erreicht der Daumen unkompliziert das zweite Einstellrad. Das macht die manuelle Belichtung oder die Belichtungskorrektur bei der Blenden- oder Zeitvorwahl komfortabel möglich.

Durch sehr viele Tasten und Einstellräder fällt die Bedienung sehr komfortabel aus:

Gut umgesetzt wurden auch die weiteren Tasten und Einstellräder: Das Programmwählrad ist bei Bedarf zu sperren, mit dem rückseitigen Schalter rechts vom Sucher wird zwischen den Parametern gewählt, die der Fotograf über die Einstellräder auf der Oberseite anpasst. Diverse weitere Eingriffsmöglichkeiten bestehen auch bei den anderen Bedienelementen. Bei bis zu neun Tasten lässt sich die Funktion je nach Wunsch vorgeben. Sofern das Steuerkreuz mit allen Richtungstasten zur Wahl des AF-Messfeldes verwendet wird, sind es noch sieben. Über weitere Tasten können bei der Olympus OM-D E-M1 Mark II (Datenblatt) der Aufnahmemodus, der Fokusmodus und die Belichtungsmessmethode schnell verändert werden. Insgesamt gesehen macht dies die spiegellose Systemkamera zu einem sehr gut zu bedienenden Modell, die manuelle Belichtung ist als Beispiel ohne Einschränkungen und sehr komfortabel möglich. Die Einstellräder wissen im Besonderen durch recht große Abmessungen und griffige Seitenflächen zu gefallen. Die Tasten sind zwar nicht gerade riesig, aber größtenteils trotzdem gut zu drücken. Der Druckpunkt des Auslösers verlangt ein etwas gefühlvolleres Bedienen, daran kann man sich allerdings gewöhnen. Sollte eine Option über die zahlreichen Tasten und Wählräder nicht direkt zu erreichen sein, steht noch das Quickmenü der Kamera zur Verfügung. Das ruft der Fotograf bei Bedarf mit der mittigen Taste des Steuerkreuzes auf der Rückseite auf.

Das Hauptmenü besteht aus sechs Oberpunkten:

Das Hauptmenü hat Olympus in sechs Oberpunkte (Aufnahme 1 und 2, Video, Wiedergabe, Anwendermenü und Einstellungen) unterteilt. Dieser Aufbau sorgt für eine gute Übersicht. Dass die Suche nach einem Parameter durchaus länger dauern kann, liegt an den vor allem im Anwendermenü fast unzähligen Optionen. Ein spezielles Custom-Menü, welches das Zusammenstellen eigener Optionen erlaubt, wäre daher durchaus sinnvoll gewesen.

Ein großes Angebot findet man auch bei den Fotoprogrammen vor. Neben einer Automatik und 28 Art-Filtern, die nochmals weiter konfigurierbar sind, kann der Fotograf bei der Olympus OM-D E-M1 Mark II (Bildqualität) die PSAM-Modi sowie drei Customprogramme nutzen. Des Weiteren steht ein eigener Videomodus zur Verfügung. Videos lassen sich jedoch auch in allen anderen Aufnahmeprogrammen mit der Record-Taste starten.

Moderne Kameras sind schon lange Modelle, die nicht nur zur „einfachen“ Fotoaufnahme geeignet sind. Mittlerweile kommt keine höherklassige Kamera ohne zusätzliche Bonusfeatures aus. Bei der Olympus OM-D E-M1 Mark II (Beispielaufnahmen) nennt sich eine davon „Hochauflösende Aufnahme“. Hier speichert die Kamera automatisch acht Bilder des Motivs mit jeweils um einen Pixel verschobenen Bildsensor. Die Aufnahmen werden zusammengerechnet und ergeben ein 50 Megapixel auflösendes Foto. Dieser Vorgang dauert rund sechs bis acht Sekunden, zur Aufnahme wird ein Stativ benötigt. Der Name „Hochauflösende Aufnahme“ passt sprichwörtlich zur Funktion, denn die damit gespeicherten Bilder zeigen deutlich mehr Details als herkömmliche Fotos. Diese Funktion ist allerdings lediglich für statische Motive geeignet, und wie bereits erwähnt sind Freihand-Aufnahmen nicht möglich.

Durch die Pro-Capture-Funktion und die hohe Bildrate lassen sich auch schnellste Motive einfangen:

Praktisch das Gegenteil zur „Hochauflösenden Aufnahme“ stellt der Pro-Capture-Modus dar. Hier speichert die spiegellose Systemkamera 60 Bilder pro Sekunde und erlaubt in einer Serie 48 Aufnahmen in Folge. Da die Kamera davon 14 Fotos vor dem Drücken des Auslösers speichert, lassen sich schnelle Situationen auf den Punkt genau einfangen. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Panasonic ermöglicht dieser Modus die Aufnahme mit voller Auflösung sowie im RAW-Format, mehr als die erwähnten 48 Bilder in Folge sind aber nicht möglich. Des Weiteren muss der elektronische Verschluss verwendet werden, und es wird keine Fokusnachführung angeboten. In der Praxis stört dies jedoch nicht. Mit etwas Planung erlaubt der Pro-Capture-Modus das Festhalten einzigartiger Momente. Daneben hat die Olympus OM-D E-M1 Mark II (Produktbilder) noch weitere Features zu bieten: Mit der HDR-Funktion speichert sie Fotos mit einem hohen Dynamikumfang, die Keystone-Korrektur erlaubt das Ausgleichen von stürzenden Linien, und die Live-Composite-Funktion ist eine Alternative zur herkömmlichen Langzeitbelichtung. Ebenso möglich: Intervallaufnahmen und verschiedene Arten von Reihenaufnahmen (Belichtung, Fokus, Art-Filter, …).

Das Autofokussystem der OM-D E-M1 Mark II arbeitet mit 121 Phasen-AF-Punkten:

Zur Fokussierung setzt Olympus – wie mittlerweile fast alle Hersteller spiegelloser Kameras – auch auf die Phasendetektion. Sie soll das Scharfstellen beschleunigen. Insgesamt stehen 121 Phasen-AF-Punkte (alles Kreuzsensoren) zur Verfügung, die einen großen Teil des Bildfeldes abdecken. Die Olympus OM-D E-M1 Mark II (Geschwindigkeit) überzeugte im Test nicht nur mit einem rasanten Autofokus, auch die Trefferquote fiel sehr hoch aus. Dafür muss der Fotograf dem Motiv aber genau folgen, und dieses darf keinen zu geringen Kontrast aufweisen. Ist Letzteres der Fall, tat sich die DSLM deutlich schwerer. So viele AF-Optionen wie andere Kameras der Profiklasse, unter anderem verschiedene C-AF-Profile, hat die Digitalkamera nicht zu bieten; es bestehen somit weniger Möglichkeiten, einzugreifen. Aus den 121 Messfeldern der Kamera lässt sich ein Feld bestimmen, der Nutzer kann sich für fünf oder neun zusammenliegende Felder entscheiden oder der E-M1 Mark II die Wahl überlassen. Man kann beispielsweise die Tracking-Empfindlichkeit einstellen und einen kamerainternen AF-Limiter verwenden. Zum Fotografieren von Personen stehen eine Gesichts- und Augenerkennung zur Verfügung, das manuelle Scharfstellen erleichtern ein Peaking und eine Lupenfunktion.

Der Verschluss arbeitet bei der Olympus OM-D E-M1 Mark II (Datenblatt) mechanisch oder elektronisch. Mit dem recht leise arbeitenden mechanischen Schlitzverschluss liegt die kürzeste Belichtungszeit bei 1/8.000 Sekunde, mit dem lautlosen elektronischen Verschluss bei 1/32.000 Sekunde. Für die höchsten Bildraten wird wie bereits erwähnt Letzterer benötigt, hier können sich unter anderem bei Kunstlicht aber störende Artefakte (Banding) zeigen. Diese sind beim auf 200.000 Auslösungen ausgelegten mechanischen Verschluss nicht zu sehen. Durch den Shutter-Shock-Effekt ergeben sich bei bestimmten Belichtungszeiten aber möglicherweise leichte Verwacklungen. Mit der Anti-Shock-Option hilft Olympus hier jedoch weiter. Die Belichtungsmessung kann wie üblich bei Olympus als Mehrfeld-, mittenbetonte, Spot-, Schatten- und Lichtermessung erfolgen.

Den elektr. Sucher kennt man vom Vorgängermodell, die Bildfrequenz wurde allerdings verdoppelt:

Den Sucher hat Olympus in Teilen von der Olympus OM-D E-M1 (Testbericht) übernommen. Gleich geblieben ist die 0,74-fache Vergrößerung, das LCD löst zudem weiterhin 2,36 Millionen Subpixel auf. Das reicht für eine scharfe Wiedergabequalität aus. Die eingeblendeten Schriften und Grafiken sind dagegen pixelig. Neu ist beim Sucher die von 60 auf 120 Bilder pro Sekunde verdoppelte Bildrate. Dadurch gibt er bewegte Motive flüssiger und realistischer wieder.

Das LCD kann komfortabel in alle Richtungen gedreht und geschwenkt werden:

Beim LCD erwartet einen nur Standardkost, wobei das Display mit einer Diagonalen von 3,0 Zoll und einer Auflösung von 1,04 Millionen Subpixel einem guten Standard entspricht. Sieht man sich die Spitzenmodelle anderer Hersteller an, wirken die technischen Daten des LCDs der Olympus OM-D E-M1 Mark II (Technik) aber doch etwas veraltet. In der Praxis ist das Display aber trotzdem sehr gut zur Bildkontrolle geeignet. Zur komfortableren Einsicht kann das LCD nach oben, unten und vorne gedreht bzw. geschwenkt werden. Große Einblickwinkel erlauben des Weiteren ein schräges Betrachten ohne Nachteile. Bei ausgeklapptem LCD gilt es jedoch zu bedenken, dass dieses eventuell die Schnittstellen verdeckt. Durch die Touchoberfläche des LCDs kann der Fotograf per Fingerzeig unter anderem schnell den Fokuspunkt wählen, im Hauptmenü funktioniert der Touchscreen dagegen nicht.

Als erste Systemkamera von Olympus unterstützt die OM-D E-M1 Mark II (Beispielaufnahmen) die Videoaufnahme in 4K-Auflösung. Dabei stehen diverse Optionen zur Wahl. Zum einen ist die Aufnahme in der 4K-Cinema-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel, bis zu 24 Vollbilder pro Sekunde) möglich, zum anderen in 4K/UHD (3.840 x 2.160 Pixel, bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde). Während die höchste Bitrate bei letzterer Auflösung bei 102Mbit/s liegt, sind es bei Ersterer 237Mbit/s. In Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) lassen sich bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde mit IPB-Codierung wählen, bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde sind mit ALL-I-Codierung möglich. Besonders hohe Bildraten zur Aufnahme von Zeitlupenvideos gibt es nicht.

Die Belichtung erlaubt die E-M1 Mark II wie die Fokussierung manuell oder automatisch, im Test arbeiteten beide Automatiken solide. Die Bildqualität der 4K-Videos fällt exzellent aus, auch feine Details löst die Kamera erstklassig auf. Die Qualität der Full-HD-Videos ist sehr gut. Für den Ton hat Olympus ein Stereomikrofon integriert, für ein externes Modell einen Mikrofoneingang (3,5mm) verbaut. Die Tonkontrolle kann per Kopfhörer erfolgen (3,5mm), alle Lautstärken lassen sich pegeln.

Ein Praxisbericht von:

Thomas Kniess

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Beispielaufnahmen Fazit

Kommentare

Hallo in die Runde! Ich ...

Hallo in die Runde!
Ich besuche Eure Vergleichsseite schon etliche Jahre. Sie hat mir schon sehr oft gut geholfen, Entscheidungen zu treffen. Dafür ein Dankeschön! Aber nun muß ich mal meckern!! Wie kann man in einem Vergleichsportal die Alpha 6300 (nur) mit dem E 16-50 ... PZ antreten lassen? Dadurch wird das Teil ja total verrissen! Bei der 6500 wiederum (nur) das 16-70. Somit kann man selbst die beiden nicht vergleichen! Ich finde, hier solltet Ihr dringend nachbessern, und auch der 6300 mal ein gutes Glas gönnen!

Schöne Grüße
M. Hahn

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