Von der Allroundkamera Alpha 7R III bis zur kompakten Alpha 7C
Nachdem wir im ersten Teil unserer dreiteiligen Artikel-Serie auf die ersten Kameramodelle der Alpha 7-Reihe bis zur Alpha 7S II eingegangen sind, schauen wir uns in diesem zweiten Teil die Modelle von der Alpha 9 bis zur Alpha 7C an. Mit den von 2017 bis 2020 vorgestellten Kameras konnte Sony den Führungsanspruch in der spiegellosen Klasse weiter festigen.
2016 war das erste Jahr, in dem Sony keine neue DSLM mit Vollformatchip auf den Markt gebracht hat. Nach sechs neuen Modellen in nur drei Jahren gab es dafür auch keinen triftigen Grund. 2017 folgte im Frühjahr mit der Sony Alpha 9 dann ein Paukenschlag: Damit griff das japanische Unternehmen nicht nur die Mittel- und Oberklassemodelle der etablierten Hersteller an, sondern auch deren Profimodelle. Dafür wurden wesentliche Veränderungen vorgenommen.
Neben einem nochmals vergrößerten Gehäuse bekam die Kamera einen zusätzlichen Joystick und weitere Bedienelemente spendiert. Darüber hinaus verbaute Sony zum ersten Mal zwei SD-Speicherkartenslots und verwendete einen deutlich leistungsstärkeren Akku (2.280mAh vs 1.020mAh). Durch diese Verbesserungen konnte ein deutlicher Komfortgewinn erzielt werden und war die Alpha 9 für professionelle Einsätze interessanter.
Ebenso wichtige Bausteine waren der neue Bildwandler und der neue Bildprozessor. Die Sony Alpha 9 wurde als erste Vollformatkamera mit einem Stacked-CMOS-Sensor ausgestattet. Dieser unterscheidet sich von herkömmlichen Sensoren durch einen zusätzlichen DRAM-Cache und kann wesentlich schneller ausgelesen werden. Dadurch konnte Sony die Bildrate auf 20 Aufnahmen pro Sekunde anheben und einen Autofokus auf Spitzenniveau realisieren.
Die neue Sensortechnologie ermöglichte zudem den nahezu uneingeschränkten Einsatz des elektronischen Verschlusses. Dadurch ließ sich ein ununterbrochenes Sucherbild bei Serienaufnahmen realisieren. Obendrein verfügte die DSLM als erstes Modell der Alpha-Serie über einen Sucher mit 3,69 Millionen Subpixel und zwei Speicherkartenslots (davon ein schneller UHS-II-Slot).
Einen Teil der eingeführten Neuerungen ließ Sony auch der im Herbst 2017 vorgestellten Alpha 7R III zukommen. Diese verwendete als Basis den mit der Alpha 7R II vorgestellten 42,2 Megapixel auflösenden Vollformatchip. Das Gehäuse der Alpha 9 sorgte jedoch für ein besseres Handling und der Sucher sowie die beiden Speicherkartenslots waren ebenso ein deutlicher Schritt nach vorne. Im Frühjahr 2018 gab es in Form der Sony Alpha 7 III einen weiteren Transfer der Technik in die Einsteigerklasse. Das Wort "Einsteiger" war damals wie heute allerdings schon etwas untertrieben, denn mit zehn Bildern pro Sekunde sowie einem sehr leistungsfähigen Autofokus konnte sich die DSLM sogar gegen höherklassige Modelle der Konkurrenz durchsetzen. Und das zu einem deutlichen geringeren Preis (2.299 Euro UVP). Abstriche waren im Vergleich zur Alpha 7R III nur beim Bildwandler (24 statt 42,2 Megapixel) und dem Sucher (2,36 Millionen Subpixel statt 3,69 Millionen Subpixel) notwendig.
2019 steigerte Sony mit seiner neuen High-Res-Kamera die Auflösung von Vollformatmodellen in neue Sphären. Die Alpha 7R IV brachte als erstes Modell einen 60 Megapixel auflösenden Vollformat-Chip mit. Dadurch waren Aufnahmen möglich, die in puncto Detailwiedergabe durchaus mit Mittelformatmodellen verglichen werden konnten. Zudem verfügte die DSLM als erste Kamera der Alpha-7-Serie über ein neues Gehäuse mit nochmals größerem Griff und einen hochauflösenden Sucher mit 5,76 Millionen Subpixel.
Im Jahr 2020 wendete sich Sony wieder der 7S-Reihe zu und stellte eine für die damalige und auch noch heutige Zeit exzellent ausgestattete „Videokamera“ vor. Besonders beeindruckend war bei der Alpha 7S III vor allem die 4K-Aufnahme mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde. Dadurch konnten selbst bei der ultrahochauflösenden Auflösung bis zu fünffache Zeitlupen aufgenommen werden. Hohe Bitraten, niedrige Kompressionen und zahlreiche Video-Optionen hielten ebenso Einzug in die Alpha-Modelle. Damit sich diese realisieren ließen, brachte die Alpha 7S III als erste Kamera von Sony zudem Slots für CFexpress-Speicherkarten mit. Dank Kombi-Slots war der Einsatz von SD-Karten aber weiterhin möglich. Ein Update erhielt bei der Alpha 7S III zudem das Menü.
Eine ganz andere Zielgruppe sprach die ebenfalls 2020 vorgestellte Sony Alpha 7C an. Diese besaß ein besonders kompaktes Kameragehäuse und ein von den APS-C-Modellen bekannten, im Gehäuse integrierten Sucher. Verzichten musste man jedoch auf ein großes Sucherbild, einen Joystick und besonders viele Bedienelemente. Der Bildwandler und die weiteren Aufnahmefunktionen entsprachen jedoch größtenteils der Alpha 7 III. Dies machte die Alpha 7C zu einer durchaus ansprechenden Systemkamera.
Im dritten Teil unserer Artikelserie schauen wir uns die Kameramodelle ab der Sony Alpha 1 an und blicken in die Zukunft.
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