Samsung NX1 und Canon EOS 7D Mark II im Vergleich (Teil 2)

Teil 2 von 3: Duell der (Semi-)Profi-APS-C-Kameras von Samsung und Canon


Links sehen Sie die Samsung NX1, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Nachdem wir im ersten Teil des Vergleichstests der Samsung NX1 und der Canon EOS 7D Mark II die Abmessungen, die Bildqualität und die Standardobjektive verglichen haben, gehen wir nun auf das Objektivangebot, die Bildkontrolle und den Autofokus ein.

Standardobjektive:
Erst vor relativ kurzer Zeit in das Programm genommen wurden bei Samsung die Objektive der S-Serie, namentlich das Samsung NX 16-50mm F2-2,8 S ED OIS und das Samsung NX 50-150mm F2,8 S ED OIS. Diese zeichnen sich durch eine sehr hochwertige Verarbeitung, eine Abdichtung gegen Staub sowie Spritzwasser und eine hohe Lichtstärke aus. Das Samsung NX 16-50mm F2-2,8 S ED OIS deckt 24,6 bis 77mm Brennweite (KB-äquivalent) ab und hat eine überdurch schnittlich große Blendenöffnung von F2 bis F2,8 zu bieten. Es stellt schnell und sehr leise scharf und besitzt einen optischen Bildstabilisator.

Brennweitenvergleich der Standardobjektive in Weitwinkelstellung:

Brennweitenvergleich der Standardobjektive in Telelstellung:

Das Pendant dazu ist bei Canon das EF-S 17-55mm F2,8 IS USM. Es gehört zwar nicht zur L-Serie, ist aber trotzdem zu den hochwertigen Objektiven zu zählen. Die Brennweite liegt bei kleinbildäquivalenten 27 bis 88mm, die Lichtstärke durchgängig bei F2,8. Auch das EF-S 17-55mm F2,8 IS USM besitzt einen schnellen und leisen Fokusmotor, ebenso ist ein optischer Bildstabilisator vorhanden.

Bei der Abbildungsleistung schwächelt das Samsung NX 16-50mm F2-2,8 S ED OIS bei Offenblende im Weitwinkelbereich ein wenig. Hier fällt die Schärfe am Bildrand teilweise ab. Auf das Canon EF-S 17-55mm F2,8 IS USM trifft dies jedoch auch zu, das NX 16-50mm F2-2,8 S ED OIS kann im direkten Vergleich zudem auch noch um eine Stufe abgeblendet werden.

Unsere Wertung bei den Stanardobjektiven: Die Samsung NX1 mit dem NX 16-50mm F2-2,8 S ED OIS.

Die NX1 und die EOS 7D Mark II jeweils mit einem lichtstarken Standardzoom ausgestattet:

Links sehen Sie die Samsung NX1, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Objektivangebot:
Beim Objektivangebot stehen sich natürlich zwei etwas ungleiche Systeme gegenüber. Canon bietet seit Ende der 1980er Jahre Objektive für das EF-Bajonett an. Das Portfolio ist seitdem stetig gewachsen und mit den EF-S-Objektiven gibt es seit über 10 Jahren mittlerweile auch speziell nur für APS-C-Kameras geeignete und optimierte Modelle. Samsung bietet seit gut fünf Jahren NX-Objektive für seine NX-Kameras an. Der Blick auf die verfügbaren Objektive zeigt dies sehr deutlich. Während für das NX-Bajonett 15 Objektive erhältlich sind, lassen sich für das EF-Bajonett mehr als viermal so viele Objektive erwerben.

Zwar bieten beide Systeme die wichtigsten unterschiedlichen Objektivtypen, wie ein Ultraweitwinkel-, ein Makro- und ein Teleobjektiv, die Auswahl ist beim EF-/EF-S-Bajonett aber deutlich größer. So findet man in Samsungs NX-System aktuell kein Objektiv über kleinbildäquivalenten 300mm Brennweite, nur ein Objektiv mit einer Blendenöffnung von F1,4 und auch kein lichtstarkes Ultraweitwinkelobjektiv. Zur besonders hochwertigen S-Serie gehören aktuell zudem nur zwei Objektive. Dies ist natürlich nur der Ist-Zustand, welche Entwicklungen es zukünftig geben wird, ist kaum abzusehen. Für das NX-System befindet sich beispielsweise ein 300mm-Objektiv mit einer Lichtstärke von F2,8 in der Entwicklung.

Auch bei den Objektiven, die von Drittherstellern angeboten werden, gibt es eine deutlich höhere Anzahl für das EF/EF-S-Bajonett. Somit lässt sich bei der Canon EOS 7D Mark II oftmals eine preiswerte Alternative erwerben.

Unser Sieger beim Objektivangebot: Die Canon EOS 7D Mark II.

Aktuell bietet Samsung in seiner S-Premium-Serie nur zwei Objektive an:

Die Samsung NX1 mit dem NX 16-50mm F2-2,8 S ED OIS und dem NX 50-150mm F2,8 S ED OIS.

Geschwindigkeit:
Beide in diesem Vergleich antretenden Digitalkameras wollen mit einer sehr hohen Arbeitsgeschwindigkeit überzeugen. Bei der Serienbildrate gehören sie daher zu den schnellsten Kameramodellen überhaupt. Die Samsung NX1 hält in jedem Bildformat hervorragende 15 Bilder pro Sekunde fest, die Canon EOS 7D Mark II erreicht immer noch sehr gute zehn Bilder pro Sekunde. Dass die NX1 genau 50 Prozent mehr Bilder pro Sekunde speichern kann, ist allerdings ein deutlicher Vorteil. Bei der Anzahl der Aufnahmen in Folge ergibt sich dann ein etwas anderes Bild. Hier wird die Canon EOS 7D Mark II bei JPEGs und mit einer sehr schnellen Speicherkarte überhaupt nicht ausgebremst und hält die Bildrate quasi unbegrenzt aufrecht. Bei der Samsung NX1, die allerdings auch 15 Bilder pro Sekunde in den Speicher „schaufelt“, sind 75 JPEG-Bilder in Folge möglich. Danach werden nur noch deutlich langsamere 4,4 Bilder pro Sekunde festgehalten. Ein größerer Unterschied ergibt sich auch bei eingestelltem RAW-Format. Die EOS 7D Mark II hält die höchste Serienbildrate für 36 Aufnahmen in Folge aufrecht, bei der NX1 sind nur 22 Bilder in Folge möglich. Wer JPEG+RAW-Aufnahmen speichern möchte, erhält bei beiden Kameras dann allerdings genau gleiche 20 Aufnahmen in Folge. Hier gibt es also keinen Unterschied.

Beim Fokussieren erreichen beide Systemkameras sehr überzeugende Werte. Die Samsung NX1 stellt in 0,17 Sekunden scharf, die 7D Mark II in 0,15 Sekunden. Dies gilt bei der 7D MK II wohl gemerkt für den herkömmlichen Phasen-AF und damit nur beim Blick durch den Sucher. Im Liveview-Modus vergehen 0,30 Sekunden – und damit genau doppelt so viel Zeit wie bei der NX1. Eingeschaltet ist die 7D Mark II in 1,51 Sekunden, bei der NX1 messen wir 1,09 Sekunden. Die Zeit bis zum ersten Bild nach dem Einschalten fällt mit 0,72 Sekunden (Canon EOS 7D Mark II) zu 0,62 Sekunden (Samsung NX1) dann wieder relativ gleich aus.

Unser Sieger bei der Geschwindigkeit: Die Samsung NX1.
Mit Ausnahme der Bildanzahl in Folge liegt die NX1 jeweils vor der Canon EOS 7D Mark II.

Bei der Bildkontrolle kann man sich zwischen einem Sucher und einem LCD entscheiden:

Links sehen Sie die Samsung NX1, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Bildkontrolle:
Immer, wenn ein elektronischer Sucher mit einem optischen Sucher verglichen wird, fließt die subjektive Meinung mit ein. Ein Teil der Fotografen will auf einen optischen Sucher nicht verzichten, der andere Teil findet elektronische Sucher deutlich besser oder mindestens gleichwertig. Objektiv gesehen haben beide Vor- und Nachteile zu bieten. Der große Vorteil eines elektronischen Suchers ist natürlich, dass alles, was auf dem Display angezeigt wird, auch im Sucher angesehen werden kann. Das Kameramenü lässt sich bei Modellen mit elektronischem Sucher daher auch im Sucher ablesen, das Histogramm kann kontrolliert werden oder auch bei der Videoaufnahme lässt sich durch den Sucher blicken. Zudem wird das manuelle Fokussieren beim Vorhandensein einer Fokuslupe sowie eines Fokuspeakings enorm vereinfacht. Die Detailwiedergabe elektronischer Sucher ist – zumindest wenn es sich um ein hoch auflösendes Modell wie bei der NX1 handelt – sehr gut, auch bei Schwenks bleibt das Bild flüssig. Im Dunkeln kann ein elektronischer Sucher das Motiv deutlich heller darstellen als es in der Realität ist. Natürlich kann der Sucher dann aber ein Rauschen zeigen oder nicht mehr ganz so flüssig wirken. Die Samsung NX1 besitzt einen überzeugenden Sucher mit 2,36 Millionen Subpixel und einem großen und hellen Sucherbild. Bei wenig Licht fällt dessen Bildrate aber ab. Zudem stockt das Sucherbild beispielsweise, wenn der Pufferspeicher bei der Serienaufnahme gefüllt ist. Dies kann das Verfolgen eines Motivs deutlich erschweren.

Zu den Vorteilen eines optischen Suchers gehört der nicht existente Stromverbrauch und die zu jederzeit "natürliche sowie flüssige Darstellung". Besonders bei Einsteigermodellen ist das Sucherbild jedoch meistens klein und gibt nicht zu 100 Prozent das aufgenommene Motiv wieder. Bei der Canon EOS 7D Mark II ist dies allerdings nicht der Fall. Deren Sucher erlaubt zudem diverse Einblendungen, auch wenn diese nicht die Fülle der NX1 erreichen. Wer Videos aufnehmen möchte, kann dies bei der EOS 7D MK II natürlich nur über das Display. Der optische Sucher bleibt durch den hochgeklappten Spiegel schwarz. Ein echter Sieger lässt sich bei diesen unterschiedlichen Vor- und Nachteilen nur schwer küren. Wie bereits erwähnt, kommt es auf die eigenen Wünsche an.

Nur das Display der NX1 lässt sich nach oben und unten klappen:

Samsung NX1.

Beim Display setzen beide Digitalkameras auf hochauflösende Modelle mit jeweils knapp 1,04 Millionen Subpixel im 3:2-Format. Größere Unterschiede gibt es allerdings bei den weiteren Daten. Das LCD der Canon EOS 7D Mark II ist fest verbaut und lässt sich daher weder klappen noch drehen. Bei der Samsung NX1 kann man das Display um genau 90 Grad nach oben klappen, nach unten sind etwas weniger als 45 Grad möglich. Die Bildkontrolle ist bei der NX1 in manchen Situationen daher komfortabler. Die Einblickwinkel beider Displays sind groß. Trotzdem kann uns ein Klappdisplay mehr als ein fest verbautes Modell überzeugen.

Per Touch kann man die NX1 auch bedienen:
Samsung NX1.

Ein weiterer Unterschied ist das bei der NX1 vorhandene Touchscreen. Dieses arbeitet sehr präzise und erlaubt das Setzen des Fokuspunktes, das Bedienen von Touchtasten oder auch das Auslösen per Fingerzeig. Bei der EOS 7D Mark II muss auf derlei Features komplett verzichtet werden. Natürlich will nicht jeder ein Touchscreen verwenden, in diesem Fall kann man es jedoch auch abschalten. Von Nachteil ist ein Touch-LCD daher sicherlich nicht.

Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Samsung NX1. Ein Unentschieden vergeben wir beim Sucher, beim Display hat die NX1 unserer Meinung nach mehr zu bieten.

Die 7D Mark II wiegt 1.475g (mit Objektiv) und ist 222g schwerer als die NX1 (mit Objektiv):

Links sehen Sie die Samsung NX1, rechts die Canon EOS 7D Mark II.

Autofokus:
Spitzenmodelle mit größeren Ambitionen, müssen natürlich auch einen besonders guten Autofokus besitzen. Die Fokussierung erfolgt bei der Samsung NX1 mit der Kontrastmessung und der Phasendetektion. Hybrid-AF nennt sich diese Kombination. Scharfgestellt wird dabei allein auf Sensorbasis. Hier befinden sich spezielle Phasendetektionspixel. Die NX1 kann auf 205 Phasenerkennungs-Messfelder zurückgreifen, 153 in der Bildmitte arbeiten mit Kreuzsensoren. Zudem kann die spiegellose Systemkamera auch 209 Kontrastmessfelder verwenden.

Die EOS 7D Mark II verwendet zum Scharfstellen ein Fokusmodul mit 65 Kreuzsensoren. Beim mittigen Fokussensor handelt es sich dabei sogar um einen Doppelkreuzsensor mit einer erhöhten Präzision, sofern ein Objektiv mit einer Lichtstärke von F2,8 oder besser verwendet wird. Scharfstellen kann die 7D Mark II bis zu einer Offenblende von F8.

Während der Videoaufnahme und im Liveview-Modus, wenn der Spiegel also heraufgeklappt ist, wird per Phasendetektion und Kontrastmessung scharfgestellt. Dies erlaubt ein aus 40 Millionen Photodioden bestehender Bildsensor. Zum Fokussieren werden zwei Photodioden parallel ausgelesen und zur Aufnahme eines Bildes „zusammengeschaltet“. Am Rand des Bildsensors ist die Phasendetektion nach dieser Methode nicht möglich, weshalb hier die übliche Kontrastmessung verwendet wird.

Die Canon EOS 7D Mark II bietet sehr viele Autofokusoptionen:

Canon EOS 7D Mark II.

Einen sehr großen Unterschied gibt es bei den AF-Optionen. Während sich bei der Samsung NX1 lediglich der Fokusmodus (Einzel-AF, kontinuierlicher AF und aktiver AF), der Modus zur Messfeldwahl (Multi-AF, Auswahl-AF, Gesichtserkennungs-AF und Selbstporträt-AF) und die Größe des AF-Feldes (vier Größen möglich) wählen lassen, bietet die Canon EOS 7D Mark II extrem viele Möglichkeiten bei der Konfiguration. So lassen sich in sechs sogenannten „Cases“ AF-Einstellungen für verschiedene Situationen abspeichern. Hier können die AI-Servo-Reaktion, die Nachführbeschleunigung und die AF-Feld-Nachführung jeweils einzeln angepasst werden. Ebenso viele Optionen gibt es bei den Fokusmessfeldern. Neben der alle Felder abdeckenden automatischen AF-Feld-Wahl können auch verschiedene Zonen sowie ein besonders für kleine Motive gedachter Spot-AF verwendet werden. Dadurch kann die Canon EOS 7D Mark II deutlich besser an verschiedene Situationen angepasst werden.

Bei unserem AF-Test, bei dem sich ein Motiv stetig auf die Kamera zu bewegt und damit kontinuierlich verfolgt werden muss, liegen beide Modelle in etwa auf einem Niveau – mit allenfalls leichten Vorteilen für die Canon EOS 7D Mark II. Bei weniger kontrastreichen Motiven hat die spiegellose Systemkamera allerdings etwas mehr Probleme beim Scharfstellen als die Canon EOS 7D Mark II. Dass sich bei Letzterer ein Messfeld um „unterstützende“ Felder erweitern lässt, ist in der Praxis zudem auf jeden Fall ein Vorteil.

Unser Sieger beim Autofokus: Die Canon EOS 7D Mark II.

Im dritten und letzten Teil des Duells der Samsung NX1 und der Canon EOS 7D Mark II gehen wir auf die Funktionen und Features, die Videoaufnahme und die Schnittstellen ein. Zudem ziehen wir ein Fazit.

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