Sony Alpha 7S III und Sony Alpha 7S II im Vergleich

Die Unterschiede der Video- und Low-Light-Spezialisten im Detail

Mit der Alpha 7S III hat sich Sony seit der Vorstellung der Alpha 7S II viele Jahre Zeit gelassen. Demensprechend groß ist der Schritt von der alten zur neuen Kamera. Wir schauen uns beide Modelle in folgendem Artikel detailliert an und gehen auf die wichtigsten Unterschiede der spiegellosen Systemkameras ein.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Sony Alpha 7S III
Datenblatt der Sony Alpha 7S III
Datenblatt der Sony Alpha 7S II
Testbericht der Sony Alpha 7S II

Unterschied 1: Der Sensor
Die Bildwandler der Sony Alpha 7S III und Alpha 7S II unterscheiden sich auf den ersten Blick nur wenig. In beiden Kameras ist ein 35,6 x 23,8mm großer Vollformat-Chip mit einer Auflösung von 12 Megapixel (4.240 x 2.832 Pixel) verbaut. Abseits davon haben beide Chips aber nicht viel gemeinsam. Beim Sensor der 7S III handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung, die rückwärtige statt der frontseitigen Belichtung der Pixel erlaubt eine höhere Lichtausbeute und ermöglicht eine schnelle Auslesegeschwindigkeit. Im Vergleich zur 7S II kann der Sensor der 7S III doppelt so schnell ausgelesen werden, der Rolling Shutter-Effekt soll laut Sony dreifach reduziert worden sein. Den Sensorempfindlichkeitsbereich hat Sony zudem nach unten erweitert, der Basis-Wert liegt jetzt bei ISO 80 statt ISO 100. Mittels der Erweiterungen sind zudem nun ISO 40 statt ISO 50 möglich. Nach oben gibt es mit ISO 102.400 bzw. ISO 409.600 (über Erweiterungen) dagegen keinen Unterschied.

Der Sensor der Alpha 7S III ist rückwärtig belichtet und kann deutlich schneller ausgelesen werden:

Unterschied 2: Bildprozessor und Serienaufnahme
Damit die Alpha 7S III mit der gesteigerten Datenmenge umgehen kann, wurde ein neuer Bionz XR-Prozessor verbaut. Dieser besteht aus zwei Einzelprozessoren, zusammen erreichen diese eine 8-mal höhere Rechenleistung. Das macht unter anderem die von fünf auf zehn Bilder pro Sekunde erhöhte Bildrate bei Serienaufnahmen möglich. Hier wird natürlich das AE- und AF-Tracking angeboten. Zudem spricht Sony von einer verbesserten Farbwiedergabe und einem verbesserten Weißabgleich. Bilder lassen sich mit der 7S III des Weiteren nicht nur als herkömmliches JPEG oder als RAW speichern, das geht auch im „HEIF“-Format.

Die Bildprozessoren der 7S III verarbeiten Daten bis zu 8-mal schneller:

Unterschied 3: Der Autofokus
Besonders gut lässt sich der große Unterschied zwischen den Kameragenerationen beim Autofokus erkennen. Die Alpha 7S II nutzt zum automatischen Scharfstellen nur einen Kontrast-AF mit 169 AF-Punkten, dieser arbeitet ab -4 EV. Die Alpha 7S III verfügt über einen Hybrid-AF mit 759 Phasen-AF- und 425 Kontrast-AF-Messfeldern. Erstere decken 92 Prozent der Sensorfläche ab, der Hybrid-AF arbeitet schon ab deutlich dunkleren -6 EV. Einen Augen-AF haben beide Kameras zu bieten, die 7S III erlaubt dessen Einsatz aber auch bei Videos. Zudem unterstützt die neue Kamera das Echtzeit-Tracking. Durch den Hybrid-AF und wesentlich neuere Fokus-Algorithmen soll die 7S III bewegte Motive wesentlich besser einfangen können.

Unterschied 4: Sucher und Display
Beim elektronischen Sucher der Alpha 7S III nutzt Sony ein OLED-Panel mit besonders hoher Auflösung. Mit 9,44 Millionen Subpixeln hat sich die Auflösung gegenüber dem Sucher der Alpha 7S II (2,36 Millionen Subpixel) vervierfacht, die Bildrate fällt mit 120 Bildern pro Sekunde zudem doppelt so hoch aus. Vorne liegt die 7S III zudem in puncto Vergrößerung. Die 7S II kommt hier auf einen Vergrößerungsfaktor von 0,78, die 7S III auf 0,9.

Das Display der Alpha 7S III ist dreh- und schwenkbar konstruiert:

Das Display der Alpha 7S II lässt sich nur schwenken:

Das Display der Sony Alpha 7S III fällt mit einer Diagonalen von 3,0 Zoll so groß wie beim Vorgängermodell aus, die Auflösung bewegt sich mit 1,44 statt 1,23 Millionen Subpixel leicht darüber. Ein großer Unterschied ergibt sich bei der Konstruktion der Aufhängung. Das Panel der 7S II können Kamerabesitzer „nur“ nach oben und unten schwenken, bei der 7S III hat sich Sony für eine dreh- und schwenkbare Lösung entschieden. Dadurch ist es auch Personen vor der Kamera möglich, sich zu sehen. Das gilt natürlich für Fotos wie Videos. Gerade Videografen wird diese Änderung erfreuen. Des Weiteren hat sich Sony für die Integration eines Touchscreens entschieden, dessen Funktion steht in allen Menüs zur Verfügung.

Beim Gehäuse der Alpha 7S III hat Sony auf eine besonders gute Wärmeableitung geachtet:

Unterschied 5: Die Videoaufnahme
Schon die Alpha 7S II war eine speziell für Videos optimierte Kamera, für die 7S III gilt das ebenso. Da sich die Video-Spezifikationen im Laufe der Jahre verbessert haben, hat die neue Alpha-DSLM jedoch deutlich mehr als die 7S III zu bieten. Zum einen konnte die Bildrate in 4K-Auflösung von 30 auf 120 Vollbilder pro Sekunde angehoben werden. Die 7S III unterstützt in dieser Auflösung daher auch Zeitlupenaufnahmen. Noch höhere Bildraten sind in Full-HD möglich, statt den 120 Vollbildern pro Sekunde der 7S II schafft die 7S III bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde. Abseits der höheren Bildraten hat die DSLM aber noch mehr zu bieten.

Neben dem bereits angesprochenen besseren Autofokussystem sind vor allem die höheren Belichtungsreserven dank 10bit Farbtiefe und 4:2:2 Farbsubsampling zu nennen. Die 7S II kommt intern nur auf 8bit und 4:2:0. Extern erreicht sie über HDMI 8bit und 4:2:2, die 7S III setzt sich mit der 16bit RAW-Aufnahme (max. 60p) davon wieder deutlich ab. Des Weiteren hat Sonys neues Modell die Aufnahme mit H.265- oder mit Intraframe-Kompression zu bieten. Dadurch lassen sich kleinere Datenmengen oder besonders hochqualitative Aufnahmen erzielen. Als weiterer Vorteil ist die unlimitierte Aufnahme zu nennen. Zum einen gibt es kein Limit von 29 Minuten und 59 Sekunden, zum anderen soll die Kamera unabhängig von den gewählten Einstellungen nicht überhitzen. Letzteres wird unter anderem durch eine spezielle Gehäuse-Konstruktion ermöglicht.

Die Oberseite der Sony Alpha 7S III im Vergleich zur ...

... Oberseite der Sony Alpha 7S II:

Unterschied 6: Das Gehäuse
Wie bereits erwähnt hat Sony das Gehäuse für eine schnelle Wärmeableitung optimiert. Das äußere Gehäusedesign der Alpha 7S III weicht stark vom Gehäuse der 7S II ab und erinnert an die Alpha 7R IV. Die Abmessungen unterscheiden sich von Sonys Megapixel-Flaggschiff kaum, im Vergleich zur Alpha 7S II fällt die Alpha 7S III deutlich größer aus (12,9 x 9,7 x 8,1cm vs. 12,7 x 9,6 x 6,0cm). Das Gewicht hat sich zudem um rund 10 Prozent von 627g auf 699g erhöht. In beiden Fällen wird eine Magnesiumlegierung verwendet, die Abdichtungen der 7S III sind aber deutlich stärker. Die Abmessungen der meisten Bedienelemente sind zudem etwas größer geworden, als wichtigstes neues Feature ist bei der 7S III der Joystick zu nennen. Des Weiteren besitzt die 7S III einen größeren Griff und die Taste zum Starten von Videos ist jetzt auf der Oberseite zu finden.

Auf der Rückseite der Alpha 7S III ist unter anderem ein Joystick hinzugekommen:

Die Rückseite der Sony Alpha 7S II:

Unterschied 7: Die Speicherkarten
Die ersten Kameras von Sony, dazu gehört auch die Alpha 7S II, sind mit einem SD-Slot mit UHS-I-Anbindung ausgerüstet. Mit der Alpha 7R III kam ein schnellerer zweiter Slot hinzu, bei der Alpha 7R IV gibt es sogar zwei schnelle UHS-II-Slots. Diese finden sich auch bei der Alpha 7S III. Sony hat die Kamera aber noch um zwei zusätzliche CFexpress Typ A-Steckplätze erweitert. Besitzer der neuen DSLM können sich also entscheiden, ob sie SD- oder CFexpress-Karten nutzen möchten. Letztere erreichen in der Theorie Datenraten von bis zu 1.000MB/s Sekunde, Sony wird zunächst Modelle mit bis zu 800MB/s Lese- und 700MB/s Schreibgeschwindigkeit anbieten. UHS-II-Speicherkarten schaffen dagegen maximal 300MB/s, der schnellere UHS-III-Standard (max. 624MB/s) kommt nicht zum Einsatz. Gegenüber der Alpha 7S II mit ihrem in der Praxis rund 30 bis 35MB/s schnellen SD-Slot ergeben sich bei der 7S III somit enorme Vorteile.

Die 7S III verfügt nicht nur über zwei UHS-II-Slots, es lassen sich auch CFexpress-Karten nutzen:

Unterschied 8: Das Menü
Des Menüdesign seiner spiegellosen Systemkameras hat Sony im Laufe der Kameragenerationen immer wieder einmal leicht angepasst, die Basis war jedoch stets identisch. Das ändert sich mit der Alpha 7S III, die ein völlig neues Menü erhält. Dieses soll deutlich aufgeräumter ausfallen und bietet unter anderem im Videomodus Video-spezifische Einstellungen.

Das Menü hat Sony komplett überarbeitet:

Weitere Unterschiede:
Zu den weiteren Unterschieden gehören unter anderem der mit der Alpha 7R III eingeführte Z-Akku (2.280mAh statt 1.020mAh), die Möglichkeit des schnellen Aufladens und der schnellen Datenübertragung über USB-C sowie der Fullsize-HDMI-Port. Über den Multifunktions-Zubehörschuh lassen sich zudem digitale Audiosignale einspeisen.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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