Die Sony Alpha 7-Kameras im Wandel der Zeit (Teil 1)

Vom Beginn bis zur Sony Alpha 7S II mit besonderen Video- und High-ISO-Fähigkeiten

Vor rund 10 Jahren hatte Sony mit der Alpha 7 seine erste spiegellose Systemkamera mit einem Bildwandler in Vollformatgröße angekündigt. Damit begann ein Siegeszug im Vollformat-Segment, den damals nur die wenigsten Fotointeressierten erwartet hätten. In dieser Artikel-Serie gehen wir auf alle Alpha-7-Kameras seit dem ersten Vollformatmodell ein, schauen uns deren technischen Daten an und betrachten die im Laufe der Zeit erzielten Technologie-Fortschritte. Da die Modelle der Alpha-1- und Alpha-9-Serie Weiterentwicklungen der Alpha-7-Kameras darstellen, nehmen wir zudem auch diese unter die Lupe.

Am 16. Oktober 2013 kündigte Sony seine ersten beiden spiegellosen Systemkameras mit einem Bildwandler in Vollformatgröße an. Die Sony Alpha 7 stellte das Einsteigermodell mit 24 Megapixel dar und kostete zum Marktstart 1.499 Euro, die 36 Megapixel auflösende und 2.099 Euro (jeweils UVP) teure Sony Alpha 7R richtete sich an Fotografen mit dem Wunsch nach vielen Pixeln. Ansonsten unterschieden sich beide Kameras allerdings nicht relevant.

Die Sony Alpha 7 und Alpha 7R wurden im Herbst 2013 vorgestellt:

Zu den bedeutendsten Features beider DSLMs gehörte das im Vergleich zu den damaligen Vollformatmodellen besonders kompakte und leichte Gehäuse. Klassische DSLRs der damaligen Zeit brachten teilweise doppelt so viel Gewicht auf die Waage und waren deutlich größer. In puncto Bildqualität waren bei den neuen Sony-Modellen trotzdem keine Abstriche hinzunehmen, dafür musste man mit deutlich weniger Objektiven auskommen.

Alle Vollformatkameras von Sony im Überblick:

Ende 2013 standen gerade einmal drei vollformattaugliche Sony-Objektive zur Verfügung, bis zum Sommer 2014 folgten noch eine Handvoll weiterer Modelle. Darüber hinaus konnte man mittels zweier Adapter (LA-EA3 und LA-EA4) Objektive mit A-Bajonett verwenden. Letzteres Adapter-Modell brachte als Besonderheit eine eigene Autofokus-Einheit mit Phasendetektions-AF mit.

Die Alpha 7S erweitert die Einsatzmöglichkeiten der Alpha-7-Modelle
Rund ein halbes Jahr nach der Vorstellung der ersten beiden Alpha-7-Kameras kam im Frühjahr 2014 die Sony Alpha 7S auf den Markt. Damit erweiterte Sony sein Kamera-Portfolio um ein Modell mit zwei besonderen Features: Zum einen eignete sich die Sony Alpha 7S besonders gut für die Aufnahme bei wenig Licht, zum anderen für die Aufnahme von Videos. Für beide Features war der verbaute Bildwandler von großer Bedeutung. Es handelte sich um einen Vollformatchip mit einer Auflösung von lediglich 12 Megapixel. Dieser bot eine maximale Sensorempfindlichkeit von sehr hohen ISO 409.600 und unterstützte zudem die Videoaufnahme in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde. Dies allerdings nur bei der externen Ausgabe über den HDMI-Port. Intern ließen sich – wie mit den ersten beiden Alpha-7-Modellen – Videos nur in Full-HD-Auflösung mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde aufzeichnen.

2014 kündigte Sony mit der Alpha 7S eine Kamera für High-ISO- und Videoaufnahmen an:

Die Videoqualität unterschied sich trotzdem deutlich. Durch die geringe Sensorauflösung ließen sich mit der Sony Alpha 7S Videoaufnahmen mit mehr Details und weniger Bildfehlern aufnehmen. Bei Fotoaufnahmen waren die anderen beiden Kameramodelle dagegen teilweise im Vorteil. Die zusätzlichen Bildpunkte der DSLMs (Sony Alpha 7S: 12 Megapixel, Sony Alpha 7: 24 Megapixel, Sony Alpha 7R: 36 Megapixel) waren unter anderem bei größeren Ausdrucken von Vorteil.

Gut zu wissen: Sonys erste Alpha-7-Kameras waren keine Modelle, die sich an Sport- oder Actionfotografen gerichtet haben, sondern eher an Reportage- oder Landschaftsfotografen. Das lag an den damals verwendeten Kontrast-AF-Systemen. Diese konnten bei statischen Motiven zwar kurze Fokussierzeiten erreichen, lagen bei bewegten Motiven aber doch deutlich hinter AF-Systemen mit Phasenerkennung zurück.

Die zweite Generation wird verbessert
Sony erkannte diesen Nachteil allerdings schnell und brachte bereits ein Jahr später in Form der Alpha 7 II das erste Modell mit zusätzlichen Phasen-AF-Pixeln auf den Markt. Beim zweiten Einsteigermodell mit Vollformatchip wurden zudem noch eine Reihe weiterer Verbesserungen umgesetzt. Dazu gehörte auch ein im Kameragehäuse integrierter Bildstabilisator. Damit war Sony Alpha 7 II in der Lage, Bewegungen in bis zu fünf Achsen bei jedem Objektiv auszugleichen.

Die Sony Alpha 7 II kam nur ein Jahr nach der Alpha 7 auf den Markt:

Optimierungen wurden zudem am Gehäuse vorgenommen. Dieses fiel im Vergleich zur ersten Generation etwas größer und schwerer aus, ein ergonomisch geformter Griff verbesserte jedoch das Handling. Allgemein gilt es anzumerken, dass Sony im Laufe der Zeit immer wieder auf das Feedback der Kamera-Käufer gehört hat und gewünschte Verbesserungen bei neuen Modellen (zumindest teilweise) umgesetzt wurden.

Auch die 2015 vorgestellte Sony Alpha 7R II brachte mehrere Verbesserungen mit:

Nur wenige Monate nach der ersten Kamera der zweiten Generation erschien mit der Sony Alpha 7R II bereits das zweite verbesserte Modell. Bei dieser verwendete Sony das Gehäuse der Sony Alpha 7 II und brachte noch eine Reihe weiterer Neuerungen mit. Dazu gehörte auch ein neuer Bildwandler. Dieser löste mit 42,2 Megapixel nicht nur etwas höher als bei der Sony Alpha 7R auf, es handelte sich auch um das erste rückwärtig belichtete Vollformatmodell. Dadurch konnte Sony die Lichtempfindlichkeit erhöhen und die Bildqualität bei höheren Sensorempfindlichkeiten verbessern.

Als weitere wichtige Neuerung verfügte die DSLM über einen verbesserten Autofokus. Durch 399 Phasen-AF-Pixel stand auch bei bewegten Motiven ein in aller Regel gut funktionierender AF zur Verfügung. Aufnahmen aus der Hand waren wegen des integrierten Bildstabilisators zudem noch besser möglich und bei Videos machte die DSLM mit der 4K-Auflösung eine sehr gute Figur.

Die Sony Alpha 7S II unterstützte die interne 4K-Aufnahme:

Alle Vorteile des neuen Gehäuses und des beweglichen Sensors brachte darüber hinaus die im Herbst 2015 vorgestellte Sony Alpha 7S II mit. Daneben war die Kamera in der Lage, Videos nun auch intern in 4K-Auflösung (bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde) aufzuzeichnen. Ein externer Rekorder war daher nur noch für die höchstmögliche Bildqualität (4:2:2 statt 4:2:0) notwendig.

Im zweiten Teil unseres Rückblicks schauen wir uns die Kameramodelle von der Alpha 7R III bis zur Alpha 7C an.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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